Die Männerbewegung ist nicht neu. Schon in den siebziger Jahren formierte sie sich. Damals gab es allerdings nur zwei Pole – die profeministischen Männer, die nun am eigenen Rollenbild basteln wollten und die fast misogynen Männer, die Maskulinisten.

In den letzten Jahren ist wieder neuer Schwung in die Männerbewegung gekommen und sie ist unübersichtlicher geworden. Ein Zweig der Bewegung engagiert sich zum Beispiel dafür, die Position der Väter zu stärken. Denn gerade im Trennungsfall wird meistens Müttern das Sorgerecht zugesprochen, den Vätern wird teilweise sogar das Besuchsrecht untersagt. Gegen diese Tendenz kämpfen die Vätergruppen der Männerbewegung zu Recht.

Einen ganz anderen Zweig der Männerbewegung hat Thomas Gesterkamp kritisch untersucht. Der promovierte Politikwissenschaftler und Journalist hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zu Denkfiguren und Akteuren der sogenannten Männerrechtler verfasst.

Geschlechterkampf von rechts lautet der Titel der Expertise, die heute Abend vorgestellt wird. Kaum im Internet veröffentlicht, gab es lauten Protest. Denn Gesterkamp behauptet, dass einige Akteure der Männerrechtler in bedenklicher Nähe zu rechtsextremen Gedankengut stünden.

Diese Männer würden laut Gersterkamp Gleichstellungspolitik nicht nur in Gänze ablehnen, sondern postulieren, dass Gender Mainstreaming und andere Ansätze den Männerhass zur Ideologie machten und Männer systematisch benachteiligten. Wie Gesterkamp in seiner Expertise schreibt, gehe es diesen Männerrechtlern darum, die Gleichstellung rückgängig zu machen.

Interessanterweise verwenden die Männerrechtler dabei Begriffe, die eigentlich aus der Frauenbewegung bekannt sind. Geschlechterdemokratie oder Befreiung werden in einen konservativen Kontext gestellt. Auch die Geschlechterforscherin Ilse Lenz meint dazu, die Antifeministen würden die Rhetorik der Gleichheit für sich verwenden. Beispiele für diese Rhetorik findet man schon seit einigen Jahren nicht nur in den zahlreich vorhandenen Blogs der Szene, sondern auch in Zeitungen und Zeitschriften, wie der Frankfurter Allgemeine Zeitung oder dem Focus.