KinderlosigkeitOhne Kinder im Abseits

Kinderwünsche sollen nach Ministerin Schröder nicht mehr an Geld und veralteten Bestimmungen scheitern. T. Dückers über das neue Mutterbild und ungewollte Kinderlosigkeit.

Wenn gesellschaftspolitische Visionen fehlen, kann manchmal das Privatleben Impulse setzen: Bisher hat sich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder nicht besonders um das Wohl der Kinderlosen gekümmert. Plötzlich äußert die werdende Mutter das Bedürfnis, etwas für sie tun zu wollen. Sie sagt nun Dinge wie: "Ich finde es unerträglich, wenn Kinderwünsche am Geld scheitern" in Bezug auf die immens gewordenen Kosten einer künstlichen Befruchtung und macht sich Gedanken, wie das überalterte deutsche Adoptionsrecht zu vereinfachen wäre.

Doch ist es fraglich, ob es nicht nur vage bei "gutem Willen" bleibt: Es ist gerade erst drei Jahre her, dass der Vorstoß der Bundesländer Hessen, Sachsen und Thüringen abgelehnt wurde, die Krankenkassen wieder stärker an den horrenden Kosten der künstlichen Befruchtung zu beteiligen. Es handelt sich nicht um lapidare Beträge für die betroffenen Paare: Die Kosten liegen bei 3000 bis 5000 Euro pro Versuch. Meist sind mehrere Versuche notwendig. Die drei Bundesländer begründeten den Antrag mit dem Leidensdruck der ungewollt kinderlosen Paare sowie mit den Folgen des demographischen Wandels für das Steuer- und Sozialabgabensystem, doch das interessierte niemanden. Die Krankenkassen kommen für Operationen bei abstehenden Ohren und bei der Vergabe von Viagra auf – aber nicht für die Kosten für Hormonbehandlungen bei Unfruchtbarkeit. Und das, obwohl Infertilität von der WHO längst als Krankheit klassifiziert wurde.

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Auch vor sieben Jahren war die CDU fröhlich mit dabei gewesen, als sie sich – als Oppositionspartei – mit der SPD-geführten Bundesregierung darauf verständigte, im Zuge des "Bundesgesundheitsmodernisierungsgesetzes" die Hilfen für künstliche Befruchtungen drastisch zu kürzen, obwohl Jahr für Jahr immer mehr Kinder auf diesem Weg geboren wurden. Im Jahr 2003 waren drei Prozent aller Neugeborenen in Deutschland auf dem Weg der In-Vitro-Fertilisation gezeugt worden. Doch seit der Gesetzesänderung vor sieben Jahren ist ihre Zahl rapide gesunken, denn für Normalverdiener sind die Kosten nicht mehr tragbar. Ergebnis der Gynäkologen und Reproduktionsmediziner in Deutschland: Mindestens 15.000 Kinder weniger pro Jahr seit dem 1. Januar 2004.

Bis zur damaligen Gesundheitsreform hatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für vier Versuche im Rahmen der künstlichen Befruchtung komplett übernommen, seither werden von den Krankenkassen für maximal drei Versuche die Hälfte der Kosten getragen – jedoch nur bei Frauen unter 40 und bei Männern unter 50 Jahren – und nur, wenn sie verheiratet sind, was einen Anachronismus sondergleichen darstellt. Schließlich wächst mittlerweile in Deutschland jedes dritte bis vierte Kind mit nicht-verheirateten Eltern heran.

Es wird angenommen, dass in Deutschland jedes siebte Paar ungewollt kinderlos ist. Wer Betroffene kennt, weiß, wie groß der Leidensdruck und das Gefühl sozialer Ausgrenzung bei diesen Menschen oft ist. Ungewollt Kinderlose können ein Lied singen von den vielen Fragen, die mit entweder unverhohlen aggressiven oder aber mitleidigem Unterton an sie gerichtet werden: "Wollt ihr – etwa – keine Kinder"?

Zumal sich der Zeitgeist gedreht hat: Zwar gibt es zweifellos auch ein Mütter- und ein Elternbashing – wie überhaupt in Deutschland sehr gern Kollektive als Sündenbock für irgendetwas herhalten müssen und das Bashing (ob es um sogenannte "Altachtundsechziger", um angeblich in Saus und Braus lebende Hartz-IVler oder um "integrationsunwillige Migranten" geht) zum Volksport verkommen ist. Eine Gruppe, die zumindest noch vor 20 oder 30 Jahren vom Bashing verschont geblieben ist, jetzt aber zunehmend ins Aggressionsvisier der Restbevölkerung geraten ist, sind die Kinderlosen: Mit dem medialen Ausruf der neuen Gebärfreudigkeit werden sie nun landauf, landab als "kinderfeindliche Egoisten", "verantwortungslose Hedonisten" oder doch gleich als "gefühlskalte Materialisten" angeprangert.

Mit seinem Sachbuchbestseller "Deutschland schafft sich ab" hat  Thilo Sarrazin dem Argwohn gegenüber Kinderlosen (so fern es nicht Migranten sind!) Vorschub geleistet. Die Ansicht hat sich weit verbreitet, dass Kinderlose unsolidarisch handeln, weil sie sich der "Reproduktion des Volks" widersetzen. Noch vor einigen Jahren, vor allem im Zuge von ’68, wurde es der Freiheit des Einzelnen zugeschrieben, ob er sich für Kinder entscheidet oder dagegen. Überdurchschnittlich viele Kinder haben übrigens die Vorstandsvorsitzenden der 30 größten deutschen DAX-Unternehmen – natürlich kümmert sich der Herr Vorstand nicht vornehmlich um die lieben Kleinen, aber "haben" tut er sie schon gern, als fotogene Visitenkarte seines soliden bürgerlichen Hintergrunds. Kinder sind Statussymbole geworden: Man zeigt, was man sich leisten kann. Während Kinder früher einfach "passierten", werden sie heute als geplante "Leistung" der Eltern angesehen – an der Art, wie manche Menschen die schiere Anzahl ihrer Kinder aussprechen, als wären mehr Kinder per se besser als weniger, lässt etwas von diesem merkwürdigen, für Kinderlose oft kränkenden Stolz spüren.

Leserkommentare
  1. 25. traurig

    "Die Zunahme von Erstgebärenden um die 40 – so auch die Autorin dieses Beitrags – scheint ein Umdenken anzuregen. Vielleicht ein kleiner Schritt in die richtige Richtung."

    Das ist doch armselig! Wer 40 Jahre Selbstverwirklichung 'geleistet' hat und plötzlich wegen seines hohen Alters (und das ist es, 40Jahre ist Bergfest) Muffensausen bekommt, hat's einfach nicht kapiert und sollte nicht auch noch als Oldtimer als Adoptiv-vater/Mutter in Frage kommen und wenn die Kinder Abi machen in Rente gehen.

    Ebenso finde ich es unverständlich warum die Gesellschaft für Frauen 40+ die IVF bezahlen soll. Für Frauen unter 35 gerne 100% Übernahme, keine Frage. Wer aber nur rumdattelt und beim Latte Macchiato trinken nicht kapiert, dass der Zug langsam abfährt, soll das Problem ruhig selber lösen.

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    • multix
    • 03.06.2011 um 19:36 Uhr

    für Frauen die evtl. verklebte Eierstöcke haben oder einen nicht zeugungsfähigen Partner (so ca. 20% der männl. Population)?

    Die trinken alle Latte M.?

    Das Leid der unfreiwillig Kinderlosen ist eine ganz eigene Geschichte. Wir haben vier gesunde Kinder, aber wir hören und sehen durchaus den Schmerz derer die nur zu gern an unserer Stelle wären.

    Wir haben die Türen unseres Hauses dafür geöffnet.

    m.

    fast könnte ich das von Ihnen gesagte unterschreiben. Es ist wohl Fakt, daß manche Frauen das Kinderkriegen nach hinten verschieben und dann mit 40 merken, daß der Zug bald abfährt. Es ist auch Fakt, daß heutzutage viele Menschen der Meinung sind, alles müsse machbar sein; in diesem Fall also z.B., wenns denn auf natürlichem Wege nicht mehr klappt, mit einer künstlichen Befruchtung.
    Was mich bei der Argumentation von Ihnen etwas stört, sind 2 Aussagen: zum einen glaube ich nicht, daß die heutige Generation junger potentieller Eltern das Kinderbekommen aus 'Selbstverwirklichungsgründen' nach hinten verschiebt; das ist wohl mehr der Unsicherheit zu verdanken, die heute allgegenwärtig ist - prekäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglöhne etc. Ihre Aussage bezüglich der Selbstverwirklichung dürfte eher für die heute 40jährigen gelten, die früher tatsächlich bessere Arbeits- und Lebensbedingungen hatten und sich erst einmal etwas leisten wollten, deshalb den Kinderwunsch nach hinten verschoben haben. Zum anderen gibt es nun einmal die Sachlage, auch bei jüngeren Frauen, daß sie tatsächlich unfruchtbar sind, das kann ja verschiedene Gründe haben, und deshalb auf künstliche Befruchtung zurückgreifen müssen. Diese Frauen leiden tatsächlich - es ist nicht bloß ein 'Wunsch zum Renomieren', Kinder zu haben. Jeder, der selber Kinder hat, wird sich wahrscheinlich nur schwer in die Lage dieser Frauen hineinversetzen können.

    Es ist nicht nur traurig sondern vor allem extrem unwürdig, wenn sich Frauen im biologischen Großmutter-Alter (40+) noch mal ihre angebliche Jugend beweisen müssen. Mit Kindern per IVF - oder wenn gar nix mehr hilft adoptiert.

    Es ist nicht selbstsüchtig, sich gegen Kinder zu entscheiden. Aber es ist egoistisch, sich "erst mal auszuleben" - aber die Folgekosten (z.B. für die im Alter notwendige künstliche Befruchtung) die Gesellschaft zahlen lassen zu wollen.

    Mal abgesehen davon, welche Folgen das durch fast ein halbes Jahrhundert(!) Altersunterschied resultierende mangelnde gegenseitige Verständnis für die Erziehung und das Eltern-Kind-Verhältnis hat.

    @multix: Den Kinderwunsch ungewollt kinderloser junger Paare zu unterstützen - auch finanziell durch Kostenübernahme für IVF - ist etwas ganz anderes.

    @multix: ich kann nur wiederholen was ich gesagt habe: deinitiv 100% IVF für alle frauen im entsprechenden biologischen alter (<30). aber keine IVF von der gesellschaft bezahlt für Frauen im großmutter-alter (40+).

    nicht wenige bei uns im freundeskreis haben unter 30 kinder bekommen, wenige später und ganz wenige können keine kinder bekommen. die, die noch keine kinder haben (~1/3 der paare) und in unserem alter sind (~30), sagen auf anfrage nach kindern so etwas wie "och nö, irgendwie gerade nicht." und es würde passen, wird aber nicht umgesetzt. andere wollen den job in sack und tüten haben. funktioniert heutzutage aber nicht mehr so wie in den siebzigern mit unbefristetem job auf lebenszeit.

    dann mit 35 kommt die torschlußpanik, mit 37 das erste kind und im schlimmsten falle merken sie dann vielleicht mit ende 30 noch, dass sie keine kinder bekommen können. das war's dann.

    der boom der IVF korreliert doch scheinbar stark mit dem hinausschieben der familienplanung. ist also allein das hohe alter einiger mütter nur das problem? wäre nur nachvollziehbar, wenn man bedenkt dass man mit 40+ schon näher an den wechseljahren ist als am zeitpunkt an dem man theoretisch kinder bekommen könnte. :0

    @multix: ich kann nur wiederholen was ich gesagt habe: deinitiv 100% IVF für alle frauen im entsprechenden biologischen alter (<30). aber keine IVF von der gesellschaft bezahlt für Frauen im großmutter-alter (40+).

    nicht wenige bei uns im freundeskreis haben unter 30 kinder bekommen, wenige später und ganz wenige können keine kinder bekommen. die, die noch keine kinder haben (~1/3 der paare) und in unserem alter sind (~30), sagen auf anfrage nach kindern so etwas wie "och nö, irgendwie gerade nicht." und es würde passen, wird aber nicht umgesetzt. andere wollen den job in sack und tüten haben. funktioniert heutzutage aber nicht mehr so wie in den siebzigern mit unbefristetem job auf lebenszeit.

    dann mit 35 kommt die torschlußpanik, mit 37 das erste kind und im schlimmsten falle merken sie dann vielleicht mit ende 30 noch, dass sie keine kinder bekommen können. das war's dann.

    der boom der IVF korreliert doch scheinbar stark mit dem hinausschieben der familienplanung. ist also allein das hohe alter einiger mütter nur das problem? wäre nur nachvollziehbar, wenn man bedenkt dass man mit 40+ schon näher an den wechseljahren ist als am zeitpunkt an dem man theoretisch kinder bekommen könnte. :0

    • multix
    • 03.06.2011 um 19:36 Uhr

    für Frauen die evtl. verklebte Eierstöcke haben oder einen nicht zeugungsfähigen Partner (so ca. 20% der männl. Population)?

    Die trinken alle Latte M.?

    Das Leid der unfreiwillig Kinderlosen ist eine ganz eigene Geschichte. Wir haben vier gesunde Kinder, aber wir hören und sehen durchaus den Schmerz derer die nur zu gern an unserer Stelle wären.

    Wir haben die Türen unseres Hauses dafür geöffnet.

    m.

    fast könnte ich das von Ihnen gesagte unterschreiben. Es ist wohl Fakt, daß manche Frauen das Kinderkriegen nach hinten verschieben und dann mit 40 merken, daß der Zug bald abfährt. Es ist auch Fakt, daß heutzutage viele Menschen der Meinung sind, alles müsse machbar sein; in diesem Fall also z.B., wenns denn auf natürlichem Wege nicht mehr klappt, mit einer künstlichen Befruchtung.
    Was mich bei der Argumentation von Ihnen etwas stört, sind 2 Aussagen: zum einen glaube ich nicht, daß die heutige Generation junger potentieller Eltern das Kinderbekommen aus 'Selbstverwirklichungsgründen' nach hinten verschiebt; das ist wohl mehr der Unsicherheit zu verdanken, die heute allgegenwärtig ist - prekäre Arbeitsverhältnisse, Niedriglöhne etc. Ihre Aussage bezüglich der Selbstverwirklichung dürfte eher für die heute 40jährigen gelten, die früher tatsächlich bessere Arbeits- und Lebensbedingungen hatten und sich erst einmal etwas leisten wollten, deshalb den Kinderwunsch nach hinten verschoben haben. Zum anderen gibt es nun einmal die Sachlage, auch bei jüngeren Frauen, daß sie tatsächlich unfruchtbar sind, das kann ja verschiedene Gründe haben, und deshalb auf künstliche Befruchtung zurückgreifen müssen. Diese Frauen leiden tatsächlich - es ist nicht bloß ein 'Wunsch zum Renomieren', Kinder zu haben. Jeder, der selber Kinder hat, wird sich wahrscheinlich nur schwer in die Lage dieser Frauen hineinversetzen können.

    Es ist nicht nur traurig sondern vor allem extrem unwürdig, wenn sich Frauen im biologischen Großmutter-Alter (40+) noch mal ihre angebliche Jugend beweisen müssen. Mit Kindern per IVF - oder wenn gar nix mehr hilft adoptiert.

    Es ist nicht selbstsüchtig, sich gegen Kinder zu entscheiden. Aber es ist egoistisch, sich "erst mal auszuleben" - aber die Folgekosten (z.B. für die im Alter notwendige künstliche Befruchtung) die Gesellschaft zahlen lassen zu wollen.

    Mal abgesehen davon, welche Folgen das durch fast ein halbes Jahrhundert(!) Altersunterschied resultierende mangelnde gegenseitige Verständnis für die Erziehung und das Eltern-Kind-Verhältnis hat.

    @multix: Den Kinderwunsch ungewollt kinderloser junger Paare zu unterstützen - auch finanziell durch Kostenübernahme für IVF - ist etwas ganz anderes.

    @multix: ich kann nur wiederholen was ich gesagt habe: deinitiv 100% IVF für alle frauen im entsprechenden biologischen alter (<30). aber keine IVF von der gesellschaft bezahlt für Frauen im großmutter-alter (40+).

    nicht wenige bei uns im freundeskreis haben unter 30 kinder bekommen, wenige später und ganz wenige können keine kinder bekommen. die, die noch keine kinder haben (~1/3 der paare) und in unserem alter sind (~30), sagen auf anfrage nach kindern so etwas wie "och nö, irgendwie gerade nicht." und es würde passen, wird aber nicht umgesetzt. andere wollen den job in sack und tüten haben. funktioniert heutzutage aber nicht mehr so wie in den siebzigern mit unbefristetem job auf lebenszeit.

    dann mit 35 kommt die torschlußpanik, mit 37 das erste kind und im schlimmsten falle merken sie dann vielleicht mit ende 30 noch, dass sie keine kinder bekommen können. das war's dann.

    der boom der IVF korreliert doch scheinbar stark mit dem hinausschieben der familienplanung. ist also allein das hohe alter einiger mütter nur das problem? wäre nur nachvollziehbar, wenn man bedenkt dass man mit 40+ schon näher an den wechseljahren ist als am zeitpunkt an dem man theoretisch kinder bekommen könnte. :0

    @multix: ich kann nur wiederholen was ich gesagt habe: deinitiv 100% IVF für alle frauen im entsprechenden biologischen alter (<30). aber keine IVF von der gesellschaft bezahlt für Frauen im großmutter-alter (40+).

    nicht wenige bei uns im freundeskreis haben unter 30 kinder bekommen, wenige später und ganz wenige können keine kinder bekommen. die, die noch keine kinder haben (~1/3 der paare) und in unserem alter sind (~30), sagen auf anfrage nach kindern so etwas wie "och nö, irgendwie gerade nicht." und es würde passen, wird aber nicht umgesetzt. andere wollen den job in sack und tüten haben. funktioniert heutzutage aber nicht mehr so wie in den siebzigern mit unbefristetem job auf lebenszeit.

    dann mit 35 kommt die torschlußpanik, mit 37 das erste kind und im schlimmsten falle merken sie dann vielleicht mit ende 30 noch, dass sie keine kinder bekommen können. das war's dann.

    der boom der IVF korreliert doch scheinbar stark mit dem hinausschieben der familienplanung. ist also allein das hohe alter einiger mütter nur das problem? wäre nur nachvollziehbar, wenn man bedenkt dass man mit 40+ schon näher an den wechseljahren ist als am zeitpunkt an dem man theoretisch kinder bekommen könnte. :0

    • clubby
    • 03.06.2011 um 19:28 Uhr

    dass Überbevölkerung der Grund für Geburtenrückgang ist? Es ist aber dfinitiv so, dass ein sehr national geprägter Zeitgeist Kinderkriegen zum Wohle des Landes postuliert und fördert. Das erklärt auch warum Kinderlose an dem Pranger stehen. Eine vernüftige Migrationspolitik , die die Verteilung der Menschen auf dem Planeten besser fördert wäre im Sinne des Umweltschutzes, Klimaproblemen etc. viel dienlicher, als nur der übliche "Kinder fürs Land" Schmarrn. In diesem Sinne PASST ES , dass Überbevölkerung als Grundursache sehr vieler globaler Probleme schlicht nicht mehr diskutiert oder erwähnt wird, obwohl dies der richtige Ansatz wäre. Witschaftswachstum hilft da rein gar nicht. Wenn ALLE Menschen auf dem gleichen Wohlstandlevel wie wir leben würden, wäre rein gar nichts mehr zu retten. In den 70-80gern wurden da übrigens ganz andere Diskussionen geführt. Diese werden aber wieder kommen...ganz sicher...die Kinderlosen sind dann die Verantwortungsvollen und die andern die Veratwortungslosen. Geht immer hin und her... einfach ignorieren, und das tun was man selbst wirklich will ist immer noch der beste weg.

    Antwort auf "Überbevölkerung?"
  2. ...und dann so ein Spruch:

    "Und nein, ich bin nicht bereit, für den egozentrischen, hedonistischen Wunsch nach einem Kind um jeden Preis mit meinen Krankenkassenbeiträgen geradezustehen"

    Da Sie offensichtlich kinderlos sind, lassen Sie sich versichern, dass Kinder großziehen eben nicht hedonistisch ist, sondern viel Verantwortungsbewusstsein und auch persönliche Entbehrung bedeutet.

    Wenn Sie Toleranz gegenüber anderen Lebensformen einfordern, sollten Sie selber auch dazu bereit sein und zumindest Respekt vor der Lebensaufgabe Kinder großzuziehen haben.

    Auch wenn Sie nicht mit Ihren Krankenkassenbeiträgen "für den egozentrischen, hedonistischen Wunsch nach einem Kind" geradestehen wollen, denken Sie bitte daran, dass Kinder anderer Leute (wenn sie selbst GKV-Beitragszahler sein werden) mit ihren Beitragen geradestehen werden, wenn Sie auf die Leistungen Ihrer Kasse zB im Alter besonders angewiesen sein werden.

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    Antwort auf "Mehr Toleranz!"
    • multix
    • 03.06.2011 um 19:36 Uhr

    für Frauen die evtl. verklebte Eierstöcke haben oder einen nicht zeugungsfähigen Partner (so ca. 20% der männl. Population)?

    Die trinken alle Latte M.?

    Das Leid der unfreiwillig Kinderlosen ist eine ganz eigene Geschichte. Wir haben vier gesunde Kinder, aber wir hören und sehen durchaus den Schmerz derer die nur zu gern an unserer Stelle wären.

    Wir haben die Türen unseres Hauses dafür geöffnet.

    m.

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    Antwort auf "traurig"
  3. Selbstverständlich soll, wer will, ein kinderloses Lebensmodell führen dürfen. Vorausgesetzt, die Kinderlosigkeit erstreckt sich auch darauf, nicht im Alter von den Kindern anderer ernährt werden zu wollen.

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    • Zuntz
    • 03.06.2011 um 19:56 Uhr

    ein kinderloses Lebensmodell führen dürfen. Vorausgesetzt, die Kinderlosigkeit erstreckt sich auch darauf, nicht im Alter von den Kindern anderer ernährt werden zu wollen.
    ---------------------------
    sollten ihr Kinder straffällig werden,Therapien brauchen,
    Nachhilfe,möchte ich sie bitten mir Bescheid zu geben und meinen steuerlichen Anteil daran zu erstatten

    "Vorausgesetzt, die Kinderlosigkeit erstreckt sich auch darauf, nicht im Alter von den Kindern anderer ernährt werden zu wollen."

    Geht es doch nur ums Geld? Kinder als Kapitalanlage?

    In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist es total sinnvoll, soziale Umverteilung zu haben. Wenn jeder nur in jeder Lebenssituation auf sich selbst angewiesen ist, verbaut man viele Menschen Chancen. So wie der Kinderlose in der Regel sein Leben lang genauso ins Rentensystem einbezahlt und damit Rentenansprüche erwirbt, so profitieren Familien von Elterngeld, Kindergeld und beitragsfreier Mitversicherung in der GKV.

    Bei dem Rentenargument höre ich immer so eine gewisse Gehässigkeit heraus. Nach dem Motto, dass alle, denen die Entbehrungen des Elterndaseins nicht auf sich nehmen wollen, doch wenigstens im Alter gestraft sein sollen. Da gehts um kein rationales Argument - es geht um Strafe.

    Lächerliches Argument.
    Wie wenn Kinderlose Ihnen erwidern würden, dass Sie gerne Kinder haben dürfen, aber dass diese gefälligst nicht auf Kosten (oder von) Kinderlosen betreut werden sollen.

    • Zuntz
    • 03.06.2011 um 19:56 Uhr

    ein kinderloses Lebensmodell führen dürfen. Vorausgesetzt, die Kinderlosigkeit erstreckt sich auch darauf, nicht im Alter von den Kindern anderer ernährt werden zu wollen.
    ---------------------------
    sollten ihr Kinder straffällig werden,Therapien brauchen,
    Nachhilfe,möchte ich sie bitten mir Bescheid zu geben und meinen steuerlichen Anteil daran zu erstatten

    "Vorausgesetzt, die Kinderlosigkeit erstreckt sich auch darauf, nicht im Alter von den Kindern anderer ernährt werden zu wollen."

    Geht es doch nur ums Geld? Kinder als Kapitalanlage?

    In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist es total sinnvoll, soziale Umverteilung zu haben. Wenn jeder nur in jeder Lebenssituation auf sich selbst angewiesen ist, verbaut man viele Menschen Chancen. So wie der Kinderlose in der Regel sein Leben lang genauso ins Rentensystem einbezahlt und damit Rentenansprüche erwirbt, so profitieren Familien von Elterngeld, Kindergeld und beitragsfreier Mitversicherung in der GKV.

    Bei dem Rentenargument höre ich immer so eine gewisse Gehässigkeit heraus. Nach dem Motto, dass alle, denen die Entbehrungen des Elterndaseins nicht auf sich nehmen wollen, doch wenigstens im Alter gestraft sein sollen. Da gehts um kein rationales Argument - es geht um Strafe.

    Lächerliches Argument.
    Wie wenn Kinderlose Ihnen erwidern würden, dass Sie gerne Kinder haben dürfen, aber dass diese gefälligst nicht auf Kosten (oder von) Kinderlosen betreut werden sollen.

    • Zuntz
    • 03.06.2011 um 19:56 Uhr

    ein kinderloses Lebensmodell führen dürfen. Vorausgesetzt, die Kinderlosigkeit erstreckt sich auch darauf, nicht im Alter von den Kindern anderer ernährt werden zu wollen.
    ---------------------------
    sollten ihr Kinder straffällig werden,Therapien brauchen,
    Nachhilfe,möchte ich sie bitten mir Bescheid zu geben und meinen steuerlichen Anteil daran zu erstatten

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    ...werden aber auch Polizisten, Lehrer, Ärzte, Krankenpfleger, Feuerwehrmänner/-frauen....

    Wenn Ihnen Solidarität nicht gelegen ist, könnten Sie ja immer noch auf eine einsame Insel auswandern....

    sollten ihr Kinder straffällig werden,Therapien brauchen,
    Nachhilfe,möchte ich sie bitten mir Bescheid zu geben und meinen steuerlichen Anteil daran zu erstatten

    Wenn Sie auf die Leistungen der Kinder anderer Leute verzichten bzw. aus deren und Nichtleistungen herausgehalten werden wollen, dann hätten Sie gar kein Geld, das man Ihnen erstatten könnte.

    Sie scheinen die Notwendigkeit von Kindern für eine Gesellschaft nicht zu erkennen.

    @Zuntz: das war aber echt ein eigentor! meine herren. :)

    ...werden aber auch Polizisten, Lehrer, Ärzte, Krankenpfleger, Feuerwehrmänner/-frauen....

    Wenn Ihnen Solidarität nicht gelegen ist, könnten Sie ja immer noch auf eine einsame Insel auswandern....

    sollten ihr Kinder straffällig werden,Therapien brauchen,
    Nachhilfe,möchte ich sie bitten mir Bescheid zu geben und meinen steuerlichen Anteil daran zu erstatten

    Wenn Sie auf die Leistungen der Kinder anderer Leute verzichten bzw. aus deren und Nichtleistungen herausgehalten werden wollen, dann hätten Sie gar kein Geld, das man Ihnen erstatten könnte.

    Sie scheinen die Notwendigkeit von Kindern für eine Gesellschaft nicht zu erkennen.

    @Zuntz: das war aber echt ein eigentor! meine herren. :)

  4. "Vorausgesetzt, die Kinderlosigkeit erstreckt sich auch darauf, nicht im Alter von den Kindern anderer ernährt werden zu wollen."

    Geht es doch nur ums Geld? Kinder als Kapitalanlage?

    In einer arbeitsteiligen Gesellschaft ist es total sinnvoll, soziale Umverteilung zu haben. Wenn jeder nur in jeder Lebenssituation auf sich selbst angewiesen ist, verbaut man viele Menschen Chancen. So wie der Kinderlose in der Regel sein Leben lang genauso ins Rentensystem einbezahlt und damit Rentenansprüche erwirbt, so profitieren Familien von Elterngeld, Kindergeld und beitragsfreier Mitversicherung in der GKV.

    Bei dem Rentenargument höre ich immer so eine gewisse Gehässigkeit heraus. Nach dem Motto, dass alle, denen die Entbehrungen des Elterndaseins nicht auf sich nehmen wollen, doch wenigstens im Alter gestraft sein sollen. Da gehts um kein rationales Argument - es geht um Strafe.

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    @schusswaffe:
    das problem mit der rentenkasse ist der generationenvertrag. die generation die gerade werte schafft, zahlt davon einen teil an die alten, kranken und sozial benachteiligten etc. die leute die keine kinder haben zahlen zwar auch ein, aber nicht für sich, sondern für die aktuelle rentnergeneration. wenn die kinderlosen in rente gehen, zahlen die kinder derjenigen, die kinder bekommen haben für sie und nicht sie selbst.

    das ganze heißt generationenvertrag. wer keine kinder hat sollte also sehr sehr dankbar sein, dass andere leute kinder bekommen und fihre aktuelle leistung an sie weiter geben. ich möchte gerne die kinderlosen sehen, wie sie über 50 jahre privat vorsorgen und dann nach einem eventuellen crash oder hoher inflation als sozialfall enden, weil ihr über jahre angespartes geld nichts mehr wert ist. das wäre die alternative - fände ich spitze - geht aber definitiv so richtig in die hose.

    das ganze system funktioniert nur dann, wenn sich die leute weiterhin für kinder entscheiden und aktuelle leistung der jüngeren und sofort ohne größe verluste wie inflation etc. an die alten weitergegeben wird.

    @schusswaffe:
    das problem mit der rentenkasse ist der generationenvertrag. die generation die gerade werte schafft, zahlt davon einen teil an die alten, kranken und sozial benachteiligten etc. die leute die keine kinder haben zahlen zwar auch ein, aber nicht für sich, sondern für die aktuelle rentnergeneration. wenn die kinderlosen in rente gehen, zahlen die kinder derjenigen, die kinder bekommen haben für sie und nicht sie selbst.

    das ganze heißt generationenvertrag. wer keine kinder hat sollte also sehr sehr dankbar sein, dass andere leute kinder bekommen und fihre aktuelle leistung an sie weiter geben. ich möchte gerne die kinderlosen sehen, wie sie über 50 jahre privat vorsorgen und dann nach einem eventuellen crash oder hoher inflation als sozialfall enden, weil ihr über jahre angespartes geld nichts mehr wert ist. das wäre die alternative - fände ich spitze - geht aber definitiv so richtig in die hose.

    das ganze system funktioniert nur dann, wenn sich die leute weiterhin für kinder entscheiden und aktuelle leistung der jüngeren und sofort ohne größe verluste wie inflation etc. an die alten weitergegeben wird.

  5. ...werden aber auch Polizisten, Lehrer, Ärzte, Krankenpfleger, Feuerwehrmänner/-frauen....

    Wenn Ihnen Solidarität nicht gelegen ist, könnten Sie ja immer noch auf eine einsame Insel auswandern....

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    • Zuntz
    • 03.06.2011 um 20:20 Uhr

    Wenn Ihnen Solidarität nicht gelegen ist, könnten Sie ja immer noch auf eine einsame Insel auswandern....
    ----------------------------------
    wenn sie Zusammenhänge herstellen könnten,hätten sie
    das jetzt nicht geschrieben.

    • Zuntz
    • 03.06.2011 um 20:20 Uhr

    Wenn Ihnen Solidarität nicht gelegen ist, könnten Sie ja immer noch auf eine einsame Insel auswandern....
    ----------------------------------
    wenn sie Zusammenhänge herstellen könnten,hätten sie
    das jetzt nicht geschrieben.

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