Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland kann im Alter nur mit einer gesetzlichen Rente auf Grundsicherungsniveau rechnen. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung und beruft sich auf eine aktuelle Datenübersicht der Bundesregierung und des Statistischen Bundesamtes.

Laut den Zahlen muss ein Arbeitnehmer heute monatliche 2.330 Euro brutto verdienen, um im Laufe eines durchschnittlich langen Arbeitslebens von 38 Jahren eine Rente in Höhe der staatlichen Grundsicherung im Alter zu erzielen. Von den gut 37 Millionen Beschäftigungsverhältnissen, die in der aktuellen Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2014 erfasst wurden, verdienten jedoch rund 19,5 Millionen Arbeitnehmer weniger als 2.330 Euro im Monat. Damit bekämen über die Hälfte der Beschäftigten im Alter eine Rente von weniger als 795 Euro, dem momentan durchschnittlichen Betrag des Grundsicherungsbedarfs im Alter.

Linken-Politikerin Sabine Zimmermann kritisierte die Situation. Trotz des aktuell hohen Beschäftigungsstandes in Deutschland müssten viele Arbeitnehmer in eine unsichere Zukunft blicken, so die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken. "Die gesetzliche Rente muss so gestärkt werden, dass niemand Armut im Alter fürchten muss", forderte Zimmermann.