Nachdem die Polizei 155 Kilogramm Sprengstoff im pfälzischen Lauterecken sichergestellt hat, prüft die Staatsanwaltschaft einem Bericht des Spiegel zufolge nun Verbindungen zur Neonazigruppe Oldschool Society (OSS). Während der Vernehmung der zwei verhafteten Männer im Alter von 18 und 24 Jahren habe der Jüngere von einem OSS-Treffen im Sommer in einer Hütte in Rheinland-Pfalz gesprochen, heißt es in dem Bericht.

Während des Treffens habe einer der Anwesenden davon gesprochen, dass "man in Deutschland was machen müsse", und gefragt, ob man 250 Kilogramm Sprengstoff für ihn herstellen könne. In München stehen zurzeit vier mutmaßliche OSS-Führungsmitglieder vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, mit Nagel- und Brandbomben einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft geplant zu haben.

Sprengsatz mit SS-Runen

Den beiden Festgenommenen zufolge soll das sichergestellte Material nicht für einen Anschlag gedacht gewesen sein, sondern nur für den privaten Gebrauch. Allerdings fanden die Ermittler laut Spiegel bei dem 18-Jährigen einen selbst gebauten Sprengsatz, der mit einem Hakenkreuz und SS-Runen versehen war.

Auf Facebook verlinkte der junge Mann zudem mehrmals auf die Profile rechtsextremer Bands und posierte in T-Shirts mit Neonazisymbolik. Sein mutmaßlicher Komplize aus Nordrhein-Westfalen soll der Polizei schon vor Jahren wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz aufgefallen sein. Im Jahr 2012 fanden Ermittler überdies rechtsextreme Literatur bei ihm. Im aktuellen Verfahren seien jedoch keine Hinweise auf eine rechte Gesinnung festgestellt worden.