Die Polizei in London hat einen mit einem Messer bewaffneten Mann vor dem Buckingham-Palast festgenommen. Zwei Beamte seien bei dem Einsatz leicht am Arm verletzt worden, hieß es in einer Mitteilung von Scotland Yard. Wie die Behörden mitteilten, überwältigten Soldaten den Angreifer. Laut Medienberichten wurde der Angreifer "schwer verletzt" ins Krankenhaus gebracht worden.

Es sei zu früh, darüber zu spekulieren, ob es einen terroristischen Hintergrund gebe, teilte die Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Queen Elizabeth II. ist derzeit nicht in London, sondern auf ihrer Sommerresidenz Schloss Balmoral in Schottland.

Beamte sahen großes Messer im Auto des Mannes

Bei dem Festgenommenen handelt es sich der Polizei zufolge um einen Mann im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Er soll sein Auto gegen 20.30 Uhr in der Nähe eines Polizeifahrzeugs am zentralen Kreisverkehr vor dem Buckingham-Palast geparkt haben. Als die Beamten ein großes Messer in dem Auto erblickten, nahmen sie den Mann fest, hieß es der Mitteilung. Dabei zogen sie sich kleinere Verletzungen zu, die vor Ort behandelt werden konnten. Der Mann befinde sich in Gewahrsam, gegen ihn werde wegen Angriffs auf Polizeibeamte und schwerer Körperverletzung ermittelt.

Auf Fotos in sozialen Netzwerken war starke Polizeipräsenz vor dem Buckingham-Palast zu sehen. Die Ermittlungen dauerten am späten Abend an, teilte Scotland Yard mit.

Die Festnahme ereignete sich nur eine Viertelstunde nach einem Messerangriff auf Soldaten in Brüssel am selben Abend. Ob es sich bei letzterem um einen Terrorakt handelt, wird untersucht.

In Großbritannien waren in den vergangenen Monaten wiederholt islamistische Anschläge verübt worden. Ende März hatte ein mutmaßlich islamistischer Attentäter im Zentrum Londons fünf Menschen getötet. Am 22. Mai tötete ein Selbstmordattentäter bei einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester 22 Menschen. Im Juni rasten drei Angreifer auf der London Bridge mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge. Anschließend stachen sie in einem angrenzenden Ausgehviertel wahllos auf Menschen ein. Sie töteten sieben Menschen und verletzten 48 weitere, bevor sie von der Polizei erschossen wurden.