Die Zahl der Menschen in Deutschland, die ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, hat einen Höchststand erreicht. Im Ausländerzentralregister (AZR) waren am Ende des vergangenen Jahres gut zehn Millionen Menschen registriert – die höchste Zahl seit der Einrichtung des Registers im Jahr 1967. Das gab das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt.

Mit mehr als 5,7 Millionen stammt die Mehrheit der registrierten ausländischen Staatsbürger aus Nicht-EU-Staaten. Ihre Anzahl stieg damit seit dem Jahr 2014 um 1,3 Millionen. In erster Linie stammen die neuen Einwanderer aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. "Demgegenüber spielten die EU-Mitgliedsstaaten seit 2015 eine weniger wichtige Rolle als zuvor", hieß es vom Statistischen Bundesamt.

Am Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 wanderten netto gut 1,5 Millionen Menschen nach Deutschland ein. Im Jahr 2016 sank die Zahl der Netto-Zuwanderer dagegen wieder auf 480.000.  

Aus anderen EU-Staaten stammen gut 4,3 Millionen der registrierten ausländischen Staatsbürger. Damit lebten im Jahr 2016 etwa 607.000 EU-Ausländer mehr in Deutschland als noch im Jahr 2014.

Die Zahl der Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit wuchs auch durch Geburten: In den Jahren 2015 und 2016 wurden in der ausländischen Bevölkerung etwa 100.000 Menschen mehr geboren, als verstorben sind. Seit Anfang 2015 wurden außerdem rund 230.000 Menschen aus dem AZR gelöscht, da sie die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten.

Durchschnittliche Dauer des Aufenthalts gesunken

Die häufigste nichtdeutsche Staatsangehörigkeit auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik einschließlich Berlins ist noch immer die türkische. In den neuen Bundesländern stammen demnach die meisten Menschen aus Syrien, Polen und Russland. Die regionale Verteilung der ausländischen Staatsbürger blieb weitgehend unverändert. Die meisten Ausländer leben wie in den Jahren zuvor mit rund 2,5 Millionen in Nordrhein-Westfalen, in Mecklenburg-Vorpommern (69.000) und Thüringen (91.300) die wenigsten.

Auch die demographische Struktur der ausländischen Bevölkerung veränderte sich in den letzten zwei Jahren durch die Zuwanderung. Im Durchschnitt lag das Alter der ausländischen Staatsbürger 2016 bei 37 Jahren und sieben Monaten und sank damit im Vergleich zum Jahr 2014 um knapp zwei Jahre. Auch die durchschnittliche Dauer des Aufenthalts in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren gesunken. 2016 waren ausländische Staatsbürger knapp 15 Jahre und fünf Monate in Deutschland, gut zwei Jahre kürzer als im Jahr 2014.

Der Anteil der Männer unter den Menschen ohne deutschen Pass stieg in den vergangenen zwei Jahren von 51,1 Prozent auf 54,1 Prozent. Gleichzeitig wuchs auch der Anteil der Ledigen einschließlich Kindern von 40,4 auf 42,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum ging der Anteil der Verheirateten von 45,4 Prozent auf 42,7 Prozent zurück.