In deutschen Köpfen Wie Ost und West seit der Einheit denken

Bald feiern wir wieder den Mauerfall. Wir feiern zu Recht, wie gut es die Geschichte 1989 mit den Deutschen meinte.

Doch was ist aus ihnen, aus uns, geworden? Ost- und Westdeutsche beschritten auf unterschiedlichen Wegen das gemeinsame neue Land. Sind sie einander dabei näher gekommen oder haben sie sich auseinanderentwickelt? Wir meinen: Sie haben einander beeinflusst. Auf eine erstaunliche Art und Weise.

Seit 1980 erhebt Gesis – das Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften – die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus). Alle zwei Jahre liefert der Allbus neue Daten darüber, wie die Deutschen leben und was sie über Themen wie Familie, Politik, Religion oder Ausländer denken.

Wir haben die Antworten der Ost- und Westdeutschen auf 15 von uns ausgewählte Fragen zusammengetragen. Die Umfragen reichen vom Beginn der Neunziger bis in die Jahre 2010 und 2012. Wie sich die Ansichten zu Abtreibung, Erziehung, sozialer Gerechtigkeit und Patriotismus entwickelt haben – das erzählt eine bisher unbekannte Geschichte des wiedervereinigten Deutschland.

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Quelle: ALLBUS 1980-2012, doi:10.4232/1.11898. Frage nur an Erwerbstätige: Fallzahlen in Ost für die Subgruppe der 18-29jährigen zwischen 1998 und 2010 N < 100. Fallzahlen in Ost für die Subgruppe der Hauptschüler ab 1998 N < 100

Die Soziologen Heinz Bude und Elmar Brähler haben unser Projekt mit ihrer Expertise begleitet und bereichert. Sehen Sie Ihre Einschätzungen zur deutschen Nachwendezeit in unseren Videos.

Heinz Bude, Prof. für Makrosoziologie, Uni Kassel

Neben der erfolgreichen Exportökonomie hat sich ein neues Proletariat im Dienstleistungsbereich gebildet – weiblicher, ethnisch heterogener und mit diffuser Ausbildung. Der Soziologe Heinz Bude erklärt, was das mit Ostdeutschland zu tun hat.

Elmar Brähler, Prof. em. für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie.

Ostdeutsche fühlen sich gleichzeitig als Deutsche wie als Ostdeutsche, sagt der Soziologe Elmar Brähler. Warum sich bei ihnen die ostdeutsche Identität in den Jahren seit dem Mauerfall geschärft habe, erklärt er im Video.

Diese Datenvisualisierung ist Teil unserer Mauerfall-Reihe Die ersten 25 Jahre. Was halten Sie von dieser Visualisierung? Welcher Aspekt ist für Sie am wichtigsten? Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus? Diskutieren Sie mit! Und falls Sie auf Twitter mitreden möchten: Das Hashtag der Serie lautet #de25. Die englische Version unserer Visualisierung finden Sie hier: zeit.de/gesellschaft/germany-east-west-surveys.html