Qualität in KrippenWas Krippen bieten sollten

Krippenplätze sind wichtig für Eltern, die arbeiten und für Kinder, deren Bildung zu Hause nicht gewährleistet ist. Fragen und Antworten zur Qualität in Krippen

Zeit zum Spielen in der Krippe

Zeit zum Spielen in der Krippe

Wenn von Bildung und dem Streit darüber die Rede ist, ist damit meistens die Schule gemeint. Doch beginnt Bildung lange bevor Kinder eingeschult werden. Laut Artikel 6 des Grundgesetzes sind dafür die Eltern verantwortlich. Doch Eltern gehen arbeiten. Sie brauchen nicht nur eine flexible Betreuung, sondern wünschen sich auch vorschulische Bildung für ihre Kinder. 

Gleichzeitig gilt es angesichts der offensichtlichen Integrationsprobleme in Deutschland als vielversprechend, Kinder mit Migrationshintergrund schon in der Krippe zu unterstützen. Denn beginnt das Deutschlernen erst in der Schule, ist es für sie schon zu spät. Auch deutschstämmige Kinder aus sozial schwachen Familien könnten von einer frühkindlichen Bildung in der Krippe profitieren.

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Doch wie müssten Krippen ausgestattet sein, damit dieser Anspruch eingelöst wird? Welches Bildungskonzept ist das richtige? Wann sollte man sein Kind in die Krippe schicken? Und was ändert sich 2013, wenn Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter dreijährige Kinder haben werden? Antworten auf die häufigsten Fragen gibt die Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in Bayern Fabienne Becker-Stoll:

Leserkommentare
  1. 1. Super

    Endlich mal jemand mit Augenmaß, gesundem Menschenverstand und einem offenen Herz für Kinder
    Danke für diesen Artikel!

  2. Seite 7: Der Ruf nach Hochschulbildung für ErzieherInnen hallt ja immer wieder. Es ist wohl ein Hohn für die fabelhaft ausgebildeten Erzieher, die für Hungerlöhne arbeiten und ihren Bildungsstand über Fortbildungen zum Großteil selbst finanzieren müssen. Hinzu kommen Arbeitsanforderungen (Lautstärker, Stress, körperliche Belastung) die dazu führen, dass Versicherungen ErzieherInnen zu Risikogruppen zählen, da diese meist nicht bis zum Renteneinstieg arbeiten können. Forderung neben einer guten Ausbildung: Anständige Bezahlung, Finanzierung von Fortbildungen und akzeptable Arbeitsbedingungen.

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  3. Es ist eine große Lieblosigkeit, Kleinkinder in Kitas zu stecken.

    Kleinkinder brauchen Liebe und Sicherheit. Das kann in Kitas mit bis zu 10 Kinder (oder mehr) nicht gewährleistet werden.

    Die Eltern sind hier gefordert!

    Wenn die Mutter arbeiten muß, dann hat der Vater sich zu kümmern.

    Wenn der Vater arbeiten muß, dann ist die Mutter verantwortlich.

    Gibt es nur einen Elternteil, dann muß man sich fragen, was ist eigentlich los in dieser Gesellschaft!

    Der Staat ist nicht dafür da, egoistische und unfähige Eltern durch Kitas zu fördern!

    Der Staat muß auf eine klare Familien-Ordnung drängen.

    Wer das nicht will, sollte eine Kinder bekommen!

    Eine Leserempfehlung
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    Ich habe mit den Kindern Kitas erlebt und kann nur sagen, dass sie sich darin sehr wohlfühlten. Liebe gab es zu Hause genug und um sie gekümmert wurde sich in den Gruppen sehr gut. Es gab nicht das große Bildungsangebot von Deutsch für Migranten über Chinesisch für Deutsche oder das große Frühmusizierprogramm, hat den Kindern aber viel Freude gemacht und wirkt sich meiner Meinung nach bis heute auf dem Gymnasium positiv aus.

    Um Krippen zu nutzen, muss man weder egoistisch noch unfähig sein. Man kann einfach nur Eltern sein, die mehr leben als Elternschaft und ihre Berufe auch mögen.

    Wir sind damit sehr gut durchs Leben gekommen, wie viele Familien in Industrienationen ebenfalls.

    Entscheidend sind die Motive, die die Eltern haben, ein Kind in eine Kita zu stecken und die Qualität der Betreuung. Es gibt in der Tat viele Eltern, die es sich leisten könnten, aber nicht wollen, ihr Kind sogar noch im zweiten Lebensjahr zumindest ein halbes Jahr zu Hause zu behalten. Das geht für mich schon in Richtung Lieblosigkeit.

    Andererseits ist das nicht entscheidend für das Wohl des Kindes. Um den ersten Geburtstag beginnen soziale Kontakte sehr wichtig für das Kind zu werden. Unsere Gesellschaft kennt nicht mehr das Konzept der Großfamilie und darum ist es wichtig, dass ein Kind auch mal mehrere Stunden am Tag in Betreuung gegeben wird. Kinder können damit sehr gut umgehen, wenn man im ersten Lebensjahr nicht alles völlig falsch gemacht hat. Leider machen viele Eltern vieles falsch, weil sie nicht betreut werden, sondern mit der Aufgabe der Kindererziehung praktisch keine Hilfe angeboten bekommen. So etwas wie ein kostenloser, nicht verpflichtender Elternführerschein wäre eine tolle Sache.

    Leider werden auch viele Eltern von der Gesellschaft gezwungen, ihn Kind abzugeben. Ich denke da an Uneinsichtige Vorgesetzte, Angst vor Arbeitsplatzverlust, usw.

    Dass betreute Kinder nicht schlechter sind und auch in ihren Bedürfnissen völlig befriedigt werden, zeigen Ansätze wie die von Emmi Pikler. Auch der PISA-Spitzenreiter Finnland beweist, dass Gruppengrößen von 10 oder mehr Kindern sich auf keinen Fall negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken müssen.

    • hb05
    • 23.09.2010 um 13:28 Uhr

    Was ist eigentlich mit den Vätern in traditionellen Familien? Sind die lieblos?

    Was ist in Großfamilien, wo die Eltern vielleicht 8 Kinder haben? Alles lieblos?

    Ich bin mir sicher, Eltern und Kinder können sich wunderbar lieben und geliebt fühlen, auch wenn sie 8 Stunden am Tag getrennt sind.

    Liebe multipliziert sich glücklicherweise. Und die Krippenkinder lieben sich auch!

    • FranL.
    • 23.09.2010 um 21:13 Uhr

    Der Staat muß auf eine klare Familienordnung drängen? Wie stellen Sie sich das in der Praxis vor? Ich bin auch der Ansicht, für ein Kind ist es das beste Mutter und Vater zu haben. Was aber ist, wenn die Mutter den Vater oder der Vater die Mutter verläßt? Soll der Staat per Gesetz eingreifen, Ehebruch bestrafen, Menschen zwingen zusammenzubleiben, auch wenn die beiden sich nicht mehr ausstehen können? Und was ist mit den Kindern die aus einem One-Night-Stand entstehen? Abgesehen davon, daß ungeschätzter Sex mit einem Wildfremden natürlich unverantwortlich ist, soll der Staat die Frau, wenn sie das Kind haben will, gegen ihren Willen zur Abtreibung zwingen? Oder dazu den Vater zu heiraten? Und wenn der Vater bereits verheiratet ist, soll er dann die Familie verlassen?

    Es geht in diesem Artikel keineswegs um die Motive, die Eltern dazu bewegen, ihre Kinder in eine Krippe zu bringen, sondern um deren Qualität. Dass diese nicht zu hoch sein kann, sollte doch Konsens sein. Man kann das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen und die frühkindliche Erziehung vollständig in die Hände er Eltern legen - wo sie im Übrigen nie komplett gelegen hat. Also sollte die Allgemeinheit alles tun, um die institutionalisierte Kinderbetreuung so gut wie möglich zu gestalten.
    Außerdem wäre es sehr nett, wenn nicht ständig auf die Eltern, die ihre Kinder in einer Krippe betreuen lassen, eingedroschen würde, ohne die Beweggründe zu kennen. Die wenigsten Eltern sind derart lieblos, dass es ihnen egal wäre, wie und von wem ihre Kinder betreut werden.

    Ich habe mit den Kindern Kitas erlebt und kann nur sagen, dass sie sich darin sehr wohlfühlten. Liebe gab es zu Hause genug und um sie gekümmert wurde sich in den Gruppen sehr gut. Es gab nicht das große Bildungsangebot von Deutsch für Migranten über Chinesisch für Deutsche oder das große Frühmusizierprogramm, hat den Kindern aber viel Freude gemacht und wirkt sich meiner Meinung nach bis heute auf dem Gymnasium positiv aus.

    Um Krippen zu nutzen, muss man weder egoistisch noch unfähig sein. Man kann einfach nur Eltern sein, die mehr leben als Elternschaft und ihre Berufe auch mögen.

    Wir sind damit sehr gut durchs Leben gekommen, wie viele Familien in Industrienationen ebenfalls.

    Entscheidend sind die Motive, die die Eltern haben, ein Kind in eine Kita zu stecken und die Qualität der Betreuung. Es gibt in der Tat viele Eltern, die es sich leisten könnten, aber nicht wollen, ihr Kind sogar noch im zweiten Lebensjahr zumindest ein halbes Jahr zu Hause zu behalten. Das geht für mich schon in Richtung Lieblosigkeit.

    Andererseits ist das nicht entscheidend für das Wohl des Kindes. Um den ersten Geburtstag beginnen soziale Kontakte sehr wichtig für das Kind zu werden. Unsere Gesellschaft kennt nicht mehr das Konzept der Großfamilie und darum ist es wichtig, dass ein Kind auch mal mehrere Stunden am Tag in Betreuung gegeben wird. Kinder können damit sehr gut umgehen, wenn man im ersten Lebensjahr nicht alles völlig falsch gemacht hat. Leider machen viele Eltern vieles falsch, weil sie nicht betreut werden, sondern mit der Aufgabe der Kindererziehung praktisch keine Hilfe angeboten bekommen. So etwas wie ein kostenloser, nicht verpflichtender Elternführerschein wäre eine tolle Sache.

    Leider werden auch viele Eltern von der Gesellschaft gezwungen, ihn Kind abzugeben. Ich denke da an Uneinsichtige Vorgesetzte, Angst vor Arbeitsplatzverlust, usw.

    Dass betreute Kinder nicht schlechter sind und auch in ihren Bedürfnissen völlig befriedigt werden, zeigen Ansätze wie die von Emmi Pikler. Auch der PISA-Spitzenreiter Finnland beweist, dass Gruppengrößen von 10 oder mehr Kindern sich auf keinen Fall negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken müssen.

    • hb05
    • 23.09.2010 um 13:28 Uhr

    Was ist eigentlich mit den Vätern in traditionellen Familien? Sind die lieblos?

    Was ist in Großfamilien, wo die Eltern vielleicht 8 Kinder haben? Alles lieblos?

    Ich bin mir sicher, Eltern und Kinder können sich wunderbar lieben und geliebt fühlen, auch wenn sie 8 Stunden am Tag getrennt sind.

    Liebe multipliziert sich glücklicherweise. Und die Krippenkinder lieben sich auch!

    • FranL.
    • 23.09.2010 um 21:13 Uhr

    Der Staat muß auf eine klare Familienordnung drängen? Wie stellen Sie sich das in der Praxis vor? Ich bin auch der Ansicht, für ein Kind ist es das beste Mutter und Vater zu haben. Was aber ist, wenn die Mutter den Vater oder der Vater die Mutter verläßt? Soll der Staat per Gesetz eingreifen, Ehebruch bestrafen, Menschen zwingen zusammenzubleiben, auch wenn die beiden sich nicht mehr ausstehen können? Und was ist mit den Kindern die aus einem One-Night-Stand entstehen? Abgesehen davon, daß ungeschätzter Sex mit einem Wildfremden natürlich unverantwortlich ist, soll der Staat die Frau, wenn sie das Kind haben will, gegen ihren Willen zur Abtreibung zwingen? Oder dazu den Vater zu heiraten? Und wenn der Vater bereits verheiratet ist, soll er dann die Familie verlassen?

    Es geht in diesem Artikel keineswegs um die Motive, die Eltern dazu bewegen, ihre Kinder in eine Krippe zu bringen, sondern um deren Qualität. Dass diese nicht zu hoch sein kann, sollte doch Konsens sein. Man kann das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen und die frühkindliche Erziehung vollständig in die Hände er Eltern legen - wo sie im Übrigen nie komplett gelegen hat. Also sollte die Allgemeinheit alles tun, um die institutionalisierte Kinderbetreuung so gut wie möglich zu gestalten.
    Außerdem wäre es sehr nett, wenn nicht ständig auf die Eltern, die ihre Kinder in einer Krippe betreuen lassen, eingedroschen würde, ohne die Beweggründe zu kennen. Die wenigsten Eltern sind derart lieblos, dass es ihnen egal wäre, wie und von wem ihre Kinder betreut werden.

  4. Der Staat muß auf eine klare Familien-Ordnung drängen.

    Wer das nicht will, sollte keine Kinder bekommen!

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    daraus sollte sich der Staat weitestgehend raus halten. Das ist nicht seine Aufgabe und dazu sollte man ihn auch nicht anstiften.

    Das Recht Kinder zu bekommen, ist ein Menschenrecht und braucht keine Erlaubnis durch den Staat oder Menschen, die glauben alles besser zu wissen.

    daraus sollte sich der Staat weitestgehend raus halten. Das ist nicht seine Aufgabe und dazu sollte man ihn auch nicht anstiften.

    Das Recht Kinder zu bekommen, ist ein Menschenrecht und braucht keine Erlaubnis durch den Staat oder Menschen, die glauben alles besser zu wissen.

  5. Ich habe mit den Kindern Kitas erlebt und kann nur sagen, dass sie sich darin sehr wohlfühlten. Liebe gab es zu Hause genug und um sie gekümmert wurde sich in den Gruppen sehr gut. Es gab nicht das große Bildungsangebot von Deutsch für Migranten über Chinesisch für Deutsche oder das große Frühmusizierprogramm, hat den Kindern aber viel Freude gemacht und wirkt sich meiner Meinung nach bis heute auf dem Gymnasium positiv aus.

    Um Krippen zu nutzen, muss man weder egoistisch noch unfähig sein. Man kann einfach nur Eltern sein, die mehr leben als Elternschaft und ihre Berufe auch mögen.

    Wir sind damit sehr gut durchs Leben gekommen, wie viele Familien in Industrienationen ebenfalls.

    Antwort auf "Lieblosigkeit!"
  6. daraus sollte sich der Staat weitestgehend raus halten. Das ist nicht seine Aufgabe und dazu sollte man ihn auch nicht anstiften.

    Das Recht Kinder zu bekommen, ist ein Menschenrecht und braucht keine Erlaubnis durch den Staat oder Menschen, die glauben alles besser zu wissen.

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  7. Die Motive sind löblich: Kinder sollen besser gefördert werden und einen guten Einstieg ins Leben bekommen. Jedoch finde ich die Umsetzung etwas fragwürdig. Den Kindern ist nicht damit geholfen, dass ein ganzer Berufsstand elitärisiert wird. Warum sollen Erzieher eine Hochschulreife erlangen und sogar studieren? Aus einer Person mit mittlerer Reife kann man nach einer mehrjährigen Ausbildung eine vernünftige Erzieherin machen. Solch wichtige Dinge wie Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis und -umgang, Erfahrung und Spaß an der Arbeit kann man sowieso nicht an Hochschulen vermitteln. Im Gegenteil dazu neigen Hochschulabsolventen eher zu Prokrastinie, Unorganisiertheit und Desillusionierung. Ich kann das sagen, weil ich mehrere Jahre Einblick in einen Schul- und Hortbetrieb hatte. Akademiker leiden oft darunter, dass die Realität von der Theorie zwangsweise abweicht und sie nichts dagegen tun können. Das aktuelle System krankt auch an dem Willen der Politik alles perfekt organisieren und dokumentieren zu wollen. Es wird beispielsweise der Beschluss gefasst, dass für jedes Kind ein Tagebuch verfasst werden soll. Das soll die Qualität heben. Kann in der Praxis nur leider nicht umgesetzt werden, weil dafür die Arbeitskräfte fehlen. Das Studium anstatt einer Ausbildung wird an Finanzierungsproblemen in der Betreuung und gut gemeinten, aber schlecht realisierbaren Ideen auch nichts ändern.

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