An seinem ersten Tag als Bundesinnenminister sagte Horst Seehofer: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. Dazu gehören der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten." Und im Koalitionsvertrag von SPD und CDU/CSU steht: "Auf der Basis der christlichen Prägung unseres Landes" wolle man sich für "ein gleichberechtigtes gesellschaftliches Miteinander" einsetzen.

Doch worin besteht diese christliche Prägung Deutschland eigentlich – wenn die größte weltanschauliche Gruppe Deutschlands mit 36 Prozent die Konfessionslosen bilden, die beiden großen Kirchen stetig an Mitgliedern verlieren, wenn gerade einmal jeder zweite Bürger, jede zweite Bürgerin sich dem Protestantismus oder Katholizismus zugehörig fühlt?

Darum möchten wir unsere Leserinnen und Leser fragen: Für wie stark christlich geprägt halten Sie Deutschland? Wo begegnen Ihnen christliche Traditionen, selbst wenn Sie womöglich gar keiner Kirche angehören? Ist es der Fisch am Freitag oder der geschlossene Supermarkt am Sonntag? Ist es die Kirchensteuer oder sind es die regelmäßigen Auftritte von Kirchenvertretern in politischen Talkshows? Sind Sie selbst Christ und wie prägt das Ihr Handeln? Inwiefern beeinflussen religiöse Vorstellungen unsere Gesetzgebung und politischen Diskurse? Tun sie das vielleicht stärker, als wir denken – in Debatten um Pränataldiagnostik, Schwangerschaftsabbruch oder Genmanipulation?

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