Die Frage nach einer europäischen Identität ist nicht für jeden eindeutig zu beantworten. Ist die deutsche Sicht auf die EU verklärt? Bei vielen anderen hält sich die Begeisterung für die EU nämlich in Grenzen. Großbritannien arbeitet am Austritt aus der Union, auch in anderen Ländern gibt es starke antieuropäische Bewegungen. Wie stehen diejenigen, die Europa ihr Zuhause nennen, heute zur EU?

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Der Syrer Hani Zaitoun, der derzeit in Berlin und im US-amerikanischen Davidson lebt, würde sich wünschen, dass die arabische Welt sich ein Beispiel an Europa nehmen würde.


Die Dänin Nanna Lykkegaard sieht in der EU keine Bedrohung für die nationale Identität einzelner Länder, sondern vielmehr Chancen für alle.

"Ich bin in einem Land geboren, dessen Einwohner seit der Gründung die Existenzgrundlage der EU heftig debattieren", sagt Nanna Lykkegaard Therkelsen aus Kopenhagen. "Dänemark hatte schon immer eine ambivalente Meinung über die EU. Auf der einen Seite wollen die Dänen an vielen Bereichen der europäischen Zusammenarbeit teilnehmen, auf der anderen Seite wollen sie die dänische Souveränität und nationale Identität aufrechterhalten. Ich würde aber sagen, dass ich Teil einer Generation bin, für die die EU Möglichkeiten heißt. Dänemark ist klein und wir können uns nicht einfach hier oben im Norden hinhocken und zufrieden sein. Wir wollen es auch nicht. Wir wollen raus, was erleben. Und nicht nur das; wir wollen Teil von etwas Größerem sein. Ich weiß, dass es vieles zu verbessern gibt. Die EU benötigt zu viel Bürokratie. Aber lasst uns das 'Uns' nicht zerstören. Unsere Gemeinsamkeiten sind am Ende des Tages immer größer als unsere Unterschiede." #peopleofeurope #europe #europa #europeanunion #kopenhagen #denmark #dänemark #copenhagen #opportunity #union

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Manel, ein spanischer Manager, der heute in Paris lebt, wünscht sich mehr Mitbestimmungsrechte für die Bürger der Europäischen Union.

Brigitta Hiller aus Pohlheim in Hessen schöpft aus dem friedlichen Miteinander in der EU Hoffnung für die Zukunft.

"Ich kenne Europa noch mit abgeschotteten Grenzen, mit Hakenkreuzen, die während Auslandsaufenthalten in den Autolack gekratzt wurden. Ich kenne es noch, dass man durchaus auch mal angespuckt wurde, wenn man im Nachbarland als Deutsche erkannt wurde", sagt Brigitta Hiller aus Pohlheim. '"Es ist zwar lange her, aber es war als Deutsche nicht immer angenehm. Ich kenne noch die starken Grenzkontrollen. Eine spontane Reise von München nach Dresden war undenkbar, oder mit dem Flusskreuzfahrtschiff nach Bratislava fahren – ausgeschlossen. Heute ist vieles anders, die Grenzen sind zu vielen Ländern so offen, dass es gelegentlich ein fließender Übergang ist. Die Nationalität spielt keine so große Rolle mehr und gerade auf Reisen, in der Begegnung mit jungen Menschen zählt eher die Verbundenheit. Diesen europäischen Geist schätze ich so unendlich, denn er gibt mir Hoffnung, dass wir noch viele Jahre in Frieden in einer großen Gemeinschaft leben." #peopleofeurope #europe #europeanunion #deutschland #germany #travel #borders peace #community #frieden

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