Schutzfaktoren für das Leben danach
Die zwei großen amerikanischen Studien, die ich am Anfang erwähnt habe, haben für die Kinder, die ihre Trennung erfolgreich verarbeiten konnten (es war, wie gesagt, die große Mehrheit) folgende "Schutzfaktoren" herausgefunden:
• Eltern müssen ihren Kindern nach der Trennung auf jeden Fall weiterhin verlässliche Eltern bleiben, auf deren Fürsorge und Schutz die Kinder, egal, was passiert, rechnen können. Das erfordert von beiden Eltern Planungsfähigkeit, Selbstdisziplin und Anpassungsfähigkeit an die neue Situation.
• Diejenigen Eltern, die nach der Trennung vom jeweiligen Partner selbst psychisch geschwächt sind, sollten soziale Unterstützung von Außen oder therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie mit der neuen Situation (noch) nicht angemessen umgehen können.
• Die Eltern sollten möglichst rasch eine verlässliche Alltagsstruktur aufbauen, in der sich das Kind sicher aufgehoben fühlt.
• Eltern müssen sich vor ihren Kindern nicht übertrieben harmonisch zeigen, die Kinder würden sich sonst fragen, warum sie sich eigentlich getrennt haben. Offener Streit und gegenseitige Beschimpfungen vor den Kindern sollten aber unterbleiben.
• Eltern, die sich getrennt haben, sollten ihre Kinder nicht aus falsch verstandenem Schuldgefühl über die Maßen verwöhnen, was ihnen nur kurzfristig Sicherheit verspricht, sondern sie konsequent und verantwortlich für sich und andere erziehen. Sie bleiben Kinder und werden durch die Trennung nicht zu Partnern.
• Der Blick der Eltern sollte in die Zukunft gerichtet sein und nicht über die Maßen am "Ex" kleben. Dies ist in Hinsicht auf ihre eigene Beziehungsfähigkeit ebenso wichtig wie für die spätere Beziehungsfähigkeit ihrer Kinder.
• Dass Eltern trotz der Trennung kooperativ miteinander umgehen und dem Kind das Gefühl geben, weiterhin gemeinsam für es da zu sein, ist wahrscheinlich der wichtigste Schutzfaktor für das Kind.

Das Elternbuch
Claus Koch ist Diplom-Psychologe und veröffentlicht Texte zur Psychoanalyse und Psychosomatik und zu den Themen Kindheit und Gesellschaft. Einen ausführlichen Beitrag von Claus Koch zu diesem Thema finden Sie in "ElternBuch", Claus Koch, Sabine Andresen, Micha Brumlik (Hg.), Beltz
- Datum 04.06.2010 - 12:16 Uhr
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"Für diese Angst gibt es einen einfachen Grund: Kinder wollen einfach nicht, dass ihre Eltern sich trennen. Sie wollen, dass ihre Eltern zusammenbleiben, möglichst lange, und aus kindlicher Perspektive am besten: ein Leben lang.
Das Gegenteil zu behaupten ist falsch."
Nein.
gez. ein Scheidungskind
Für eine überwiegende Mehrzahl aller Kinder gilt der Satz aber dennoch. Wenn Sie aus biographischen Gründen glücklich über die Trennung Ihrer Eltern waren - meine Güte, welche Zustände. Der Problemfall ist aber nicht der Regelfall.
Für eine überwiegende Mehrzahl aller Kinder gilt der Satz aber dennoch. Wenn Sie aus biographischen Gründen glücklich über die Trennung Ihrer Eltern waren - meine Güte, welche Zustände. Der Problemfall ist aber nicht der Regelfall.
Für eine überwiegende Mehrzahl aller Kinder gilt der Satz aber dennoch. Wenn Sie aus biographischen Gründen glücklich über die Trennung Ihrer Eltern waren - meine Güte, welche Zustände. Der Problemfall ist aber nicht der Regelfall.
"Für diese Angst gibt es einen einfachen Grund: Kinder wollen einfach nicht, dass ihre Eltern sich trennen. Sie wollen, dass ihre Eltern zusammenbleiben, möglichst lange, und aus kindlicher Perspektive am besten: ein Leben lang.
Das Gegenteil zu behaupten ist falsch."
Es ist nicht falsch.
gez. ein weiteres Scheidungskind
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Meine Eltern haben sich getrennt als ich 13 war. Natürlich war man eine gewisse Zeit traurig darüber. Ich habe aber sehr schnell verstanden, dass es viel besser ist, getrennte anstatt streitende Eltern zu haben. Heute mit 23 kann ich reflektieren und weiß, dass ich nicht über die Trennung, sondern über die kleinen Streitereien im Vorfeld traurig war.
Mir ist aber auch bewusst, dass es lang nicht immer so locker läuft wie bei meinen Eltern. Sie sind heute noch befreundet, um mich gab es nie Streit. Auch, weil Sie weiterhin im selber Ort wohnen und ich immer mal hier, mal dort sein konnte.
Wenn Sie 13 waren haben Sie aber schon eine ganz andere Situation und haben auch ein gewisses Problembewußtsein. Sie waren bereits in der Lage, zu verstehen, dass es nichts bringt wenn Ihre Eltern zusammenbleiben, vielleicht auch, weil Ihre Eltern in Ihrer Gegenwart gestritten haben, was ebenfalls unangenehm ist.
Sie konnten so bereits zwischen "zwei Übeln" wählen. Und in so einem Fall ist die Trennung der Eltern das "kleinere Übel".
Ich gehe aber davon aus, dass Sie mit 2, 3 und auch mit 6 oder 7 Jahren noch weitaus weniger mit einer Trennung Ihrer Eltern einverstanden gewesen wären. Insofern hat der Autor recht.
Wenn die Eltern, die sich scheiden lassen, in der Lage wären, alle Ratschläge die hier gegeben werden zu beherzigen, d. h. wenn sie die Reife hätten, sich zu verhalten, wie hier ans Herz gelegt wird, würden wahrscheinlich 90% der Scheidungen nicht mehr stattfinden. Denn die Eltern wären in der Lage, ihren Egoismus zu überwinden und wären keine großgewachsenen, verwöhnten Rotznasen mehr, die beim ersten Problem mit dem Partner um jeden Preis recht haben wollen sondern könnten aus Liebe zu einem anderen ihr eigenes Ego etwas reduzieren und die materiellen Versuchungen im Leben an die dritte Position, nach Partner und Kindern, stellen. Es wären Eltern.
Wenn Sie 13 waren haben Sie aber schon eine ganz andere Situation und haben auch ein gewisses Problembewußtsein. Sie waren bereits in der Lage, zu verstehen, dass es nichts bringt wenn Ihre Eltern zusammenbleiben, vielleicht auch, weil Ihre Eltern in Ihrer Gegenwart gestritten haben, was ebenfalls unangenehm ist.
Sie konnten so bereits zwischen "zwei Übeln" wählen. Und in so einem Fall ist die Trennung der Eltern das "kleinere Übel".
Ich gehe aber davon aus, dass Sie mit 2, 3 und auch mit 6 oder 7 Jahren noch weitaus weniger mit einer Trennung Ihrer Eltern einverstanden gewesen wären. Insofern hat der Autor recht.
Wenn die Eltern, die sich scheiden lassen, in der Lage wären, alle Ratschläge die hier gegeben werden zu beherzigen, d. h. wenn sie die Reife hätten, sich zu verhalten, wie hier ans Herz gelegt wird, würden wahrscheinlich 90% der Scheidungen nicht mehr stattfinden. Denn die Eltern wären in der Lage, ihren Egoismus zu überwinden und wären keine großgewachsenen, verwöhnten Rotznasen mehr, die beim ersten Problem mit dem Partner um jeden Preis recht haben wollen sondern könnten aus Liebe zu einem anderen ihr eigenes Ego etwas reduzieren und die materiellen Versuchungen im Leben an die dritte Position, nach Partner und Kindern, stellen. Es wären Eltern.
Ich war damals zwar schon 17 aber mit der Scheidung voll und ganz einverstanden. Und es ging nicht darum, dass wir es schlimm gehabt hätten zu Hause, aber es hat halt keinen Sin, eine Beziehung aufrecht zu erhalten und damit unglücklich zu leben.
Grüsse
Ja, freilich, es stimmt für die meisten Scheidungskinder. Es wär schön, dass auch so zu schreiben, sonst klingt es schon arg dogmatisch. Meine Geschwister litten unter der Scheidung, ich war froh, dass das Gezeter endlich ein Ende fand.
....bin ich auch über diese Formulierung gestolpert, finde sie aber nicht ganz so wichtig. Ich habe eher das Gefühl, dass von erwachsener Seite in die Kinder zuviel hineininterpretiert wird.
Also klar ist es für das Kind meist schlimm, wenn die Familie zerbricht, das will ich mal so stehen lassen. Aber ich denke, es fühlen sich viel weniger Kinder daran schuldig, als gemeinhin angenommen wird. Ich halte das für einen weit überschätzten Mythos.
was ich aber bestätigen kann, ist, dass es wichtig ist, dass die Eltern dem Kind auch nach der Trennung noch vermitteln, dass sie respekt voreinander haben und sich nicht gegenseitig schlecht machen. Denn sowas kann wirklich extrem verunsichern und man hat ein schlechtes Bild von seinen Eltern.
Also dann, schöne Grüße....
...altbekannte Weisheiten: Deren Befolgung den Eltern in einer Scheidungssituation in den wenigsten Fällen gelingt - insbesondere kurz danach. Nicht Rechtsanwälte sollten im Scheidungsfall die wichtigsten Ansprechpartner sein sondern Familientherapeuten - vor dem Krieg!
Die Behauptung, dass Scheidungskinder genauso "erfolgreich" seinen wie Kinder aus "glücklichen" Familien" ist schon starker Tobak.
Da sollen wohl die Scheidungseltern aus der Schusslinie gebracht werden...
Da ich in der Generation der Scheidungskinder aufgewachsen bin, kann ich zu den Kindern, denen das angetan wird, nur sagen: arme, arme Kinder.
Diese Kinder sind, so wie ich sie kennen gelernt habe, höchst labil, haben ein großes Selbstbewusstsein aber kein Selbstvertrauen. Meist fehlt der Vater sehr, gerade bei den Jungs.
Scheidungskinder sind nervös und unsicher, ihnen fehlt einfach die Familie als sicherer Hafen.
Sehr viele haben ein starkes Geltungsbedürfnis und gehen deshalb auf die Bühne wie Lena Meyer-Landrut, Bushido...
Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/mk
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