Sutherland Springs - Trump verteidigt Waffenbesitz US-Präsident Donald Trump sieht nach dem Schusswaffenangriff auf eine texanische Kirche mit 26 Toten kein Waffenproblem. "Wir haben viele Probleme mit geistiger Gesundheit in unserem Land", sagte er. © Foto: Kiyoshi Ota/Bloomberg Pool/dpa

Nach dem Angriff mit 26 Toten in der texanischen Ortschaft Sutherland Springs hat das US-Verteidigungsministerium den Tatverdächtigen als einen früheren Mitarbeiter der Luftwaffe identifiziert. Devin K. sei 2014 wegen schlechten Verhaltens entlassen worden. Zwei Jahre zuvor habe ihn ein Militärgericht wegen tätlichen Angriffs jeweils auf seine Partnerin und auf das gemeinsame Kind verurteilt, teilte das Pentagon mit. Als Strafe verbrachte er zwölf Monate in Haft und verlor seinen Dienstgrad.   

Der Angreifer hatte am Sonntag gegen 11.20 Uhr Ortszeit vor einer Baptistenkirche das Feuer eröffnet. Kurze Zeit später drang er auch in das Gebäude ein und schoss dort um sich. Ein Zeuge berichtete im Fernsehsender CNN, die Schüsse seien in kurzer Folge abgefeuert worden. Als er aus der Kirche herauskam, wurde er nach Informationen der New York Times von einem bewaffneten Anwohner verfolgt. Es soll zu einem Schusswechsel gekommen sein, bei dem der Angreifer verletzt wurde und in sein Auto floh. Er fuhr in den nächsten Ort Guadalupe, wo er einen Verkehrsunfall hatte und tot aufgefunden wurde. Laut den Ermittlern ist unklar, wodurch der Mann starb.

Dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Ein Motiv ist unbekannt, es gibt keine Erkenntnisse zu einem terroristischen Hintergrund. Bei der Waffe handelt es sich laut Polizei um ein Sturmgewehr vom Typ Ruger AR.

Diskussion um strengere Waffengesetze

US-Präsident Donald Trump verneinte, dass es in den USA ein Problem mit Schusswaffen gebe. "Wir haben viele Probleme mit geistiger Gesundheit in unserem Land", sagte Trump während seines Besuchs in Japan. Zuvor hatte er den Angriff als "entsetzliches" Verbrechen und eine "Tat des Bösen" verurteilt.

Trumps Vorgänger Barack Obama hofft dagegen, dass die Tat zu strengeren Waffengesetzen führen wird. "Möge Gott uns allen die Weisheit geben, um zu fragen, welche konkreten Schritte wir unternehmen können, um die Gewalt und die Waffen unter uns zu reduzieren", twitterte Obama.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sprach von der folgenschwersten Attacken in der Geschichte des US-Staates. Bei den Opfern handelte es sich um Menschen im Alter zwischen fünf und 72 Jahren, wie das Ministeriums für öffentliche Sicherheit mitteilte.

Acht Verletzte wurden per Hubschrauber zu einem Militärkrankenhaus gebracht. In einem anderen Krankenhaus wenige Kilometer entfernt vom Tatort wurden offenbar weniger als zwölf Personen behandelt.

Unter den Toten befindet sich nach Angaben der Frau des Pastors der Kirche auch die 14-jährige Tochter des Paares. In einer Nachricht schrieb sie an die Nachrichtenagentur AP, sie habe ihre Tochter und "viele Freunde" verloren. Zudem erklärte sie, gemeinsam mit ihrem Ehemann außerhalb der Stadt zu sein und dass sie versuche, nach Hause zu kommen.

Texas - 26 Tote bei Schießerei in Texas In einer Baptistenkirche im texanischen Sutherland Springs hat ein Mann mindestens 26 Menschen getötet und weitere verletzt. Nach dem Vorfall werden erneut Forderungen nach strengeren Waffengesetzen in den USA laut. © Foto: Nick Wagner/AMERICAN-STATESMAN via REUTERS

Der Vorfall ereignete sich nur gut einen Monat nach dem schwersten Schusswaffenattentat in der US-Geschichte. Anfang Oktober hatte ein 64-Jähriger von einem Hotelfenster aus in Las Vegas 58 Besucher eines Country-Festivals erschossen. Hunderte wurden verletzt. Der Vorfall regte eine erneute Debatte über strengere Waffengesetze an.

Die Attacke fällt auf den achten Jahrestag eines anderen Attentats in Texas: Bei einem Amoklauf in Fort Hood waren am 5. November 2009 auf der Militärbasis der US Army in Fort Hood 13 Menschen erschossen und 42 weitere verletzt worden.