Die Grünen und der Bund der Steuerzahler fordern mehr Geschlechtergerechtigkeit bei der Steuererklärung. Wie der Tagesspiegel berichtet, wollen sie eine "Ehegatten-Neutralität" auf Formularen für die Steuererklärung durchsetzen. 

Hauptkritikpunkt ist demnach, dass auf dem Hauptvordruck zur Einkommensteuer-Erklärung der Mann zuerst genannt wird, wenn Ehepaare ihre Steuer gemeinsam erklären – auch wenn die Frau mehr verdient. "Es wird Zeit, dass Frauen auch in den Köpfen von Steuerbeamten gleichgestellt werden", sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Paus.

Der Steuerzahlerbund hat dem Bundesfinanzministerium dem Bericht zufolge bereits konkrete Vorschläge zur Umsetzung einer Änderung unterbreitet. So sollen statt "Ehemann" und "Ehefrau" künftig die Daten von "Ehepartner A" und "Ehepartner B" abgefragt werden. So könnten Eheleute selbst entscheiden, wer zuerst eingetragen werde, sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel.

Für gleichgeschlechtliche Partner gibt es bereits Formulare nach diesem Prinzip. Die Umstellung für alle sei dennoch kompliziert und könne Jahre dauern, hieß es aus der Finanzverwaltung.

Das Problem liegt offenbar nicht bei neuen Formularen, sondern bei der computergestützten Verarbeitung der Steuerdaten. Die Vorschläge des Steuerzahlerbundes und der Grünen würden eine Änderung in der Software der Finanzämter nötig machen. Allein um einzuschätzen, wie viel Aufwand dies bedeute, seien 2.800 Tage Personalarbeit nötig, schätzt die Arbeitsgruppe Einkommensteuer der Berliner Senatsverwaltung.