Väter : "Mittlerweile kann ich einen Zopf machen"

Wie Kinder den Blick auf die Welt verändern: Drei Väter – ein werdender, einer mit kleinem Kind und einer mit erwachsenen Kindern – erzählen von ihrer Rolle.
Auch das Zopfmachen will für Väter gelernt sein. © Privat

Neulich kullerte meine Tochter die Treppen runter. Sie hatte sich an meinem kleinen Finger festgehalten, war mit einem Gummistiefel abgerutscht und dann von Stufe zu Stufe nach unten gerollt. Ihre Schreie waren so laut, dass der Hausmeister neugierig durch die Kellertür gerannt kam.
 
Ich dachte, ihr Hals ist gebrochen. Sie drückte ihren Kopf an meine Brust, weinte und sagte: "Enna nich kaputt".
 
Es heißt, Kinder verändern die Welt. Enna ist nun seit gut drei Jahren der Mittelpunkt meiner. Wir sind zusammen von Pfütze zu Pfütze gesprungen, haben abgeklatscht, als sie das erste Mal ihr Töpfchen richtig gefüllt hatte. Ich habe ihr erzählt , dass Pusteblumen zum Pusten da sind. Sie erklärte mir, dass es donnert, weil die Wolken gegeneinander krachen.
 
Wie das Vatersein meinen Blick auf die Welt verändert hat? Schwer zu sagen. Durch Enna hat sich die ganze Welt geändert. Wenn wir in Berlin zusammen über den Flohmarkt laufen, schenken fremde Menschen meiner Tochter eine Sonnenblume, einen Keks oder eine Gummiente. Einfach so. Ohne Begründung.
 
Enna war kein geplantes Glück. Bevor ich sie das erste Mal in meinem Arm hielt, dachte ich, sie wäre zu diesem Zeitpunkt keine gute Idee. Inzwischen weiß ich, sie war die beste.
 
Manchmal habe ich Angst, dass ich als Vater nicht genug bin . Im vergangenen Sommer war ich fast sechs Wochen in Südafrika . Ich habe viel gearbeitet und viel erlebt. Die Erinnerung, die sich am tiefsten eingeprägt hat, ist, wie sehr ich Enna vermisst habe.
 
Sie hat das Bild, das ich von mir selbst habe, verändert. Ich habe mich gewandelt. Viel mehr als ich es vor der Geburt meiner Tochter erwartet hatte. Mittlerweile kann ich einen Zopf machen. Wenn Enna der gefällt, ist mein Tag ein schöner Tag. Auf nichts bin ich so stolz, wie auf diesen 98-Zentimeter-Zwerg.
 
Paul Watzlawick schrieb einmal: "Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel." Ich glaube, seitdem Enna da ist, benutze ich meinen Hammer seltener. Sie hat Verbissenheit genommen und Verantwortung gegeben.
 
Am Abend nach dem Sturz über die Treppen saßen wir in der Badewanne. Enna sah vom Wasser aus durchs Fenster. Ein Kratzer wie ein Treppenstufenabdruck war auf ihrem Bauch. Ein Flugzeug durchzog den spätsommerblauen Himmel. "Papa, das Flugzeug macht Schaum!", sagte meine Tochter. "Nein", antwortete ich. Dann lieferten wir uns eine Schaumschlacht.

Steffen Dobbert, Sportredakteur ZEIT ONLINE

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Kommentare

57 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Schön

Ich selbst, 23 gerade einem Freiheitsdrang nachgebend und als erwachsenes Kind noch davon entfernt Vater zu werden, habe den Text hier mit unerwarteter Begeisterung gelesen. Toll.
Wirklich schön gemacht und manche interessante Gedanken angesprochen.
Danke.
Irgendwie ist der Tag gerade ein wenig schöner geworden.

Elternsein verbindet auch die Generationen

Ich kann aus eigener Anschauung bestätigen: Wenn Söhne Väter werden, kommt eine neue Dimension in ihr Leben. Nicht nur mag ich die Fürsorglichkeit und Verantwortung, die ich plötzlich in einer ganz anderen Weise bei meinen Söhnen wahrnehme, bei uns ist auch das Verhältnis der jungen Väter zu den eigenen Eltern ein - wieder - innigeres geworden. Und ich bin sicher, das ist nicht nur, weil Grosseltern etwas ganz Praktisches sind. :=)

Einen Zopf machen... Schön...

Kann Mama auch schon das Fahrrad reparieren, die Gangschaltung einstellen, nach einem Unfall die Speichen wieder richten?

Wenn Nein: Warum nicht? Warum ist das Nichts wert?

Kann Mama auch den Beamer an der Decke befestigen, das Stromzuführungskabel kürzen und direkt mit einem Wandschalter verbinden?

Wenn Nein: Warum nicht? Warum ist das Nichts wert?

Kann Mama mit den Kleinen ein Zelt aufbauen, ein Lagerfeuer herrichten, mit der Axt dafür Kleinholz spalten und die Skihütte behaglich beheizen?

Wenn Nein: Warum nicht? Warum ist das Nichts wert?

... ... ...

ad infinitum... Jeder muss nicht Alles können. Aber jeder hat Achtung für das verdient, was er kann und macht.

Doch scheinen bestimmte Fertigkeiten heute verachtet zu werden, man gibt sein Fahrrad in die Reperatur und zahle lieber Geld dafür, das Mama zusätzlich verdient.

Man läßt den Installateur kommen, der die Inneneinrichtung herrichtet und den Elektriker - oftmals schwarz - der das Ganze verkabelt.

Man fährt lieber in 5-Sterne-Hotels, als einfach in die Natur zu fahren.

Man sourced alles "out" und muss dafür doppelt arbeiten gehen. Profitieren tut nur der Staat, der kassiert doppelt Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

Fertigkeiten verachtet?

Oh jeh, Sie klingen ja sehr verbittert. Verkehren Sie vielleicht in den verkehrten Kreisen? Warum sollte das alles, was Sie aufzählen, nichts wert sein? In meinem Umkreis gehen die jungen Familien zelten und, jawohl, Fahrräder werden selbst repariert soweit das möglich ist. 5-Sterne-Hotels findet selbst die Grosselterngeneration, die sich das leisten könnte, eher langweilig, bzw. mag deren übliche Klientel nicht besonders.
Ihre Kinder lernen eine Menge von Ihnen - und Ihrer Frau, nehme ich mal an - vielleicht ist das Anerkennung genug?Aber wenn Ihnen sonst niemand auf die Schulter klopft, tu ich das jetzt stellvertretend!

Wichtiger Gedanke

Als meine Frau und ich uns kennenlernten (bereits in diesem Jahrtausend), stellten wir fest, dass wir beide gut kochen können. Das ist gut.
Wir stellten auch fest, dass wir beide keine Autoreifen wechseln können. Das ist schlecht.

Aber das scheint der Preis für eine postmoderne Welt zu sein, dass auch sinnvolle Spezialisierungen nach Geschlechtern wegfallen.

Die armen Schweine, bei denen zu Hause beide Reifen wechseln und keiner kochen kann...

Ich selber bin nicht verbittert...

ich beschreibe nur, was ich an verbitterten Paaren um mich herum wahrnehme und vor allem den Wandel, der sich vollzieht hin zu einer Missachtung des Partners, der für die Kinder fatal ist, egal ob es sich um Mutter oder Vater handelt.

Wer nicht wahrnimmt, wie die Familien bewusst gespalten werden von Staat und Politik, der sollte einfach mal abschalten, Medien weniger nutzen, das Radio abdrehen und stattdessen das Leben leben, das er sich selbst vorstellt, ohne Einflüsterungen von ZEIT und Co.

Wo leben wir denn ???

"Kann Mama auch schon das Fahrrad reparieren, die Gangschaltung einstellen, nach einem Unfall die Speichen wieder richten?

Wenn Nein: Warum nicht? Warum ist das Nichts wert?

Kann Mama auch den Beamer an der Decke befestigen, das Stromzuführungskabel kürzen und direkt mit einem Wandschalter verbinden?

Wenn Nein: Warum nicht? Warum ist das Nichts wert?

Kann Mama mit den Kleinen ein Zelt aufbauen, ein Lagerfeuer herrichten, mit der Axt dafür Kleinholz spalten und die Skihütte behaglich beheizen?"

Bis auf die Sache mit der Axt, bin ich durchaus in der Lage diese Dinge zu tun - als Mama, als berufstätige Frau, als gutaussehende Frau. So what ?

Und mir sind durchaus 1 - 2 noch andere Frauen bekannt, die das ein oder andere aus dieser Liste können.
Und sich auf so'n Schnickschnack was einzubilden halte ich für lächerlich.

Aber vielleicht

Wichtige Fähigkeiten

Ich finde ebenfalls, dass man nicht unbedingt darauf stolz sein sollte, sich für jeden Krams einen Experten kommen zu lassen.
Aber kein Wunder, da gerade handwerkliche Fähigkeiten immer mehr verkümmern, die meisten in meinem Alter können nichtmal einen platten Fahrradreifen flicken.
Meine Eltern und Großeltern haben mir diesbezüglich sehr viel auf den Weg gegeben und ich werde es sicher auch an meine Kinder weitergeben. Ist doch auch was Schönes, wie ich meine.

Jup :-)

Kann Mama auch schon das Fahrrad reparieren, die Gangschaltung einstellen, nach einem Unfall die Speichen wieder richten?

Jup. Zugegeben: Ich hol mir bei sowas immer blutige Finger und hab nachher mächtig schlechte Laune, :-)aber "Papa" ist theoretischer Physiker, den fragt man bei solchen Sachen lieber nicht :-)

Kann Mama auch den Beamer an der Decke befestigen, das Stromzuführungskabel kürzen und direkt mit einem Wandschalter verbinden?

Jup. Sowas klappt schon besser. Papa kann die Sicherung ausschalten, die Leiter halten und schwere Sachen anreichen :-)

Kann Mama mit den Kleinen ein Zelt aufbauen, ein Lagerfeuer herrichten, mit der Axt dafür Kleinholz spalten und die Skihütte behaglich beheizen?

Jup. Na ja, das mit dem Zelt ist ähnlich problematisch, wie das Fahrrad, aber Axt und Feuer klappt prima. Mit "Basteln" hab ich's nicht so, bin wohl doch eher ein Grobmotoriker :-)

Was ich nicht verstanden habe: Worauf wollen Sie hinaus?
Was hat das Können oder nicht Können bestimmter Dinge mit Missachtung zu tun?
Ich kann übrigens auch kochen. Mach ich aber nicht so gerne :-)

Die tatsache, daß sie es als Schnickschnack abtun

Bestätigt den Autoren ja durchaus, denn viele Frauen können es nicht. Und die reden trotzdem genauso darüber.

Was leckeres zu essen zu kochen oder einen Zopf zu flechten ist auch keine Leistung für die jemand einen Orden verdient hätte und trotzdem wird es mit der titelzeile des Artikels hochstilisiert zum Gipfel männchlicher Erzieheungsleistung stilisiert.

Ich habe auch noch keine weibliche leistung (abgesehen vom Gebären und Stillen) in der Erziehung gefunden, die ich als Mann nicht ebenso gut vollbracht hätte (nur wahrscheinlich anders).

Aber ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren, fall ich einfach nur nicht in die höheren Weihen der fimininen Kindesführung vorgedrungen bin.

Ist ja auch prinzipiell eine gute Sache,

wenn die Fertigkeiten nicht mehr streng Geschlechtsspezifisch aufgeteilt sind. Das Anliegen des Foristen war aber vermutlich, dass es in den gerade auf Zeit Online kursierenden Vaterartikeln, als sei es die Weihe um als Vater zu bestehen, die "weiblichen" Erziehungsfertigkeiten zu perfektionieren
Ich lach mich auch immer schief, wenn ich so was lese.
Aber trotzdem sollte man vielleicht nicht davon ausgehen, dass ihre Erfahrung der Normalzustand ist, ebenso, wie ich mir immer wieder klar machen muss, dass es nicht selbstverständlich ist, das die Kinder schon mit 5 lieber zum Vater gehen, weil sie sich da geborgener fühlen.
Oft ist es so, (gerade wenn die Frauen ihren eigenen Fertigkeiten nicht trauen) dass die eher männlichen Fertigkeiten (vor allem wenn Frauen sie nicht beherrschen) als Sekundärtugenden der Erziehung abgetan werden.
Die ganze Artikelreihe hier schreit doch danach den Vätern zu sagen „lest so einen scheiß bloß nicht“.
Vertraut drauf, dass ihr mit der Aufgabe wachst und wenn ihr eure Kinder wirklich wahrnehmt findet ihr auch den richtigen Weg, ohne acht Millionen Erziehungsratgeber zu konsultieren..
Wie jemand hier treffend gesagt hat. Kein Wunder, dass die Zeugungsbereitschaft von Männern in Deutschland sinkt, denn beim lesen Solcher Artikel bekommt man doch das Gefühl man sollte erst mal seinen Pädagogik-Nobelpreis bekommen (während man die erste Million verdient), bevor Mann ans Kinderzeugen und –erziehen denkt.

Antwort

Es ist einfach so :
Irgendwie kann ich mir nicht helfen, aber ich finde diese Männlein-Weiblein-Diskussion ("Was "muß" ein Vater können ?", "Ach, wie gemein doch Mütter zu Vätern sind...", etc.), die in letzter Zeit immer wieder von der "Zeit" losgetreten wird, als ungeheuer ermüdend.
Scheinbar finden sich aber viele Männer, die auf diesen Zug sehr bereitwillig aufspringen, um die geschundene Väter-Seele zu präsentieren.
Und genau das verleidet mir momentan ein wenig diese Zeitung.
Ich gehöre einer Generation an, die gelernt hat, dass ich als Frau sehr viele Dinge tun kann, die früher Männern vorbehalten waren.
Und ja, ich tue vieles davon auch selber, ohne viel Brimborium darum zu machen.
Dementsprechend erwarte ich aber von dem Mann an meiner Seite, dass er ebenfalls auch (ehemals)"weibliche" Arbeiten übernimmt. Ebenfalls ohne sich dafür einen Orden zu verleihen.
Glücklicherweise habe ich solch einen Mann an meiner Seite, weiss aber auch, dass das nicht alltäglich ist. Leider.
Aber dieses gegenseitige Aufrechnen - was hier Usus geworden ist - nervt.

Geschlechter-Quark

Ich sehe das sehr ähnlich. Mir gehen diese Formulierungen "Der Mann sollte, müsste, da er doch könnte..." ziemlich auf den Geist. Mindestens noch mehr geht mir dieses "Frauen machen zwar jetzt auch alles andere, können aber ncht mehr ordentlich kochen..."-Kram auf den Senkel. Was ist denn bloß los? Wie weiter oben schon jemand schrieb: Ist es nicht völlig egal, ob der_die eine dies oder jenes kann oder es zumindest versucht, solange es füreinander gedacht ist und irgendwo hilft? Ist es da sooo wichtig, ob derjenige eine diejenige ist oder umgekehrt?
Der Knackpunkt liegt eben bei genau diesen Leuten, die das Neue in Familien zwar verbal begrüßen, das Alte aber immer noch leben wollen und propagieren.
Es nervt.

Antwort II:
Das geht mir sehr ähnlich, mit diesen Artikeln hier. Ich bin vermutlich auch eine der großen Ausnahmen, denen die Frau 2001 die Kinder weggenommen hat, um in eine andere Stadt zu ziehen. Und der heute recht glücklich und zufrieden mit den beiden zusammenlebt, obwohl die Mutter anfangs dagegen war und ohne vor ein Gericht zu ziehen, aber ich weiß, dass ich da die Ausnahme bin, ich bekomme genug Fälle aus meinem Bekanntenkreis oder einschlägigen Foren mit, wo Männer gerne einfach nur als Vater bei ihren Kindern präsent sein wollen, und das mit deutscher Rechtsprechung , durch die Mütter mit Leichtigkeit torpediert wird
Ich denke wenn man das Patriarchat der 60er als These nimmt, dann gab es mit dem Feminismus eine starke Antithese. Was uns momentan fehlt, oder woran mit solchen Artikeln herumgedoktert wird ist die Synthese, welche dann für alle einen verbesserten Zustand bedeutet. Bei ihnen mag das schon geschehen sein, aber das ist leider noch nicht die Regel.

Ich zähle gerade eins und eins zusammen.

Zum einen habe ich die Reihe „Essay und Diskurs“ im DLF verfolgt, mit einem Dreiteiler, der als Kennzeichen totalitärer Ideologien das Heilsziel der Erschaffung eines „Neuen Menschen“ (mittels Erziehung oder Zucht) herausarbeitete, am Beispiel des frühen Sowjet-Kommunismus, des Italo-Faschismus und des Nationalsozialismus.
http://www.dradio.de/dlf/...
http://www.dradio.de/dlf/...
http://www.dradio.de/dlf/...

Demgegenüber ist es also ein Kennzeichen nicht-totalitärer, ideologiefreier, liberaler und demokratischer Staatsformen, den Menschen so zu lassen, wie er ist.

Zum anderen beobachte ich, wie der Mainstream der Medien einen Feminismus propagiert, der die völlige Negierung der traditionellen Geschlechterrollen propagiert, Männer in Frauenrollen drängt und Frauen in Männerrollen.

Logisch zuende gedacht ist der deutsche Feminismus in seiner derzeit praktizierten Form (daß Frauen nicht nur gleichberechtigt, sondern auch sonst „wie Männer“ sein sollen), totalitär, menschenfeindlich und widernatürlich - eine weltfremde Ideologie. Es soll ein „Neuer Mensch“ herangezüchtet werden, bei der Vater die Zöpfe flechtet und die Mutter das Fahrrad repariert.

Leider wird der so feminisierte Mann dann doch arg unattraktiv für potentielle Partnerinnen, [...]

Gekürzt. Bitte argumentieren Sie differenziert. Danke. Die Redaktion/lv

ich frage mich...

was ist daran so feminin, wenn jemand einem Mädchen nach dessen Bitten einen Zopf pflechtet? Was ist so maskulin daran, einen Reifen zu wechseln?
Was würde ich nur tun, wenn ich jedesmal, wenn ich einen Nagel in die Wand schlagen muss, erstmal bei meinem männlichen Nachbarn klingeln und um Hilfe bitten muss? Wie nervig wäre es, wenn dieser beim Abschmecken seiner Suppe meine weibliche Hilfe benötigte.
Wenn Sie schon ihre Männlichkeit angegriffen sehen, wenn ein Kind von ihnen etwas geschlechtsrollenuntypisches verlangt, na dann gute Nacht.

Individuell…

…soll natürlich jeder nach seiner Façon selig werden. Ein Mann kann selbstverständlich auch mal einen Zopf binden (habe ich auch schonmal gemacht) und eine Frau ein Bild an die Wand nageln. Wenn ein femininer Mann und eine technisch patente Frau eine harmonische Beziehung bilden, sollen diese auch dauerhaft atypische Rollen einnehmen, warum denn nicht? Habe ich überhaupt nichts gegen.

Aber es ist schon lustig, daß in den Online-Ausgaben der Zeitungen, und insbesondere hier bei der ZEIT, alle Artikel bezüglich Familie mit Vätern bebildert werden, und alle Artikel zum Thema Beruf und Studium mit ehrgeizigen jungen Frauen im Business-Dress. Alles andere würde wohl als erzreaktionär empfunden. So neurotisch sind wir anscheinend mittlerweile bei dem Thema…

P.S. Ich kann zwar jetzt nicht mehr nachvollziehen, was genau Sie in meinen letzten Satz hineininterpretiert haben (die Redaktion war schneller), aber immerhin haben Sie anscheinend erreicht, daß dieser gelöscht wurde (er hatte lange Zeit unbeschadet überlebt). Dabei habe ich doch nur eine überall zu beobachtende Wahrheit ausgesprochen… Aber es kann halt nicht sein, was nicht sein darf… Werte Redaktion, falls es Sie doch noch erbarmt, erlauben Sie auch darüber einen offenen Diskurs.

das Ding mit der Zensur...

Zuerst muss ich Ihrem Bild der allzu gleich geschalteten Medienfurie wdersprechen: bei Zeit-Online gibt es einen Artikel mit dem Titel: "Bin ich eine gute Führungskraft?" und ein Mann ist abgebildet. Ich könnte ihnen noch mehr Beispiele nennen. Es stimmt schon, die sozialen Fragen richten sich in letzter Zeit zu großen Teilen an Männer, das liegt an der einseitigen Berichterstattung.
Zum Thema Zensur: Ich habe Bezug darauf genommen, dass es ja etwas zu einfach gesprochen sei, wenn man Afrikaner und Muslime als feststehende Kathegorien in Sachen Männlichkeit begreift (dabei Nationalität und Religion vermixt) und obendrein behauptet, deutsche Frauen würden diese "echten Männer" einem waschlappigen (deutschen?) Freund vorziehen.
Ixch hoffe Sie lesen dies noch, es wurde aber sicherlich gelöscht, weil es vom eigentlichen Artikel abschweift.

Mir ging es um etwas Anderes...

Warum werden Fähigkeit nie genannt, die Väter einbringen können, dafür aber versucht man sich zu assimilieren?

In einer Partnerschaft sollte jeder das tun, was er am besten und gerne machen kann, nur so schafft man Freude in einer Partnerschaft.

Übrigens, ich bin auch "theoretischer Physiker", trotzdem nicht handwerklich ungeschickt.

Wenn ich aber dann den Jungen in der Nachbarschaft höre: Mein Fahrrad brauche ich nicht flicken können, ich mache Abitur. Da kann ich dafür bezahlen....

Dann frage ich mich doch: Wohin führt uns das "Zöpfe" machen ;-)

@41 Bei mir persönlich hat der Artikel nicht die Empfindung

hervorgerufen, dass dieser Vater sich auf's "Zöpfe-machen-können" etwas einbildet. Sondern eher, dass er damit die Liebe zu seiner Tochter zum Ausdruck bringt, wenn er ihr auch mal die Zöpfe macht. Und es sich für so halt stimmig anfühlt. BASTA.

Warum sollten das nur Mütter dürfen. Und wer es ihn halt nun mal gelockt hat, sich in dieser Fähigkeit (halten Sie Zöpfe machen für WIRKLICH schwieriger als ein physikalisches Experiment vorzubereiten und durchzuführen, mal ganz ehrlich ???),
zu üben, dann spricht das in meinen Augen nicht GEGEN ihn, sondern für ihn.

Wenn er seiner Tochter darüber hinaus später auch noch beibringt, wie man ein Fahrrad repariert, falls diese sich aus wohlgemerkt freien Stücken DAFÜR interessieren sollte, dann wäre doch eigentlich schon alles paletti!

Man kann's auch übertreiben, mit dem "gender-bla-bla".

Späte Antwort

Persönlichkeiten werden doch durch Faktoren wie Religion, Erziehung und die Sitten und Gepflogenheiten ihrer kulturellen Hintergründe (ergo ihrer Nationalität) entscheidend mitgeprägt. Oder wollen sie das bestreiten?

Es wäre doch absurd, wenn ein nach den Richtlinien des deutschen Feminismus erzogener Junge zwar mit der Gewißheit aufwächst, ein besserer Mensch als der Vater oder Großvater zu sein, dann aber mitansehen muß, daß in der Lebenspraxis den Männern der Vorzug gegeben wird, die eher von den Richtlinien einer traditionellen „Knabenerziehung“ geprägt sind und „eine Frau als Frau zu behandeln“ gelernt haben, was immer man darunter verstehen mag. Ich weiß nicht, ob deutsche Männer international in dem Ruf stehen, attraktive Liebhaber zu sein?

Und nicht zu vergessen, daß die Wucht und Durchschlagskraft elterlicher Erziehung bei einer deutschen Durchschnittsfamilie mit ein bis maximal zwei Kindern wohl obendrein stärker ist als in einer Familie, bei der sie sich auf vier oder fünf Geschwister verteilt.

Aber die Geschichte hat gezeigt, daß eine Ideologie, die ihre Rechnung ohne den Menschen macht, zwar im Einzelfall zu seelischen Verstümmelungen führen mag, aber letztlich früher oder später schlicht am Menschen scheitern wird.

Ein Beispiel

Vor Jahren gab es mal einen Radiobeitrag über einen Tanzlehrer ausländischer Herkunft (Nationalität habe ich vergessen) in Deutschland.

Er meinte, die Deutschen seien vor allem deshalb keine guten Tänzer, weil deutsche Männer nicht (mehr) führen könnten.

Er erklärte sich das mit Nachwirkungen der NS-Zeit. Männlichkeit und speziell „das Führen“ seien durch den Nationalsozialismus derart in Verruf geraten, daß deutsche Männer sich nicht mehr trauten, als Männer aufzutreten.

Damals schien mir diese Theorie recht gewagt. Aber angesichts dieser Diskussion kam mir das wieder in Erinnerung... Zum Prinzip „Männlichkeit“ kann man stehen wie man will; zumindest beim Tanzen ist es dringend erwünscht.