Venezuela - Verletzte bei Krawallen in Caracas Erneut haben Tausende Menschen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gegen die Regierung demonstriert. Die Proteste schlugen in Gewalt um. © Foto: Carlos Garcia Rawlins/Reuters

Tausende Menschen sind wieder in Venezuela auf die Straße gegangen, um Neuwahlen zu fordern. 18 Menschen wurden bei den Protesten in Caracas festgenommen, mindestens 57 wurden verletzt. Einige Demonstranten warfen Steine, worauf die Polizei mit Tränengas und Straßenblockaden reagierte. Venezuelas Innenminister Néstor Reverol kündigte an, dass auch weiterhin landesweit Polizisten bei den Protesten im Einsatz sein würden.

Das US-Außenministerium rief die Demonstranten zu Protesten ohne Gewalt auf. Die Sicherheitskräfte des Staates sollten friedliche Demonstrationen schützen, nicht diese verhindern, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Die anhaltende politische Krise in Venezuela war vor rund einer Woche eskaliert, als der Oberste Gerichtshof dem Parlament die Macht entzogen hatte. Erst nach starker Kritik aus dem In- und Ausland nahm das Gericht seine Entscheidung zurück. Demonstranten und Oppositionspolitiker befürchten, dass die Regierung demokratische Institutionen missachtet. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wirft der Opposition hingegen vor, Unruhe zu stiften und mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um Venezuela zu destabilisieren.

"Mutter aller Demonstrationen" angekündigt

Am Sonntag hatte Maduro die Opposition dazu aufgerufen, wieder in einen Dialog einzutreten. Er deutete an, Neuwahlen auf regionaler Ebene zuzustimmen. Oppositionsführer riefen trotzdem zu Demonstrationen auf, Maduros Worten könne nicht getraut werden, hieß es. Die Woche vor Ostern verbringen Venezolaner traditionell zu Hause mit ihren Familien. In Caracas wurden mehrere U-Bahn-Stationen aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bei den Protesten starb bisher ein Mensch, Hunderte wurden verhaftet.

Freddy Guevara, einer der neuen Hoffnungsträger der Opposition, warnte davor, auf Gewalt zu setzen. "Wenn wir den Weg der Gewalt einschlagen, verlieren wir", sagte der Vizepräsident des venezolanischen Parlaments. Nach Ostern, für den 19. April, kündigte er die "Mutter aller Demonstrationen" an. Guevara fordert Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener, allen voran die seines Parteichefs, des zu fast 14 Jahren Haft verurteilten Leopoldo López.