Sexueller Missbrauch an Schulen Wie rede ich mit Kindern über Missbrauch?Seite 2/2
Zuletzt sollte jedem bewusst sein, dass sexueller Missbrauch im öffentlichen Raum eine viel geringere Bedeutung hat als der intrafamiliäre. In Familiengesprächen mit Kindern und Jugendlichen über die Vorfälle an Internatsschulen, Kirchen und anderen Institutionen sollte dies deshalb betont werden, um nicht unnötiges Misstrauen zu schüren. Es wäre fatal, wenn die Reputation der überwiegend gut und engagiert arbeitenden Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe unnötig leiden würde.
Gespräche über den Missbrauch in der Familie gehören sowieso nicht an den heimischen Abendtisch sondern primär in professionelle Hände.
Jeder kann sich individuelle Hilfe bei den örtlichen Erziehungs- und Familienberatungsstellen holen, die in der Regel im Umgang mit der Thematik gut vertraut sind. Eltern können sich dort auch individuell über die Verständnismöglichkeiten und die moralische Entwicklungsstufe des Kindes beraten lassen.
Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, von den Beratern Unterstützung für ein Klassengespräch zu finden. Die Verantwortung für einen guten Ausgang von Gesprächen mit Kindern oder Jugendlichen zum heiklen Thema sexueller Missbrauch zu übernehmen heißt zuallererst, die eigenen Grenzen zu sehen.
- Datum 03.05.2010 - 15:54 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Gespräche über den Missbrauch in der Familie gehören sowieso nicht an den heimischen Abendtisch sondern primär in professionelle Hände."
Warum?
Kann und sollte ich nicht als Mutter mit dem Kind auch über möglichen Missbrauch innerhalb der Familie reden? Onkel, Großeltern, ... ? Ist das nicht gerade auch wichtig? Ich meine, den eigenen Mann als möglichen Täter hinzustellen, kann ich mir jetzt auch nicht vorstellen. Das geht mir auch etwas zu weit. Aber ist nicht das Ausblenden dieser Möglichkeit nicht gerade das Gefährliche? Das was die Mütter blind macht? Ist es nicht gerade wichtig, wenigstens irgendwie deutlich zu machen, das man auch der Möglichkeit des Missbrauchs in der Familie gegenüber offen steht? Dass man auch dann noch zu seinem Kind halten würde und ihm helfen würde?
Ich meine, so ein Gespräch ist doch erst mal vorbeugend gedacht, wenn ich das richtig verstanden hab. Damit das Kind weiß, wohin es sich wenden kann. Wie es reagieren kann. Was es für Rechte hat.
Man kann dem Kind ja wenigstens sagen, wie es überhaupt an profesionelle Hilfe kommt. Das weiß es doch auch nicht von alleine... und mich drauf verlassen, dass irgendein Jugendhilfetyp oder Lehrer im Notfall schon was merken würde, das würde ich auch nicht.
Ich denke familiärer Missbrauch gehört genauso wenig verschwiegen wie alles andere. Überall sonst nicht und zu Hause auch nicht.
Nach dem Themenabend bei ARTE heute, könnte ich mir vorstellen, dass Missbrauch von Kindern in Familien auch das nächste große Thema hier sein wird. Mal sehen, wie einige Kommentatoren ihren Hass ablassen werden, Lehrer und die katholische Kirche fallen da ja raus, denn da geht´s dann ans Eingemachte - die Familie.
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