Wegen der kritischen Lage am Oroville-Staudamm hat Kalifornien den Notstand für mehrere Bezirke ausgerufen. Mehr als 160.000 Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Nach wochenlangen schweren Regenfällen ist das Reservoir des Damms randvoll. An manchen Stellen ist er beschädigt. Auch der Not-Abflusskanal des Damms weise starke Erosionsschäden auf, teilte das kalifornische Amt für Wasserwirtschaft mit. Bei einem Bruch müsse mit einer nicht kontrollierbaren Überflutung gerechnet werden. 

Die Anlage liegt rund 125 Kilometer nördlich von Sacramento. Von der drohenden Überflutung wären laut LA Times Oroville sowie Städte in den Bezirken Yuba, Sutter and Butte betroffen. Um eine Katastrophe zu verhindern, leitete die zuständige Behörde zunächst größere Wassermassen wieder über den Hauptabfluss des Staudamms ab. 

Laut CNN erließ Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown eine Notstandsorder, um die lokalen Behörden zu unterstützen. Auf Twitter kündigte die zuständige Landesbehörde in Kalifornien an, mithilfe von Hubschraubern Steine in die Furchen des Kanals abwerfen zu wollen, um diesen zu stabilisieren. 

Der beschädigte Kanal war erst in der vergangenen Woche zum Einsatz gekommen – zum ersten Mal in der Geschichte des 48 Jahre alten Staudamms. Er sollte eigentlich den Hauptabfluss entlasten, der ebenfalls Schäden aufwies. Der 235 Meter hohe und rund 2.300 Meter lange Damm staut den Oroville-See auf und dient der Stromgewinnung.   

Mehr Stürme erwartet

Teile Kaliforniens hatten in den zurückliegenden Tagen wegen heftiger Regenfälle unter Wasser gestanden. Bewohner wurden aus ihren Häusern gerettet, nachdem der Fluss San Lorenzo über die Ufer getreten war. Die Wassermassen überraschten den Bundesstaat nach Jahren der Dürre. 

Auch in dieser Woche sei laut LA Times wieder mit starken Stürmen zu rechnen. Bill Croyle, Direktor des State Department of Water Resources, sagte der Zeitung, man werde weiterhin versuchen, durch das Ablassen von Wasser den Druck auf den Damm zu verringern.