Jeder fünfte Mensch in Deutschland hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Das hat aber nicht nur mit den Flüchtlingen zu tun, die bei uns leben. Die Menschen, die man unter dem Begriff "mit Migrationshintergrund" zusammenfasst, haben vielmehr sehr verschiedene Hintergründe. 

Einige leben schon seit Jahren in Deutschland und haben inzwischen einen deutschen Pass. Andere sind hier geboren, haben aber die Staatsbürgerschaft ihrer Eltern. Auch das Ausbildungsniveau variiert stark. Das Statistische Bundesamt hat nun Zahlen veröffentlicht, wie sich die Bevölkerungsgruppe der Menschen mit Migrationsgeschichte 2016 zusammengesetzt hat.

Einen deutschen Pass haben demnach knapp mehr als die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund (52 Prozent). 28 Prozent von ihnen sind im Ausland geboren und dann eingewandert, 24 Prozent sind bereits in Deutschland geboren (siehe Grafik). Die andere Hälfte hat keinen deutschen Pass.

Die meisten Menschen mit Migrationshintergrund haben ihre Wurzeln in einem der 28 EU-Länder. Aus Staaten, die nicht zur EU gehören, aber auf dem Kontinent Europa liegen, stammt jeder Dritte. Dazu zählen auch die Türkei und Russland. Obwohl zuletzt viele Menschen aus afrikanischen Staaten nach Deutschland gekommen sind, macht ihr Anteil weiterhin nur 4 Prozent an den Menschen mit Migrationshintergrund aus.

Die meisten Menschen sind aus der Türkei, Polen und Russland nach Deutschland gekommen und geblieben. Fast eine Million Menschen in Deutschland haben ihre Wurzeln zudem in Kasachstan. Die Flüchtlingszuwanderung führt dazu, dass Syrien inzwischen das siebtgrößte Herkunftsland von Menschen mit Migrationshintergrund ist: Mehr als eine halbe Million Syrer und Kinder syrischer Eltern leben hier.

Menschen mit Migrationshintergrund sind jünger als Deutsche ohne Migrationsgeschichte. Das zeigt sich vor allem daran, dass weniger Menschen in die Altersgruppen ab 45 Jahren fallen. "Viele haben sich selbst auf den Weg nach Deutschland gemacht, das macht man in der Regel zwischen 18 und 35 Jahren", sagt Herbert Brücker, Migrationsforscher am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.