FamilienglückKind quer im Bett

Fotografen lieben das Motiv: Vater, Mutter, Kind in einem Bett. Doch das hübsche Bild kann für arbeitende Eltern zum Albtraum werden. Mark Spörrle über Schlafentzug

Wir haben eine enge Verbindung zu unserer Tochter. Eine fast schon metaphysische Verbindung. Die sich darin äußert, dass sie immer dann zu uns ins Bett kommt, wenn es nun wirklich überhaupt nicht passt.

Nein, nicht was Sie jetzt denken: Ich spreche von Situationen, in denen meine Liebste und ich jede Stunde Schlaf brauchen, die wir kriegen können. Letzte Nacht etwa. Ich hatte aus beruflichen Gründen schon die Nacht davor nur vier Stunden geschlafen, etwa die Hälfte des ärztlich empfohlenen Maßes. Hatte dann wieder bis gegen 23 Uhr gearbeitet. Und nur noch kurz das Allerwichtigste mit meiner Liebsten besprochen, die ihrerseits seit Tagen ein Schlafdefizit mit sich herumschleppte. Jedenfalls: Um halb eins lagen wir endlich im Bett.

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Und im selben Moment, in dem mir mit einem seligen Lächeln die Augen zufielen, hörten ich unsere Tochter. Sie weinte laut auf.

Meine Liebste fuhr hoch.

Oh nein, dachte ich, und dachte an meinen Terminplan für die nächsten drei Tage, nur kein Fieber, bitte nur kein Fieber...

Um mich zu beruhigen und die Liebste dazu, murmelte ich verzweifelt, es sei sicher nur ein böser Traum – von uns oder von Luise. Ich hatte recht. Kaum hatte ich zu Ende gemurmelt, stand unsere Tochter vor unserem Bett, das Gesicht tränenüberströmt: "Ich habe vom bösen Wolf geträumt!"

Erleichtert lächelnd betteten wir Luise zwischen uns, kuschelten sie, erzählten ihr, wie harmlos Wölfe waren. Gegen halb zwei trug meine Liebste unser selig schlafendes Kind mit letzter Kraft zurück in ihr Bettchen.

Familienglück - die Kolumne

Mama und Papa gehen arbeiten, die Kleine in den Kindergarten. Das perfekte Familienglück ist nur eine Frage der Organisation, oder? Mark Spörrle schreibt in seiner Kolumne "Familienglück" über die Tücken des Alltags.

Bis zum Weckerläuten blieben noch gut fünf Stunden, immerhin eine mehr als in der Nacht davor.

Nach einer Minute rüttelten mich kleine Hände. Luise war noch aufgelöster als vorhin, diesmal hatte sie von Feuer geträumt. Das ließ sich nicht so einfach wegdiskutieren, schon gar nicht in unserem Zustand. Also blieb Luise zwischen uns liegen, den Kopf an der Brust der Liebsten, die Füße an meinem Bauch.

Für Fotografen und Werbetreibende mag genau dies das Bild einer glücklichen Familie sein. Aber ich kann nicht einschlafen, wenn mir jemand die Füße in den Bauch stemmt.

Ich rückte zur Seite. Luise war mittlerweile eingeschlafen, aber das hielt ihre Füße nicht davon ab, mir zu folgen. Ich versuchte sanft, ihre Beine zurückzuschieben. Sie drückte dagegen, offenbar mit aller Kraft, und als ich meinerseits dagegendrückte, klang ihr Atmen so, als würde sie jeden Moment wieder aufwachen. Schnell zog ich mich noch weiter zurück. Und noch weiter. Ich probierte, ob es erträglicher war, wenn ich mich umdrehte und meine Tochter mir die Füße in die Nieren bohrte. War es nicht. Um kurz nach drei hatte Luise mich an den alleräußersten Rand des Bettes gedrängt. Um 3 Uhr 22 war ich so am Ende, dass ich trotzdem einschlief.

Als ich auf dem Holzfußboden aufschlug, versuchte ich, dies möglichst leise zu tun.

Auf der anderen Seite des Bettes knipste meine Liebste leise fluchend die Taschenlampe an. Unsere Tochter lag mit gestreckten Armen und Beinen quer in unserem Bett wie ein fleischgewordener Sperrriegel. Ich versuchte sie anzuheben, aber sie weinte im Schlaf auf und schlug um sich. "Lass sie, lass sie um Gottes willen!", zischte meine Liebste.

Leserkommentare
  1. mich fasziniert auch immer, dass kleine kinder nur quer im bett schlafen können mit allen vieren von sich gestreckt.

    Eine Leserempfehlung
  2. 2. Ja...

    ...wer kennt das nicht. Ich kenne viele Eltern, die aus diesen Gründen in unterschiedlichen Zimmern schlafen. Ausreichender Nachtschlaf vor Eheromantik, insbesondere bei schreienden Babys fast schon zwingend. Bei der Verteilung der Schlafzeit, muss man dann mit dem Ehepartner ringen :-)

    Gleichzeitig Vorteil und Nachteil ist es, wenn das Kinderzimmer in Sicht-/Rufweite ist. Das Kind fühlt sich sicherer (wir haben zusätzlich ein Nachtlicht an) und wenn es nachts in Panik aufwacht, ist gleich jemand zur Stelle. Passiert zum Glück idR selten. Als Gegenleistung darf dann aber auch erst nach hellwerden das Elternbett frequentiert werden. Der Nachteil ist, dass sich Korpulationsbemühungen der Eltern komplett in andere Räume verlagern müssen... ;-)

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    Nur macht es für Journalisten mehr her alles als erstmalig dargestellt, erlebt und erlitten zu präsentieren.

    Nein, auch die modernen Patchworkfamilien, Elternzeitväter und Single-Mamas erfinden das Kindererziehen nicht neu und neu sind ihre Erfahrungen, Nöte und Probleme schon lange nicht.

    also bei uns ist happy familenbett und das ist nicht das geringste problem.
    anfänglich eigenes bett und dauernd rabatz, seit sie bei uns kuscheln dürfen, schlafen sie durch. ok, man hat manchmal füße im gesicht, aber das stört nicht wirklich.
    und b**** kann man ja nun wirklich überall.

    Nur macht es für Journalisten mehr her alles als erstmalig dargestellt, erlebt und erlitten zu präsentieren.

    Nein, auch die modernen Patchworkfamilien, Elternzeitväter und Single-Mamas erfinden das Kindererziehen nicht neu und neu sind ihre Erfahrungen, Nöte und Probleme schon lange nicht.

    also bei uns ist happy familenbett und das ist nicht das geringste problem.
    anfänglich eigenes bett und dauernd rabatz, seit sie bei uns kuscheln dürfen, schlafen sie durch. ok, man hat manchmal füße im gesicht, aber das stört nicht wirklich.
    und b**** kann man ja nun wirklich überall.

  3. Weil es doch so schön ist und es nur so einen Grund/Anlass für solche Artikel gibt, kann man es um Himmels willen nicht so organisieren, dass nur einer dran ist.
    Da könnte man ja nicht übers Elternleid schreiben und darüber, wie sehr einen das Elternleid beim übers Elternleid schreiben in die Quere kommt und einem den Bürojob zur Hölle macht.
    Was machen eigentlich Eltern, die am Folgetag nicht auf Sparflamme "schaffen" können, z.B. weil sie nicht so wichtige Bürojobs mit viel Kaffee haben, sondern Arbeit die richtig unerbittlich nach Taktzeit fordert.

    Eine Frage noch:
    Korpulationsbemühungen in andere Räume verlagern?
    Heißt dass, man isst heimlich auf dem Klo oder sonstwo, um korpulent (vulgo: fett) zu werden und so eine Schutzschicht gegen quertrampelnde Kinderfüße zu erhalten?

    Eine Leserempfehlung
  4. Und wenn noch einmal irgend jemand sagt, Eltern bekommen ihre Kinder gerne und freiwillig, der größte Lohn sei das Lächeln ihres Kindes, und sie bräuchten deswegen keinerlei finanzielle Motivationen oder Besserstellungen im Rentenalter, dann fange ich laut an zu schreien.

    Wenn es darum ginge, wirtschaftlich gesprochen, den erlittenen Schaden von Eltern auszugleichen, dann müssten Kinderlose eine Sondersteuer von monatlich 500 EUR abdrücken, und es würde noch nicht einmal annähernd den Kosten und dem Aufwand entsprechen.

    3 Leserempfehlungen
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    Wen interessiert Ihr Schaden? Ich will ja meinen "Schaden" bei 2 Kindern auch nicht ausgeglichen haben.

    Ich warte nur auf die Zeit in der überzeugte Kinderlose niemanden mehr haben, der sich um sie kümmert, oder mit ihnen kommuniziert - in der Geriatrie als Zivi oft genug erlebt.

    • Hickey
    • 02.07.2012 um 16:30 Uhr

    sind wohl die Kinderlosen.

    Wer Kinder will muss mit all den Konsequenzen leben, obs einem Spaß macht oder nicht und genau das gleiche gilt für Kinderlose.

    Sondersteuer...die will ich dann dafür das Kinder Lärm machen, Eltern deren Kinder schlecht erzogen sind, werden Kriminell usw.. dafür wollen wir alle Sondersteuern...

    Wer Ironie findet darf sie behalten.

    Wen interessiert Ihr Schaden? Ich will ja meinen "Schaden" bei 2 Kindern auch nicht ausgeglichen haben.

    Ich warte nur auf die Zeit in der überzeugte Kinderlose niemanden mehr haben, der sich um sie kümmert, oder mit ihnen kommuniziert - in der Geriatrie als Zivi oft genug erlebt.

    • Hickey
    • 02.07.2012 um 16:30 Uhr

    sind wohl die Kinderlosen.

    Wer Kinder will muss mit all den Konsequenzen leben, obs einem Spaß macht oder nicht und genau das gleiche gilt für Kinderlose.

    Sondersteuer...die will ich dann dafür das Kinder Lärm machen, Eltern deren Kinder schlecht erzogen sind, werden Kriminell usw.. dafür wollen wir alle Sondersteuern...

    Wer Ironie findet darf sie behalten.

  5. Wen interessiert Ihr Schaden? Ich will ja meinen "Schaden" bei 2 Kindern auch nicht ausgeglichen haben.

    Ich warte nur auf die Zeit in der überzeugte Kinderlose niemanden mehr haben, der sich um sie kümmert, oder mit ihnen kommuniziert - in der Geriatrie als Zivi oft genug erlebt.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wie wahr"
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    Niemand zu haben und dementsprechend niemenden zu erwarten oder Kinder, Enkel und Urenkel zu haben und zu hoffen, dass sie zu den Feiertagen kommen (selten) oder gar einen mit nach Hause nehmen (noch seltener).
    Habe auch im Altenheim gearbeitet !

    Niemand zu haben und dementsprechend niemenden zu erwarten oder Kinder, Enkel und Urenkel zu haben und zu hoffen, dass sie zu den Feiertagen kommen (selten) oder gar einen mit nach Hause nehmen (noch seltener).
    Habe auch im Altenheim gearbeitet !

  6. Nur macht es für Journalisten mehr her alles als erstmalig dargestellt, erlebt und erlitten zu präsentieren.

    Nein, auch die modernen Patchworkfamilien, Elternzeitväter und Single-Mamas erfinden das Kindererziehen nicht neu und neu sind ihre Erfahrungen, Nöte und Probleme schon lange nicht.

    Eine Leserempfehlung
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    • Hickey
    • 02.07.2012 um 16:30 Uhr

    sind wohl die Kinderlosen.

    Wer Kinder will muss mit all den Konsequenzen leben, obs einem Spaß macht oder nicht und genau das gleiche gilt für Kinderlose.

    Sondersteuer...die will ich dann dafür das Kinder Lärm machen, Eltern deren Kinder schlecht erzogen sind, werden Kriminell usw.. dafür wollen wir alle Sondersteuern...

    Wer Ironie findet darf sie behalten.

    10 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wie wahr"
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    nur sehe ich nicht ein für kinderlose Alte, die nie gearbeitet haben - Stichwort Beamtenwitwen - Pflegeversicherungsbeiträge zahlen zu müssen.

    Ist doch reines Privatvergnügen keine Kinder zu bekommen. Dann sollte man seine Pflege auch selber finanzieren.

    Wenn jetzt das Thema Schulen kommt: Die haben auch die kinderlosen Alten besucht, als sie selber Kinder waren.

    nur sehe ich nicht ein für kinderlose Alte, die nie gearbeitet haben - Stichwort Beamtenwitwen - Pflegeversicherungsbeiträge zahlen zu müssen.

    Ist doch reines Privatvergnügen keine Kinder zu bekommen. Dann sollte man seine Pflege auch selber finanzieren.

    Wenn jetzt das Thema Schulen kommt: Die haben auch die kinderlosen Alten besucht, als sie selber Kinder waren.

  7. nur sehe ich nicht ein für kinderlose Alte, die nie gearbeitet haben - Stichwort Beamtenwitwen - Pflegeversicherungsbeiträge zahlen zu müssen.

    Ist doch reines Privatvergnügen keine Kinder zu bekommen. Dann sollte man seine Pflege auch selber finanzieren.

    Wenn jetzt das Thema Schulen kommt: Die haben auch die kinderlosen Alten besucht, als sie selber Kinder waren.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Euer Liebster Feind"
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    • Hickey
    • 03.07.2012 um 12:15 Uhr

    der arbeitet finanziert bereits jetzt Rentner, Eltern und den Staat...was soll der Mist den sie da schreiben ?

    • Hickey
    • 03.07.2012 um 12:15 Uhr

    der arbeitet finanziert bereits jetzt Rentner, Eltern und den Staat...was soll der Mist den sie da schreiben ?

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