Mentoring-Programme Wie man aus Jungen Männer macht

Mentoringprogramme, die Jungen in den schwierigen Jahren begleiten, sind in den USA seit Jahren bekannt. Nun startet das Projekt "Boys to Men" auch in Deutschland.

Trommeln und Tanzen. Männer während eines Indianer-Spiels beim Abenteuerwochenende von "Boys to Men"

Trommeln und Tanzen. Männer während eines Indianer-Spiels beim Abenteuerwochenende von "Boys to Men"

Der 15-jährige Paul tastet sich bis zur äußersten Kante einer Tischtennisplatte vor. Er weiß nicht, wo er ist. Er weiß nur, dass er sich jetzt nach hinten fallen lassen soll. Erst als zehn Männer ihm durch lautes Rufen bestätigen, dass sie da sind, unten am Tischtennisplatten-Abgrund, lässt er sich rücklings in ihre Hände fallen. Die Übung nennt sich "Vertrauensfall". Darum geht es am Abenteuer-Wochenende des Projekts Boys To Men: um Vertrauen und Zusammenhalt. Und es geht um den Weg ins Erwachsenenleben. 

Boys To Men ist ein Mentoringprogramm nach amerikanischem Vorbild. Jungs im Alter von 12 bis 17 Jahren bekommen einen erwachsenen Mann als Mentor an die Seite gestellt. Um sich näher kennenzulernen, durchleben sie ein gemeinsames Wochenende in der Natur. Seit 13 Jahren gibt es die Initiative bereits in den USA. Jüngst kamen Projekte in Kanada, Belgien und Südafrika dazu, die sich in der Regel durch Sponsoring finanzieren. Jetzt erreicht sie Deutschland.

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"Mentoringprogramme sprießen hier gerade wie Pilze aus dem Boden", erklärt Sibylle Walter vom Tübinger Institut für regionale Innovation und Sozialforschung (Iris e.V.). Sie forscht über Übergangsstadien junger Erwachsener. "Es gibt viele Vorteile, wie eine individuelle, exklusive Begleitung. Der positive Effekt für Jugendliche kann nicht hoch genug geschätzt werden. Schwierig wird es dann, wenn keine ausreichende professionelle Begleitung dahinter steht. Wenn die Mentoren mit den Problemen der Jugendlichen überfordert sind."

Boys To Men erwuchs aus dem Dunstkreis einer frei organisierten Gruppe von Männern, die sich Mankind Projekt nennt, weist aber eine eigenständige Organisationsstruktur auf. Mitglieder dieser Gruppe verpflichten sich auf Werte wie Integrität und Verantwortung. Boys To Men gilt als ideologisch unabhängig. Jeder Mann kann Mentor werden. Die Männer, die die Mentoren im Boys to Men-Projekt stellen, stammen aus allen Schichten, sind normale, engagierte Erwachsene, die eine knapp einjährige Schulung mitgemacht haben. Sie sind aber keine ausgebildeten Psychologen oder Pädagogen.

Stefan Hermann weiß um die Gefahren. Der hauptamtliche Mitarbeiter von Boys To Men, der zuvor als Business Coach und Yoga-Lehrer gearbeitet hat, hat schon die Gründung des Projektes in den USA und Südafrika begleitet. Jetzt unterstützt er auch das deutsche Vorhaben: "Wir machen hier keine therapeutische Arbeit. Das können wir auch gar nicht. Wenn wir etwas von Missbrauchsfällen erfahren, egal welcher Art, werden wir natürlich sofort die entsprechenden Stellen informieren."

Mentoringprogramme stehen derzeit vor einer besonderen Herausforderung. Sie müssen um Vertrauen werben. Eltern fällt es schwer, ihre Söhne einer Gruppe völlig fremder Männer in einem einsamen Wald anzuvertrauen – gerade jetzt, wo das Ausmaß der Übergriffe an Privatschulen und kirchlichen Einrichtungen publik wird. Zu dem Abenteuerwochenende kamen nur vier der 15 erwarteten Jungen. "Wir wissen um die Ängste und tun alles um die Jungs in ein möglichst sicheres Umfeld zu bringen", sagt Hermann. Kein Mann ist auf dem Gelände, ohne vorher ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt zu haben. Laut Hermann tauschen sich die Männer ständig aus, die Selbstüberwachung innerhalb der Gruppe sei hoch. Auch die Jungen würden angehalten, alles zu berichten, was ihnen seltsam vorkommt.

Die Arbeit von Boys to Men wird von Überlieferungen und Initiationsriten der Naturvölker inspiriert. Jeder Junge wurde dort in seinem Reifungsprozess vom Jüngling zum verantwortungsbewussten Mann durch die Stammesältesten begleitet. Solche Bräuche werden beim Start des Mentoringprogramms, während des Abenteuerwochenendes genutzt. Dabei werden Masken, Tiersymbole und Trommeln eingesetzt und zum Abschluss schwitzen alle gemeinsam in der sogenannten Schwitzhütte, eine Art provisorische Sauna. Die Jungs sollen dadurch Vertrauen zu den Männern aufbauen, die später ihre Mentoren werden. Die Rituale sollen ihnen auch Halt geben. Und sie sollen sich selbst dadurch kennenlernen.

Leser-Kommentare
  1. Wer von seinen Eltern gezwungen wird, an so einem psychologistischen Schwachsinn teilzunehmen, hat mein vollstes Mitleid.

    Erwachsenwerden durch Rückwärts-von-Tischtennisplatte fallen? Ja ne, is klar.

  2. ich vermute mal, den nachbarsjungen auf die omme hauen, kaugummi klauen und die antennen von bonzenschlitten abbrechen, karnickel und schafe mit steinen beschmeißen und popelgröße und schwanzlänge vergleichen ist heutzutage kein angemessener weg ins erwachsenenleben mehr.

    heute muss sowas wohl gleich therapiert werden.

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    wenn das Dein Weg ins Erwachsensein ist, dann hilft wahrhaft nur noch Therapie.
    Danke für Deine Einsicht.

    wenn das Dein Weg ins Erwachsensein ist, dann hilft wahrhaft nur noch Therapie.
    Danke für Deine Einsicht.

  3. In Erziehungsfragen sucht die ZEIT offenbar den Anschluß an das Bewährte und präsentiert uns eine im neubürgerlichen Sinne bereinigte Variante eines Konzeptes, das bereits einmal eine Blütezeit in jenen Jahren erlebte, als in Deutschland mit dem Ausbau des Autobahnnetzes begonnen wurde.
    Dennis Sand, Student der Hamburg Media School, verweist im Zusammenhang mit dem „Mankind Projekt“ auf weitere Unternehmungen dieser Art, die sich durch Sponsoring finanzieren, ohne den Leser auch nur im Ansatz über die Geldgeber und deren eigentliche Absichten zu informieren. Auch über Formen und Inhalte der einjährigen Schulungen der Mentoren erfährt der Leser nichts.
    Dennis Sand schreibt Sätze wie:
    „Männer beriefen sich auf ihre Wurzeln und liefen gruppenweise in die Wälder“ und „Die Macher von Boys to Men führen die aktuelle Krise der Männer auf den Verlust der Sicherheit in unserer Wohlstandsgesellschaft zurück. Sowohl der 11. September als auch die jüngste Finanzkrise zeigten, daß der Mensch in seiner Existenz durch irrationale Bedrohungen gefährdet sei.“
    Dazu bleibt festzustellen, daß es im Weltmaßstab nirgendwo so sicher sein dürfte wie in den Wohlstandsgesellschaften. Durch die Finanzkrise ist vielleicht die Stabilität unserer Währung bedroht, aber nicht unsere Existenz. Schlußendlich dürften die Wurzeln der meisten Männer in den industrialisierten Ländern kaum im Wald zu finden sein.

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    wie man in Griechenland ja jeden Tag sehen kann.

    wie man in Griechenland ja jeden Tag sehen kann.

  4. Ich glaube es war Hemingway, der eine Kurzgeschichte ('Das kurze aber glueckliche Leben des Francis Macomber') darueber geschrieben hat, wie eine Frau ihrem reichen amerikanischen Sunnyboy die Hoerner aufsetzt, weil sie auf einer Afrika-Safari den echten Kerl, der in der Wildnis mit Loewen klarkommt und kein Sportplatz-Held ist, sehr viel attraktiver findet.

    Ist zwar lobenswert, dass auch mal fuer Maenner was getan wird. Die jetzt zwischen 25 und 45 jaehrigen hat man ja mit Feminismus kaputt machen wollen, und das sind entweder reine Zyniker oder Gebrochene geworden - oder sie sind laengst ausgewandert.
    Aber ist doch insgesamt laecherlich, die Maenner und ueberhaupt die gesamte Welt nach den Wuenschen lebenslang pubertierender Frauen gestalten zu wollen. Nee, Leute: Omnia, Castora, emis, sid hic quidomnia vendas.

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    ....hat die - also anscheinend ziemlich schwachen und widerstandslosen - Männer gebrochen.

    ich versuche, Ihrer Logik zu folgen:
    Frauen, die sich nicht unterwerfen wollen, machen Männer zu Zynikern und gebrochenen. Männer benötigen also zur Stärkung ihres Egos und ihrer Menschenfreundlichkeit unterwürfige Frauen?
    aaaaaa. Ich habs mir ja fast immer gedacht.

    Falsch, Schneewitzchen: Voraussetzung fuer eine gerechte 'Befreiung' der Frauen ist die Einsicht der Frauen in die Tatsache, dass beiden Geschlechtern aus ihrer Geschlechtszugehoerigkeit nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile erwachsen: Maenner trugen und tragen die Last des Ernaehrers, die sich in Maennerbuenden in Hierarchien einordnen und um der Frauen und Kinder willen ihr Leben riskieren mussten und keineswegs so frei waren, wie die Feministinnen meinen (was sie vermtl. erst langsam erkennen, wenn sie nicht mehr jung sind und im Berufsleben stehen) UND die Last der Werbungsschuld. Frauen hatten die Last des ungewollten Empfaengnis-Risikos, die sie nur ausschliessen konnten, wenn sie ein beschraenktes Aktionsfeld und Treue gegeueber einem Mann akzeptierten. Das war fuer beide einschraenkend, aber eine faire Gleichverteilung der Lasten.

    Durch die Pille ist fuer Frauen fast jede geschlechtsspezifische Last abgenommen worden, den Maennern keineswegs. Eine Frau hat es also heute bei gleichen Grundbedingungen von vorne herein in allem nur leichter als ein Mann, ist also um vieles staerker - selbst ohne feministische Politik. Die Frauen haetten die ethische Verpflichtung, diesem Umstand von selbst in Freiheit Rechnung zu tragen, und DAVON ist nur in Ausnahmefaellen etwas zu spueren. Wegen dieser Unfairness gibt es Krach - und der hat tragische Konsequenzen, unter anderem die Vernichtung der 'cash cow'. Bin mal gespannt, wann die Frauen das kapieren.

    ....hat die - also anscheinend ziemlich schwachen und widerstandslosen - Männer gebrochen.

    ich versuche, Ihrer Logik zu folgen:
    Frauen, die sich nicht unterwerfen wollen, machen Männer zu Zynikern und gebrochenen. Männer benötigen also zur Stärkung ihres Egos und ihrer Menschenfreundlichkeit unterwürfige Frauen?
    aaaaaa. Ich habs mir ja fast immer gedacht.

    Falsch, Schneewitzchen: Voraussetzung fuer eine gerechte 'Befreiung' der Frauen ist die Einsicht der Frauen in die Tatsache, dass beiden Geschlechtern aus ihrer Geschlechtszugehoerigkeit nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile erwachsen: Maenner trugen und tragen die Last des Ernaehrers, die sich in Maennerbuenden in Hierarchien einordnen und um der Frauen und Kinder willen ihr Leben riskieren mussten und keineswegs so frei waren, wie die Feministinnen meinen (was sie vermtl. erst langsam erkennen, wenn sie nicht mehr jung sind und im Berufsleben stehen) UND die Last der Werbungsschuld. Frauen hatten die Last des ungewollten Empfaengnis-Risikos, die sie nur ausschliessen konnten, wenn sie ein beschraenktes Aktionsfeld und Treue gegeueber einem Mann akzeptierten. Das war fuer beide einschraenkend, aber eine faire Gleichverteilung der Lasten.

    Durch die Pille ist fuer Frauen fast jede geschlechtsspezifische Last abgenommen worden, den Maennern keineswegs. Eine Frau hat es also heute bei gleichen Grundbedingungen von vorne herein in allem nur leichter als ein Mann, ist also um vieles staerker - selbst ohne feministische Politik. Die Frauen haetten die ethische Verpflichtung, diesem Umstand von selbst in Freiheit Rechnung zu tragen, und DAVON ist nur in Ausnahmefaellen etwas zu spueren. Wegen dieser Unfairness gibt es Krach - und der hat tragische Konsequenzen, unter anderem die Vernichtung der 'cash cow'. Bin mal gespannt, wann die Frauen das kapieren.

  5. Initiationsrituale in der Natur gibt es in vielen Kulturen -aber sie haben meiner Meinung nach nur Sinn, wenn sie in ein spirituelles Ganzes eingebunden sind. Ob und wie das im gezeigten Beispiel geschieht, bleibt unklar und wird nicht vermittelt. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn gereifte und in ihrer Persönlichkeit gefestigte Männer sich um pubertierende Jungs kümmern, denn viele Bengels sind zwischen Hormonachterbahnfahrten, Pornoflut, Alkohomissbrauch, planlosen Vätern, überbeschützenden Müttern, schulischem Leistungsdruck und mangelndem Verständnis oft orientierungslos und überfordert. Was eigentlich Erziehende leisten sollten in Familie, Kiga und Schule - Angebote zu einer sozial verträglichen und brauchbaren Rollendefinition - bleibt für Jungen derzeit häufig auf der Strecke. Die geschilderte Mentoringidee versucht vermutlich genau da anzusetzen.

  6. Hatten wir nicht schon mal eine Organisation die auf Jungen Männern machen wollte mit viel erleben, und Waldaufenthalten, aber blos ohne Proffesionelle Ausbilder ?

    War da nicht um 1930 so was wo man ein echter man werden konnte ?

    Hat und die Geschichte nicht geleht das man Ausbildung Statlich überwachen sollteund dafür Proffesionelle Kräfte einsetzen sollte und nicht auf Freiwillege vertrauen ?

    Naja aber jetzt hat es einen amerikanischen Namen das ist ja schon viel besser , und es kommt aus Amerika also noch mal viel besser.
    Und wird von ehealigen Joga Lehrern geleitet da die ja auch so viel über Kindererziehung wissen.

    "Die Männer, die die Mentoren im Boys to Men-Projekt stellen, stammen aus allen Schichten, sind normale, engagierte Erwachsene, die eine knapp einjährige Schulung mitgemacht haben. Sie sind aber keine ausgebildete Psychologen oder Pädagogen."

    Warum auch sollte man Ausgebildete Leute einsetze die Geld kosten. Lieber einiege Erwachsene die mit Minimaler Schulung den Job doch viel besser und frei von irgentwelchen Hintergedanken tun können.

    Warum bilden wir eigentlich überhaupt Lehrer aus? und warum müssen die Pädagogisch ausgebildet werden ? Lieer einfach ein paar normale ERwachsene ein die Schule zu den Kinder schiken und gucken was rauskomt.

    USA seit 17 Jahren? Jugentliche 14-16? 2-4 jahre zum erwachsen werden 8 Jahre Bush 5 Jahre um al Project anzulaufen.... hmmm deshalb also die Harten Us Boys im Militär.
    !! [ SATIERE ] !!

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    ich bewundere Deinen Mut einen derart geschriebenen Kommentar in die Öffentlichkeit zu bringen.
    Offensichtlich meinst Du es ernst mit dem Einsparen von Pädagogen: diesmal war's wohl der Deutsch Lehrer.

    ich bewundere Deinen Mut einen derart geschriebenen Kommentar in die Öffentlichkeit zu bringen.
    Offensichtlich meinst Du es ernst mit dem Einsparen von Pädagogen: diesmal war's wohl der Deutsch Lehrer.

  7. Entfernt, bitte bleiben Sie sachlich. Die redaktion /ft

  8. ....hat die - also anscheinend ziemlich schwachen und widerstandslosen - Männer gebrochen.

    ich versuche, Ihrer Logik zu folgen:
    Frauen, die sich nicht unterwerfen wollen, machen Männer zu Zynikern und gebrochenen. Männer benötigen also zur Stärkung ihres Egos und ihrer Menschenfreundlichkeit unterwürfige Frauen?
    aaaaaa. Ich habs mir ja fast immer gedacht.

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