Verwaiste Eltern Abschied vom toten BabySeite 2/2
Letztlich hat das Projekt Abschiedsraum etwa drei Jahre bis zur Umsetzung im Jahr 2009 gebraucht. Zunächst gab es Hürden zu nehmen. Wie etwa die Anfrage, wie viele Kinder denn jährlich in der Geburtsklinik vor oder während der Geburt sterben. "Da konnte ich nicht einfach auf einen Computerknopf drücken, unter anderem auch deshalb, weil die toten Kinder ja keine Geburtennummer bekommen", meint Brust. Die Hebamme musste daher die Geburtenbücher der letzten Jahre durcharbeiten.
Ohne die Arbeitsgruppe Stille Geburt – Verwaiste Eltern hätte aber auch Brust nichts erreicht. In dem Team fanden sich Hebammen, Mitarbeiter der Evangelischen Seelsorge, Krankenschwestern der Station, Säuglingskrankenschwestern der Elternberatung und die Oberärztin Klapp zusammen. Die Arbeitsgruppe warb eine Spende vom Verein Kinderhilfe – Hilfe für leukämie- und tumorkranke Kinder und von einem anonymen Spender für die Ausstattung des Raums ein und bat eine Gruppe von Designschülern, den Raum zu gestalten.
Als sich Ärztin Klapp und Hebamme Brust zu den Anfang 20-jährigen Schülerinnen der Berufsfachschule für Design vom Lette-Verein Berlin auf den Weg machten, fürchteten sie, die Jugendlichen zu überfordern. Doch die stellvertretende Schulleiterin Julia von Randow setzte das Thema "Sterben und Tod im Kreißsaal" gemeinsam mit den 28 Design-Schülerinnen im ersten Ausbildungsjahr als Schwerpunkt und regte einen Wettbewerb zur Gestaltung des Raumes an.
Also schilderten die Geburtsexpertinnen den angehenden Designern im Unterrichtsfach "Form und Farbe" wie es ist, wenn sich die Hoffnung auf die gemeinsame Zukunft mit einem Kind nicht erfüllt. Sie zeigten Fotos verstorbener Kinder. Ihre Bitte: Gestalten Sie eine Abstellkammer, nicht größer als acht Quadratmeter und ohne Fenster. Schaffen Sie einen Ort, der Platz für die Gefühle bietet, die mit dem Verlust eines Kindes vor oder während der Geburt, beziehungsweise dem Abbruch der Schwangerschaft aufgrund schwerer Fehlbildungen des Kindes verbunden sind.
Flora Karger, deren Arbeitsgruppe "Papaya" den Wettbewerb gewonnen hat, fragte ältere Frauen: Wie war das, als Sie ihr Kind verloren? Sie erfuhr von Schuld, Zweifel, Trauer, Angst, Scham, Flucht und Einsamkeit. Die Schülerinnen wandelten diese negativen Gefühle in positive um: Schuld wurde zu Unschuld, Angst zu Schutz, Einsamkeit wurde Geborgenheit, Flucht zu Verbleiben und Auseinandersetzung mit dem Konflikt. Entscheidend bei dem Entwurf und dessen Umsetzung die Farbwahl: Das Weiß der Unschuld, in manchen Kulturen auch der Trauer, für das Leichte, Helle und Klare. Das Blau das, was Wärme und Geborgenheit schenkt. Drei Sommerferienwochen lang haben die vier Design-Schülerinnen Flora Karger, Juliane Bartezki, Anna Kupper und Anna Hofmann den Abschiedsraum in ehrenamtlicher Tätigkeit hergerichtet. Seitdem nahmen etwa 35 Eltern im Raum der Stille Abschied von ihrem Kind.
"In einer Zeit, in der die Gesellschaft das Sterben nicht mehr lebt, ist dieser winzige Abschiedsraum ein Ort der Wertschätzung und der Berührung geworden", versichert Cornelia Brust und schließt vorsichtig die Tür mit dem Schild, das um Ruhe bittet.
- Datum 24.08.2010 - 14:15 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Entfernen Sie diesen Artikel doch bitte von der Titelseite. Das ist doch geschmacklos. Werdende Eltern wird es wohl kaum freuen, dass es einen Gedenkraum für sie gäbe, wenn ihr Baby stirbt. Alle andere macht es unnötig betroffen. Oder was ist der Zweck dieses Artikels?
Anm.: Bitte bemühen Sie sich in Anbetracht der Todesfälle um ein Mindestmaß an Mitgefühl. Danke. /Die Redaktion pt.
... finde ich einzig und alleine Ihren gedankenlosen und gefühllosen Kommentar.
Nur deshalb, weil der frühe Tod eines Kindes ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist, heisst dies noch lange nicht, dass sich werdende Eltern nicht für dieses Thema interessieren.
Meiner jüngsten Schwester und ihrem Mann wäre jedenfalls vieles leichter gefallen, hätte es so ein Angebot auch in unserer Stadt gegeben.
Ich hoffe, dass dieses Beispiel viele Nachahmer - in unserer an Mitgefühl so armen und an Respektlosigkeit so reichen Welt - findet.
(und)
Dass möglichst oft in den Medien darüber berichtet wird.
@ Esquire
Ich stelle mir die Frage, ob Sie auch noch so darüber denken, wenn Sie selbst betroffen wären.
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es für Eltern von totgeborenen Kindern ein ganz wichtiger Schritt ist sich von ihrem Kind in einem würdevollen Rahmen verabschieden zu können.
Zu Ihrem Kommentar fällt mir nur ein einziges Zitat ein:
Menschen sollten nie mit vollem Mund reden, tun es aber bedenkenlos mit leerem Kopf!
Bitte einfach mal drüber nachdenken, wie sich betroffene Eltern fühlen, wenn sie solche Kommentare wie Ihres lesen.
... finde ich einzig und alleine Ihren gedankenlosen und gefühllosen Kommentar.
Nur deshalb, weil der frühe Tod eines Kindes ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist, heisst dies noch lange nicht, dass sich werdende Eltern nicht für dieses Thema interessieren.
Meiner jüngsten Schwester und ihrem Mann wäre jedenfalls vieles leichter gefallen, hätte es so ein Angebot auch in unserer Stadt gegeben.
Ich hoffe, dass dieses Beispiel viele Nachahmer - in unserer an Mitgefühl so armen und an Respektlosigkeit so reichen Welt - findet.
(und)
Dass möglichst oft in den Medien darüber berichtet wird.
@ Esquire
Ich stelle mir die Frage, ob Sie auch noch so darüber denken, wenn Sie selbst betroffen wären.
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es für Eltern von totgeborenen Kindern ein ganz wichtiger Schritt ist sich von ihrem Kind in einem würdevollen Rahmen verabschieden zu können.
Zu Ihrem Kommentar fällt mir nur ein einziges Zitat ein:
Menschen sollten nie mit vollem Mund reden, tun es aber bedenkenlos mit leerem Kopf!
Bitte einfach mal drüber nachdenken, wie sich betroffene Eltern fühlen, wenn sie solche Kommentare wie Ihres lesen.
@Esquire: Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so genau, was an diesem Artikel geschmacklos sein soll. Die Rückkehr einer Trauer- und Abschiedskultur in die Umgebung eines Krankenhauses ist nicht geschmacklos, sondern eine positive Entwicklung. Darüber zu berichten ein Fortschritt.
Der Abschied von Verstorbenen wird erleichtert, wenn man es beGREIFEN kann. Das Wort hat sicher nicht versehentlich etwas mit anfassen und berühren zu tun.
Über den Tod zu schreiben, ist nicht geschmacklos. Zum Glück gelingt es meist, ihn weit aus dem Alltagsleben herauszuhalten und den heimlichen Glauben an die eigene Unsterblichkeit (Freud) zu pflegen. Dagegen ist gar nichts einzuwenden, es sei denn, die Verdrängung des Themas geht zu Lasten der Betroffenen. Ist es wirklich zu viel, denen, die ohne ihr Kind eine Geburtsstation verlassen müssen, einen Gedenkraum anzubieten? Das ist doch das mindeste an existentieller Solidarität was eine humane Gesellschaft denen schuldet, die einen Schicksalsschlag erleiden.
als verwaiste Mutter kann ich nur sagen: es wurde Zeit, dass ein solcher Raum eingerichtet wurde. Ich bin froh darüber, dass dieses äußerst schmerzhafte Thema nicht mehr totgeschwiegen wird!
Natürlich geht (fast) jede Schwangere voller Vorfreude in die Schwangerschaft und wer will sich schon mit der grausamen Realität auseinandersetzen? Nur frage ich mich, müssen die leidgeplagten verwaisten Eltern sich auch noch verstecken? Oder gar ihres Verlustes schämen? Das kann doch nicht sein!
Wer solche Artikel falsch findet, vertritt möglicherweise irgendwann auch die Ansicht, dass es keine Kindergräber geben sollte oder dass Friedhöfe ganz abgeschafft werden sollten damit man sich nicht mehr mit dem Tod auseinandersetzen muss.
Ich bedanke mich für diesen Artikel und den Raum, den es wenigstens in jeder Uni-Klinik geben sollte.
... finde ich einzig und alleine Ihren gedankenlosen und gefühllosen Kommentar.
Nur deshalb, weil der frühe Tod eines Kindes ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist, heisst dies noch lange nicht, dass sich werdende Eltern nicht für dieses Thema interessieren.
Meiner jüngsten Schwester und ihrem Mann wäre jedenfalls vieles leichter gefallen, hätte es so ein Angebot auch in unserer Stadt gegeben.
Ich hoffe, dass dieses Beispiel viele Nachahmer - in unserer an Mitgefühl so armen und an Respektlosigkeit so reichen Welt - findet.
(und)
Dass möglichst oft in den Medien darüber berichtet wird.
zu Kommentar1: Sie sind nicht Vater oder Mutter,oder? Sonst wäre Ihnen nicht dieser Kommentar passiert.
Einen Abschiedsraum sollte es in jedem Krankenhaus geben...
Finde ich ebenfalls nicht geschmacklos, sondern sehr schön, dass sich jemand so sensibel mit diesem schwierigen Thema auseinandersetzt. In meinem Umfeld hat es auch ein totes Baby gegeben und alle schauen weg bzw. verharmlosen das, wollen nichts damit zu tun haben und reden davon, dass die betroffene Frau schon bald wieder schwanger sein wird. Der Tenor des ersten Leserkommentars spiegelt dies im übrigen prima wider. Ja, es ist schwer,sich damit auseinanderzusetzen, umso höher muss man die Arbeit der Hebamme schätzen.
Meine Kritik gilt einzig der Platzierung des Artikels auf der Hauptseite. Um mit einem sensiblen Thema umzugehen braucht man den richtigen Ort. Wieso sollte es in der Zeitung anders sein?
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