Leserartikel

AlleinerziehendeDie Stillhalter der Nation

Alleinerziehende sollen Vollzeit arbeiten, sobald das Kind drei Jahre alt ist. Das Urteil des BGH schadet Eltern und Kindern gleichermaßen, kommentiert Leserin A. Prinz. von Andrea Prinz

Knapp 20 Prozent aller Eltern in Deutschland sind alleinerziehend, der Großteil davon sind Frauen. Viele der Single-Eltern leben am Rande des Existenzminimums und sind am Ende ihrer Kräfte. Ein Drittel der Alleinerziehenden ist auf Hartz IV angewiesen. Single-Familien sind überfordert, krankheitsgefährdet und meistens knapp bei Kasse. Armut belastet nachweislich auch den Nachwuchs.

Alleinerziehende leisten Großes und sind trotzdem die neuen Verlierer der Gesellschaft. Mit ignoranter Selbstverständlichkeit hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt entschieden, dass Alleinerziehende mit über dreijährigen Kindern Vollzeit arbeiten müssen, um Anspruch auf Unterhalt zu haben. Wer Erziehung übernimmt, muss also zusätzlich einer 40-Stunden-Beschäftigung nachgehen, um eine sichere und nachhaltige Lebensgrundlage zu schaffen.

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Die Vielfachbelastung durch Kinder, Haushalt und Beruf ist damit zu einem täglichen Kampf um Versorgung und Würde geworden.

Denn mit dem Urteil des BGH wird Erziehung zur Kleinigkeit erklärt. Bestraft werden ausgerechnet jene, die sich der Verantwortung stellen, für die Zukunft unserer Gesellschaft zu sorgen. Wer Kinder großzieht, bildet den Kern, die Zukunft und die moralische Stütze des Systems. Von Eltern wird deswegen eine anspruchsvolle und gleichermaßen behütende Erziehung erwartet. Offenbar soll diese aber nicht mehr zu Hause, sondern in Ganztagsschulen stattfinden. So die Argumentation der Richter.

Das Urteil wäre weniger tragisch, wenn in Deutschland tatsächlich eine pädagogisch betreute Ganztagsunterbringung von Kindern in Hort oder Schule gewährleistet wäre. Das ist an vielen Orten aber nicht der Fall. Dazu kommt, dass bei vielen Arbeitgebern die Türen für Alleinerziehende geschlossen bleiben, erst recht wenn es um eine Ganztagstätigkeit geht. Selbst wenn Alleinerziehende in Vollzeit arbeiten möchten, ist eine Beschäftigung noch lange nicht garantiert.

Natürlich kennen auch Eltern aus normalen Familien Alltagsstress und Kindersorgen. Doch sie haben einen entscheidenden Vorteil: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Alleinerziehende teilen ihr Bett häufig bloß mit erdrückender Verantwortung und schlechtem Gewissen. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Stattdessen wird es Eltern in einer ohnehin schon kinderarmen Gesellschaft künftig noch schwerer gemacht.

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Leserkommentare
  1. Tut mir leid, aber was Sie da schreiben, ist ja blanker Hohn.

    [...]

    Was spricht dagegen, sich mit dem "Miterzeuger" auf erwachsene weise zu verständigen und z.B. eine für das Kind vernünftige Regelung zu treffen. ( Geteiltes Leid und so ... )

    "Alleinerziehende teilen ihr Bett häufig bloß mit erdrückender Verantwortung und schlechtem Gewissen." Dagegen kann man ja wie eben beschrieben was tun ausser jammern.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/er

    8 Leserempfehlungen
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    • uwilein
    • 21. August 2011 20:04 Uhr

    dass sich erwachsene Menschen nicht mit Anstand und Würde trennen können - insbesondere wenn Kinder im Spiel sind. Über die Köpfe der Kinder hinweg - aber mitten ins Herz der Kinder hinein - werden pubertäre Zweikämpfe ausgetragen.. ..... vor allem Frauen werden hier sehr erfinderisch - das sage ich als Frau, die ebenfalls einen Fall kennt, wo der Mann seine Kinder bereits via facebook sucht -

    • Infamia
    • 12. August 2011 13:11 Uhr

    Liebe Autorin,

    ich schließe mich meinem Vorredner jgmischke zu 100% an. Ich bin einer dieser Väter, die das zweifelhafte Recht genießen, mein Kind zweimal die Woche für jeweils etwa zwei Stunden zu sehen. Mehr Recht räumt man mir nicht ein. Ich darf mir zwar sehr oft das Gejammer der Mutter meines Kindes anhören, aber auch nur das. Mich einzubringen, wie man etwas anders machen könnte, ist nicht gewünscht. Mich einzubringen, das Kind mal für längere Zeit zu nehmen, ist nicht gewünscht. Jammern hat ja auch was Schönes. Man wird bemitleidet und sei es von den eigenen Verwandten, Freunden und Bekannten. Der Buhmann ist ja schnell ausgemacht. Ich zahle meinen Kindsunterhalt und keinen Cent mehr. Solange die Umstände so sind wie sie sind, hält mich mein Mitleid in Grenzen.

    Ich will nicht Verallgemeinern, aber so manche Alleinerziehende sieht sich offensichtlich sehr gerne in der Opferrolle. Ich fühle mich als Vater, der sein Kind ca. 5 Stunden die Woche sieht ebenfalls als Opfer. Aber nicht gerne.

    18 Leserempfehlungen
  2. Freier Autor

    Liebe Kommentatoren,

    bitte beziehen Sie sich auf den Inhalt des Artikels und verzichten Sie auf Pauschalisierungen: Hier geht es weder um die Opferrolle von Frauen (der Artikel befasst sich mit Alleinerziehenden aller Art - der Großteil sind dabei nun einmal nachweislich Frauen) noch um die Frage, welcher Elternteil für was verantwortlich ist.

    Die Autorin kritisiert die Entscheidung des BGH und die Probleme, die auf Alleinerziehende damit (zusätzlich) zukommen. Das gilt für Frauen wie Männer.

    Grüße,
    E.K.

    24 Leserempfehlungen
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    • Infamia
    • 12. August 2011 13:54 Uhr

    "bitte beziehen Sie sich auf den Inhalt des Artikels und verzichten Sie auf Pauschalisierungen: "

    Der Artikel pauschalisiert selbst. Wo Vater und Mutter verantwortlich mit der Situation umgehen, stellt sich die Problematik oft nicht.

    "Die Autorin kritisiert die Entscheidung des BGH und die Probleme, die auf Alleinerziehende damit (zusätzlich) zukommen. Das gilt für Frauen wie Männer."

    Auch hier gilt, wo beide Parteien verantwortungsvoll mit der Situation umgehen, entstehen solche Probleme seltener.

    Darüber hinaus weiß ich nicht, was es an der BGH-Entscheidung zu kritisieren gibt. Will sich denn der Alleinerziehende auf Jahre abhängig von seinem Ex-Partner machen? Hier haben sich zwei erwachsene Menschen getrennt und ich für mich kann sagen, ich würde alles in meiner Macht stehende tun, um mich nicht finanziell abhängig von meinem Ex-Partner zu machen. Ich würde mich auch nicht von meinen Partner abhängig machen wollen. Man hat sich getrennt, wozu sich also auf Jahre in Abhängigkeit begeben?

    Ich jedenfalls kann nicht verstehen, wie man sich freiwillig in die Abhängigkeit eines Partners begeben kann. Wer garantiert mir denn die Allimentierung durch meinen Partner für den Rest meines Lebens (was ist mit Todes- oder Krankheitsfall, Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit)? Jeder, der freiwillig auf ein eigenes Einkommen verzichtet, geht das Risiko der Altersarmut ein. Doppelter Boden hält besser.

    Das BGH appeliert an die Eigenverantwortung eines jeden. Und das ist gut so.

    "Auch hier gilt, wo beide Parteien verantwortungsvoll mit der Situation umgehen, entstehen solche Probleme seltener".

    Und mit Emotionen bei Trennungen und Rosenkriegen hat das nichts zu tun?

    Schön kommentiert aus einer anderen Welt der Verantwortungsvollen.

    Wer fällt das Urteil? Alte Männer aus einer anderen Generation und aus einer anderen Schicht - ahnungslos, beratungsresistent - und das muss ich ausnahmsweise für den BGH mal sagen - inkompetent.

    ...wie werden/wurden Richterinnen am BGH sozialisiert?
    Von allein erziehenden Müttern? Getrennten Vätern?
    In gescheiterten Ehen die aus den bekannten Gründen zusammengehalten wurden.

    Ich meine das nochmals ganz ernst - in solchen Fragen sollte der BGH mit Sachverständigen aller Lager kollaborieren.

    • HH7
    • 12. August 2011 13:42 Uhr

    Die vermittelte Lösung des Problems aus Sicht der neoliberalen Koalition: Keine Kinder mehr bekommen.

    Der Staat hat mit dem Elterngeld ohnehin klar gemacht, dass er in Zukunft nur noch auf "Qualitätskinder" der Besserverdiener-Haushalte wert legt.

    Der Rest wird durch Fachkräfte-Import substituiert - zumindest in der Theorie.

    6 Leserempfehlungen
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    • pehaji
    • 12. August 2011 19:30 Uhr

    Wenn ich ein Kind nicht ernähren kann, kann ich mir eben keins leisten. Wir haben früher gar nichts bekommen und die Geburtenrate hat noch gestimmt. Meine Kinder sind ohne Kindergeld, Elterngeld, Elternurlaub und was es sonst heute noch gibt auch zu wertvollen Bürgern dieser Gesellschaft geworden.[...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf diskriminierende Formulierungen. Danke. Die Redaktion/ag

    wo mehr Kinder gezeugt werden.

    In Besserverdienerhaushalten? Genau da ist doch das Minus.

    ....also die, welche wir kennen.

    Und der Staat schafft sich - fremdgesteuert - schon lange ab.
    Es lebe Europa.

    Die Abschaffung dieses Staates bedingt die Abschaffung der momentanen Gesellschaft.

    China versucht das durch das ein-Kind-Gebot zu verhindern.

    >Ironie aus<

    • waa
    • 12. August 2011 13:47 Uhr

    Die Kommentare der Vorredner sind ebenfalls sehr einseitig. Nach der aktuellen Rechtslage teilen geschiedenen/ getrennt lebende (auch nicht verheiratete) Elternteile Sorgerecht zu je 50%, u.z. automatisch. Wenn ein Vater sein Kind nur 5 Stunden pro Woche sieht, dann liegt das gnaz bestimmt nicht nur an der Mutter. Meistens wollen die Väter leider gar nicht, dass ihre Kinder bei ihnen zu je 50% der Zeit sind. Die Zeiten, wo Kinder automatisch bei Mutter geblieben sind, sind längst vorbei. Also bitte, liebe Männer, nicht jammern, sondern mehr Zeit ihren Kindern widmen!

    11 Leserempfehlungen
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    • Infamia
    • 12. August 2011 13:58 Uhr

    Erstens kennen Sie meinen Fall nicht, zweitens habe ich nach gelternder Rechtslage nicht automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Ich kann es beantragen und nach geltendem Recht würde ich es wohl auch bekommen. Ich würde aber das Risiko eingehen, dass wieder Stress entsteht, dem ich zum Wohle des Kindes vermeiden möchte. Und auch zu meinem Wohle. Denn sie wissen gar nicht, was es alles für Gründe gibt, warum man sein Kind gerade nicht sehen kann, Recht hin oder her. Befassen Sie sich mal mit der Materie, bevor Sie unterstellen, so etwas läge am Vater, wenn er sein Kind nicht oder nur wenig sieht. Mütter können da sehr trickreich sein.

    Ein Freund von mir hat sein Kind seit 15 Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen. Obwohl er das Recht hat.

    Infamia kann seinen eigenen Sachverhalt weitaus besser beurteilen als Sie. Dass viele Sorgerechtsurteile heute (wissen Sie, wann der Fall von Infamia entschieden wurde?) so wie von Ihnen beschrieben entschieden werden, heisst nicht, dass es in Einzelfällen nicht doch anders läuft.

    Sollte selber nicht so einseitig pauschalisieren.

    Erstens könnte der schreiber eine jener 50 % sein, welche nach der aktuellen Gesetzenlage gegen den den Willen der Mutter kein gemeinsame Sorgerecht erlangen und damit auch keine möglichkeit hatte zu Verhindern, daß sein Kind von der Mutter ans andere Ende der Republik verschleppt wurde.
    Zweitens gibt es auch nicht wenige Mütter der meinen durch die Geburt eines Kindes Besitzrecht erworben zu haben und das Grundrecht des Kindes auf zwei Eltern mit Füßen zu treten, indem sie ihrem Partner den Umgang verweigern oder so unangenehm mit Auflagen gestalten, daß Vater sein für ihn kein Spaß mehr ist.
    Es gibt nicht nur Böse und verantwortungslose Menschen auf der einen Seite der Geschlechterfront. Viele Väter werden die es sein wollen werden von den Müttern abgetrieben, weil es ihnen das schalten und verwalten mit ihrem Kind leichter macht.
    Ein Märchen bleib ein Märchen, auch wenn es in den Medien bis zum Erbrechen wiedergekäut wird. Aus der Ausgabe Kinderschutz Aktuell 3/03, der Publikation
    des deutschen Kinderschutzbundes, Seite 19:

    93,5 Prozent der Väter, die sich mit der Mutter das Sorgerecht teilen, gaben an, Kindesunterhalt zu leisten - und immerhin 86,7 Prozent der Mütter bestätigten das.

    Und ebenso verhält es sich mit dem Gefühl beider Geschlechter, dass es dabei fair zugeht.

    • Infamia
    • 12. August 2011 13:54 Uhr

    "bitte beziehen Sie sich auf den Inhalt des Artikels und verzichten Sie auf Pauschalisierungen: "

    Der Artikel pauschalisiert selbst. Wo Vater und Mutter verantwortlich mit der Situation umgehen, stellt sich die Problematik oft nicht.

    "Die Autorin kritisiert die Entscheidung des BGH und die Probleme, die auf Alleinerziehende damit (zusätzlich) zukommen. Das gilt für Frauen wie Männer."

    Auch hier gilt, wo beide Parteien verantwortungsvoll mit der Situation umgehen, entstehen solche Probleme seltener.

    Darüber hinaus weiß ich nicht, was es an der BGH-Entscheidung zu kritisieren gibt. Will sich denn der Alleinerziehende auf Jahre abhängig von seinem Ex-Partner machen? Hier haben sich zwei erwachsene Menschen getrennt und ich für mich kann sagen, ich würde alles in meiner Macht stehende tun, um mich nicht finanziell abhängig von meinem Ex-Partner zu machen. Ich würde mich auch nicht von meinen Partner abhängig machen wollen. Man hat sich getrennt, wozu sich also auf Jahre in Abhängigkeit begeben?

    Ich jedenfalls kann nicht verstehen, wie man sich freiwillig in die Abhängigkeit eines Partners begeben kann. Wer garantiert mir denn die Allimentierung durch meinen Partner für den Rest meines Lebens (was ist mit Todes- oder Krankheitsfall, Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit)? Jeder, der freiwillig auf ein eigenes Einkommen verzichtet, geht das Risiko der Altersarmut ein. Doppelter Boden hält besser.

    Das BGH appeliert an die Eigenverantwortung eines jeden. Und das ist gut so.

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "BGH-Entscheidung"
    • Infamia
    • 12. August 2011 13:58 Uhr
    7. @waa..

    Erstens kennen Sie meinen Fall nicht, zweitens habe ich nach gelternder Rechtslage nicht automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Ich kann es beantragen und nach geltendem Recht würde ich es wohl auch bekommen. Ich würde aber das Risiko eingehen, dass wieder Stress entsteht, dem ich zum Wohle des Kindes vermeiden möchte. Und auch zu meinem Wohle. Denn sie wissen gar nicht, was es alles für Gründe gibt, warum man sein Kind gerade nicht sehen kann, Recht hin oder her. Befassen Sie sich mal mit der Materie, bevor Sie unterstellen, so etwas läge am Vater, wenn er sein Kind nicht oder nur wenig sieht. Mütter können da sehr trickreich sein.

    Ein Freund von mir hat sein Kind seit 15 Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen. Obwohl er das Recht hat.

    8 Leserempfehlungen
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    Falsch, nach geltendem Recht haben Sie zunächst ein gemeinsames Sorgerecht. Da muss schon was passiert sein, damit es aberkannt wurde - das wird vom Familiengericht entschieden:
    § 1627 BGB.

    @ Infamia: Auch behandelt das Urteil gerade einen Sachverhalt von eine-r/-m Alleinerziehenden, warum sollte hierzu keine Kritik möglich sein? VOrab konnte hier wohl keine Übereinkunft zwischen den Geschiedenen gefunden werden. Auch sprechen Sie nur in der "Ich"-Form, aber es gibt ja - wie vom Journalisten richtigerweise hervorgehoben - auch noch ein Kind, das erzogen werden will. Machen Sie das mal noch, wenn Sie abends um 20 Uhr oder später nach Hause kommen. Das Kind wird nach dieser Konstellation selbst im Bestfall immer noch mindestens 3 Stunden alleine sein (wenn die Ganztagsschule um 17 Uhr endet), und das ab vier Jahren!!! Dass das nicht gut sein kann und ein Fall von Vernachlässigung werden wird, ist offensichtlich.
    Gleichzeitig würde der/die Alleinerziehende ins Prekariat abrutschen, wollte er/sie sich um das Kind kümmern. Dagegen die heile Familienwelt, in der sie im Zweifel nur Hausfrau und Mutter sein kann.
    Dass das Urteil völlig daneben ist, hat der Journalist treffend dargestellt. Vielen Dank hierfür!
    Hoffentlich geht dieses damit auch grundrechtlich verfehlte Urteil (Art. 3 I, Art. 6 GG ?) ans Bundesverfassungsgericht...

    • senorab
    • 15. August 2011 12:32 Uhr

    Sie jammern doch auch bloß.

  3. Infamia kann seinen eigenen Sachverhalt weitaus besser beurteilen als Sie. Dass viele Sorgerechtsurteile heute (wissen Sie, wann der Fall von Infamia entschieden wurde?) so wie von Ihnen beschrieben entschieden werden, heisst nicht, dass es in Einzelfällen nicht doch anders läuft.

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  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Hartz IV | Alltagsstress | Arbeitgeber | Armut | Bundesgerichtshof | Bundesgerichtshof
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