Trotz tiefer Temperaturen sind in Rumänien erneut Tausende Demonstranten gegen die Mitte-links-Regierung auf die Straße gegangen. Laut Medienberichten versammelten sich in der rumänischen Hauptstadt Bukarest rund 50.000 Menschen. Vor dem Regierungssitz riefen Demonstranten "Diebe" und "Rücktritt". Tausende hielten ihre leuchtenden Handy-Bildschirme gegen farbiges Papier und bildeten so eine riesige rumänische Flagge.

In mindestens sieben weiteren Städten in Rumänien gab es Demonstrationen. Neben Bukarest bildete die Stadt Cluj in Siebenbürgen mit rund 10.000 Teilnehmern einen Schwerpunkt der Proteste. Auslöser der inzwischen 13 Tage andauernden Proteste war ein Dekret, mit dem kleinere Korruptionsfälle im Staatsdienst entkriminalisiert werden sollten. Angesichts der Proteste zog die Regierung das Dekret inzwischen zurück. Justizminister Florin Iordache, der den Erlass entworfen hatte, trat am Donnerstag zurück.

In Bukarest versammelten sich auch rund 1.000 Gegendemonstranten. Sie unterstützen die Regierung, werfen dem Staatspräsidenten Klaus Iohannis aber vor, das Land zu spalten. Iohannis unterstützt die Protestbewegung gegen die Regierung.