Familienpolitik Jeder fünfte Vater bezieht Elterngeld
Die Zahl der Väter, die zu Hause beim Baby bleiben und Elterngeld in Anspruch nehmen, steigt. Bei der Höhe des Geldes gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle.
Bundesweit bezogen 21 Prozent der Väter eines 2008 geborenen Kindes den staatlichen Zuschuss, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit stößt das seit rund drei Jahren angebotene Elterngeld auf weit mehr Zuspruch als das bis 2006 gezahlte Bundeserziehungsgeld, das im Schnitt 3,5 Prozent der Väter in Anspruch nahmen.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sieht durch die Zahlen die Arbeit der Regierung bestätigt: "Das Elterngeld ist ein Erfolgsmodell. Jeder fünfte Vater nimmt inzwischen Partnermonate – und gilt damit als gutes Vorbild und nicht mehr als Exot." Ein Sprecher des Statistischen Bundesamts sagte, dass Väter in der Regel nur zwei Monate lang Elterngeld beziehen, Mütter hingegen ein Jahr. Allerdings gebe es starke regionale Unterschiede.
Mit jeweils rund 27 Prozent entschieden sich in Bayern, Berlin und Sachsen die meisten Väter für die Elternzeit, die niedrigste Quote hat das Saarland mit etwa zwölf Prozent. Die Kreise mit der höchsten Väterbeteiligung waren die thüringische Stadt Jena mit 43 Prozent, gefolgt von der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam mit 39 Prozent. Schlusslichter waren die Stadt Gelsenkirchen, wo nur neun Prozent der Väter das Elterngeld in Anspruch nahmen, sowie der niedersächsische Landkreis Nienburg/Weser mit acht Prozent.
Der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1131 Euro. Er war damit etwa ein Drittel höher als der vergleichbare Anspruch von Müttern, die im Durchschnitt 844 Euro erhielten.
Die Höhe des Elterngeldes ist entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen abhängig vom bisherigen Verdienst der Mütter beziehungsweise Väter. Es beträgt derzeit grundsätzlich 67 Prozent des in den zwölf Monaten vor der Geburt verdienten durchschnittlichen monatlichen Nettogehalts. Maximal werden 1800 Euro gezahlt. Der Mindestbetrag in Höhe von 300 Euro wird auch gezahlt, wenn vor der Geburt des Kindes kein Einkommen erzielt wurde.
Regionale Unterschiede gibt es auch bei der durchschnittlichen Höhe des Elterngeldanspruchs. Während er beim Vater in drei von vier westdeutschen Kreisen bei mindestens 1100 Euro lag, gab es in Ostdeutschland keinen Kreis, in dem dieser Wert erreicht wurde. Dort lag der durchschnittliche Elterngeldanspruch größtenteils unter 1000 Euro. Bundesweit am höchsten war der durchschnittliche Elterngeldanspruch im bayerischen Landkreis Eichstätt mit 1355 Euro, am geringsten mit 816 Euro im thüringischen Saale-Orla-Kreis.
Auch beim durchschnittlichen Elterngeldanspruch der vor Geburt des Kindes erwerbstätigen Mütter besteht ein deutliches Ost-West-Gefälle. In Ostdeutschland bezogen sie in mehr als jedem zweiten Kreis (56 Prozent) weniger als 750 Euro, in Westdeutschland dagegen nur in jedem siebten Kreis (14 Prozent). Auf der anderen Seite hatten Mütter, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, in fast jedem dritten westdeutschen Kreis einen durchschnittlichen Elterngeldanspruch von 850 Euro und mehr, in Ostdeutschland dagegen nur in jedem 25. Kreis (4 Prozent).
Die Bundesregierung hatte im Juni angekündigt, das Elterngeld zu kürzen. Ab einem Monats-Nettoeinkommen von 1240 Euro sollen nur 65 Prozent gezahlt werden. Für Hartz-IV-Empfänger soll die Leistung wegfallen .
- Datum 03.08.2010 - 14:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
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Was soll man nun zu diesem Artikel sagen: Der Staat kauft sich Kinder - es ist zum Weinen! - Oder: Der Staat ermöglicht das Kinderkriegen - es ist eine Freude! Was gilt nun? Icvh sehe nur eines: Unsere westlichen Sozial-Demokratien sind zum Untergang geweiht. Arme Kinder des Jahres 2010 und ff.
Die Auflösung des Lebens in Statistik führt zu einem Regierungshandeln, das nicht mehr Menschen als Adressaten, sondern gewünschte statistische Zahlen als Zielvorgaben hat. Das Ergebnis steht nicht in der Statistik, zumindest nicht in der, die gerade betrachtet wird, sondern immer in einer anderen, für die nur gerade kein Amt zuständig ist. Vorerst NOCH (das wird sich bald ändern, und davor graut mir schon heute) ist die ausgeblendete Dunkelseite die Demographie.
Der Zusammenhang mit den Vätermonaten? 1. ist das gesamte Elterngeld ein Akt der Umverteilung familienpolitischer Leistungen von arm zu reich. 2. sind ein paar Monate schön, aber keine strukturelle Lösung der Ungleichverteilung der Arbeit zwischen den Geschlechtern. WENN Politik sich dieses Problems überhaupt annehmen KANN (was ich bezweifle), DANN müssten analog zu Vätermonaten Mütterarbeitsmonate eingeführt werden. Ansonsten ändert sich nichts an der aktuellen Mehrfachbelastung der Väter. 3. Diese Debatten finden statt vor dem Hintergrund allgemein bekannter familienrechtlicher Umstände, die unter immer mehr jungen Männern zu Zeugungsstreik führen. 4. Was bessert staatliches Eingreifen? Ich meine nicht die Jobsituation deadurch zu Brot kommender Bürokraten, sondern für der Verwaltung ausgesetzte Menschen? Die Vätermonate sind ein angenehmes Päuschen im Dauerdruck, aber könnten die den Druck (Sozialabgaben, Steuern, bürokratische Berichtspflichten) Ausübenden mal den Druck in den Blick nehmen, den sie ausüben?
Ich bin gegen einen Staat, der das Verhalten seiner Bürger durch Transferleistungen lenkt, damit sie sich so verhalten, wie es der Zeitgeist gerade für "vorbildlich" hält.
Ich sehe einen gefährlichen Trend, Rauchverbote, Verbraucherampel, Elterngeld, Dosenpfand, Internetsperrungen, Hartz 4-Gutscheine, Verbot von Glühlampen, Familienberatung...
Ich weiß ganz gut, was selbst für mich gut ist. Ich brauche keine Hilfe aus Berlin um mein Leben zu führen. Dieser Staat soll Sicherheit und ein bisschen Gerechtigkeit organisieren.
Es gibt noch weitere positive Nachichten. Laut dem oben genannten Insititut steht Deutschland neben Schweden auf Platz 1, was die finanzielle Unterstützung von Eltern angeht. Auch wenn es hier leider wieder Einschnitte gibt, braucht es doch gerade Mut und Hoffnung um sich auf ein Wagnis wie ein Kind einzulassen. Dazu braucht es hin und wieder ermutigende Nachichten.
... diese Statistik ist von vorne bis hinten erlogen. Soweit mir bekannt ist, wird die Tatsache, dass in Deutschland oft ein Elternteil beruflich ausfaellt und daher auch keine Einkommenssteuern und Sozialabgaben mehr zahlt, als positive Unterstuetzung des Staates von Eltern gerechnet (der Staat "verzichtet" also grosszuegig auf diese Sozialleistungen und Einkommenssteuern und rechnet das als Leistung an die Eltern).
Ausserdem wird nicht gegengerechnet, was von anderen Laendern innerhalb der ganz normalen Schulpflicht erbracht wird. So gehen in vielen Laendern Kinder ab 4 Jahre zur kostenfreien "Schule" die natuerlich die ersten beiden Jahre noch eher ein Kindergarten ist - aber dennoch eine Ganztagsbetreuung bietet.
... diese Statistik ist von vorne bis hinten erlogen. Soweit mir bekannt ist, wird die Tatsache, dass in Deutschland oft ein Elternteil beruflich ausfaellt und daher auch keine Einkommenssteuern und Sozialabgaben mehr zahlt, als positive Unterstuetzung des Staates von Eltern gerechnet (der Staat "verzichtet" also grosszuegig auf diese Sozialleistungen und Einkommenssteuern und rechnet das als Leistung an die Eltern).
Ausserdem wird nicht gegengerechnet, was von anderen Laendern innerhalb der ganz normalen Schulpflicht erbracht wird. So gehen in vielen Laendern Kinder ab 4 Jahre zur kostenfreien "Schule" die natuerlich die ersten beiden Jahre noch eher ein Kindergarten ist - aber dennoch eine Ganztagsbetreuung bietet.
Interessant ist nicht die Frage, wo und in welcher Höhe Elterngeld geflossen ist, sondern welche Tätigkeiten die Väter ausübten. Wer kann sich diese Auszeit leisten und dabei sicher sein, dass er seinen Job behält? Denn auch, wenn gesetzlich geregelt ist, dass jemand nicht wegen Elternzeit entlassen werden darf, ist als ziemlich sicher anzunehmen, dass er/sie bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit fliegt. Das, so denke ich, werden in der Hauptsachen Beschäftigte im öffentlichen Dienst oder auch in kirchlichen Einrichtungen sein. Klein- und Mittelstandsbetriebe können sich den Luxus nicht leisten, dass einer ihrer Arbeiter oder Angestellten für Monate aus dem Unternehmen verschwindet. Sie haben schon immense Probleme damit, die Urlaubszeiten zu kompensieren, die meist nicht einmal am Stück genommen werden.
In vielen Unternehmen gibt es Leute, die nicht kurzfristig zu ersetzen sind.
Ob das der IT-Spezialist ist, der als einziger das ERP-System programmieren kann, die Führungskraft oder der Produktionsingenieur.
Ich persönlich würde aus Verantwortungsgefühl gegenüber meinen Mitarbeitern wahrscheinlich höchstens einmal die Woche früher heimgehen. Gerade hochqualifizierte Arbeitskräfte stecken in einem Netzwerk der Verantwortlichkeiten, da ist die Familie eben nur eine (wenn auch wichtige) Verantwortung.
Ich meine mich zu erinnern, dass die eigentliche Zielgruppe des Elterngelds (Akademiker) bisher relativ schlecht erreicht wird. Darauf deuten ja auch die Durchschnitte weit unterhalb der Maximalauszahlung hin.
... ist da auch kein gelobtes Land. Da gibt es sehr viele befristete Vertraege. Und wenn man innerhalb eines 2 Jahres-Vertrages ein Jahr Elternzeit einreicht, koennen Sie so was von sicher sein, dass der Vertrag danach nicht (!) verlaengert werden wird.
ist, dass ein Elterngeld, das den Namen verdient, ein Haupteinkommen ersetzen muesste und nicht nur ein Zusatzeinkommen, so wie jetzt. Durch die Deckelung funktioniert das aber nicht und hat daher auch nicht die gewuenschten rgulatorischen Effekte.
Zudem stellt sich dann das Problem sozialer Gerechtigkeit. Viel gerechter waere ein ohnehin die groessere Loesung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Dann braeuchte man auch kein Elterngeld mehr.
In vielen Unternehmen gibt es Leute, die nicht kurzfristig zu ersetzen sind.
Ob das der IT-Spezialist ist, der als einziger das ERP-System programmieren kann, die Führungskraft oder der Produktionsingenieur.
Ich persönlich würde aus Verantwortungsgefühl gegenüber meinen Mitarbeitern wahrscheinlich höchstens einmal die Woche früher heimgehen. Gerade hochqualifizierte Arbeitskräfte stecken in einem Netzwerk der Verantwortlichkeiten, da ist die Familie eben nur eine (wenn auch wichtige) Verantwortung.
Ich meine mich zu erinnern, dass die eigentliche Zielgruppe des Elterngelds (Akademiker) bisher relativ schlecht erreicht wird. Darauf deuten ja auch die Durchschnitte weit unterhalb der Maximalauszahlung hin.
... ist da auch kein gelobtes Land. Da gibt es sehr viele befristete Vertraege. Und wenn man innerhalb eines 2 Jahres-Vertrages ein Jahr Elternzeit einreicht, koennen Sie so was von sicher sein, dass der Vertrag danach nicht (!) verlaengert werden wird.
ist, dass ein Elterngeld, das den Namen verdient, ein Haupteinkommen ersetzen muesste und nicht nur ein Zusatzeinkommen, so wie jetzt. Durch die Deckelung funktioniert das aber nicht und hat daher auch nicht die gewuenschten rgulatorischen Effekte.
Zudem stellt sich dann das Problem sozialer Gerechtigkeit. Viel gerechter waere ein ohnehin die groessere Loesung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Dann braeuchte man auch kein Elterngeld mehr.
In vielen Unternehmen gibt es Leute, die nicht kurzfristig zu ersetzen sind.
Ob das der IT-Spezialist ist, der als einziger das ERP-System programmieren kann, die Führungskraft oder der Produktionsingenieur.
Ich persönlich würde aus Verantwortungsgefühl gegenüber meinen Mitarbeitern wahrscheinlich höchstens einmal die Woche früher heimgehen. Gerade hochqualifizierte Arbeitskräfte stecken in einem Netzwerk der Verantwortlichkeiten, da ist die Familie eben nur eine (wenn auch wichtige) Verantwortung.
Ich meine mich zu erinnern, dass die eigentliche Zielgruppe des Elterngelds (Akademiker) bisher relativ schlecht erreicht wird. Darauf deuten ja auch die Durchschnitte weit unterhalb der Maximalauszahlung hin.
...von sage und schreibe 1240 Euro gilt man also schon als so wohlhabend, dass die Leistung gekuerzt werden muss. Dazu faellt mir nichts mehr ein!
... ist da auch kein gelobtes Land. Da gibt es sehr viele befristete Vertraege. Und wenn man innerhalb eines 2 Jahres-Vertrages ein Jahr Elternzeit einreicht, koennen Sie so was von sicher sein, dass der Vertrag danach nicht (!) verlaengert werden wird.
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