Sarrazin-Debatte Wie eine türkischstämmige Abiturientin gegen Klischees ankämpft

Die 18-jährige Duygu muss sich ständig rechtfertigen. Denn die muslimische Enkelin eines türkischen Gastarbeiters macht Abitur, trägt kein Kopftuch und jobbt in einer Kneipe.

Duygu vor ihrer Schule

Duygu vor ihrer Schule

Von der Sarrazin-Debatte hat die 18-jährige Abiturientin Duygu zunächst nichts mitbekommen. Sie hatte Wichtigeres zu tun. In den Schulferien hat sie gekellnert, und jetzt ist Fastenzeit. Duygu besucht die 13. Klasse eines Gymnasiums in Köln. Sie ist immer gerne in die Schule gegangen und eine gute Schülerin. Sie will Ärztin werden.

Der Großvater ist Gastarbeiter der ersten Generation. Die Mutter, 48, kam mit 13 Jahren aus der Türkei. Nach dem Hauptschulabschluss musste sie in einer Fabrik zum Familieneinkommen beitragen, obwohl sie lieber eine Ausbildung gemacht hätte. Heute arbeitet sie als Verkäuferin in einem Supermarkt. Die Eltern von Duygu haben sich kurz vor ihrer Einschulung getrennt, der Kontakt zum Vater ist irgendwann abgebrochen.

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Bildungsfernes Gastarbeitermilieu, Muslimin, alleinerziehende Mutter, Mädchen – ginge es nach den Besserwissern der deutschen Integrationsdebatte, dürfte es selbstbewusste junge Frauen wie Duygu nicht geben. Gibt es aber. Und zwar in jeder Abiturklasse. Weil Deutschland nicht nur Neukölln ist, und Menschen sich erlauben, ein eigenständiges Leben jenseits der Klischees zu leben.

Weil es sie gibt, muss sie sich allerdings ständig erklären. Duygu ist gläubige Muslimin, sie trägt kein Kopftuch und kellnert in einem Brauhaus. Das ist der Ort, den Touristen aufsuchen, wenn sie sich etwas besonders Deutsches anschauen wollen.

Wenn Duygu dort im alkoholseligen Karnevalstrubel kellnert, muss sie sich von den deutschen Gästen anhören, dass es sie eigentlich nicht geben darf, nicht an diesem Ort jedenfalls. Sie als junge Frau, sie als Muslimin, und dann der ganze Alkohol! Für sie ist es keine Sünde, es ist ein Schülerjob, den sie gerne macht. Sie merkt, dass sie selbstbewusster geworden ist; denn ein Brauhaus in Köln ist keine Mädchenpension.

Dieses Selbstbewusstsein braucht sie auch. Seit der 5. Klasse muss sie jedem Lehrer und jedem Mitschüler immer wieder erklären, warum sie kein Kopftuch trägt. Dabei hat es an ihrer Schule keine einzige Kopftuchträgerin gegeben. Sie versteht das nicht. Trägt man ein Kopftuch, muss man sich rechtfertigen, trägt man kein Kopftuch ebenfalls.

Duygu möchte auch nicht unterstellt bekommen, sie wüsste, was islamistische Terroristen antreibt. Woher soll sie das wissen? Ein islamistischer Terrorist ist so weit von Duygus Welt entfernt wie ein hinduistischer Fundamentalist in Indien. Sie möchte einfach ihr Leben und ihre Träume leben. Gerne in diesem Land, dessen Staatsbürgerin sie ist. Sie hat ihre "Bringschuld" Deutschland gegenüber erbracht. Vorbehaltlose Akzeptanz im Gegenzug wäre nur fair. Duygu: "Ich mag Deutschland, aber manchmal nervt es. Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich hier akzeptiert werde."

Eingeholt hat sie die Sarrazin-Debatte dann doch. Letzte Woche im Philosophieunterricht hat ein türkischer Mitschüler spaßeshalber das Thema aufgebracht. Die Lehrerin wollte wissen, was die Abiturienten über die Thesen Sarrazins denken. Und plötzlich war Schweigen. Ein bedrückendes, weil beredtes Schweigen. Niemand wollte sich zu dem Thema äußern. Dieses Schweigen hat Duygu betroffen gemacht. Sie hat verstanden, dass viel Unsagbares in dem Schweigen steckt. Und plötzlich hat sie sich die Frage gestellt, wie ehrlich das Verhältnis untereinander eigentlich ist: "Was ist es, was die Mitschüler denken und uns nicht sagen können?"

 
Leser-Kommentare
  1. Bei meinen Kneipenbesuchen in Köln habe ich noch nie erlebt, daß dort ein Gast die Kellnerinnen nach ihrer Religion befragt, geschweige denn sich darüber beschwert hätte, daß sie keine Kopftücher tragen.

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    halt so schön in die Argumentation passt...

    halt so schön in die Argumentation passt...

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    Bitte?! In dem Artikel wird lobend erwähnt, dass Sarazin Korrelation und Kausalität auseinanderhalten kann. Entschuldigung, aber das ist ja wohl das Mindeste, wenn man statistisch argumentieren will. Das ist nichts besonders Erwähnenswertes sondern absolute Grundvoraussetzung, auch als Laie.

    In dem Artikel wird lobend erwähnt, dass Sarazin Korrelation und Kausalität auseinanderhalten kann. Entschuldigung, aber das ist ja wohl das Mindeste, wenn man statistisch argumentieren will. Das ist nichts besonders Erwähnenswertes sondern absolute Grundvoraussetzung, auch als Laie.

    Redaktion

    Sehr geehrter Scheitan,

    Auch ZEIT ONLINE hat sich natürlich mit den Sachargumenten Sarrazins auseinander gesetzt, nachzulesen beispielsweise hier:

    http://www.zeit.de/2010/3...

    Freundliche Grüße
    Karsten Polke-Majewski

    • Rolf28
    • 07.09.2010 um 17:03 Uhr

    Ich bin beeindruckt, was für ein guter Artikel da in der FAZ erschienen ist, vielen Dank für den Link! Mein Vorredner hat offensichtlich nur die ersten 5% gelesen, sonst wäre er nicht zu diesem Urteil über den Artikel gekommen.

    Vor allem bemerkenswert ist, in welch krassem Gegensatz der Artikel in seiner Qualität zu den vielen hier auf ZEIT online erschienenen Artikeln zum Thema Sarrazin steht. Sicher hat es aber auch mehr Arbeit gemacht, all diese Argumente zusammenzutragen und aufzubereiten, als (wie hier auf ZEIT online) ein kurzes Interview zu führen und sich den Rest unmotiviert aus den Fingern zu saugen (und dabei eine sachliche Diskussion mit Füßen zu treten).

    Mein Fazit: bezahlt den ZEIT Redakteuren mehr Geld, damit sie wieder anspruchsvolle Artikel schreiben können! Lieber Qualität statt Quantität!

    • ttx
    • 07.09.2010 um 20:16 Uhr

    Guter Beitrag in der FAZ.

    Aufgrund des Interviews im DLR, das Rindermann 2007 gegeben hatte, machten die Mainzer dem Sender schwere Vorwürfe, da der Terminus "Rasse" unkritisiert so stehen blieb. Rindermann spricht von genetisch festgelegter Intelligenz, die aber durch Umwelt u.a. beeinflussbar sei und vergleicht drei Rassen, die asiatische, die afrikanische und die weiße. http://www.dradio.de/dkul...

    Auch er erhält Beifall von rechts. Nur ein Kommentar: http://citronengras.de/up...

    Die Reaktion der Mainzer Wissenschaftler:
    http://www.ifeas.uni-main... Rindermann19_12_07.pdf

    Interessant auch die Nähe Rindermanns zu Galton, der auch von Sarrazin zitiert wird:

    Rindermann/Galton:
    www.ib.hu-berlin.de/~wums...

    Der Gott der Christen hat alle Menschen gleichermaßen lieb, alle stammen von Adam und Eva ab! Als Christ ist das selbstverständlich.

    Eine Debatte, die eine Menschenrasse oder -gruppe (s. Sarrazin) gegen eine andere der Intelligenz wegen ausspielt und zur Seite drängt, ist unchristlich. Sie könnte eher in Köpfen von Islamisten stattfinden!

    ...sind auch Rindermanns und Rosts Ausführungen von Irrelevanzen und Methodenfehlern durchsetzt. Beispiele hierfür:
    1. Die Höhe der von Ihnen angegebenen "ererbten" Intelligenz beruht auf kruden Annahmen und Schätzfehlern; sie ist, wenn überhaupt, deutlich niedriger anzusiedeln.

    2. Rost und Rindermann schreiben:
    "Die Genese von Intelligenz ist weniger auf ökonomische Faktoren als auf kulturell-pädagogische und auf heute im Einzelnen noch unbekannte genetische Determinanten zurückführbar. Damit steht diese Position einem deterministischen Sozialkausalmodell entgegen: Nicht äußere [...] sondern interne, mindestens teilweise veränderbare Faktoren, sind entscheidend."

    Das ist aber ohnehin unbestritten. Denn wie sollten ökonomische Faktoren auch anders wirken, als etwa über "kulturell-pädagogische" oder auch "familiäre" vermittelt? Soll etwa die direkte Berühung mit Geld die Kinder klüger machen? Die "Erklärungen", die Rost und Rindermann in dem zitierten Artikel geben - die zitierte ist nur ein Beispiel - sind ein eher irreführender als irgendwie erhellender Mix aus Trivialitäten, Tautologien und Methodenfehlern. Typisch für Psychologen, die es aus irgendeinem Grund immer wieder schaffen, vorzutäuschen, sie täten mehr, als ihre Probanden Rätsel lösen zu lassen und nachher das Ergebnis auszuzählen und mit irgendwas zu korrelieren, um hinterher mit allzu weit gefassten "Konklusionen" vorzutäuschen, irgendwelche MÖGLICHEN Erklärungen wären "Befunde" ihrerseits.

    Die beiden von FAZ um eine valuation der Thesen Sarrazins gebetenen Wissenschaftler haben sich eifrigst bemüht, ihm verbal nicht zu nahe zu treten und - von ein paar Binsenweisheiten abgesehen, die sie lobend hervorheben konnten - inhaltlich zerrissen.

    Bitte?! In dem Artikel wird lobend erwähnt, dass Sarazin Korrelation und Kausalität auseinanderhalten kann. Entschuldigung, aber das ist ja wohl das Mindeste, wenn man statistisch argumentieren will. Das ist nichts besonders Erwähnenswertes sondern absolute Grundvoraussetzung, auch als Laie.

    In dem Artikel wird lobend erwähnt, dass Sarazin Korrelation und Kausalität auseinanderhalten kann. Entschuldigung, aber das ist ja wohl das Mindeste, wenn man statistisch argumentieren will. Das ist nichts besonders Erwähnenswertes sondern absolute Grundvoraussetzung, auch als Laie.

    Redaktion

    Sehr geehrter Scheitan,

    Auch ZEIT ONLINE hat sich natürlich mit den Sachargumenten Sarrazins auseinander gesetzt, nachzulesen beispielsweise hier:

    http://www.zeit.de/2010/3...

    Freundliche Grüße
    Karsten Polke-Majewski

    • Rolf28
    • 07.09.2010 um 17:03 Uhr

    Ich bin beeindruckt, was für ein guter Artikel da in der FAZ erschienen ist, vielen Dank für den Link! Mein Vorredner hat offensichtlich nur die ersten 5% gelesen, sonst wäre er nicht zu diesem Urteil über den Artikel gekommen.

    Vor allem bemerkenswert ist, in welch krassem Gegensatz der Artikel in seiner Qualität zu den vielen hier auf ZEIT online erschienenen Artikeln zum Thema Sarrazin steht. Sicher hat es aber auch mehr Arbeit gemacht, all diese Argumente zusammenzutragen und aufzubereiten, als (wie hier auf ZEIT online) ein kurzes Interview zu führen und sich den Rest unmotiviert aus den Fingern zu saugen (und dabei eine sachliche Diskussion mit Füßen zu treten).

    Mein Fazit: bezahlt den ZEIT Redakteuren mehr Geld, damit sie wieder anspruchsvolle Artikel schreiben können! Lieber Qualität statt Quantität!

    • ttx
    • 07.09.2010 um 20:16 Uhr

    Guter Beitrag in der FAZ.

    Aufgrund des Interviews im DLR, das Rindermann 2007 gegeben hatte, machten die Mainzer dem Sender schwere Vorwürfe, da der Terminus "Rasse" unkritisiert so stehen blieb. Rindermann spricht von genetisch festgelegter Intelligenz, die aber durch Umwelt u.a. beeinflussbar sei und vergleicht drei Rassen, die asiatische, die afrikanische und die weiße. http://www.dradio.de/dkul...

    Auch er erhält Beifall von rechts. Nur ein Kommentar: http://citronengras.de/up...

    Die Reaktion der Mainzer Wissenschaftler:
    http://www.ifeas.uni-main... Rindermann19_12_07.pdf

    Interessant auch die Nähe Rindermanns zu Galton, der auch von Sarrazin zitiert wird:

    Rindermann/Galton:
    www.ib.hu-berlin.de/~wums...

    Der Gott der Christen hat alle Menschen gleichermaßen lieb, alle stammen von Adam und Eva ab! Als Christ ist das selbstverständlich.

    Eine Debatte, die eine Menschenrasse oder -gruppe (s. Sarrazin) gegen eine andere der Intelligenz wegen ausspielt und zur Seite drängt, ist unchristlich. Sie könnte eher in Köpfen von Islamisten stattfinden!

    ...sind auch Rindermanns und Rosts Ausführungen von Irrelevanzen und Methodenfehlern durchsetzt. Beispiele hierfür:
    1. Die Höhe der von Ihnen angegebenen "ererbten" Intelligenz beruht auf kruden Annahmen und Schätzfehlern; sie ist, wenn überhaupt, deutlich niedriger anzusiedeln.

    2. Rost und Rindermann schreiben:
    "Die Genese von Intelligenz ist weniger auf ökonomische Faktoren als auf kulturell-pädagogische und auf heute im Einzelnen noch unbekannte genetische Determinanten zurückführbar. Damit steht diese Position einem deterministischen Sozialkausalmodell entgegen: Nicht äußere [...] sondern interne, mindestens teilweise veränderbare Faktoren, sind entscheidend."

    Das ist aber ohnehin unbestritten. Denn wie sollten ökonomische Faktoren auch anders wirken, als etwa über "kulturell-pädagogische" oder auch "familiäre" vermittelt? Soll etwa die direkte Berühung mit Geld die Kinder klüger machen? Die "Erklärungen", die Rost und Rindermann in dem zitierten Artikel geben - die zitierte ist nur ein Beispiel - sind ein eher irreführender als irgendwie erhellender Mix aus Trivialitäten, Tautologien und Methodenfehlern. Typisch für Psychologen, die es aus irgendeinem Grund immer wieder schaffen, vorzutäuschen, sie täten mehr, als ihre Probanden Rätsel lösen zu lassen und nachher das Ergebnis auszuzählen und mit irgendwas zu korrelieren, um hinterher mit allzu weit gefassten "Konklusionen" vorzutäuschen, irgendwelche MÖGLICHEN Erklärungen wären "Befunde" ihrerseits.

    Die beiden von FAZ um eine valuation der Thesen Sarrazins gebetenen Wissenschaftler haben sich eifrigst bemüht, ihm verbal nicht zu nahe zu treten und - von ein paar Binsenweisheiten abgesehen, die sie lobend hervorheben konnten - inhaltlich zerrissen.

  3. Irttum, es muss heissen "nicht sagen dürfen"
    Political Correctness ist der perfekte Maulkorb.
    Dank Sarrazin funktioniert der ein klein wenig schlechter.

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    • bivi
    • 07.09.2010 um 21:39 Uhr

    ... offen Ihre Meinung zu sagen? Brauchen Sie einen Thilo Sarrazin, hinter dem Sie sich verstecken können?
    Sie tun mir leid!

    Diese endlos wiederholte Mähr von 'political correctnes' als Maulkorb ist nichts als eine Ausflucht. Jeder kann seine Meinung, seine Überzeugung vertreten, er muss nur Manns genug sein und sollte seine Aussage auch sachlich belegen können.
    Mindestens eine der Fähigkeiten fehlt wohl den meisten, die sich hinter Sarrazin verstecken!

    Es wird übrigens in der causa Sarrazin, gegenüber dessen Kritikern, oft das Recht auf Meinungsfreiheit angemahnt.
    Richtig so, aber jemandes Meinung zu kritisieren, auch heftigst, schränkt dies Recht nicht ein. Es waren vielmehr Thilo Sarrazin und sein Verlag, die durch einen Knebelvertrag - unter Androhung von hohen Geldstrafen durften seine vorveröffentlichten Thesen nicht kommentiert, rezensiert werden - die Meinungsfreiheit vorübergehend einschränkten. Dass einige Medien dies Spiel mitmachten ist eine Schande für eine sich als frei und unabhängig begreifende Presse!

    Das elendige Gerede von der von der "political correctness" eingeschränkten Meinungsfreiheit geht mir - mit Verlaub - verdammt nochmal auf die Nerven.
    Jeder kann in Deutschland seine Meinung frei äussern. Oder wurde einem Herrn Sarrazin verboten sein Buch zu veröffentlichen? Wenn man eine Meinung äussert, muss man auch damit leben können, wenn sich das Gegenüber oder die Öffentlichkeit damit auseinandersetzt und wenn die Argumentation löchrig ist, oder im Fall von Sarrazin auf rassistischen Annahmen beruht, diese auch kritisiert. Das Herbeireden von einem "Maulkorb" oder ähnlichem ist nur die Flucht in einen permanenten Zustand des Beleidigtseins, mit sich einer offenen Diskussion entzogen wird und man sich der Notwendigkeit eigene Argumente hervorzubringen entledigt. Also sagen Sie was Sie denken!

    • bivi
    • 07.09.2010 um 21:39 Uhr

    ... offen Ihre Meinung zu sagen? Brauchen Sie einen Thilo Sarrazin, hinter dem Sie sich verstecken können?
    Sie tun mir leid!

    Diese endlos wiederholte Mähr von 'political correctnes' als Maulkorb ist nichts als eine Ausflucht. Jeder kann seine Meinung, seine Überzeugung vertreten, er muss nur Manns genug sein und sollte seine Aussage auch sachlich belegen können.
    Mindestens eine der Fähigkeiten fehlt wohl den meisten, die sich hinter Sarrazin verstecken!

    Es wird übrigens in der causa Sarrazin, gegenüber dessen Kritikern, oft das Recht auf Meinungsfreiheit angemahnt.
    Richtig so, aber jemandes Meinung zu kritisieren, auch heftigst, schränkt dies Recht nicht ein. Es waren vielmehr Thilo Sarrazin und sein Verlag, die durch einen Knebelvertrag - unter Androhung von hohen Geldstrafen durften seine vorveröffentlichten Thesen nicht kommentiert, rezensiert werden - die Meinungsfreiheit vorübergehend einschränkten. Dass einige Medien dies Spiel mitmachten ist eine Schande für eine sich als frei und unabhängig begreifende Presse!

    Das elendige Gerede von der von der "political correctness" eingeschränkten Meinungsfreiheit geht mir - mit Verlaub - verdammt nochmal auf die Nerven.
    Jeder kann in Deutschland seine Meinung frei äussern. Oder wurde einem Herrn Sarrazin verboten sein Buch zu veröffentlichen? Wenn man eine Meinung äussert, muss man auch damit leben können, wenn sich das Gegenüber oder die Öffentlichkeit damit auseinandersetzt und wenn die Argumentation löchrig ist, oder im Fall von Sarrazin auf rassistischen Annahmen beruht, diese auch kritisiert. Das Herbeireden von einem "Maulkorb" oder ähnlichem ist nur die Flucht in einen permanenten Zustand des Beleidigtseins, mit sich einer offenen Diskussion entzogen wird und man sich der Notwendigkeit eigene Argumente hervorzubringen entledigt. Also sagen Sie was Sie denken!

  4. Eine meiner Nachbarinnen ist Polizistin türkischen Ursprungs. Sie ist hier voll integriert. Die Reaktionen und der Rechtfertigungsdruck durch türkische Mitbürger auf sie sind nach ihrer Aussage wesentlich häufiger und unangenehmer als die deutscher Mitbürger. Seltsamerweise findet die "Zeit" immer die Problemfälle, die in eine bestimmte ideologische Richtung passen.

    In der "FAZ" ist heute ein interessanter Artikel zu lesen, in dem zwei anerkannte Psychologen die Thesen von Herrn Sarrazin eingehend prüfen und weitgehend stützen. Warum kann Frau Baspinar nicht von eigenen Erfahrungen berichten? Warum sind in der "Zeit" zu dem Thema vorwiegend Kommentare der Redaktion zu lesen, die vorwiegend ideologisch und wenig sachlich motiviert sind?

  5. 5. FAZ

    Bitte?! In dem Artikel wird lobend erwähnt, dass Sarazin Korrelation und Kausalität auseinanderhalten kann. Entschuldigung, aber das ist ja wohl das Mindeste, wenn man statistisch argumentieren will. Das ist nichts besonders Erwähnenswertes sondern absolute Grundvoraussetzung, auch als Laie.

  6. 6. FAZ

    In dem Artikel wird lobend erwähnt, dass Sarazin Korrelation und Kausalität auseinanderhalten kann. Entschuldigung, aber das ist ja wohl das Mindeste, wenn man statistisch argumentieren will. Das ist nichts besonders Erwähnenswertes sondern absolute Grundvoraussetzung, auch als Laie.

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    Nachtrag zu FAZ:

    http://www.faz.net/s/Rub2...

    http://www.faz.net/s/Rub2...

    Falls die Links nicht funktionieren sollten, bitte bei Wissen unter Mensch & Gene die Beiträge von Velden sowie Albrecht & Stollorz suchen.

    Nachtrag zu FAZ:

    http://www.faz.net/s/Rub2...

    http://www.faz.net/s/Rub2...

    Falls die Links nicht funktionieren sollten, bitte bei Wissen unter Mensch & Gene die Beiträge von Velden sowie Albrecht & Stollorz suchen.

  7. ... bringt bekanntlich keinen Sommer!

    Vielleicht sollte sich Duygu bei ihren ... (welches Wort kann hier stehen, ohne politisch inkorrekt zu sein?) dafür einsetzen, dass diese einen ähnlichen Lebensweg wie sie einschalgen.

    [...]

    Gruß,

    Joe

    Bitte äußern Sie sich sachlich und verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/fk.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Zack34
    • 07.09.2010 um 15:36 Uhr

    Vielleicht ist vielleicht Viel Leichtes?

    You made my day, Joe.

    • vdh
    • 11.09.2010 um 10:55 Uhr

    An den Redakteur der "Zeit": auch Polemik fällt unter die Rubrik "Freie Meinungsäußerung".

    • Zack34
    • 07.09.2010 um 15:36 Uhr

    Vielleicht ist vielleicht Viel Leichtes?

    You made my day, Joe.

    • vdh
    • 11.09.2010 um 10:55 Uhr

    An den Redakteur der "Zeit": auch Polemik fällt unter die Rubrik "Freie Meinungsäußerung".

  8. Die "Deutschen", die hier angesprochen werden, sind das jetzt Christen, Muslime, Atheisten? Haben die nur europäisch ausgesehen und deutsch gesprochen? Oder haben die ihren Pass gezeigt. Mir scheint immer mehr nicht die Deutschen sind das Problem sondern die Deutschen, die sich als Muslime beleidigt fühlen und den übrigen Deutschen in der Mehrheit Christen mit Rassismus-Vorurteilen gegenüberstehen. War pauschalisiert jetzt nochmal genau? Sarazin der gegen schlecht integrierte Muslime hetzt oder gut integrierte Muslime, die sich vom Rest der Bevölkerung aufgrund ihrer Glaubensverbundenheit abkoppeln und sie des versteckten Rassismus bezichtigen. Einmal kurz über das Geschreibsel nachdenken und sich wundern, wer hier wen diskreditiert.

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    Die Muslime über die seit Wochen in nicht gerade netter Form hergezogen wird:Welche Muslime sind gemeint?
    Da wären z.B.Muslime aus Afrika=Wie erkenne ich ob es sich dabei um einen Menschen aus Lybien dem Libanon,Ägypten.....,oder nicht vielleicht doch jemand aus dem Irak,Iran,Afganistan......handelt.Vielleicht handelt es sich aber auch um einen Bürger der USA.Wer macht sich denn die Mühe nachzufragen?Dann wäre da noch die Alternative:Der sieht so türkisch aus,das muß ein Muslim sein...Kann aber auch ein Irrtum sein da es dort auch Christen gibt.Aus Asien,dem Orient und weiß Gott wo noch überall ,kommen Menschen mitSchwarzen Haaren einer braunen Hautfarbe,Männer mit Bärten,Nationaltrachten:Das können,müssen aber nicht zwangsläufig Muslime sein.Das können,müssen aber nicht zwangsläufig Menschen aus der Türkei sein.Nicht jeder Deutsche ist ein Christ,nicht jeder Türke ist ein Muslim,nicht jeder Einwanderer ist ein Schmarotzer,nicht jeder Deutsche ist ein Schmarotzer ,nicht jeder Deutsche ist gut nicht jeder Ausländer ist schlecht.

    Ach, nun sind Menschen wie diese Gymnasiastin selber schuld, wenn ich Sie richtig verstanden habe...
    Nein. Um in Deutschland mit verständnislosen Fragen überhäuft zu werden, reicht schon eine sehr kleine Abweichung von der Norm. Und das nervt! Ich habe als Kind perfektes Deutsch gesprochen -- mit einem anderen Akzent halt. Dennoch hieß es: "Du sprichst so komisch!" Wir hatten eine andere Mentalität als die hier herrschende Urbevölkerung -- die Integration ist mir in 60 Jahren nie wirklich gelungen, und meine Familie kam in dem Bewußtsein hierher, sie seien Deutsche! Wie mag es da erst jemandem gehen, der mit anderer Sprache, Religion UND Augenfarbe hier aufschlägt?
    Meine Erklärung: Die Deutschen haben niemals den Dreisatz zur Toleranz begriffen.
    1. Satz: Anders ist böse.
    Das ist die primitive Vorgabe, wegen der die deutsche Geschichte ist, wie sie ist.
    2. Satz: Wer gut sein will, muß sich anpassen, also gleich werden.
    Darin steckt immer noch Satz 1.
    3. Satz: Anders ist auch gut.
    Bis dahin sind in diesem Land nur die allerwenigsten fortgeschritten!

    Die Muslime über die seit Wochen in nicht gerade netter Form hergezogen wird:Welche Muslime sind gemeint?
    Da wären z.B.Muslime aus Afrika=Wie erkenne ich ob es sich dabei um einen Menschen aus Lybien dem Libanon,Ägypten.....,oder nicht vielleicht doch jemand aus dem Irak,Iran,Afganistan......handelt.Vielleicht handelt es sich aber auch um einen Bürger der USA.Wer macht sich denn die Mühe nachzufragen?Dann wäre da noch die Alternative:Der sieht so türkisch aus,das muß ein Muslim sein...Kann aber auch ein Irrtum sein da es dort auch Christen gibt.Aus Asien,dem Orient und weiß Gott wo noch überall ,kommen Menschen mitSchwarzen Haaren einer braunen Hautfarbe,Männer mit Bärten,Nationaltrachten:Das können,müssen aber nicht zwangsläufig Muslime sein.Das können,müssen aber nicht zwangsläufig Menschen aus der Türkei sein.Nicht jeder Deutsche ist ein Christ,nicht jeder Türke ist ein Muslim,nicht jeder Einwanderer ist ein Schmarotzer,nicht jeder Deutsche ist ein Schmarotzer ,nicht jeder Deutsche ist gut nicht jeder Ausländer ist schlecht.

    Ach, nun sind Menschen wie diese Gymnasiastin selber schuld, wenn ich Sie richtig verstanden habe...
    Nein. Um in Deutschland mit verständnislosen Fragen überhäuft zu werden, reicht schon eine sehr kleine Abweichung von der Norm. Und das nervt! Ich habe als Kind perfektes Deutsch gesprochen -- mit einem anderen Akzent halt. Dennoch hieß es: "Du sprichst so komisch!" Wir hatten eine andere Mentalität als die hier herrschende Urbevölkerung -- die Integration ist mir in 60 Jahren nie wirklich gelungen, und meine Familie kam in dem Bewußtsein hierher, sie seien Deutsche! Wie mag es da erst jemandem gehen, der mit anderer Sprache, Religion UND Augenfarbe hier aufschlägt?
    Meine Erklärung: Die Deutschen haben niemals den Dreisatz zur Toleranz begriffen.
    1. Satz: Anders ist böse.
    Das ist die primitive Vorgabe, wegen der die deutsche Geschichte ist, wie sie ist.
    2. Satz: Wer gut sein will, muß sich anpassen, also gleich werden.
    Darin steckt immer noch Satz 1.
    3. Satz: Anders ist auch gut.
    Bis dahin sind in diesem Land nur die allerwenigsten fortgeschritten!

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