Der Fernsehsender CNN hat die Geschichte einer FBI-Übersetzerin aufgedeckt, die sich in den deutschen IS-Terroristen und ehemaligen Rapper Denis Cuspert alias Deso Dogg verliebte. Anfang 2014 bekam Daniela Greene demnach den Auftrag, die Kommunikation von Cuspert zu überwachen. Nach nur wenigen Monaten verliebte sich die FBI-Übersetzerin aber in ihr Zielobjekt. Greene setzte sich nach Syrien ab, warnte Cuspert vor der Überwachung durch die US-Behörden – und heiratete ihn schließlich sogar.

Ihre Entscheidung bereute Greene laut CNN nach nur wenigen Wochen an der Seite von Cuspert. Sie floh zurück in die USA, wurde dort festgenommen und wegen Falschinformation im Zusammenhang mit internationalem Terrorismus zu zwei Jahren Haft verurteilt. Im Sommer 2016 wurde Greene entlassen. Die Strafe fiel offenbar deshalb relativ gering aus, weil Greene mit den Behörden kooperierte. Welche Informationen sie genau teilen konnte, wurde nicht öffentlich.

Das FBI wird nun wegen des Vorfalls stark kritisiert. Greene besaß die höchste Sicherheitsfreigabe und konnte daher auf geheime Informationen zugreifen. Als sie nach Syrien flog, sagte sie dem FBI, sie reise nach München zu ihren Eltern. Die Lüge fiel fünf Wochen lang niemandem auf. Das FBI teilte CNN mit, nach Greenes Verurteilung Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Risiken bei der Rekrutierung minimiert zu haben.

Was aus Cuspert wurde, ist unklar. Unter dem Namen Abu Talha al-Almani kämpfte er für den IS. Er trat in mehreren, zum Teil gewalttätigen Propagandavideos auf, die im Internet veröffentlicht wurden. Schon mehrfach wurde berichtet, er sei bei einem Bombenangriff der Anti-IS-Koalition getötet worden. Danach tauchte er aber immer wieder auf. Laut US-Verteidigungsministerium liegen derzeit keine Informationen dazu vor, ob Deso Dogg am Leben ist.