Nach tagelangen Großbränden in Israel hat die Polizei zwölf Personen festgenommen, die der Brandstiftung verdächtigt werden. "Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren", teilte die Polizei mit. Israelische Medien sprechen bereits von einer "Feuer-Intifada" der Palästinenser. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einem Akt des Terrors. "Jeder, der versucht, Teile des Staates Israel zu verbrennen, wird hart bestraft werden", sagte Netanjahu.

Die Palästinenserführung wies die Vorwürfe zurück. Wasel Abu Jussef, Exekutivmitglied der Palästinenserorganisation PLO, bezeichnete die Anschuldigungen als "grundlos und unzutreffend". Israelische Offizielle versuchten, "die israelische Öffentlichkeit gegen die Palästinenser aufzuhetzen und nicht mehr", sagte er. Sie würden alles Schlechte den Palästinensern zuschreiben. "Das ist ein einfacher Weg, um jegliche persönliche Verantwortung für die Geschehnisse zu vermeiden."

Israel - Zehntausende fliehen vor Bränden 60.000 Menschen müssen in Israel aufgrund von Großbränden ihre Häuser verlassen. Die israelische Regierung setzte Brandtstiftung mit einem terroristischen Akt gleich. © Foto: Ronen Zvulun/Reuters

Seit Tagen kämpft Israel gegen Flächenbrände. Starke Winde fachen die Feuer immer weiter an. Zehntausende Menschen mussten allein in der israelischen Hafenstadt Haifa vor den Feuern fliehen. Etwa 75.000 Menschen – ein Viertel der Bewohner Haifas – waren nach Medienberichten von den Evakuierungen betroffen. 60 Menschen wurden verletzt.

Zahlreiche Länder, darunter auch die USA, Frankreich und Russland, wollen Israel im Kampf gegen die Flammen unterstützen. Auch der palästinensische Zivilschutz hilft: Nach eigenen Angaben wurden vier Feuerwehrwagen nach Jerusalem und Haifa geschickt.