Erzieher müssen beim Thema Missbrauch sensibel sein
Am Männermangel ist unter anderem das eingefahrene Rollenverständnis schuld: Frauen sind für die Kinderbetreuung zuständig, Männer ernähren die Familie. Ein Erzieher verdient in einer Vollzeitstelle nach der Ausbildung zwischen 1.950 und 2.100 Euro. Da jedoch oft nur Teilzeitstellen vergeben werden, verdient ein Erzieher wenig. Was allerdings für Männer wie Frauen gleichermaßen ein Problem ist.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Missbrauchsverdacht. Leiterin Döhl hat es in ihrer eigenen Einrichtung erlebt: Ende 2005 gab es den Verdacht, dass ein Dreijähriger, der die Kita Scheplerstraße besuchte, missbraucht worden war. Das Team konnte zwar schnell entlastet werden, ein Bekannter einer anderen Familie wurde angeklagt. Aber: "Ein Mann als Erzieher ist nach diesem Vorfall fürs Erste nicht mehr denkbar gewesen", gibt Döhl zu.
Im Februar 2011 stellte die Kita-Chefin mit Bever erstmals wieder einen Mann ein. Schon im Bewerbungsgespräch wies sie ihn darauf hin, er müsse sensibel mit dem Thema Missbrauch umgehen. Bever sagt: "Ich habe am Anfang schon viel darüber nachgedacht, wie nah ich den Kindern kommen kann." Auf pädagogische Übungen mit intensivem Körperkontakt verzichtet er auch heute noch.
Einzelne Eltern hätten noch immer Angst vor Missbrauch; die große Mehrheit habe aber Vertrauen in Erzieher wie Bever, berichtet Leiterin Döhl. Auch Willos Mutter sagt: "Das Thema Missbrauch ist für mich hier gänzlich ausgeschlossen."
Bever ist froh, dass er sich gegen einen Bürojob entschieden hat: "Jeder Tag ist hier anders. Der Spaß mit den Kindern entschädigt für vieles."
- Datum 13.01.2012 - 15:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Das ist doch kein richtiger Beruf! Wo bleibt denn da die konkret messbare monetäre Wertschöpfung? Herr Bever könnte genausogut in einem Call Center Unternehmensgewinne mehren, anstatt auf Kosten des Staates mit Kindern zu spielen - hätte er nur etwas Vernünftiges gelernt."
Ich freue mich auf die ersten Kommentare diesen Tonfalls. Und über die gelungenen Plakate in den U-Bahnen Hamburgs...
Bedenkt man wie wenig Personal eigentlich in so einem Kindergarten ist, dann müsste der Männeranteil schon auf 15-20% steigen, damit Erzieher überhaupt in der Fläche sichtbar werden.
Na das ist doch mal ein guter Vorschlag.
Man arbeitet in einer Kita!
Gut, man verdient nicht wirklich viel, denn man soll ja nur Teilzeit dort sein. Und das Erziehergehalt ist generell nicht wirklich hoch.
Okay, wenn man dann mal den Makel des Mißbrauchs auch nur im Verdacht an sich hat, kann man natürlich seine ganze Erzieher-Karriere an den Nagel hängen.
Also abgesehen davon, dass man
- wenig verdient
- nur Teilzeit arbeiten kann
- wenn man Pech hat als Kinderschänder verdächtigt wird (was mit denen passiert sieht man in den verschiedenen Dörfern, in denen "brave" Bürger die Menschen am liebsten lynchen würden)
- ständig unter Verdacht ist
- gegen viele Vorurteile der Frauen kämpfen muss
na abgesehen davon ist das mit Sicherheit ne dolle Idee.
Lustig lustig...
Kanonen basteln geht gar nicht. Aber eine Bundeswehr haben wir trotzdem. Solche Widersprüche in der Pädagogik sind zum Kotzen. Egal ob Mann oder Frau betreut.
Warum keine Kanone basteln oder werden die Kinder dadurch schon zu bösen Militaristen?
Gott, unsere Gesellschaft ist wirklich paranoid.
Kein Wunder, dass so wenig Männer diesen Beruf ergreifen. Schlecht bezahlt, nicht wirklich prestigeträchtig, unsere "emanzipierten" Frauen wollen doch einen Universalversorger mit Status. Und mit einem Auge wird man von den Müttern der Kinder doch irgendwie wachsam beäugt.
Warum keine Kanone basteln oder werden die Kinder dadurch schon zu bösen Militaristen?
Gott, unsere Gesellschaft ist wirklich paranoid.
Kein Wunder, dass so wenig Männer diesen Beruf ergreifen. Schlecht bezahlt, nicht wirklich prestigeträchtig, unsere "emanzipierten" Frauen wollen doch einen Universalversorger mit Status. Und mit einem Auge wird man von den Müttern der Kinder doch irgendwie wachsam beäugt.
Als erwachsener Mann, der mit fremden Kindern spielt, steht man doch mit einem Bein schon vor dem Missbrauchs-Pranger und wird bei Nennung des Arbeitsplatzes schräg angesehen. Ich finde es extrem diffizil, mit Kindern zu arbeiten, was aber nicht an den Kindern liegt. Man muss vielmehr sehr darauf achten, nicht mit einzelnen Kindern alleine zu sein, da ja schon der Verdacht reicht, um Menschen gesellschaftlich zu ruinieren (auch mit Hilfe von Datenbanken, Vernetzung). Ich fürchte, auch dadurch geht viel verloren :/
Die Erfahrung zeigt doch, dass Kinder nun mal eher von Männern missbraucht werden bzw. sogar praktisch ausschließlich. Dass dann jemand, der gezielt die Nähe von möglichst vielen Kindern sogar beruflich sucht, sich zunächst mal einem gewissen Verdacht ausgesetzt sieht, entbehrt daher ja wohl nicht einer gewissen Grundlage.
Das ist nunmal so und man braucht sich da aus meiner Sicht gar nichts zusammenzuheucheln.
Umso mehr gilt mein Respekt den Männern, die sich *trotzdem* in diesem Beruf selbst verwirklicht sehen. Und doch: Den Generalverdacht müssen sie eben aushalten, ähnlich wie den Fluglärm, wenn man ins Umfeld eines Flughafens zieht.
Wenn es danach ginge, dürfte es auch keine männlichen Krankenpfleger auf Kinderstationen oder männliche Lehrer geben.
Die Erfahrung zeigt doch, dass Kinder nun mal eher von Männern missbraucht werden bzw. sogar praktisch ausschließlich. Dass dann jemand, der gezielt die Nähe von möglichst vielen Kindern sogar beruflich sucht, sich zunächst mal einem gewissen Verdacht ausgesetzt sieht, entbehrt daher ja wohl nicht einer gewissen Grundlage.
Das ist nunmal so und man braucht sich da aus meiner Sicht gar nichts zusammenzuheucheln.
Umso mehr gilt mein Respekt den Männern, die sich *trotzdem* in diesem Beruf selbst verwirklicht sehen. Und doch: Den Generalverdacht müssen sie eben aushalten, ähnlich wie den Fluglärm, wenn man ins Umfeld eines Flughafens zieht.
Wenn es danach ginge, dürfte es auch keine männlichen Krankenpfleger auf Kinderstationen oder männliche Lehrer geben.
...ist mit im Spiel.
Das ist unfair, aber so denken Eltern.
Gegen Vorurteile hilft eigentlich nur eines. Es sollte normal sein, dass auch Männer diesen Beruf ausüben. Und zwar, wenn möglich, in jeder Kita. Da können die Eltern noch so viele Vorurteile haben, sie haben keine andere Wahl.
Die meisten Missbräuche finden übrigens innerhalb der Familie statt. So viel dazu.
Gegen Vorurteile hilft eigentlich nur eines. Es sollte normal sein, dass auch Männer diesen Beruf ausüben. Und zwar, wenn möglich, in jeder Kita. Da können die Eltern noch so viele Vorurteile haben, sie haben keine andere Wahl.
Die meisten Missbräuche finden übrigens innerhalb der Familie statt. So viel dazu.
Das ist, meiner Meinung nach, ein sehr willkommenes Engagement! Das, was PhilipJFry als erstes geschrieben hat, ist sehr oberflächlich. Erzieher sind sehr gebildet, ob sie dieses Wissen anwenden, unterscheidet sich. Aber die Erziehung der Kinder ist das Wichtigste, da es aus den Kinder das macht, was sie Zukunft sind. Und in Deutschland gibt es genügend Benachteilung bzgl. Kindern, inbesondere bei der Bildung. Ein Kind, welches in der Kita in seiner Entwicklung unterstützt wird und bei dem Leistung & Kompetenz gefördert werden, werden viele Hürden im Leben genommen. Aus diesem Grund sollte man die Relevanz dieser Thematik nicht untergraben!
Hallo, ich stelle mir gerade vor wie Eltern in unserer Krippe reagieren würden, wenn ein Mann mit den Kindern kuschelt so wie wir das jeden Tag ganz selbstverständlich machen, ohne dass sich jemand etwas dabei denkt. Ich arbeite jetzt 15 Jahre in einer Krippe und habe,leider,bisher nur einen Praktikanten gehabt(Ich war vorher 20 Jahre in der Heimerziehung, da scheint es das Problem nicht zu geben.)Wir brauchen dringend Männer in den KITAs...!Die Ansprüche an Erzieher/innen sind mittlerweile so hoch geworden, dass man die Erziehungsverantwortung nicht nur auf weibliche Personen beschränken soll!!
Gut, die Bezahlung...ohne Worte, anderes Thema:(
Hallo, ich stelle mir gerade vor wie Eltern in unserer Krippe reagieren würden, wenn ein Mann mit den Kindern kuschelt so wie wir das jeden Tag ganz selbstverständlich machen, ohne dass sich jemand etwas dabei denkt. Ich arbeite jetzt 15 Jahre in einer Krippe und habe,leider,bisher nur einen Praktikanten gehabt(Ich war vorher 20 Jahre in der Heimerziehung, da scheint es das Problem nicht zu geben.)Wir brauchen dringend Männer in den KITAs...!Die Ansprüche an Erzieher/innen sind mittlerweile so hoch geworden, dass man die Erziehungsverantwortung nicht nur auf weibliche Personen beschränken soll!!
Gut, die Bezahlung...ohne Worte, anderes Thema:(
dass Frauen ungern unter "ihrem Stand" heiraten und der Sozialprestigefaktor und der Versorgerstatus eines Erziehers eher niedrig sind, sehe ich da ein paar Probleme für die Jungs.
Version des Spruches "Der Erste bekommt den Hof, den zweiten der Krieg und den dritten die Kirche"?
Könnte schon gut sein, dass in dem Sinne das Erziehungswesen dann die gute alte Kirche ersetzt.
Dann ändert sich zwar nichts, aber wenigstens die Gefühle der Atheisten sind geachtet worden.
Version des Spruches "Der Erste bekommt den Hof, den zweiten der Krieg und den dritten die Kirche"?
Könnte schon gut sein, dass in dem Sinne das Erziehungswesen dann die gute alte Kirche ersetzt.
Dann ändert sich zwar nichts, aber wenigstens die Gefühle der Atheisten sind geachtet worden.
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