FamilienpolitikEine Strafabgabe für Kinderlose wäre falsch

Die CDU-Idee, eine Extra-Steuer für Kinderlose einzuführen, ist Unfug: Der Staat könnte Familien zwar besser helfen. Aber Kinderkriegen ist privat. Ein Kommentar von 

Kinderlose sollen zahlen. Die Idee wird immer wieder mal aufgewärmt und ist betörend. Denn nur Menschen, die Kinder kriegen, sorgen für die Renten und Steuern der Zukunft. Da aber zu wenige Erwachsene Eltern werden, wird die Rente knapp. Familien mit mehreren Kindern und Alleinerziehende riskieren zudem, am Nachwuchs arm zu werden. Das ist ungerecht. Also sollen doch bitte die mal zahlen, die sich ungestört von Babygeschrei dem Geldverdienen widmen und für die demografische Katastrophe verantwortlich sind – die Kinderlosen.

Am liebsten noch in dieser Legislaturperiode wollen junge Unionsabgeordnete die Verfassung dahingehend verändern . Konkret schlägt Marco Wanderwitz, Sprecher der Jungen Gruppe in der CDU /CSU-Bundestagsfraktion in der Mitteldeutschen Zeitung vor, Kinderlose ab 25 Jahren mit einem Prozent ihres Einkommens zur Kasse zu bitten. Sie sollen voll zahlen, während Eltern mit einem Kind die Hälfte und Eltern mit mehreren Kindern gar nichts geben müssen. Das Geld soll in die Sozialversicherung fließen, aber auch in Infrastruktur und Bildung. Auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe findet den Gedanken angemessen.

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Aber mal angenommen, es käme so weit. Welches Signal würde von einer solchen Strafabgabe ausgehen? Eltern machen sich für die Gesellschaft krumm, Kinderlose sind quasi kriminell.

Sind Eltern aber wirklich diese selbstlosen Typen, die der Demografie wegen die Bürde des Kinderhabens auf sich nehmen? Nein, sie tun es, weil die Kinder ihr eigenes Leben schöner machen. Und die, die wir bestrafen würden, sind oft gar nicht so weit von ihnen entfernt. Zum Beispiel Menschen, die ihren Kinderwunsch verschieben bis es zu spät ist. Oder Menschen, die keine Kinder bekommen können. Oder Menschen, die den richtigen Partner nicht finden. Oder, oder... Das Kinderkriegen ist verdammt privat.

Manchen von diesen ungewollt kinderlosen Menschen könnte die Gesellschaft dennoch helfen, indem sie ihnen Mut macht. Mit einer kinderfreundlichen Infrastruktur, mit guten Kitas und Schulen, mit weiteren Steuervorteilen und Ermäßigungen. Mit einer Arbeitsmoral, die noch Raum und Energie zum Mutter- und Vatersein lässt. Ein sinnvolles Signal wäre es also, die Gesellschaft familienfreundlicher zu machen, Familien noch mehr Vorteile zu verschaffen und den Kinderlosen unangemessene Privilegien zu nehmen – aber nicht sie zu strafen.

Wie? Indem man zum Beispiel kinderlose Paare mit dem Ehegattensplitting nicht mehr fördert , sondern diese Vorteile allein den Familien zukommen lässt. Statt am Erfolgsmodell Elterngeld herumzunörgeln, sollte das unsinnige Betreuungsgeld nicht eingeführt werden, von dem sowieso keine Mutter oder kein Vater zu Hause beim Kind bleiben kann.

Das Geld könnte man effektiver nutzen. In den Kindergärten und Schulen zum Beispiel. Wir beklagen uns über zu wenige Kinder, entlassen aber viele davon mit holprigem Deutsch oder ohne Schulabschluss in die Welt. Die Verantwortlichen müssten sich nur an ihre Versprechungen halten, nicht an den Bildungsausgaben zu kürzen.

Auch das hilft den Renten der Zukunft, rettet sie aber noch nicht. Aber auch hierfür gibt es bereits viele gute Vorschläge. Beispielsweise sollte nicht nur Lohnarbeit rentenpflichtig sein, sondern alle Einkommensarten. Das sorgt gleichzeitig für mehr Gerechtigkeit für Familien, die meist weniger Eigentum anhäufen können als Kinderlose. Ideen gibt es genug, man muss sich nur der Realität stellen und die richtigen Prioritäten setzen.

Selbst wenn unsere Gesellschaft in Zukunft den vielen Zaudernden mehr Mut zu Kindern machen sollte und den ungewollt Kinderlosen medizinisch besser helfen kann, wird es Menschen geben, die ihr Leben ohne Kinder oder nur mit einem Kind leben wollen. Sie entscheiden, was für ihr persönliches Leben richtig ist und sollten auch weiterhin dafür nicht diskriminiert werden.

Kurz nach Veröffentlichung dieses Kommentars hat Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel die Diskussion gestoppt: Sie wies den Vorstoß der jungen Unionsabgeordneten für eine Kinderlosenabgabe zurück. (kh)

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Leserkommentare
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    • SuR_LK
    • 14. Februar 2012 14:49 Uhr

    mit einer Extrasteuer für Personengruppen die sich Tätigkeiten hingeben die ihre Fruchtbarkeit beeinflussen?
    Extrasteuer für jene die sich freiwillig sterilisieren lassen? Hat zuviel Stammtisch Niveau das Thema und wirds so nie zu etwas bringen, wie wärs denn im Gegenzug mit Kindspflicht für alle 20+ bei Strafe wer es nicht einhält? Naja auch nichts...

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    Ich war letztens auf einer Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll Stiftung, ein Teilnehmer, es war ein Akademiker und Teilnehmer oben am Podium meinte theoretisch hindert das Kinderkriegen am Arbeiten und daran Geld in die Rentenversicherung zu verdienen. Mütter wurden von anderen Teilnehmern als Heimchen am Herd bezeichnet, ein anderer Teilnehmer äußerte er hätte nichts dagegen wenn Deutsche aussterben, Tätervolk usw.

    Alle Teilnehmer obem am Podium hatten keine Kinder und haben sich über Kinder meiner Meinung nach sehr verächtlich geäussert, vor allem aber über Frauen die wegen Kindern daheim bleiben. Väter dagegen, die daheim bleiben waren für die Teilnehmer ok.

    • Floak
    • 14. Februar 2012 14:50 Uhr
    4. Absurd

    Finde das ganze Thema absurd. Ich bin sicher nicht Kinderlos, weil ich es mir so wünsche. Es hat sich einfach noch nicht ergeben. Und dafür will man mich bestrafen?

    Nicht jeder hat die Wahl oder die Möglichkeit. Und nun werd ich dafür nun auch noch bestraft, weil ich noch nicht die Frau fürs Leben inkl. Familiengründung aufgetan habe? Das ist nicht nur privat, das ist absurd.

    Warum nicht gleich noch ähnlich der Arbeitsvermittlung eine staatliche Ehevermittlung aufmachen? Und wenn man nicht hingeht und sich eine Frau zuweisen lässt vielleicht noch eine zusätzliche Sonderabgabe als Strafe?

    Zumal ich weder Kindergeld, noch Steuererleichterungen bekomme und damit indirekt schon genug Geld dafür draufzahle, dass unser Pflege und Rentensystem versagt.
    Vielleicht sollte man einfach mal das Grundsystem überdenken, statt ständig neues Geld reinzupumpen!

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    • joG
    • 14. Februar 2012 15:12 Uhr

    ...man entscheidet sich aktiv für die Abtreibung. Sollte da nun die Frau oder die Ärztin die Steuer bezahlen?

    Das ist die Argumentation von Kinderlosen. Und weil es davon sehr viele gibt, gibt es für so einen Kommentar auch viele Empfehlungen. Ich warte immer noch auf den Kommentator der schreibt, ich würde für die Gesellschaft dafür folgendes tun ... Aber schon klar, Kinder sind Privatsache.

    • serins
    • 14. Februar 2012 15:38 Uhr

    bin schon für Sonderabgaben für Kinderlose,
    bloss dann sollten folgende Leistungen aus der Abgabenlast der Kinderlosen rausgenommen werden und voll auf die mit Kinder umgelegt werden

    Kindergarten
    Schule
    Universitäten
    Kindergeld
    Mitversicherung der gesamten Familie in der GKV (allein hier würden alle Familien mit Kindern und hauptberuflichen Hausfrauen aufschreien)

    Und der Spruch mit der Pflege im Alter zieht nicht, die kindelrosen sind oftmals im Alter selbstständiger und habe in D schon zuviele Familien gesehen, wo sich die Kinder einen Scheiß um ihre Eltern im Alter kümmern.

    Und wer bekommt den die vielen Kinder in D und warum und wieviel kostet dies, wenn die Frage ehrlich beantwortet werden würde, dann würde sich die Diskussion erledigen. Hier mal eine Antwort darauf

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/heinarbeit/

    Bezahle hier in Canada übrigens auch noch school board, wenn die Kinder nicht mehr zur Schule gehen und die Kindergartenbetreuung kostete uns CAD 900 im Monat, über die Studiengebühren gar nicht erst zu reden, da sind wir bei einem mit 20k dabei und das ist eine stinknormale Uni.

    Ich selbst, bald 35 Jahre alt, bin auch kinderlos. Nicht, weil ich keine Kinder möchte, sondern weil ich Single bin.
    Liebe CSU: Ich kann mich nicht selbst befruchten!
    Außerdem: Löst es dauerhaft unsere Probleme, wenn mehr Kinder geboren werden? Nein. Es verschiebt das Problem nur in die Zukunft, denn auch (fast) alle neugeborenen Kinder werden irgendwann einmal Rentner sein. Unsere Sozialsysteme wären finanzierbar, wenn unsere liebe Klientelpolitikelite aufhören würde, auf Gegenseitigkeit in die Taschen ihrer Freunde zu wirtschaften. Wieviel kommt von einem Euro, den ich bspw. in die Krankenkasse einzahle, wirklich im Gesundheitssystem an? Und macht mir keine Vorwürfe: Ich bin als Beamter freiwillig Mitglied in der gesetzlichen Versicherung, weil ich es für sozial halte, wenn alle in ein System einzahlen.
    Zudem ist man als Single schon durch die Lebenshaltungskosten benachteiligt: Mein Kühlschrank braucht genauso viel Strom, als wenn ich dort Lebensmittel für vier reinpacken würde. Mein Auto braucht genauso viel Sprit, als wenn ich nicht alleine drinsitzen würde. Ein Single braucht etwa 50 m² Wohnung min., aber eine vierköfige Familie braucht nicht 200 m². Ich muß die Wohnung genauso heizen. Was mache ich, wenn der Supermarkt die Äpfel mal wieder nur im 2-kg-Netz hat? Die Hälfte wegwerfen? Meinen Telephon-/Internetanschluß zahle ich auch alleine, obwohl ihn locker 4 Leute benutzen könnten usw. usw. Ja, Windeln sind teuer, aber Singles haben auch enorme Ausgaben.

    Dann muessen eben die Renten gekuerzt werden. Ohne Beitragszahler keine Versicherung.

    Wenn das System sich niht aendert, dann wird es irgendwann so kommen muessen, halten sie das fuer besser?

    "Zumal ich weder Kindergeld, noch Steuererleichterungen bekomme und damit indirekt schon genug Geld dafür draufzahle, dass unser Pflege und Rentensystem versagt.
    Vielleicht sollte man einfach mal das Grundsystem überdenken, statt ständig neues Geld reinzupumpen!"

    Sie machen es sich zu einfach!
    Doch, auch SIE haben Kindergeld bekommen, wenn Sie studiert haben, sogar bis 26. Auch Ihre Eltern dürften diverse Steuererleichterungen als Verheiratete mit Kinder(n) in Anspruch genommen haben. Sie haben Schulen besucht, die von Steuergeldern gebaut und unterhalten werden.

    Der Grundgedanke dieses Systems ist die Solidarität. Egal ob bei Renten oder Krankenversicherung oder sonstigen Gemeinschaftsaufgaben- die Lasten auf viele Schultern zum Nutzen aller zu verteilen ist effektiver und krisenfester als der viel beschworene Aberglaube an die "Eigenverantwortung".
    Ihre Eltern haben ihren Anteil am Generationenvertrag erfüllt. Nun sind Sie dran- mit oder ohne Familie- das ist Ihre Entscheidung.
    Aber wenn Sie dieses System lieber überdenken wollen-
    warum nicht gleich z.B. die Feuerwehr abschaffen- bei uns hat es ja auch noch nie gebrannt....

    Es geht doch überhaupt nicht darum, irgendwen zu bestrafen, sondern um die Sicherung der Sozial- und Rentensysteme.

    Man kann sicher trefflich darüber streiten, ob die nicht ohnehin grundlegend refomiert gehören. Unter gegenwärtigen Bedingungen bleiben zur Sicherung nur zwei wesentliche Stellschrauben. Entweder eine ausreichende Bereitstellung zukünftiger Beitragszahler oder entsprechende Rücklagen bilden.

    Ein Mehrheit kann sichs dann aussuchen: Kinder oder Geld. Die ungewollt Kinderlosen haben mein tiefstes Bedauern, aber das ändert doch nichts daran, dass auch sie mal eine Rente bekommen wollen und sollen. Die muss halt finanziert sein, das muss man ganz nüchtern sehen.

    Und unter finanziellen Gesichtspunkten ungerecht find' ich es auch nicht. Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Sie als Kinderloser ohnehin finanziell benachteiligt seien. Vom Kindergeld kann ich nicht mal den Kindergarten bezahlen.

    Also lassen Sie besser das Jammern. Wenn Sie z.B. nicht selbst kochhen können oder wollen und in die Gaststätte gehen müssen, können sie auch nicht von Strafe reden, wenns dann teurer als zu Hause wird.

    • Otto2
    • 14. Februar 2012 21:51 Uhr

    Kinderlose ökonomisch bestrafen bringt nicht mehr Kinder und auch keine besser ausgebildeten!
    Es ist nur eine neue Masche irgendwo Geld zu holen, nach dem gleichen Motto wie: Später Rente, mehr Praxisgebühr, keine Hüftgelenke für über 80-jährige, mehr Leiharbeit, mehr befristete Jobs usw. Sie kennen das ja zur Genüge.
    Die jungen und schönen Damen und Herren aus der CDU könnten zur Abwechselung doch mal etwas Sinnvolles, also und auch junge Familien Helfendes vorschlagen.
    Einige Tips:
    1. Tragen Sie wirksam dazu bei, dass CDU-Unternehmer und Geschäftsführer, es jungen Eltern erleichtern Kinder zu bekommen, weil deren Arbeitszeiten auf die Belange von Kindern Rücksicht nehmen.
    2. Reduzieren Sie die unsägliche Praxis immer mehr Leute nur befristet einzustellen. Kinder in die Welt setzen, heißt über viele Jahre zu planen.
    3. Sichern Sie das nötige Geld für die Ausbildung von der Krippe über Lehre bis zum Studium ohne Studiengelder. Es gibt in der EU Länder, die das können und auch tun!

    <em>Und dafür will man mich bestrafen?</em>

    Eine Steuer ist eigentlich keine Strafe. Der Begriff "Strafe" scheint hier von ZEIT ONLINE zu kommen und wirkt in meinen Augen etwas polemisch.

    Ich bin der Meinung, dass man die Kinderlosensteuer nicht einführen muss, weil sie unnötige Bürokratie schafft. Vor dem Finanzamt kann man bereits exakt das Gleiche mit Einkommensteuer, Kinderfreibetrag und Kindergeld erreichen. Deshalb hat eine Kinderlosensteuer ausschließlich Signalwirkung. Darüber kann man diskutieren.

    Ich hatte vor einiger Zeit mal eine Art Sozialbeitrag in diesem Forum vorgeschlagen, den zunächst jeder einkommensteuerpflichtige Bürger auferlegt bekommt. Durch Kinder oder gemeinnützige Arbeit kann der bis auf Null reduziert werden. Besondere Umstände wie natürliche Unfruchtbarkeit und alles was irgendwie von einem Arzt bescheinigt wird, könnte ebenfalls zur teilweisen oder vollständigen Absenkung des Beitrags führen. - Mit ein wenig Fantasie kann man das abrunden und für jeden gerecht gestalten. Natürlich bleibt das Utopie.

    • sauce
    • 14. Februar 2012 14:51 Uhr

    Eine Strafabgabe ist ganz gewiß der falsche Weg. Kinder zu bekommen ist sehr privat und meistens eine freie Entscheidung, da stimme ich zu.
    Trotzdem finde ich es ziemlich ungerecht, daß ich trotz relativ geringen Einkommens erst ziemlich happige Kindergartengebühren gezahlt habe, reichlich Geld in die Bildung meiner Brut investiert habe, mich jetzt für ihr Studium krumm mache und später etwa die Hälfte der Rente bekomme(die meine Kinder dann hoffentlich mit erwirtschaften)die kinderlosen Paaren zusteht.

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    finde ich es auch, daß diejenigen, die Zeit für die Kindesbetreuung aufwenden (müssen) und nur Teilzeit arbeiten, am Ende auch bei der Rente bestraft werden.

    Jo so isses aber, die Kinderlosen profitieren davon ob sie wollen oder nicht. Eine Strafabgabe wäre Blödsinn, Besser über die Steuer Familien besserstellen und kostenlose Kinderbetreuung usw.

    so darf man SIE doch nennen, erst einmal Gedanken machen, SIE
    wissen doch dass die Voraussetzungen fuer einen Kinderwunsch alles andere als gut sind, bezahlbare 3 Zimmerwohnung, Kita's
    Mehrwertsteuer fuer Babynahrung mit der MwSt fuer Tiere anpassen (also senken) usw.uws. es gibt viel zu tun um neue Steuerzahler zu bekommen, alles packen SIE es an, viel Erfolg !

    • joG
    • 14. Februar 2012 17:38 Uhr

    ...bereits einen finanzielle Bestrafung über die Steuer. Lediglich versteckt sie sich für jenen, der nicht genau hinsieht oder die Sache durchdenkt. Wir nehmen jedem steuerzahler Geld, das wir an Personen mit Kindern geben. Das muss man aufteilen in eine Steuer und eine Subvention. Kinderlose Zahlen die Steuer und Familien mit Kindern bekommen die Steuer zurück plus eine Zuzahlung.

    • sauce
    • 14. Februar 2012 18:42 Uhr

    Die Steuerentlastung ist bei Familien im unteren Mittelfeld der Einkommensskala ziemlich irrelevant. Ob sie bei Familien im oberen Bereich fühlbarer ausfällt vermag ich nicht zu beurteilen..... wahrscheinlich ja.

    Offensichtlich ist der Generationenvertrag nicht mehr zeitgemaess.

    Wer sich dem Kinderkriegen entzieht (gewollt oder auch nicht) tut dennoch im Alter gern gut leben und kinderlose Paare koennen immernoch den (zugegeben beschwerlichen) Weg der Adoption gehen... wenn sie denn woellten.

    Es geht hier nicht darum wen zu bestrafen sondern ein unvermeidliche Entwicklung zu finanzieren.

    Das das gesamte Einkommen rentenpflichtig ist versteht sich eigentlich von selbst. Schlimm genug das es nicht schon so ist.

    Wer in einer Zahlentabelle nachlesen will, inwiefern der Kommentator und andere irren, gehe auf die HP des Deutschen Familienverbands oder nutze den Link: http://www.deutscher-familienverband.de/uploads/media/Horizontaler_Vergl...

  3. Wer sich aus ideologischen Gründen dem sozialen Gesellschaftsvertrag verweigert, sollte dafür pekuniär zur Verantwortung gezogen werden. Anders ist selbstverständlich die Lage, wenn eine medizinisch bedingte Kinderlosigkeit (Unfruchtbarkeit bzw. Zeugungsunfähigkeit oder Erbkrankheiten) vorliegt.
    Aber grundsätzlich ist die Idee der "jungen Wilden" um Herrn Wanderwitz zu begrüßen. Es muss etwas gegen das drohende Aussterben der Deutschen unternommen werden. Und leider ist die wirksamste Pädagogik immer noch die des Geldbeutels.

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    Kinder von Akademikern sind ja besonders erwünscht,
    also sollten Kinderlose Akademiker besonders hart bestraft werden. Ich denke 5% des Jahreseinkommens wären hier angebracht.
    Desweitern sollte man Kinderhandel nicht mehr unter Strafe stellen ,damit sich kinderlose Single diese in China oder Indien straffrei besorgen können.

    ...der Deutschen unternommen werden."

    Ähemmm...warum genau?

    Höre ich es nicht seit 30 Jahren, seit dem infamen Lambsdorff-Papier immer wieder:

    Ich bin zu teuer!
    Ich lebe über meine Verhältnisse!
    Ich muss den Gürtel enger schnallen!

    Nun...ich arbeite viel, effektiv, und habe daher sicherlich meine Ansprüche, das ist wahr... aber wenn die zu hoch sind - wie man es mir ja gebetsmühlenhaft eintrichtert! - dann LASST MICH DOCH IN FRIEDEN AUSSTERBEN!

    Und dann könnt Ihr Euch ein paar Usbeken oder Kambodschaner oder sonst ein paar arme Würste holen, die für eine Handvoll Reis am Tag und einen Schlafplatz im Bahnhofsfoyer meine Arbeit machen. Viel Glück dabei.

    Interessanter Artikel: "Are the American people obsolete?"

    http://www.salon.com/2010/07/27/american_people_obsolete/

    Den gleichen Artikel kann man - bald! - aus Sicht der Oligarchen auch in Bezug auf das deutsche "Volk" schreiben.

    demagogisch. http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/butterwegge.pdf
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/gbosbach_demogr.pdf
    http://www.demogr.mpg.de/de/news_presse/pressemitteilungen_1916/16_kinde...
    Letztlich geht es immer wieder darum, Gruppen aufeinander zu hetzen um von der eigentlichen großen Systemkrise abzulenken.
    Jung gegen Alt, Bekinderte gegen Kinderlose, Deutsche gegen Ausländer, Mittelschichtler gegen die Armen.
    Übrigens einerseits über die Übervölkerung klagen und dann sich sorgen, dass die Deutschen (selbstverständlich nur Bluts-Deutsche !!) weniger werden, lächerlich.
    Übrigens stimmt eben schon die zugrunde liegende Statistik nicht, die von 1,4 Kindern pro Frau ausgeht. Dabei wird eben nicht berücksichtigt, dass die Frauen halt später ihre Kinder kriegen. Tatsächlich sind es 1,6 Kinder.

    • TDU
    • 14. Februar 2012 15:30 Uhr

    Und, wäre das so schlimm wenn diese Spezies, die früher Kinder (Soldaten) für den Krieg und jetzt Kinder als Grundlage für den Verteilungskampf fordert, denn nichts anderes bedeutet das, aussterben würde?. Ich denke nicht.

    Und ?

    Die Bedingungen die zu der Entstehung von Völkern und Sprachen gebracht haben, sind nicht mehr vorhanden.
    Es wird sich eben etwas neues formieren.

    Sie nennen sich "Freiheitsfreund" und argumentieren doch gegen eine wie auch immer verstandene Freiheit an!

    Der Staat hat keinerlei Recht und Befugnis, sich in solcherlei private Belange seiner Bürger und Bürgerinnen einzumischen.

    Sicherlich: Der demographische Wandel ist eine Herausforderung für unsere umlagefinanzierten Sicherungssysteme und es gilt, Lösungen hierfür zu finden.

    Aber eine Zwangsabgabe für Kinderlose?

    Der obige Artikel zeigt bereits viele Dilemmata dieses wahnwitzigen Vorschlages auf. Was z.B. machen denn unfruchtbare Menschen? Werden diese dann gezwungen, dem Finanzamt ein Attest vorzulegen und somit den Staat über ihre "Krankheitsgeschichte" zu informieren?

    Allein dieses Beispiel verdeutlicht, welche Türen und Tore dem Staat mit diesem wiedersinnigen, verfassungsverletzenden und unethischen unreflektierter CDU-Hinterwäldler geöffnet werden.

    Da kann man fast schon froh sein, dass die FDP noch in der Regierung ist. Und das will schon Einiges heißen!

    • shiro31
    • 14. Februar 2012 15:38 Uhr

    Und vielleicht muss ich am Ende noch meine Zeugungsfähigkeit bzw. -unfähigkeit beim Finanzamt nachweisen? Mit Verlaub: darüber möchte ich nicht einmal nachdenken müssen ...

    [Wer sich aus ideologischen Gründen dem sozialen Gesellschaftsvertrag verweigert, sollte dafür pekuniär zur Verantwortung gezogen werden.]

    Ach, jetzt auf einmal sollte man gesellschaftlich agieren. Wie war das mit der Ansamlung von Geldvermögen? Ja ja, ist ja sein privates Recht auf Eigentum. Das darf keiner antasten. Aber wenn jetzt Kinderlose ins Feld gesteckt werden, ist es wohl kein Problem.

    [Es muss etwas gegen das drohende Aussterben der Deutschen unternommen werden.]

    Aussterben der Deutschen? Vor 200 Jahren gab es diesen Deutschen nichteinmalmal.

    [Und leider ist die wirksamste Pädagogik immer noch die des Geldbeutels.]

    Ja ja, und wenn ein Mensch nicht einen Partner finden konnte, wird diesem eine vom Staat "bereitgestellt! - natürlich erst nach einer Überprüfung der Reinrassigkeit.

    der Finanzierung der Soldargemeinschaft entzieht, gehört zur Kasse gebeten. Richtig.

    Die Sozialkassen sind leer weil sich ein großer Teil der "Bürger" den Beitragspflichten entzieht.

    Man denke nur an die Scheintarifverträge der christlichen Gewerkschaften in der Arbeitnehmerüberlassung, die Nachforderungen der Sozialkassen in MILLIARDENHÖHE zur Folge haben.
    Da ist z.B. das Geld geblieben. Die meisten Einkommen sind zu gering um, von den daraus resultierenden Beitragseinnahmen, das Umlagesystem zu finanzieren.
    Die hohen Einkommen werden durch die Beitragsbemessungsgrenze vor angemessener Beitragspflicht geschützt.

    Was wir hier erleben, ist der plumpe Versuch das Unvermögen politischer Gestaltungsfähigkeit dadurch zu kaschieren, dass einmal mehr versucht wird verschiedene gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aus zuspielen.

    Die bayrische Familienministerin Christine Haderthauer geht sogar soweit sich zu der Aussage hinreißen zu lassen das wir uns wieder daran gewöhnen müssen, das es nicht egal sei wie wir, der/die Einzelne, leben wolle.

    Das tönt gar nicht nach Freiheit und auch nicht freundlich.

    Eigentlich widerlich.

    • klaro
    • 14. Februar 2012 18:01 Uhr

    was hat Ihr Kommentar mit Freiheit zu tun, wenn der Staat sich auch in privateste Angelegenheiten einmischen soll?!

    ... macht seinem Namen hier mal wieder alle Ehre...

    "Freiheit" halt eben, wie das F der FDP.

    Was machen die, die keine Partner (warum auch immer) finden ?
    Oder die, die bei Einführung des Gesetztes nicht mehr zeugungsfähig sind ?

    Es wäre sinnvoll, erst einmal die Kinder, die da sind ordentlich zu fördern und finanziell zu unterstützen, frei nach dem Motto mehr Qualität (der Erziehung/Bildung) statt Quantität.

    Sind wir also schon wieder bei Rüttgers' "Kinder statt Inder".

    Alles Populisten.

    Wann ist man denn bitte aus "ideologischen" Gründen kinderlos? Muss man dass dann im Veranlagungsformular für die Kinderlosenstrafzahlung ankreuzen? Was passiert denn mit dem Partner/der Partnerin, der/die gerne Kinder hätte, aber beim potentiellen Kindererzeuger/der potentiellen Mutter auf Granit beißt? Muss die dann auch zahlen (Mitgefangen, mitgehangen)? Oder ist sie schon bestraft genug mit dem kinderunwilligen Partner?
    Was ist mit Leuten, die keinen Partner gefunden haben? Legt man ihnen das als idologische Bösartigkeit aus? Oder doch vielleicht als gar nicht so tolles Schicksal?

    Ich kenne einige Menschen, die keine Kinder wollen. Ich kenne aber wesentlich mehr Menschen, die gerne Kinder (gehabt) hätten, aber z. B. an der Partnerfrage scheitern. Diese Menschen engagieren sich z. T. ehrenamtlich, zahlen ohne zu Murren Steuern, die auch an Familien umverteilt werden und wissen genau, dass ihre Aussichten, im Alter adäquat betreut zu werden, nicht besonders rosig sind.

    Im Übrigen finde ich die Aufregung um das vermeintliche "drohende Aussterben der Deutschen" überzogen. Modelle von Demographen postulieren, dass sich ein paar Jahrzehnte nach der momentanen demographischen Krise die Sterberate wieder sinkt und die Geburtenrate sich auf einem niedrigen Niveau einpendelt - damit wären wir wieder bei einem gleichbleibenden (niedrigen) Bevölkerungsniveau oder einem sehr langsamen Wachstum.

    • gag
    • 15. Februar 2012 5:38 Uhr

    Wobei meiner Meinung nach Ihre Logik es könne nur ideologische oder medizinische Gründe geben keine Kinder zu haben absolut an der Realität vorbei geht.

    Ich werde demnächst 26, da ich studiere ist meine Ausbildung aber noch nicht ausgeschlossen. Ich war zwar schon in langjährigen Beziehungen, aber fürs Kinderkriegen fehlte diesen trotzdem die Basis.

    Sollte ich dafür jetzt finanziell "bestraft" werden?

    Ich denke nicht, dass wir eine glückliche Gesellschaft dadurch schaffen, dass wir Menschen durch Pädagogische Maßnahmen zwingen Kinder zu bekommen.

    Und nein ich denke nicht, dass die Deutschen so schnell aussterben.

    • grrzt
    • 15. Februar 2012 9:59 Uhr

    Und wenn ich schwul bin, muss ich dann vielleicht 'ne Samenspende oder ne' Zwangsnummer schieben? Lächerlich.

    • sheldon
    • 15. Februar 2012 10:31 Uhr

    Ich habe keine, eigenen, Kinder. Allerdings hat meine Lebensgefährtin 2 Kinder die ich unterstütze. Meine Schwester (alleinerziehend) hat 2 Kinder und meine Ex-Freundin hat ein Kind, alle unterstütze ich. So beteilige ich mich an den Klassenfahrten, Sprachkursen, Hobbys usw. Kein Kind ist auf meiner Steuerkarte verzeichnet. Ich zahle jetzt schon einen erhöhten Rentenversicherungsbeitrag und da Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei mit versichert sind zahle ich auch hier meinen Beitrag.
    Die Väter der Kinder meiner Lebensgefährtin, meiner Ex Freundin und meiner Schwester zahlen nichts, sollen aber steuerlich nicht belastet werden.
    Diese Idee der Belastung an sich ist Irrsinn!
    Eine vernünftige Steuerpolitik inkl. Kinderförderung würde mehr bringen als solche Stammtischparolen.
    Warum Familien mit 100.000,-€ und mehr Jahreseinkommen Kindergeld bekommen habe ich bis jetzt nicht verstanden...

  4. Wären mE völlig ausreichend. Ich finde es zwar löblich, daß man die Anstrengungen der Eltern öffentlich hervorheben möchte, aber eine Steuer für Kinderlose ist in meinen Augen diskriminierend.

    • JD
    • 14. Februar 2012 14:55 Uhr

    welche undurchdachte und absurde Ideen von sich geben. Wenn es nicht Realität wäre, dann wäre diese Idee ganz sicher Satire.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Angela Merkel | CDU | Familienpolitik | Betreuungsgeld | Demografie | Ehegattensplitting
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