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Liebe Leserin, lieber Leser! Verehrte Betroffene! Wir schreiben Oktober 2017. Wissen Sie noch, was vergangenes Jahr in Deutschland los war? Stichwort: SexMob, Nafri, "Nein heißt nein". Vor etwa einem Jahr ist das sogenannte "Fünfzigste Strafrechtsreformgesetz" in Kraft getreten, durch das eine weitere Revolution des Sexualstrafrechts zu ihrem endlich guten Ende gebracht wurde. Seitdem ist es strafbar, eine andere Person in einer Weise zu berühren, die "nicht erheblich" ist. Auch ist es seither strafbar, in einer Gruppe anwesend zu sein, in der irgendeine andere Person eine nochmals andere Person berührt – auch wenn man davon weder etwas weiß noch es will.

Wir hatten damals gehört, dass zuvor jährlich Hunderttausende von traumatisierenden Taten straflos blieben, weil furchtbare Lücken im Gesetz klafften. Nun warten wir seit einem Jahr, dass diese Taten angezeigt und verfolgt werden. Soweit man erkennen kann, herrscht bisher aber ziemliche Ebbe.

 Showbusiness!

Zeit also für einen neuen Empörungsschub. Gut, dass kürzlich in Los Angeles jemand enthüllt hat, was bisher total geheim war und eigentlich niemand für möglich gehalten hat! Harvey Weinstein, ein "Mogul", hat sich als sexistisches Schwein erwiesen! Und wie wir in der SZ lesen mussten, ist er auch sonst ein Arschloch. Selbstverständlich konnte niemand, selbst wenn er vor 50 Jahren Das Tal der Puppen von Jacqueline Susann gelesen hat, diesen Abgrund in seiner ganzen Dimension erahnen. Deshalb geht jetzt ein Ruck durch Amerika. Die intellektuelle Elite von Hollywood bis Prenzlauer Berg ist tief schockiert und kann es kaum fassen: Geld kauft Körper! Wo doch alle dachten, das sei nur ein aus den Fingern gesogenes Märchen, bestenfalls ein Drehbuch für Demi Moore und Michael Douglas. Und die 100 Jahre alten Romane von Upton Sinclair seien pure Fantasy.

Die Bewegung "MeToo" hat mit einer Laufzeit von drei Wochen auch Deutschland erreicht. Die Süddeutsche Zeitung, der Spiegel und die ZEIT brachten Sonderberichte, alle anderen bringen täglich ein Foto einer sorgenzerfurchten Schauspielerin (46) in Etui-Kleid (34) und High Heels (10), die es kaum fassen kann. Nachrichten-Formate aller bedeutenden deutschen TV-Sender berichten, Schauspielerinnen mit vergangener, gegenwärtiger oder erhoffter Popularität hätten ihr Schweigen gebrochen und ihre Agenten mitteilen lassen, dass ihnen selbst zwar nichts widerfahren sei, sie aber schon lange ahnten, dass es so etwas möglicherweise geben könne. Vorkämpferinnen haben gar bekannt, dass ihnen vor zehn Jahren bei einer Preisverleihung ein greiser Großschauspieler die Hand auf eine Hinterbacke legte, sie sich anschließend aber gleichwohl lächelnd mit ihm durch den Abend herzten, weil sie einfach zu traumatisiert waren, um die Gala zu stören. Auf einem Dutzend Online-Kanälen bekennen Personen, was sie selbst oder Dritte bisher verschwiegen oder verdrängt haben: dass sie Opfer sind. Kurz gesagt: Das Showbiz ist, wie Bild schon immer wusste, ein knallhartes Sexpflaster.

 Opfer

In den sogenannten sozialen Medien, so berichten uns wiederum die Fernsehsender und Qualitätszeitungen, erzählen nun Abertausende Frauen, dass auch sie Opfer skandalösen, sexuell motivierten Verhaltens geworden seien. Wenn man die Berichte über veritable Straftaten abzieht, bei denen man sich allenfalls fragen kann, warum sie nicht angezeigt wurden, bleibt allerdings ein ziemlich überwältigender Anteil an etwas schrägen, gelegentlich auch rührenden Geschichten.

An dieser Stelle wird es nun schwierig. Denn ein Opfer ist ein Opfer ist ein Opfer – das ist das sakrosankte Credo unserer Definitionskultur des heiligen EGO. Der Begriff ist natürlich kein Selbstläufer, und das Opfersein ergibt sich mitnichten, wie gerne behauptet wird, aus purem Sachzusammenhang. Wer sich "Opfer" nennen darf, hat gewonnen, daher ist der Begriff, bevor er zum Berechtigungsausweis für Zuwendung wird, zunächst einmal ein Filter. Woher kommt die überragende Bedeutung? Es hat selbstverständlich vor allem mit der Art und Weise zu tun, wie heutzutage Geld verdient wird. Es hängt auch auf das Engste damit zusammen, was man in Deutschland heutzutage unter "Wir" versteht. Es brütet den Angstschweiß aus dem Zusammenbruch der Gewerkschaften, der Sozialsysteme und der Solidarität, dem Aufstieg der Ameise vom orwellschen Maschinenwesen zum Hoffnungsträger des neuen Liberalismus mit Dreitagebart: Mach dein Ding!

 Ich! Auch!

"Ich auch": Was heißt das überhaupt? Ich auch – was? Auch ich wurde missachtet, selektiert, ausgeschieden, ausgenutzt und gequält: weil ich schwach war, schwul, linksradikal, vorbestraft, weiblich, ausländisch, furchtsam, unerfahren. Große Überraschung! Wer hätte gedacht, dass es so etwas gibt? Oder vielleicht andersherum: Auch ich wurde bevorzugt, weil ich eine Deutsche war, weil ich Ja zu allem gesagt habe, weil ich Chefs nach dem Maul geredet habe, weil ich mich nachgiebig, flexibel, opportunistisch zeigte, weil ich mich von erbärmlichen Wichtigtuern zum Abendessen einladen ließ und ihnen menschliches Interesse vorspielte. Weil ich auf dem Weg zum Taxi mein Händchen auf seinen starken Arm legen musste, weil die Clutch so schwer war und die Absätze so mörderisch und weil ich dachte: Vielleicht hilft es ja. Wie entwürdigend, wie grauenhaft!

Bekenntnisse

Das "ich auch", das zurzeit durch den Blätter- und Internetwald rauscht, bezieht sich auf Behelligung von Frauen durch andere Personen (meistens Männer) mittels Bedrängung "sexuell" (geschlechtlich) definierter Art. Als "sexuell" gilt hierzulande jeder noch so absurde Käse, der mit körperlicher Nähe, Zärtlichkeit, Nacktheit in Verbindung gebracht werden kann. Je sexualisierter die Lebenswelt wird, je pornografischer die Werbung, je exhibitionistischer die Selbstpräsentation des Erfolgs, desto verbohrter, kleingeistiger und prüder wird die Moral, die all die Schweineställe angeblich zusammenhält.

Greise Professoren fantasieren über einen "Neustart" mit brünetten Privatdozentinnen, dieweil die faltigen Gattinnen, die ihnen den Weg zum Gipfel flach hielten, mühsam den Zufluss an Rotwein zu begrenzen versuchen. Berater, Sachverständige, Abgeordnete, Abteilungsleiter erlangen nichts und erträumen alles. Im Tiefbauwesen pfeift derweil der Asphaltierer aus Bosnien wie eh und je jeder breithüftigen Dame des Herzens hinterher.

 Bekenntnisse

Frau Hannelore Elsner (geb. 1942), eine deutsche Schauspielerin, hat uns in der Süddeutschen Zeitung vom 21. Oktober 2017 offenbart, dass sie niemals Opfer einer sexuell motivierten Weinstein-Attacke war, aber etwas geahnt hat. Dieses erschütternde Bekenntnis verhalf ihr zum Abdruck eines hübschen Werbefotos und zur Aufnahme in eine Galerie der Guten. Denn war es nicht ein mutiger Schritt? Wenn schon nicht "Ich auch", dann doch wenigstens "Ich nicht". Auch "Warum nicht ich?" wäre ein Kapitel, aber das könnte missverstanden werden und wird deshalb hier weggelassen.

Ich möchte mich jedenfalls dem Bekenntnis von Frau Elsner anschließen und meinerseits offenbaren, dass auch ich niemals eine berufliche Position dadurch erlangt habe, dass ich mit einer RegisseurIn, ProduzentIn oder PräsidentIn mir unerwünschte sexuelle Kontakte aufnahm, unterhielt, in Aussicht stellte oder verschwieg. Auch schwule Rechtswissenschaftler, Lektoren oder Redakteure haben in 40 Jahren weder mein Gesäß berührt noch solches abgekündigt oder in Aussicht gestellt.

 Opfer-Sein

Ich bekenne aber folgende tatsächliche Opfer-Erfahrungen: Ich wurde in meinem Leben von mehreren Dutzend Frauen begrapscht, geküsst, bedrängt, mit aufdringlichen Briefen, E-Mails, Fotos, Einladungen, Lobhudeleien und sonstigen Nachstellungen traktiert, die mir sehr unangenehm waren. Mir wurden Zungen in den Mund, Brüste in die Hände und Hüften an den Unterleib gedrängt, die ich weder erwartet noch erhofft hatte. Manche waren mir willkommen, die meisten eklig. Denn ich bin ein körperlich distanzierter Mensch. Ich habe zahlreiche sexuelle Anbahnungen verhindern oder abbrechen müssen, weil meine Abneigung gegen den bloßen Geruch der betreffenden Person stärker war als all ihre Beteuerungen der Hingebung.

Ich bin in meinem Leben von Frauen zu sexuell motivierten Handlungen und Duldungen gezwungen, erpresst, genötigt worden. Man hat mich eingesperrt, mir mit Strafanzeigen gedroht, mich in aufdringlicher Weise berührt, abgeleckt, sich mir in aufreizenden Posen und Outfits präsentiert, angeboten, aufgedrängt. In meiner Jugend wurde ich bei einigen Gelegenheiten auch von Männern bedrängt, sogar mit Gewalt oder unter Überschreitung selbstverständlicher Grenzen. Ich habe all dies überstanden, beklage mich nicht und finde im Rückblick manche Peinlichkeiten durchaus lustig. Das Erstaunliche war, dass die Anzahl solcher Erlebnisse sich proportional zum Fortschreiten von Alter, Gewicht und – vor allem – von beruflichem Erfolg entwickelte: Mit Abstand die wenigsten attraktiven Frauen näherten sich mir sehnsuchtsvoll, als ich jung, schön, arm und unbekannt war.

In Fällen wie den geschilderten darf man als Mann selbstverständlich nicht sagen: Verpiss dich!, oder: Schau dich doch mal an?, oder: Wenn Sie das noch mal machen, schreie ich!, oder: Das wird dir noch leidtun! Man muss vielmehr sagen, dass es "schwierig" sei, dass es "nicht passt", dass man "im Moment überfordert" sei oder irgendwas anderes, was eine außer sich geratene Dame motivieren könnte, fürs Erste davon abzulassen, einen anzufassen. Also die Tür nicht ganz und gar zuschlagen – wer weiß, ob man’s nicht noch mal brauchen tut!

Warum?

Insoweit scheint mir, ehrlich gesagt, eine gewisse Parallele zwischen männlichem und weiblichem Opfer-Verhalten zu existieren, die näherer Betrachtung wirklich wert wäre: das "Offenlassen" selbst abwegiger Avancen. Frauen berichten heutzutage gern, es handle sich dabei um einen sekundär traumatisierenden Reflex aus Unterlegenheit. Ich bezweifle dies und halte es für schlichten, über alle Maßen menschlichen Opportunismus.

 Täter-Sein

Ich selbst andererseits habe mich in den vergangenen 50 Jahren ebenfalls gelegentlich aufgedrängt. Ich kann mich an zwei oder drei sogenannte Zungenküsse erinnern, die mir im Nachhinein ernsthaft peinlich sind. Alle alkoholisiert oder cannabinoisiert und schon länger her – aber trotzdem nicht in Ordnung. Hierarchie oder Macht spielten allerdings niemals eine Rolle, glaube/hoffe ich.

Jedes Mal, wenn ich im Fernsehen zu sehen war, schreiben mir fünf durchgedreht Zwangsgestörte, dass ich dick, unattraktiv und überhaupt eine Drecksau sei, zehn andere wiederum, dass ich ein ganz wunderbarer Mensch sei und sie mich unbedingt (!) kennenlernen möchten. Ich verschiebe zuverlässig beides in den Papierkorb.

So viel zur unvermeidlichen "Offenbarung". Ohne die geht ja heute nichts mehr. Oft ist das Offenbarte ja auch nicht wirklich gelogen. Die Wahrheit über das Selbst liegt dennoch weit jenseits der Grenze.

 Vorwärts?

Die Kampagne "Ich auch" ist eine wirklich wunderbare Erfindung. Die ersten Berichte zur Sache, die ich in den TV-Kanälen sah, wurden allesamt von sehr betroffen blickenden Moderatorinnen mit Push-up-Brüsten und auf mindestens 80-mm-Heels "anmoderiert".

Die Stoßrichtung des neu entbrannten Kampfes scheint mir allerdings bisher nicht völlig klar. Sind wir im Vorfeld einer neuen Kampagne zur Strafrechts-Verschärfung? Möchten wir die Verjährung für die "Verbrechen des Angrapschens vor 20 Jahren" abschaffen? Entlarven wir ein weiteres Mal die jüdische Hollywood-Mafia? Kämpfen wir für das Recht aller Menschen auf Anerkennung von Selbstbestimmung und Würde? Ich weiß es nicht genau. Ich muss derzeit täglich unter Schmerzen lesen, dass ein "Schweigen gebrochen", ein "Tabu enthüllt" werde. Grauhaarige Journalisten der Qualitätsmedien schreiben diesen Unsinn, allesamt prämiert mit allerlei Preisen und Ehren für längstjährigen treuen Dienst an der Wahrheit. Und die dauerempörten jungen Freischaffenden schreiben es ab und fallen schon wieder auf die eigene Besoffenheit herein.

Aber es ist doch offenkundig falsch! Niemand hatte je einen vernünftigen Zweifel daran, dass Missachtung, Missbrauch von Macht, Sexismus, Ressentiments, Zynismus und Korruption einen ganz erheblichen Einfluss auf die Struktur unserer Gesellschaft und Entscheidungen über Erfolg und Misserfolg haben. Jeder, der heute so tut, als handle es sich um eine soeben offenbarte Wahrheit, ist ein Lügner. Und all den Kommentaren der Qualitätsmedien, die sich empören über die "Schweigespirale" und sich erheben über die im fernen Kalifornien herumfaselnden Selbstdarsteller, läuft in Wahrheit das Blut der Lüge aus den Augen. Es ist alles falsch! Es gibt in Deutschland keine Redaktion, keine Filmproduktion, keine "Projektgruppe" ohne Sexismus.

Sie auch

Außerordentlich erstaunlich finde ich, dass sich außer einem Mogul aus Hollywood und einem Mogul aus Italien und einem gehetzten 84-jährigen jüdischen Regisseur so recht kein Schwein finden und beim Namen nennen lässt. Es wäre doch zum Beispiel superspannend, auch in Deutschland einmal ein paar vertraute Namen aus Chefredaktionen, Gremien, Vorständen zu ventilieren. Da die Medien doch bersten vor lauter geheimem Opferwissen, dürfte das doch kein Problem sein. Wen interessieren Weinstein, Berlusconi oder Polanski, wenn das Glück der Enthüllung so viel näher liegen könnte?

Wer noch?

Unterstellen wir mal, sehr pauschal und oberflächlich, der Ansatz sei in Ordnung. Dann würde ein "Tabu" gebrochen und ein "Schweigen" und eine Erkenntnis die Gesellschaft zerreißen, dass es wahrhaftig Menschen gibt, die aufgrund biologischer Merkmale definiert, benachteiligt oder bevorzugt, dargestellt oder verachtet werden. Diese Erkenntnis ist, wenn man es sich einmal überlegt, nicht wirklich sensationell. Warum Hannelore Elsner und Angelina Jolie uns darauf aufmerksam machen zu müssen glauben, ist nicht ohne Weiteres erkennbar.

Was ist zum Beispiel mit Frau Halle Berry, mit Frau Nichelle Nichols, Herrn James Brown? Das sind natürlich nur Beispiele, in diesem Fall für berühmte Stars, denen unter dem Stichwort "Ich auch" möglicherweise etwas anderes eingefallen sein könnte als das schreckliche Erlebnis, vor 20 Jahren einmal von einem angesoffenen Pressereferenten im Fahrstuhl an den Hintern gefasst worden zu sein. Ungefähr 40 Millionen Bürger der USA versuchen seit längerer Zeit, gelegentlich dasselbe "Ich auch" in die Diskussion einzubringen.

Nicht dass Sie meinen, ich wollte irgendetwas "kleinreden". Ich will es nur ein bisschen "relativieren" – anders gesagt: ins Verhältnis stellen. Jeden Tag, da ich in unserer friedlichen deutschen Welt unterwegs bin, sehe ich einhundert Menschen – Frauen, Kinder, Männer –, die seit Jahr und Tag "Ich auch" sagen oder sagen könnten. Aber niemand fragt sie danach.

Wie viele Kinder werden an jedem einzelnen Tag in Deutschland geschlagen, gedemütigt, entwürdigt, verängstigt? Ich meine hier einmal nicht: sexuell missbraucht, sondern nur: geprügelt und angebrüllt. Können Sie, liebe Fern-Traumatisierte, mir in drei kurzen Sätzen erklären, warum es schlimmer ist, an den Genitalien berührt zu werden, als mit aller Kraft ins Gesicht oder mit Gegenständen auf den Körper geschlagen zu werden? Keine Angst: Ich frage ja nur. Wie viele Frauen aus muslimischen, streng katholischen oder sonst schamvollen Kulturen haben im letzten Jahr in Deutschland "Ich auch" gemurmelt, weil sie die allgegenwärtige Überwältigung durch die pornografische Leitkultur nicht ertrugen? Unsere Antwort darauf ist, dass sie gefälligst ihre albernen Schleier ablegen und ihre Männer zum Teufel schicken sollen.

Wie viele Behinderte werden unmenschlich behandelt? Wie viele Strafgefangene und Psychiatrie-Patienten werden wie Sachen – mitunter wie Dreck – behandelt? Wie viele Fremde werden öffentlich verachtet, verhöhnt? Und warum? Keine Angst, liebe Leser: Ich meine nicht, dass Schwarze, Gefangene, Verrückte oder Frauen die besseren Menschen seien. Ich meine nur, dass sich die penetranten Kampagneros des "Ich auch!" vielleicht zehn Minuten lang überlegen sollten, was ihr Bekenntnis eigentlich bedeutet und was es bedeuten müsste, wenn sie es ernst meinten. Ich bin von allen Talkmastern und ihren sieben Zwergen selbstverständlich tief beeindruckt. Aber ich warte auf die erste Tagesthemen-Moderatorin, die sich weigert, einen der rassistischen oder sonst herabwürdigenden Teleprompter-Texte abzulesen, weil in Gelsenkirchen oder Saarbrücken ein armer kleiner Mensch das Schild hochgehalten hat: Ich auch.