Geburtenrate "Ein kinderloser Regierungschef wäre in den USA undenkbar"

Warum werden hierzulande so wenig Kinder geboren? Das haben ZEIT-ONLINE-Leser leidenschaftlich diskutiert. Ihre Thesen haben wir nun einem Experten vorgelegt.

Die kinderlose Kanzlerin (hier mit Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit): ein Signal an die Gesellschaft?

Die kinderlose Kanzlerin (hier mit Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit): ein Signal an die Gesellschaft?

In Deutschland werden so wenige Kinder geboren wie in keinem anderen europäischen Land. Warum? ZEIT-ONLINE-Leser diskutierten die Meldung über den Geburtenrückgang in mehr als 500 Kommentaren. Einige der dort formulierten Thesen haben wir den Sozialwissenschaftler Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung kommentieren lassen.

These: Die Kinderlosigkeit hat finanzielle Gründe: Nachwuchs bekommen rechnet sich nicht.

Steffen Kröhnert: Da ist etwas dran. In Deutschland bedeuten Kinder Wohlstandsverlust. Weil es noch immer nicht flächendeckend möglich ist, eine gute ganztägige Betreuung zu bekommen, muss ein Elternteil die Erwerbstätigkeit reduzieren oder ganz aufgeben. Heute ist es eher normal, dass man durch Arbeitsreduzierung Kompromisse eingeht, als komplett den Beruf aufzugeben.

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Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Qualifikationen und das Lohnniveau von Frauen heute viel höher sind, als noch vor 20 bis 30 Jahren. Dadurch müssen sie mit viel höheren Opportunitätskosten rechnen, also dem Einkommen, das ihnen entgeht, wenn sie sich für das Kind entscheiden. Zudem sorgen Kinder natürlich auch für zusätzliche Kosten, man hat es also nicht nur mit Verzichtskosten, sondern auch mit direkten Kosten zu tun. Dieser Wohlstandsverlust ist auf jeden Fall ein Grund dafür, dass Paare sich gegen Kinder entscheiden.

These: Frankreich macht es besser, deshalb ist die Geburtenrate dort Europas höchste.

Steffen Kröhnert: In Frankreich ist die Entscheidung für Kinder mit weniger Verzicht verbunden. Dort gibt es die flächendeckende Kinderbetreuung vom ersten Lebensjahr an, wodurch kein Zwang gegeben ist, die Arbeitszeit zu reduzieren. Später werden Kinder dann in ganztägigen Kindergärten und Schulen gefördert. Hinzu kommen stärkere Steuerentlastungen für Paare mit Kindern. All dies führt zu geringerem Wohlstandsverlust in Frankreich. Ähnlich ist es in skandinavischen Ländern, die ja gerne als Referenz genannt werden.

These: Die Kinderlosigkeit ist ein Mentalitätsproblem: Deutsche Eltern wollen ihr Kind nicht ganztägig von Fremden erziehen lassen. Außerdem sind Deutsche zu sehr auf Planungssicherheit bedacht und weniger risikofreudig als andere.

Steffen Kröhnert: Es ist durchaus eine Frage von Mentalität, aber Einstellungen und Werte werden geprägt durch gesellschaftliche Bedingungen. Und in Deutschland haben diese Verhältnisse der hohen Opportunitätskosten für Kinder ihren Ursprung in den siebziger Jahren. Die Einstellung, Frauen verlören durch Kinder ihre Karrierechancen und Möglichkeiten, im öffentlichen Raum aktiv zu werden, hat zusätzlich dafür gesorgt, dass der kulturelle Wert von Kindern in Deutschland stärker als in anderen Ländern zurückgegangen ist. Die soziale Bedeutung des Kinderhabens mag in anderen Ländern höher sein, aber das liegt natürlich nicht in den Genen der Völker, sondern ist auf gesellschaftliche Bedingungen zurückzuführen.

These: Es ist nicht die Aufgabe des Staates, die Geburtenrate zu regulieren. Eine politische Steuerung muss daher zwangsläufig scheitern.

Steffen Kröhnert: Zu sagen, der Staat hat zu steuern, ist sehr normativ. Helmut Schmidt sagte ja in den siebziger Jahren, es stünde dem Staat nicht zu, die Geburtenzahl seiner Bevölkerung beeinflussen zu wollen, eine bis heute existierende links-liberale Prämisse. Man darf allerdings nicht vergessen, dass der Staat auch durch Nichthandeln und Nichtentscheiden direkten Einfluss ausübt, wie es an der deutschen Demografiepolitik bestens deutlich wird, denn Deutschland hat über viele Jahrzehnte nichts getan.

These: Gerechter und effektiver als eine "Herdprämie" wäre eine Rentengarantie für Mütter, die zu Hause bleiben.

Steffen Kröhnert: Aus meiner Sicht ist die Diskussion um die Rente ohnehin schon oft populistisch, das wird in Verbindung mit der Kinderfrage erst recht deutlich. Der Punkt ist nicht wesentlich, wenn Menschen sich in jungen Jahren für oder gegen Kinder entscheiden. In einem idealen Staat gäbe es eine flächendeckende Kinderbetreuung vom ersten Lebensjahr des Kindes, tagsüber müssen beide Elternteile die Möglichkeit haben, erwerbstätig zu sein. Das wäre gemeinsam mit Steuerentlastungen aus ökonomischer Perspektive entscheidend. Überlegungen zu Rente und Erziehungsboni spielen da im Vergleich kaum eine Rolle.

Allerdings gibt es auch eine ideelle Form, um Einfluss zu nehmen, indem nämlich Kinderhaben öffentlich diskutiert wird. Etwas, das wir in Deutschland lange Zeit überhaupt nicht hatten. Unsere gegenwärtige Kanzlerin hat keine Kinder, Schröder hatte lange Zeit keine. Kinder sind in Deutschland keine soziale Positionierung. In den USA oder der Türkei wäre ein kinderloser Regierungschef völlig undenkbar. Hohe Positionen sind dort mit Kindern viel leichter zu erreichen, aus deutscher Sicht ein Paradoxon.

Leser-Kommentare
    • TDU
    • 04.08.2010 um 17:26 Uhr

    Liberale Eltern wissen, dass nur das gewünschte Kind heraus kommt, wenn autoritär bis [...] eingesetzt wird.

    Bei den Kinderlosen, deren Meinung ich höre und lese, habe ich das Gefühl, sie seien der Auffassung, Knopfdruck genügt, dann kommt das gewünschte Produkt. Kommt das nicht, hat einer einen Fehler gemacht.

    Genauso ist der Umgang mit Gesellschaft. Manchmal lassen Kinderlose auch das Gespür für Verantworung für den Schwachen vermissen. Der Deutsche kauft erst eine Bahnsteigkarte vor Revolution wird ja tatsächlich ernst genommen.

    Nichts gegen Kinderlose. Keiner muss Kinder haben. Aber der welche hat und nicht die gewaltsame Veränderung der Verhältnisse will, hat ein Grundverständnis für die Unwägbarkeiten des Daseins, welches Kinder symbolisieren. Hat die einer ohne Kinder auch, kann er von mir aus auch Präsident werden.

    Und das letze Statement glaube ich auch. Deutschland muss alles übertreiben, auch den Feminismus.

    [Gekürzt, bitte unterlassen Sie das Gutheißen von Gewalt. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    • TDU
    • 04.08.2010 um 19:12 Uhr

    Gutheissen? Ich will gar keine "gewünschten" Kinder. Mein Plädoyer galt genau dem Gegenteil. Aber hin wieder kann man sich ja auch missverstehen.

    • Hickey
    • 05.08.2010 um 8:52 Uhr

    Die Natur braucht Tiere und Pflanzen und wir brauchen die Natur um selbst zu überleben.

    Umweltschützer ohne Kinder haben mindestens dasselbe Verständnis für das Dasein :)

    • TDU
    • 04.08.2010 um 19:12 Uhr

    Gutheissen? Ich will gar keine "gewünschten" Kinder. Mein Plädoyer galt genau dem Gegenteil. Aber hin wieder kann man sich ja auch missverstehen.

    • Hickey
    • 05.08.2010 um 8:52 Uhr

    Die Natur braucht Tiere und Pflanzen und wir brauchen die Natur um selbst zu überleben.

    Umweltschützer ohne Kinder haben mindestens dasselbe Verständnis für das Dasein :)

  1. Ja, das letzte Statement ist schön zu lesen: "Feminismus frisst Kinder", den interessierten Leser mögen auch die letzten Kommentare bei

    http://www.zeit.de/gesell...

    zum Nachdenken anregen...

    (Presseberichterstattung in der ZEIT aus den 1970ern, wird Ihnen bekannt vorkommen)...

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    Warum krieg ich immer einen Föhn, wenn wegen alles und jedem die 68er herhalten müssen?

    Darf ich das mal so übersetzen, wie ich es verstehe, wenn man Feministinnen und 68er die Schuld daran gibt, dass die Geburtenrate sinkt?

    Frauen, bleibt gefälligst da wo Ihr hingehört, nämlich an den Herd und besinnt Euch auf das, was Euch biologisch angedacht wurde.

    Wieso schaffen es andere Länder auch, Frauen in tolle Jobs zu bringen und trotzdem Kinder zu kriegen? Ich erlebe Deutschland als eher kinderfeindliches Land. Wer schwanger wird, muss sich meist die Frage anhören, ob man sich das auch gut überlegt hätte. Es werden Prozesse geführt, um Kitas zu verhindern, da zu laut. Die Karriere einer Frau ist erst einmal ruiniert und eignet sich bestenfalls noch für eine Halbtagsstelle im Sekretäriat oder an der Kasse. Kurz, Kinder werden als Problem definiert und nicht als Bereicherung. Für mich sind Kinder eine Bereicherung. Ich habe meine Kinder nicht geplant, aber sie waren willkommen. Nach dem Motto, irgendwie kriegen wir das schon hin. Hätte ich allerdings meinen Verstand eingeschaltet und Kinder geplant, wäre ich wohl kinderlos geblieben. Zu viele Hürden, die sich einem auftun. Zumindest in Deutschland. Meine angelsächsische Verwandschaft hingegen kann gar nicht genug von Kindern kriegen. Da sind sie willkommen und werden als Bereicherung gesehen.

    Apropos, ich bin weder 68er, noch Feministin, sondern Baujahr 66 und ein Mann.

    Warum krieg ich immer einen Föhn, wenn wegen alles und jedem die 68er herhalten müssen?

    Darf ich das mal so übersetzen, wie ich es verstehe, wenn man Feministinnen und 68er die Schuld daran gibt, dass die Geburtenrate sinkt?

    Frauen, bleibt gefälligst da wo Ihr hingehört, nämlich an den Herd und besinnt Euch auf das, was Euch biologisch angedacht wurde.

    Wieso schaffen es andere Länder auch, Frauen in tolle Jobs zu bringen und trotzdem Kinder zu kriegen? Ich erlebe Deutschland als eher kinderfeindliches Land. Wer schwanger wird, muss sich meist die Frage anhören, ob man sich das auch gut überlegt hätte. Es werden Prozesse geführt, um Kitas zu verhindern, da zu laut. Die Karriere einer Frau ist erst einmal ruiniert und eignet sich bestenfalls noch für eine Halbtagsstelle im Sekretäriat oder an der Kasse. Kurz, Kinder werden als Problem definiert und nicht als Bereicherung. Für mich sind Kinder eine Bereicherung. Ich habe meine Kinder nicht geplant, aber sie waren willkommen. Nach dem Motto, irgendwie kriegen wir das schon hin. Hätte ich allerdings meinen Verstand eingeschaltet und Kinder geplant, wäre ich wohl kinderlos geblieben. Zu viele Hürden, die sich einem auftun. Zumindest in Deutschland. Meine angelsächsische Verwandschaft hingegen kann gar nicht genug von Kindern kriegen. Da sind sie willkommen und werden als Bereicherung gesehen.

    Apropos, ich bin weder 68er, noch Feministin, sondern Baujahr 66 und ein Mann.

  2. ... angehen. Letztlich kann man niemanden dazu zwingen, Kinder zu haben oder Kinder so wichtig zu finden, wie Politik und Medien das ständig tun. Man sollte den jungen Menschen einfach weniger Last und Probleme aufdrücken, für die sie nichts können.

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    • joG
    • 05.08.2010 um 5:55 Uhr

    ....dass gar nicht klar ist, ob es wünschenswert ist oder nicht Kinder zu haben. Immerhin scheinen die heutigen Welt Bevölkerungszahlen unsere Umwelt so zu belasten, dass wir strampeln müssen zu überleben, wenn die Grünen recht haben.

    • joG
    • 05.08.2010 um 5:55 Uhr

    ....dass gar nicht klar ist, ob es wünschenswert ist oder nicht Kinder zu haben. Immerhin scheinen die heutigen Welt Bevölkerungszahlen unsere Umwelt so zu belasten, dass wir strampeln müssen zu überleben, wenn die Grünen recht haben.

  3. Warum krieg ich immer einen Föhn, wenn wegen alles und jedem die 68er herhalten müssen?

    Darf ich das mal so übersetzen, wie ich es verstehe, wenn man Feministinnen und 68er die Schuld daran gibt, dass die Geburtenrate sinkt?

    Frauen, bleibt gefälligst da wo Ihr hingehört, nämlich an den Herd und besinnt Euch auf das, was Euch biologisch angedacht wurde.

    Wieso schaffen es andere Länder auch, Frauen in tolle Jobs zu bringen und trotzdem Kinder zu kriegen? Ich erlebe Deutschland als eher kinderfeindliches Land. Wer schwanger wird, muss sich meist die Frage anhören, ob man sich das auch gut überlegt hätte. Es werden Prozesse geführt, um Kitas zu verhindern, da zu laut. Die Karriere einer Frau ist erst einmal ruiniert und eignet sich bestenfalls noch für eine Halbtagsstelle im Sekretäriat oder an der Kasse. Kurz, Kinder werden als Problem definiert und nicht als Bereicherung. Für mich sind Kinder eine Bereicherung. Ich habe meine Kinder nicht geplant, aber sie waren willkommen. Nach dem Motto, irgendwie kriegen wir das schon hin. Hätte ich allerdings meinen Verstand eingeschaltet und Kinder geplant, wäre ich wohl kinderlos geblieben. Zu viele Hürden, die sich einem auftun. Zumindest in Deutschland. Meine angelsächsische Verwandschaft hingegen kann gar nicht genug von Kindern kriegen. Da sind sie willkommen und werden als Bereicherung gesehen.

    Apropos, ich bin weder 68er, noch Feministin, sondern Baujahr 66 und ein Mann.

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    zu bringen."

    Da ist es wieder.

    Nein. Statt das man fragt:

    "Warum schaffen es denn Frauen in anderen Ländern Kinder und "tolle Jobs" unter einen Hut zu bringen?"...

    • TDU
    • 04.08.2010 um 19:39 Uhr

    Nimmt man die 68iger als pauschal kann man das behaupten. Und in den 1970iger Jahren waren Kinder in so einer geistigen Runde genau das Unterdrückungsmittel des Mannes.

    Und nicht zu unterschätzen der Gedanke, der aufkam "kann man in diese Welt Kinder setzen".

    Erst als die grüne Bewegung kam, war es wieder "in" Kinder zu kriegen und die mussten es dann gleich wieder übertreiben mit "alles richtig machen".

    Aber der 68iger Effekt dürfte doch langsam vergangen sein. Eher schließe ich mich Ihnen bezüglich der "Kinderfeindlichkeit" an. Der Deutsche an sich braucht immer eine Begründung dafür, um etwas wert zu schätzen. Und je chaotischer der Gegenstand um so schwieriger die Begründung und so geringer das Vertrauen in die Richtigkeit eines Tuns, mal als pauchalierende Idee.

    Und die Argumente mit Job, Kindergarten usw. Ebenso könnte man sagen, dass Kinder haben in Zeiten sich verschärfender Verteilungskämpfe ganz schön Mut erfordert, wenn man drüber nachdenkt. Und zwar nicht nur aus Angst ums eigene Wohlergehen. Sondern die Angst, das zu verlieren oder mit dem nicht zu recht zu kommen, von dem man sicher weiss, dass man es lieben würde, wäre es da.

    "Freedeom`s just another Word for Nothing left to loose, singt Janis Joplin. Wäre interessant zu wissen, wie sie heute drüber denken würde.

    Auch ich gebe nicht den 68ern die Schuld. Es gab und gibt Länder, die keine mit 68 vergleichbare Bewegung hatten und trotzdem unter Geburtenrückgang leiden oder litten. Zum Beispiel heute die Schweiz, oder früher das Römische Reich, das aus demographischen Gründen untergegangen ist.

    zu bringen."

    Da ist es wieder.

    Nein. Statt das man fragt:

    "Warum schaffen es denn Frauen in anderen Ländern Kinder und "tolle Jobs" unter einen Hut zu bringen?"...

    • TDU
    • 04.08.2010 um 19:39 Uhr

    Nimmt man die 68iger als pauschal kann man das behaupten. Und in den 1970iger Jahren waren Kinder in so einer geistigen Runde genau das Unterdrückungsmittel des Mannes.

    Und nicht zu unterschätzen der Gedanke, der aufkam "kann man in diese Welt Kinder setzen".

    Erst als die grüne Bewegung kam, war es wieder "in" Kinder zu kriegen und die mussten es dann gleich wieder übertreiben mit "alles richtig machen".

    Aber der 68iger Effekt dürfte doch langsam vergangen sein. Eher schließe ich mich Ihnen bezüglich der "Kinderfeindlichkeit" an. Der Deutsche an sich braucht immer eine Begründung dafür, um etwas wert zu schätzen. Und je chaotischer der Gegenstand um so schwieriger die Begründung und so geringer das Vertrauen in die Richtigkeit eines Tuns, mal als pauchalierende Idee.

    Und die Argumente mit Job, Kindergarten usw. Ebenso könnte man sagen, dass Kinder haben in Zeiten sich verschärfender Verteilungskämpfe ganz schön Mut erfordert, wenn man drüber nachdenkt. Und zwar nicht nur aus Angst ums eigene Wohlergehen. Sondern die Angst, das zu verlieren oder mit dem nicht zu recht zu kommen, von dem man sicher weiss, dass man es lieben würde, wäre es da.

    "Freedeom`s just another Word for Nothing left to loose, singt Janis Joplin. Wäre interessant zu wissen, wie sie heute drüber denken würde.

    Auch ich gebe nicht den 68ern die Schuld. Es gab und gibt Länder, die keine mit 68 vergleichbare Bewegung hatten und trotzdem unter Geburtenrückgang leiden oder litten. Zum Beispiel heute die Schweiz, oder früher das Römische Reich, das aus demographischen Gründen untergegangen ist.

  4. Die Antworten zu den Thesen sind z.T. selbst ideologisiert oder zumindest logisch ohne weitere Erklärungen nicht nachvollziehbar.
    Vor allem die Rentenversicherung für irrelevant zu erklären beweist ein völliges wirtschaftliches Unverständnis zur Sache.

    Die gesetzliche Rente dürfte vermutlich den stärksten Anreiz bieten, auf Kinder zu verzichten, weil der relative Gewinn der Kinderlosen um so größer wird, je weniger Kinder geboren werden. Dieser Effekt wirkt multiplikativ.
    Zunächst durch die geringeren montetären Einzahlungen der Familien, obwohl die Erziehung von Kindern mindestens ebenso stark zur Finanzierung der Renten beiträgt wie die direkten Beiträge, zweitens durch die Kaufkraftverschiebung zugunsten der Kinderlosen, weil sie ja an den Kosten der Kindererziehung sogar weniger Anteil haben als Eltern, jedoch von den späteren Einzahlern ihre Rente beziehen und drittens durch die Rentenkürzungen bei Mehrfachrenten, d.h. das trotz gezahlter Beiträge die Renten von Ehepartnern auch noch gegenseitig angerechnet werden und somit gekürzt werden.
    Alles in allem dürfte das den Aufwand von Eltern in Barwerten gegengerechnet gegenüber Kinderlosen für den selben Lebensstandard inkl. Alterversorgung mehr als verdoppeln!
    Ich könnte mir vorstellen, dass dies im Rahmen einer insgeheim gewünschten Bevölkerungsreduzierung sogar Absicht ist, wenn man bedenkt, dass der Geburtenüberschuss Deutschlands gegenüber Frankreich jahrzehntelang von Frankreich als Bedrohung empfunden wurde.

    H.

  5. zu bringen."

    Da ist es wieder.

    Nein. Statt das man fragt:

    "Warum schaffen es denn Frauen in anderen Ländern Kinder und "tolle Jobs" unter einen Hut zu bringen?"...

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    ... weil es dort kostenlose oder sehr guenstige Kindertagesstaetten sowie Ganztagsschulen gibt. Auch die Freizeitaktivitaeten und Foerderungen kommen "zum Kind", waehrend man in Deutschland alles selbst organisieren und die Kinder den halben Tag mit dem Auto herumkutschieren muss.

    Aus ihrer Aussage folgere ich,
    dass Väter für Sie für die Kindererziehung und die Geburtenrate vollkommen irrelevant sind.

    ... weil es dort kostenlose oder sehr guenstige Kindertagesstaetten sowie Ganztagsschulen gibt. Auch die Freizeitaktivitaeten und Foerderungen kommen "zum Kind", waehrend man in Deutschland alles selbst organisieren und die Kinder den halben Tag mit dem Auto herumkutschieren muss.

    Aus ihrer Aussage folgere ich,
    dass Väter für Sie für die Kindererziehung und die Geburtenrate vollkommen irrelevant sind.

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