Syrien - Widersprüchliche Angaben zu Luftangriff auf Moschee Nach Angaben von Aktivisten sind bei einem Luftangriff auf eine Moschee nahe Aleppo mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher der US-Streitkräfte sagte, dass man ein Ziel in der Nähe angegriffen habe. © Foto: Omar Haj Kadour, AFP/Getty Images

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge die Verantwortung für einen tödlichen Luftangriff auf eine Moschee nahe der syrischen Stadt Aleppo zurückgewiesen. Die Luftwaffe habe ein Gebäude in der Nähe angegriffen, aber "keine Moschee ins Visier genommen", sagte ein Sprecher des Zentralkommandos für die US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten laut New York Times.

"Es gibt eine Moschee innerhalb von 50 Fuß (rund 15 Meter) von dem Gebäude, die immer noch steht", zitierte die Zeitung den Sprecher. Im angegriffenen Gebäude hätten sich Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida getroffen. Vorwürfe, wonach es bei dem Angriff "zivile Opfer" gegeben habe, würden überprüft.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte gemeldet, dass bei einem Luftangriff im Norden Syriens eine Moschee getroffen worden sei, als dort Gläubige zum Abendgebet zusammengekommen seien. Mindestens 42 Menschen sollen demnach getötet und mehr als 100 Menschen verletzt worden sein. Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahma.

Er konnte nicht angeben, welche Luftwaffe die Angriffe flog. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien, von unabhängiger Seite sind ihre Angaben kaum zu überprüfen. Die angegriffene Moschee liegt im Dorf Al-Dschineh, 30 Kilometer westlich von Aleppo. Das Dorf ist unter der Kontrolle von Rebellen und islamistischen Gruppen, Dschihadisten sind dort jedoch nicht präsent.

Seit Dezember gilt in Syrien eine Waffenruhe, die allerdings nicht eingehalten wird. Der Kampf gegen Dschihadisten ist von der Waffenruhe ausgenommen. In der Region fliegen regelmäßig Jets der syrischen und russischen Luftwaffe Angriffe. Sie bekämpfen dort bewaffnete Gegner der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Aber auch die US-geführte Anti-IS-Koalition fliegt Luftangriffe in Nordsyrien.