Demografie Der Kinderschwund macht sprachlos

Die Statistik zur Geburtenrate kam vier Monate später als sonst. Und die Familienministerin schweigt über das Thema. Die Politik kapituliert vor der Demografie.

Die deutschen Geburtenzahlen befinden sich im Absturz. Mit 665.000 Babys erreichte das Land im letzten Jahr ein neues Rekordtief . Auch die Geburtenrate sackte auf 1,36 Kinder pro Frau und damit auf den Stand des Jahres 1999. Erstaunlicherweise gingen diese dramatischen Zahlen, die letzte Woche veröffentlicht wurden, im öffentlichen Schlachtgetöse um den richtigen Feminismus fast unter. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hatte es kurz vor Veröffentlichung der neuen demografischen Negativzahlen für angebrachter gehalten, in ihrem ersten Spiegel Interview mit der Frauenbewegung der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts und der Person Alice Schwarzer abzurechnen. Die Geburtenzahlen selbst wollte sie von sich aus nicht kommentieren. Erst auf Medienanfragen bequemte sie sich zu einer Antwort.

Rückblende: Anfang August 2009 schrillten bei der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen alle Alarmglocken. Kurz zuvor hatte das Europäische Statistikamt gemeldet: "Außer in Deutschland stieg die Bruttogeburtenziffer zwischen 2007 und 2008 in allen Mitgliedstaaten an." Nur wenige Stunden später wies das Bundesfamilienministerium diese Zahlen als "falsch oder veraltet" zurück. Tatsächlich seien 2007 und 2008 gleichviel Babys geboren worden.

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Dieser ministerielle Streit mit den europäischen Statistikern um Veränderungen der Geburtenrate im Promillebereich sorgte für großes mediales Aufsehen. Allerdings hatte Ursula von der Leyen allen Grund für ihren (Über)Eifer. Hatte sie doch der deutschen Öffentlichkeit eine Geburtenwende prophezeit. Mit ihrer modernisierten Familienpolitik aus Elterngeld und Krippenausbauprogramm sei die Trendumkehr endlich zu schaffen.

Das demografische Experiment – Vom Leben mit der Nachwuchslücke

Die Alterung und Schrumpfung des Landes wird tiefgreifende Folgen für Gesellschaft, Sozialstaat, Wirtschaft und Demokratie haben. Eine neue Balance muss in all diesen Bereichen geschaffen werden. Welche Konzepte können die vielfältigen Probleme der demografischen Entwicklung entschärfen oder sogar lösen?

Die ZEIT-ONLINE-Serie "Das demografische Experiment" wird die verschiedenen Strategien kritisch begleiten.

Die Zahlen des Jahres 2009 bestätigen jetzt das Gegenteil – und sorgen für polit-mediale Einsilbigkeit. Jungministerin Kristina Schröder kann unter Mühen Tröstliches für die Öffentlichkeit ausmachen: Die aktuellen Zahlen zeigten, "dass trotz der Krise 2009, die viele Menschen verunsichert hat, die Geburtenrate nicht drastisch abgesackt ist". Ansonsten ist Optimismus angesagt. Bereits im Sommer hatte sie sich mit der Aussage der "WM-Erfolg (beim Fußball) lässt Geburten steigen" zitieren lassen.

Dieser Satz signalisiert eine familienpolitische Ernüchterung, die mittlerweile die Bundestagsparteien erfasst hat. Mehr Geburten, so der neue Konsens, sind durch die Instrumente der Politik doch nicht zu erreichen. Das hat Kristina Schröder in ihrer wochenlangen Orientierungsphase nach der Übernahme des neuen Amtes um die Jahreswende 2009/2010 schon geahnt. Deshalb findet sich in ihrer Antrittsrede im Bundestag Ende Januar kein einziger Satz zum absehbaren Babyschwund und zu den möglichen Gegenmitteln. Stattdessen erklärte sie die Pflege alter Menschen durch ihre erwachsenen Kinder "zu einem großen familienpolitischen Thema der Zukunft."

Während der Haushaltsdebatte Mitte September gab es im Bundestag dann sogar ein denkwürdiges Kunststück zu bewundern: Minister, Ministerinnen und Abgeordnete aller Fraktionen setzten sich an diesem Tag zwar alle mit dem "demografischen Wandel" auseinander – aber niemand beschäftigte sich mit der anhaltenden Geburtenmisere. Selbst die Worte "Geburten" oder "Kinderwunsch" tauchen im 120-seitigen Bundestagsprotokoll kein einziges Mal auf!
Das drastisch gesunkene Interesse der Politik an der Geburtenkrise manifestiert sich ebenso auf einem anderen Feld: bei der Statistik. Die Wiesbadener Zahlensammler haben dieses mal mehr als 11 Monate gebraucht, um die Geburtenrate des Vorjahres angeben zu können. Im Jahr 2007, als es galt, den regierungsamtlichen Erfolg des Elterngeldes zu dokumentieren, lag diese Zahl am 20. August 2008 vor. Die Ziffer für 2008 folgte am 4. September 2009. Jetzt wurden die Daten erst am 12. November veröffentlicht – fast vier Monate später als 2007.

Leser-Kommentare
    • WIHE
    • 17.11.2010 um 17:31 Uhr

    z.B. für eine Frau, die fünf Kinder und mehr bekommt,
    damit wäre der Bundespräsident heute nicht überlastet.
    Wenn man sich damit beeilt, bekäme meine Mutter auch noch eines. Immerhin bezahlen fünf ihrer Kinder monatlich Steuern und Sozialabgaben, wobei alle älter als 50 Jahre sind.
    Damit hat sie für diesen Staat mehr geleistet als wenn sie außer Haus gearbeitet hätte und kein Kind in die Welt gesetzt hätte.
    Ich finde, sie hätte das Mutterkreuz verdient.

    15 Leser-Empfehlungen
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    die selbst nie Kinder bekamen. Die haben sich "verwirklicht" und die Mutterschaft verhöhnt. Schwarzer bekam dafür das Bundesverdienstkreuz. Verkehrte Welt.

    Wir haben doch ein "Mutterkreuz", ab Kind No. 7 heist es "Onkel Wulff"...

    Ehrenpatenschaften
    Der Bundespräsident übernimmt auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind einer Familie. Ist der Antrag für das Kind unterblieben, kann er auch für ein später geborenes Kind der Familie gestellt werden. Die Ehrenpatenschaft wird in einer Familie nur einmal übernommen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen einschließlich des Patenkindes mindestens sieben lebende Kinder zur Familie zählen, die von denselben Eltern, derselben Mutter oder demselben Vater abstammen. Adoptivkinder sind den leiblichen Kindern gleichgestellt.

    ******Die Ehrenpatenschaft hat in erster Linie symbolischen Charakter. Sie ist mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen. Der Bundespräsident bringt mit der Ehrenpatenschaft die besondere Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck. Sie stellt die besondere Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für unser Gemeinwesen haben. Die Ehrenpatenschaft soll mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken.*****

    Die Anträge auf Übernahme der Ehrenpatenschaft sind dem Bundespräsidialamt über die örtlich zuständige Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung zuzuleiten. Der Bundespräsident stellt nach Prüfung der Voraussetzungen eine Urkunde über die Annahme der Ehrenpatenschaft aus und lässt diese mit einem Patengeschenk (zzt. 500 Euro) den Eltern von einem Repräsentanten der Stadt oder Gemeinde aushändigen.

    Insgesamt wurden seit 1949 etwa 75.700 Ehrenpatenschaften übernommen. Im Jahr 2009 waren es 670.

    http://www.bundespraeside...

    Die sind alle älter als 50 Jahre ?!!!! Das heisst, die werden bald alle Rente beziehen wollen !
    Wieso haben die sich nicht schon tot gearbeitet ?

    Ist für eine ähnliche Äußerung nicht schon eine ehemalige Nachrichtensprecherin gegeißelt worden?

    Oder entgeht mir hier die Ironie dieses Kommentars?

    • améry
    • 19.11.2010 um 14:05 Uhr

    Ich hoffe den Leuten,die sich hier ganz begeistert zeigen, ist klar, dass das was Sie hier bewerben eine originär nationalsozialistische Erfindung ist.
    Jetzt hoffe ich darauf, dass Sie das ironisch gemeint haben und ihre Ironie nicht wirklich ausgefeilt ist.

    die selbst nie Kinder bekamen. Die haben sich "verwirklicht" und die Mutterschaft verhöhnt. Schwarzer bekam dafür das Bundesverdienstkreuz. Verkehrte Welt.

    Wir haben doch ein "Mutterkreuz", ab Kind No. 7 heist es "Onkel Wulff"...

    Ehrenpatenschaften
    Der Bundespräsident übernimmt auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind einer Familie. Ist der Antrag für das Kind unterblieben, kann er auch für ein später geborenes Kind der Familie gestellt werden. Die Ehrenpatenschaft wird in einer Familie nur einmal übernommen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen einschließlich des Patenkindes mindestens sieben lebende Kinder zur Familie zählen, die von denselben Eltern, derselben Mutter oder demselben Vater abstammen. Adoptivkinder sind den leiblichen Kindern gleichgestellt.

    ******Die Ehrenpatenschaft hat in erster Linie symbolischen Charakter. Sie ist mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen. Der Bundespräsident bringt mit der Ehrenpatenschaft die besondere Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck. Sie stellt die besondere Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für unser Gemeinwesen haben. Die Ehrenpatenschaft soll mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken.*****

    Die Anträge auf Übernahme der Ehrenpatenschaft sind dem Bundespräsidialamt über die örtlich zuständige Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung zuzuleiten. Der Bundespräsident stellt nach Prüfung der Voraussetzungen eine Urkunde über die Annahme der Ehrenpatenschaft aus und lässt diese mit einem Patengeschenk (zzt. 500 Euro) den Eltern von einem Repräsentanten der Stadt oder Gemeinde aushändigen.

    Insgesamt wurden seit 1949 etwa 75.700 Ehrenpatenschaften übernommen. Im Jahr 2009 waren es 670.

    http://www.bundespraeside...

    Die sind alle älter als 50 Jahre ?!!!! Das heisst, die werden bald alle Rente beziehen wollen !
    Wieso haben die sich nicht schon tot gearbeitet ?

    Ist für eine ähnliche Äußerung nicht schon eine ehemalige Nachrichtensprecherin gegeißelt worden?

    Oder entgeht mir hier die Ironie dieses Kommentars?

    • améry
    • 19.11.2010 um 14:05 Uhr

    Ich hoffe den Leuten,die sich hier ganz begeistert zeigen, ist klar, dass das was Sie hier bewerben eine originär nationalsozialistische Erfindung ist.
    Jetzt hoffe ich darauf, dass Sie das ironisch gemeint haben und ihre Ironie nicht wirklich ausgefeilt ist.

  1. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang immer wieder, dass Eltern, die eine künstliche Befruchtung durchführen lassen wollen/müssen, erhebliche Probleme (milde ausgedrückt) bei der Kostenerstattung haben, was ja nicht unerheblich ist. Keinerlei Erstattungs-Probleme gibt es dagegen bei einer Abtreibung.
    Dieser Sachverhalt scheint aber nicht besonderlich diskussionswürdig in der C-Partei zu sein.

    17 Leser-Empfehlungen
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    @Also, wenn das stimmt, könnte man auf diese Bizzarrerie nicht genug hinweisen !!!

    Ich kann ich mir vorstellen, dass man das Problem mit Geld lösen könnte, indem man das Kindergeld drastisch anhebt. Wenn es uns so wichtig ist, die bundesdeutsche Demografie zu verbessern, dann sollte der Staat dort seine Milliarden reinbuttern. Jedes Kind 1000.- € Kindergeld auf 10 Jahre. Das müsste es uns doch wert sein ??? Das wären bei 1 Million neugeborenen 1 Milliarde Euro. Das wären doch sog. Peanuts, oder ? Was spricht dagegen ?

    Zur Berechnung:

    1.000 Euro/Monat(ich vermute darauf wollten Sie hinaus)*
    1.000.000 Kinder*
    12 Monate
    = 12 Mrd. Euro/Jahr

    Gesamteinnahmen des Bundes 2010:
    238,3 Mrd. Euro

    Das Wort Peanuts verbietet sich vor diesem Hintergrund, wie ich finde.
    ___________________________________________________________

    Zum eigentlichen Problem:

    Sicherlich halten Sie wenig davon, dass sich auf diesem Wege eine Hartz4Familie das Monatseinkommen eines Klinikarztes durch Bettsport erarbeiten kann, was perspektivisch(wohl aber schon recht zeitnah) zum Kollaps der dt. Sozialkassen führen würde.
    ___________________________________________________________

    Alternative:
    Der Weg a la Sarrazin. Erhöhtes Kindergeld nur für qualifizierte Eltern. ...

    dkdkkd dddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddd
    ddddddddd
    d

    D

    • DDave
    • 19.11.2010 um 16:25 Uhr

    Nun ja, aber sehen Sie nicht, wie sehr sich die CDU auf ihr C konzentriert?
    Die Delegierten auf dem Parteitag sprachen sich gegen PID aus! PID, die dann greift, wenn ein Paar mit einer Erbkrankheit bei einer künstlichen Befruchtung den Zellhaufen auf diese Erbkrankheit untersuchen lassen wollen.
    Jetzt mal eine Hochrechnung(ähnlich zufinden bei der Zeit), von allen künstlcihen Befruchtungen, die wenigsten eine Erbkrankheit haben, laut ZEIT sollen es 0,5 % Deutschlands sein.
    Aber das ABTREIBEN eines behinderten Kindes(sollte es denn so sein) bis zur 24. Schwangerschaftswoche ist erlaubt.

    Allgemein sollte man als C-Partei die Rechte der Familie stärken, denn Kinder brauchen Vater genauso wie Mutter. Unsere C-Partei will aber auch die Ein-Eltern-Familien unterstützen. Dazu sollte man eine Art Elternführerschein anbieten, damit Kinder da bekommen, was sie brauchen und insbesondere sollte man für Kinder und Bildung mehr Geld ausgeben, denn diese sind die Zukunft unseres Landes. Definitiv wird aber der demographischer Wandel durch solche Aktionen wie sie die C-Partei bringt nicht aufgehalten

    @Also, wenn das stimmt, könnte man auf diese Bizzarrerie nicht genug hinweisen !!!

    Ich kann ich mir vorstellen, dass man das Problem mit Geld lösen könnte, indem man das Kindergeld drastisch anhebt. Wenn es uns so wichtig ist, die bundesdeutsche Demografie zu verbessern, dann sollte der Staat dort seine Milliarden reinbuttern. Jedes Kind 1000.- € Kindergeld auf 10 Jahre. Das müsste es uns doch wert sein ??? Das wären bei 1 Million neugeborenen 1 Milliarde Euro. Das wären doch sog. Peanuts, oder ? Was spricht dagegen ?

    Zur Berechnung:

    1.000 Euro/Monat(ich vermute darauf wollten Sie hinaus)*
    1.000.000 Kinder*
    12 Monate
    = 12 Mrd. Euro/Jahr

    Gesamteinnahmen des Bundes 2010:
    238,3 Mrd. Euro

    Das Wort Peanuts verbietet sich vor diesem Hintergrund, wie ich finde.
    ___________________________________________________________

    Zum eigentlichen Problem:

    Sicherlich halten Sie wenig davon, dass sich auf diesem Wege eine Hartz4Familie das Monatseinkommen eines Klinikarztes durch Bettsport erarbeiten kann, was perspektivisch(wohl aber schon recht zeitnah) zum Kollaps der dt. Sozialkassen führen würde.
    ___________________________________________________________

    Alternative:
    Der Weg a la Sarrazin. Erhöhtes Kindergeld nur für qualifizierte Eltern. ...

    dkdkkd dddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddddd
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    D

    • DDave
    • 19.11.2010 um 16:25 Uhr

    Nun ja, aber sehen Sie nicht, wie sehr sich die CDU auf ihr C konzentriert?
    Die Delegierten auf dem Parteitag sprachen sich gegen PID aus! PID, die dann greift, wenn ein Paar mit einer Erbkrankheit bei einer künstlichen Befruchtung den Zellhaufen auf diese Erbkrankheit untersuchen lassen wollen.
    Jetzt mal eine Hochrechnung(ähnlich zufinden bei der Zeit), von allen künstlcihen Befruchtungen, die wenigsten eine Erbkrankheit haben, laut ZEIT sollen es 0,5 % Deutschlands sein.
    Aber das ABTREIBEN eines behinderten Kindes(sollte es denn so sein) bis zur 24. Schwangerschaftswoche ist erlaubt.

    Allgemein sollte man als C-Partei die Rechte der Familie stärken, denn Kinder brauchen Vater genauso wie Mutter. Unsere C-Partei will aber auch die Ein-Eltern-Familien unterstützen. Dazu sollte man eine Art Elternführerschein anbieten, damit Kinder da bekommen, was sie brauchen und insbesondere sollte man für Kinder und Bildung mehr Geld ausgeben, denn diese sind die Zukunft unseres Landes. Definitiv wird aber der demographischer Wandel durch solche Aktionen wie sie die C-Partei bringt nicht aufgehalten

  2. Vielen Dank, dass Sie sich dem Thema angenommen haben.

    Leider wird der demographische Wandel, der Europa wie kaum ein Ereignis verändern wird, in den Medien sonst kaum thematisiert.

  3. hätten sehr gern eine Familie. Aber es wird noch dauern, bis sie finanziell auf eigenen Füßen stehen, obwohl sie fast Mitte 20 sind.

    Mit der Pflege wird es wohl auch nichts, wenn wir sie im Alter brauchen sollten. Die Entfernung ist zu groß.

    Übrigens klappt das in Afrika doch ganz gut mit Kinderkriegen. Verhütung verbieten und Abtreibung - so einfach ist das. Heute wieder auf einer Seite der Überirdischen gelesen (Anonymität gewollt). Was sind das für Frauen, die sich so gern den Mund verbieten lassen?

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    Ich frage mich oft, ob die eigentliche Ursache an den hohen Unterhaltszahlungen liegt, zu denen die sogenannten "Ernährer der Familie" in FDeutschland verpflichtet sind. Ein europaweiter Vergleich würde vielleicht Interessante Zusammenhänge zutage fördern. Nebenbei gesagt sind die hohen Lasten der Männer sicher auch ein Grund, warum Männer automatisch höhere Gehälter angeboten bekommen als Frauen - letztlich zu Recht, solange der Mann als "der Ernährere der Familie" gilt.

    Ich frage mich oft, ob die eigentliche Ursache an den hohen Unterhaltszahlungen liegt, zu denen die sogenannten "Ernährer der Familie" in FDeutschland verpflichtet sind. Ein europaweiter Vergleich würde vielleicht Interessante Zusammenhänge zutage fördern. Nebenbei gesagt sind die hohen Lasten der Männer sicher auch ein Grund, warum Männer automatisch höhere Gehälter angeboten bekommen als Frauen - letztlich zu Recht, solange der Mann als "der Ernährere der Familie" gilt.

  4. Die Politik weiß lange: die sozial schwächsten Schichten liefern die meisten Kinder. Die Prekariarisierung der Bevölkerung ist in vollem Gange. Herr Petropulos möge verzeihen, aber die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten geht nicht von heute auf morgen.

  5. @Also, wenn das stimmt, könnte man auf diese Bizzarrerie nicht genug hinweisen !!!

    Antwort auf "Konsequenzen"
  6. Ich glaube nicht, dass Unsicherheit, und Nicht-Leisten-Koennen wirklich ursaechliche Probleme sind. Das untere Einkommensfuenftel in Deutschland bekommt ja auch die meisten Kinder, wobei das Kinderbekommen den Lebensstandard dann auch hebt.
    Aber ueberleben tun wir alle, arm werden durch Kinder werden wir auch nicht, nur moeglicherweise etwas weniger reich.
    Staaten wie Frankreich oder Schweden kratzen zumindest an der 2-Kind Marke, deren Bewohner leben auch nicht substanziell sicherer als die Deutschen.
    In Frankreich zumindest gibt es ein wirklich funktionierendes Krippennetz, Kinder schon ab 6 Monaten koennen in die Krippe gegeben werden.
    Aber auch das ist nur eine politische Aktion. Ich glaube, es fehlt an der Mentalitaet. Wenn die Politik sich entscheiden wuerde, einen Staat bauen zu wollen, in dem viele Kinder absolut erwuenscht sind, dann koennte sich etwas aendern.
    Dann sind Krippenplaetze eine automatische Notwendigkeit, und nicht das neueste und tollste Geschenk der Politik an die Bevoelkerung.
    Zuallererst steht natuerlich, und da hat der Artikel recht, die Selbstkritik der Regierenden. Selbst wenn man glaubt, die Zahlen nicht aendern zu koennen, so ist doch die vermutlich wichtigste Kennzahl des ganzen Staates nicht erst 11 Monate nach Ablauf des Jahres zu veroeffentlichen.
    Leider sehe ich keine einzige Partei, die sich den kinderfreundlichen Staat an prominenter Stelle auf die Fahnen geschrieben hat.

    16 Leser-Empfehlungen
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    • hthswa
    • 17.11.2010 um 18:57 Uhr

    """"" Das untere Einkommensfuenftel in Deutschland bekommt ja auch die meisten Kinder, wobei das Kinderbekommen den Lebensstandard dann auch hebt."""""

    Das untere Einkommensfünftel ist ja wohl H4.

    Wenn Sie glauben, dass diese Leute wegen "Kindergeld" ein besseres Leben sich ergattern wollen, so liegen Sie, mit dem unaussprechlichem Nick-namen, wahrscheinlich weit daneben.

    Offensichtlich sind Ihnen die Kosten von Kindern nicht bekannt. Ich habe insgesamt acht Kinder in die Welt gesetzt, davon 6 in erster Ehe und zwei Nachzügler in zweiter Ehe.

    Und ich habe ab meiner ersten Arbeitsstelle nach dem Studium jenseits der Beitragsbemessungsgrenze der RV mein Leben lang verdient. Ich bin also das Paradebeispiel wie falsch Ihre Theorie ist.

    Ich weiss was Kinder kosten und sehe, dass Eltern mit mehr als zwei Kinder meist nicht auf Rosen gebettet sind.

    Der Geburtenknick kam Mitte der 65er Jahre und dümpelt seit 1980 so vor sich hin.

    Waren es vielleicht die spiessigen 68er mit ihren Parolen der freien Liebe, so war es die darauffolgende Emanzipationswelle, angefacht und geschürt von A. Schwarzer, danach das egozentrische sich selbst Erkennen und daraus resultierende Egoismen die die Geburten-Ziffer bis auf den jetzigen Tag stabil unten gehalten haben.

    Die Politik ist auch angetan hier etwas als Vorbild abzugeben.
    Eine kinderlose Kanzlerin, desgleichen die jetzige Familienministerin. Aber das kann es nicht sein. Es ist die Unglaubwürdigkeit einer nicht berechenbarer Politik.

    • Frans
    • 18.11.2010 um 3:38 Uhr

    "Wenn die Politik sich entscheiden wuerde, einen Staat bauen zu wollen, in dem viele Kinder absolut erwuenscht sind, dann koennte sich etwas aendern."

    Das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben und könnte, wenn überhaupt, nur eine sozialistische Gesellschaft leisten, nicht aber ein warenproduzierendes Profitsystem. Denn alles was in dieser Gesellschaft nicht unmittelbar verwertbar ist, ist für den kapitalistischen Verwertungsprozess uninteressant. Dazu zählen vor allem Kinder, Alte, Kranke und Schwache, Auszubildende, Rentner, HartzIV-Empfänger, Arbeitslose, Hausfrauen usw.

    Sämtliche Transferleistungen an diese Gruppen sind vom kapitalistisch-ökonomischen Standpunkt aus rein verschwendete Mittel, d.h. unproduktives konsumtives Kapital, das kein Geld hecken, sondern nur verbrauchen kann, das demzufolge - laut Wirtschaft - bei den Unternehmen besser aufgehoben wäre. Schon in den 70er Jahren forderten die Arbeitgeberverbände, allen voran der BDI, die Einschränkung des konsumtiven Kapitals, d.h. Abbau sozialer Leistungen zugunsten der Wirtschaft und des produktiven Kapitals.

    Es ist leicht einzusehen, dass bei der heutigen Atomisierung und Prekarisierung der Gesellschaft der Wunsch nach Kindern nicht an erster Stelle stehen kann. Dagegen helfen weder Eltern- noch Kindergeld, sondern einzig und allein humane und stabile Arbeits- und Einkommensverhältnisse bei denen man auch eine Familie ernähren kann und deren Gründung nicht zu einem unkalkulierbaren Glücksspiel verkommt.

    • clubby
    • 18.11.2010 um 17:00 Uhr

    "Ich glaube nicht, dass Unsicherheit, und Nicht-Leisten-Koennen wirklich ursaechliche Probleme sind. Das untere Einkommensfuenftel in Deutschland bekommt ja auch die meisten Kinder, wobei das Kinderbekommen den Lebensstandard dann auch hebt.
    "

    Die haben aber auch nix zu verlieren, das ist der Unterschied. Klappts sonst nicht im Leben , sind Kinder dann die Sinnstiftung. Und richtig ist auch: Wenn ich schon von staatlicher Stütze lebe, bekomme ich durch mehr Kinder überproportiohal mehr Stütze. Sogar das Risiko wird geringer. Letztlich wirds nur durch verrechenbare Ausgaben ggfs weniger. Das kann ich vorhersehen. Ergo wirds für diese Schchten kalkulierbar risikominimierender mit mehr Kindern. Oder anders ausgedrückt...dort kann es nur besser werden. Ich bin dann noch schutzbedürftiger, aus staatlicher Sicht. Da ist der Staat ein deutlich bessrer "Arbeitgeber". Beim normalen Arbeitgeber dagegen ists genau umgekehrt, das ist der Unterschied.

    Ich befürchte nur...das ist politisch sogar seeeehr so gewollt!

    • hthswa
    • 17.11.2010 um 18:57 Uhr

    """"" Das untere Einkommensfuenftel in Deutschland bekommt ja auch die meisten Kinder, wobei das Kinderbekommen den Lebensstandard dann auch hebt."""""

    Das untere Einkommensfünftel ist ja wohl H4.

    Wenn Sie glauben, dass diese Leute wegen "Kindergeld" ein besseres Leben sich ergattern wollen, so liegen Sie, mit dem unaussprechlichem Nick-namen, wahrscheinlich weit daneben.

    Offensichtlich sind Ihnen die Kosten von Kindern nicht bekannt. Ich habe insgesamt acht Kinder in die Welt gesetzt, davon 6 in erster Ehe und zwei Nachzügler in zweiter Ehe.

    Und ich habe ab meiner ersten Arbeitsstelle nach dem Studium jenseits der Beitragsbemessungsgrenze der RV mein Leben lang verdient. Ich bin also das Paradebeispiel wie falsch Ihre Theorie ist.

    Ich weiss was Kinder kosten und sehe, dass Eltern mit mehr als zwei Kinder meist nicht auf Rosen gebettet sind.

    Der Geburtenknick kam Mitte der 65er Jahre und dümpelt seit 1980 so vor sich hin.

    Waren es vielleicht die spiessigen 68er mit ihren Parolen der freien Liebe, so war es die darauffolgende Emanzipationswelle, angefacht und geschürt von A. Schwarzer, danach das egozentrische sich selbst Erkennen und daraus resultierende Egoismen die die Geburten-Ziffer bis auf den jetzigen Tag stabil unten gehalten haben.

    Die Politik ist auch angetan hier etwas als Vorbild abzugeben.
    Eine kinderlose Kanzlerin, desgleichen die jetzige Familienministerin. Aber das kann es nicht sein. Es ist die Unglaubwürdigkeit einer nicht berechenbarer Politik.

    • Frans
    • 18.11.2010 um 3:38 Uhr

    "Wenn die Politik sich entscheiden wuerde, einen Staat bauen zu wollen, in dem viele Kinder absolut erwuenscht sind, dann koennte sich etwas aendern."

    Das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben und könnte, wenn überhaupt, nur eine sozialistische Gesellschaft leisten, nicht aber ein warenproduzierendes Profitsystem. Denn alles was in dieser Gesellschaft nicht unmittelbar verwertbar ist, ist für den kapitalistischen Verwertungsprozess uninteressant. Dazu zählen vor allem Kinder, Alte, Kranke und Schwache, Auszubildende, Rentner, HartzIV-Empfänger, Arbeitslose, Hausfrauen usw.

    Sämtliche Transferleistungen an diese Gruppen sind vom kapitalistisch-ökonomischen Standpunkt aus rein verschwendete Mittel, d.h. unproduktives konsumtives Kapital, das kein Geld hecken, sondern nur verbrauchen kann, das demzufolge - laut Wirtschaft - bei den Unternehmen besser aufgehoben wäre. Schon in den 70er Jahren forderten die Arbeitgeberverbände, allen voran der BDI, die Einschränkung des konsumtiven Kapitals, d.h. Abbau sozialer Leistungen zugunsten der Wirtschaft und des produktiven Kapitals.

    Es ist leicht einzusehen, dass bei der heutigen Atomisierung und Prekarisierung der Gesellschaft der Wunsch nach Kindern nicht an erster Stelle stehen kann. Dagegen helfen weder Eltern- noch Kindergeld, sondern einzig und allein humane und stabile Arbeits- und Einkommensverhältnisse bei denen man auch eine Familie ernähren kann und deren Gründung nicht zu einem unkalkulierbaren Glücksspiel verkommt.

    • clubby
    • 18.11.2010 um 17:00 Uhr

    "Ich glaube nicht, dass Unsicherheit, und Nicht-Leisten-Koennen wirklich ursaechliche Probleme sind. Das untere Einkommensfuenftel in Deutschland bekommt ja auch die meisten Kinder, wobei das Kinderbekommen den Lebensstandard dann auch hebt.
    "

    Die haben aber auch nix zu verlieren, das ist der Unterschied. Klappts sonst nicht im Leben , sind Kinder dann die Sinnstiftung. Und richtig ist auch: Wenn ich schon von staatlicher Stütze lebe, bekomme ich durch mehr Kinder überproportiohal mehr Stütze. Sogar das Risiko wird geringer. Letztlich wirds nur durch verrechenbare Ausgaben ggfs weniger. Das kann ich vorhersehen. Ergo wirds für diese Schchten kalkulierbar risikominimierender mit mehr Kindern. Oder anders ausgedrückt...dort kann es nur besser werden. Ich bin dann noch schutzbedürftiger, aus staatlicher Sicht. Da ist der Staat ein deutlich bessrer "Arbeitgeber". Beim normalen Arbeitgeber dagegen ists genau umgekehrt, das ist der Unterschied.

    Ich befürchte nur...das ist politisch sogar seeeehr so gewollt!

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