Elternschaft : Väter sollen Sorgerecht auch gegen Willen der Mutter erhalten

Die Bundesregierung will ledigen Vätern mehr Rechte geben. Künftig sollen sie auch ohne Zustimmung der Mutter das gemeinsame Sorgerecht für Kinder beantragen können.

Auch unverheiratete Väter sollen künftig uneingeschränkt das Sorgerecht für ihre Kinder ausüben können - notfalls auch gegen den Willen der Mutter. Dies sieht der am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligte Gesetzentwurf zur Reform des Sorgerechts vor. Voraussetzung ist, dass das Wohl des Kindes nicht beeinträchtigt wird.

Damit zieht die Bundesregierung die Konsequenzen aus mehreren eindeutigen Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sowie des Bundesverfassungsgerichtes . In den Urteilen war die deutliche Begünstigung der Mütter gegenüber unehelichen Vätern in Sorgerechtsfragen beanstandet worden.

"Leitbild des Entwurfs ist, das grundsätzlich beide Eltern die Sorge gemeinsam tragen, wenn das Kindeswohl dem nicht entgegensteht", sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ( FDP ) nach der Kabinettsentscheidung. Für ein Kind seien grundsätzlich beide Eltern wichtig und es solle nach Möglichkeit auch beide Elternteile als gleichberechtigt erleben.

Rund jedes dritte Kind in Deutschland wird heute von einer unverheirateten Mutter geboren. 1995 waren dies erst 15 Prozent. Das neue Sorgerecht gilt nach Inkrafttreten auch für Altfälle, die seit vielen Jahren die Familiengerichte beschäftigen. Unter Rot-Grün war unverheirateten Paaren bereits Anfang 2000 zugebilligt worden, bei Geburt eines Kindes das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen. Der Europäische Gerichtshof wie auch das Verfassungsgericht verlangten jedoch auch eine Regelung für Altfälle.

Leutheusser-Schnarrenberger sagte, mit der jetzt auf den Weg gebrachten Neuregelung werde ledigen Vätern der Zugang zum Sorgerecht für ihre Kinder vereinfacht. Mit einem Antrag beim Familiengericht kann der Vater die Mitsorge beantragen. Äußert sich die Mutter innerhalb einer Sechs-Wochen-Frist zu dem Antrag nicht oder trägt sie lediglich Gründe vor, die nichts mit dem Kindeswohl zu tun haben, wird die Mitsorge laut Gesetzentwurf in einem vereinfachten Verfahren gewährt.

Unbeachtlich kann dabei laut Begründung des Entwurfs zum Beispiel der pauschale Einwand der Mutter sein, sie wolle alleine entscheiden, weil sie nur eine kurze Beziehung zum Kindsvater gehabt habe - oder keinen Kontakt mehr mit ihm wünsche. Kommt es in dem vereinfachten Verfahren nicht zur Einigung, können Mütter wie Väter vor das Familiengericht ziehen.

Die gemeinsame Sorge sei nur dann zu versagen, wenn sie dem Kindeswohl widerspricht, heißt es in der Gesetzesbegründung. Auch nicht miteinander verheiratete Eltern sollten im Interesse ihres Kindes an einer einvernehmlichen, gemeinsamen Sorge interessiert sein. Kommt eine solche gemeinsame Sorge wegen schwerwiegender Gründe nicht in Betracht, kann das Gericht unter Umständen auch dem Vater das alleinige Sorgerecht zusprechen - wenn dies "dem Wohl des Kindes am besten entspricht".

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Kommentare

347 Kommentare Seite 1 von 21 Kommentieren

Nicht nur die Vaeter werden danken

Sondern auch die Kinder! Für mich kommt es leider zu spät. Vater war tot bevor ich alt genug war um selbst den Kontakt zu erlauben/erzwingen. Geblieben ist ein immense aufgestaute Aggression...gegenüber der Mutter, der Justiz, dem Staat, und den heutigen Feministinnen, die immer noch dafür kämpfen, dass die Frau das TOTALE Recht auf Abbruch des Kontakt haben soll.
Ich habe gelernt damit zu leben, weg gehen tut der Schmerz und die Wut aber nicht.

Hoffnung

Die geklärte Rechtslage ist für meinen Mann ein großer Hoffnungsschimmer.

10 Jahre lang hatte er nur das Recht zu zahlen und sich Vorwürfe der Kindsmutter anzuhören. Seit 10 Jahren zerreißt er sich förmlich, um der Mutter alles Recht zu machen, damit er seinen Sohn sehen kann. Dem Kind zuliebe hat er alles geschluckt, jeden noch so ungerechtfertigten Vorwurf brav auf seine Kappe genommen.

Ganz zu schweigen davon, daß er null Mitspracherecht bei der Erziehung hatte. Gegen seine Überzeugung wurde sein Sohn mal eben dazu verdonnert, Meßdiener zu werden. Gegen seinen Willen geht es trotz guter Leistungen nicht auf ein Gymnasium.

Er hätte natürlich klagen können, aber dann hätte ihm die Mutter das Kind ganz entzogen. Und wie erklärt man einem 10jährigen einen solchen Prozess?

Es tut gut zu wissen, daß die Rechtslage endlich geklärt ist.

Eher ein Rückschritt ins Patriarchat nach antikem Vorbild !

Viele Mütter und Patchworkfamilien werden so ein Gesetz verfluchen.
Das automatische Sorgerecht für ledige Väter unabhängig von ihrer Vaterleistung ist eine grobe Ungerechtigkeit, ermöglicht es den biologischen Vätern doch, rosinenpickerisch nur Rechte wahrzunehmen, ohne Pflichten tragen zu müssen.

Denn wohlgemerkt: Nicht einmal eine UMGANGSpflicht ist andersherum einklagbar!

Hier das Urteil des BVG dazu:

http://www.bverfg.de/pres...

Wer unter diesen Umständen von Gleichberechtigung spricht, irrt gewaltig. Dem Vater werden asymetrisch mehr Rechte ohne Pflichten eingeräumt.

k.

Es geht um Kinder und die sind kein Wurmfortsatz der Mutter

Die unangenehme, sicher auch ungerechte Wahrheit ist, daß ein Vater schon sehr, sehr schlecht sein muß, damit das Kind ganz ohne besser dran ist. Rosinenpicker picken immerhin Rosinen, davon profitiert das Kind. Gegenüber dem Kindeswohl fällt die Befindlichkeit einer Mutter, die leichtfertig, verantwortungslos und dumm genug war, mit einem Rosinenpicker ins Bett zu steigen, nicht ins Gewicht.

Sehe ich nicht so

Für meinen Mann, als Vater eines unehelichen Kindes der in den letzten Jahren trotz all seiner Bemühungen im Umgangsrecht mit seinem Sohn beliebig und nach Gutdünken eingeschränkt wurde, ist es eine riesige Erleichterung.

Ich freue mich, daß ihm endlich zugestanden wird, der Vater zu sein, der all die letzten Jahre sein wollte aber nicht durfte.

Und das darf man Männern wie ihm auch ruhig uneingeschränkt gönnen, ohne es ihnen madig zu reden.

Das Patriarchat ist zurück

Sag ich doch. Um nichts anderes geht es. Hier wird ein "Menschenrecht" eingeräumt ohne Bedingungen für die Väter auf Kosten der Mütter und Kinder. Die Mütter sind doch immer näher dran am Kind, nicht nur, weil sie es 9 Monate ausgetragen haben, was diese klagenden Männer nicht nachvollziehen können, sondern auch in der frühen Kindheit viel mehr verantwortlich als der Mann. Dieser kommt als Leitbild, wenn überhaupt erst später ins Spiel.

Von väterlicher Rosinenpickerei profitiert kein Kind,

das ist ein Fehlschluß.

Wenn der Vater nach Gutdünken Umgangs- oder Sorgerecht mal ausübt und mal nicht, verunsichert er sein Kind nur durch diese Willkür und Unzuverlässigkeit.

Und wie gesagt: Verpflichtet ist er zu nichts.

Solange Rechte nicht mit Pflichten verknüpft werden, ist so eine Regelung nichts anderes als die Entmündigung der Mutter und gegebenenfalls des sozialen Vaters zum Schaden des Kindes.

k.

@ 129 kassandra k

Ihnen ist klar, dass Sie damit die Vaterschaft unter Vorbehalt stellen.? Ich habe also erst mal keine Rechte als Vater. Die Pflichten will ich doch sowieso übernehmen. Ihre Auffassung priorisiert die Mutter, und das will die Neuregelung ändern.

Und glauben Sie doch nicht, dass sei nur der Liebe zu Vätern geschuldet. Es entlastet die Alleinerziehenden. Damit die arbeiten gehen können und nicht dem Staat zur Last fallen.

Polemik

Ihre Forderung - Vätern keine Möglichkeit zu geben, gegen den Willen der Mutter das Sorgerecht zu erstreiten - ist ziemlich einseitig. Um es mal objektiv und bar jeder Emotion zu sagen: man schließt auch nicht alle Banken, nur weil ab und an mal ein Bankräuber vorbeischauen könnte. Sowohl aus rechtlicher, als auch aus ethischer Sicht ist diese Forderung deshalb ein Unding.

Sie haben recht, wenn Sie sagen, dass Fehlverhalten in dieser Situation mit einem Satz angemessener Werkzeuge beantwortet werden muss. Sie haben jedoch unrecht, wenn sie behaupten, dass mit dem Sorgerecht für Väter keine Pflichten einhergehen würden. Es gibt gewaltige Büchersammlungen zu diesem Thema, die sich Familienrecht nennt. Dort sind sehr genau die Rechte und Pflichten aller Erziehungsberechtigten aufgeführt. Auch Regeln und Pflichten für getrennt lebende Eltern gibt's genug.

Durch diesen Fakt werden ihre Forderungen als das entlarvt was sie sind: Wunschdenken und Polemik, die kein anderes Ziel hat, als Vätern - mit denen sie offenbar schlechte Erfahrungen haben - das Recht ihr Kind zu erziehen abzusprechen.

Stimmt nicht

Auch ein verunsichertes Kind hat es besser als ein verlassenes Kind. Auch nicht schön, aber es geht in so einer Situation darum, den Schaden zu begrenzen, den die beiden idiotischen Eltern angerichtet haben. Ihr Problem ist doch die Verunsicherung der Mutter, und die projezieren Sie auf das Kind. Der Kontakt zum Vater ist wichtig, das Kind muß sich mit dem Vater auseinandersetzen. Zur Beruhigung Ihrer Rachephantasien: Kinder werden erwachsen, und der Tag der Abrechnung kommt. Allerdings auch für die Mütter, die ihre Bedürfnisse mit denen des Kindes verwechseln.
Wenn ein Kind feststellt, daß der Vater nicht so ist, wie er sein sollte, ist das sehr schmerzhaft. Sofort schließt sich für das Kind die Frage an, was davon findet sich in ihm findet. Wer seinem Kind erzählt, sein Vater sei schlecht, sagt ihm, es sei zur Hälfte schlecht. Es ist bitter, aber der richtige Weg ist, bei einem schlechten Vater gute Aspekte zu finden und herauszustellen und dem Kind zu sagen, welche der guten Aspekte bei ihm gelandet sind. Kinder müssen sich gut finden dürfen, und das geht schwer, wenn sie ihre Eltern schlecht finden müssen. Die Kritik an den Eltern kommt automatisch mit dem Älterwerden. Die Rachsucht der Ex führt eher zu Solidarisierungseffekten.
Alles keine neuen Erkenntnisse, und Sie werden keinen Ehe- oder Kindertherapeuten finden, der das anders sieht.

Es sind nun mal die Frauen, die die Kinder kriegen,

jede Bemühung, diese biologische "Ungerechtigkeit" zu beseitigen endet in Diskriminierung von Frauen und Müttern oder Verweigerung von Mutterschaft.

Ein Mann kann verhindern, ein Kind zu zeugen, wenn er meint, die Partnerschaft trage nicht auch als gemeinsame Elternschaft. Und verheiratete Eltern haben sowieso die gleichen Rechte.

Zweifel sind angebracht bei nicht verheirateten Vätern UND einer nicht (mehr) existenten Partnerschaft, denn da sollen jetzt Rechte ohne Pflichten vergeben werden.

Zur Erinnerung: Nicht einmal ein UMGANGSrecht ist einklagbar, weder von der Mutter noch vom Kind.

http://www.bverfg.de/pres...

k.

http://www.bverfg.de/pres...

Lüge oder Unwissen?

"Rechte ohne Pflichten vergeben werden."

Stimmt doch garnicht, im zweifel muss der Vater Unterhalt zahlen, bisher auch ohne Rechte zu haben.

"Zur Erinnerung: Nicht einmal ein UMGANGSrecht ist einklagbar, weder von der Mutter noch vom Kind."

Warum auch?
Wenn eine Mutter das Kind nicht will, kann sie es genauso an ein Heim abgeben, warum sollte es für Männer anders sein?

[...]

Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei einer sachlichen Artikeldiskussion. Danke, die Redaktion/mk

Wer allein

für ein Kind sorgt, hat doch gar keine Möglichkeit, die Rosinen raus zupicken. Das Kind muss schließlich nicht nur dann versorgt werden, wenn man gerade nichts anderes zu tun hat, und das Kind muss auch mit nächtlichem Brechdurchfall, mit Ängsten, Sorgen, Schulproblemen etc. versorgt werden. Und vor allem erfordert es an 365 Tagen im Jahr einen 24-stündigen Einsatz oder Bereitschaftsdienst.

Die elterliche Sorge...

... ist zunächst und allererst eine Pflicht, dann erst ein Recht. Das hat der Gesetzgeber schon vor langer Zeit klargestellt.

Das gilt für beide Elternteile. Wenn es, wie Sie argumentieren, nicht möglich ist die Pflichtwahrnehmung von einem Elternteil einzuklagen, dann auch nicht anders herum.

Was mich an dieser Art der Argumentation etwas verwundert, ist das ein Elternteil pauschal als sorgepflichtsunfähig erklärt wird, obwohl ihm das Sorgerecht bislang gesetzlich ja sowieso nicht gegen den Willen der Mutter zugebilligt wurde.

Nun ja, wie auch immer, den sorgerechtwilligen Vätern wird das künftig weniger Kopfzerbrechen bereiten und das ist gut so.

Von mütterlicher Rosinenpickerei zu reden ist ein Scherz, oder?

Neun Monate Schwangerschaft mit dem Risiko, dauerhaft an Schwangerschaftsgestose, -diabetes, -depression, -bluthochdruck zu erkranken; Mutterschutz mit Verdienstausfall, beruflichen Nachteilen wie verzögerter/ausbleibender Beförderung/Gehaltserhöhung und die Schwierigkeiten, das Kind bei Vollzeittätigkeit betreuen zu lassen oder aber in die Mütterfalle Teilzeit ausweichen zu müssen, bezeichnen Sie als Rosinenpickerei!

Das ist eine gewaltige Mißachtung der Leistung von alleinerziehenden Müttern bei gleichzeitiger Überhöhung des Beitrages von Vätern, die ihr Sorgerecht als Gelegenheitslaune wahrnehmen dürfen, wenn sie denn wollen.

k.

Gähn, gilt doch für AE-Väter genausso

und auch die für sie verschwundenen Väter gehen mit den Kindern zum Arzt, usw.
Ich bin z.B. vor kurzer Zeit mit der Tochter beim Augenarzt gewesen, weil dieser in der Schule ein Gegenstand in Auge geprallt ist.
Mutter war da arbeiten, und nicht erreichbar.
Ich war auch arbeiten, aber erreichbar ;-)
Und es soll sogar Väter geben, die mit ihren Kindern noch zusammen leben.

Nebenbei verschweigen sie, dass mit dem Umgang von Umgangsberechtigten die 365 Tage wohl reduziert werden.
Und diese Pflichten dann bei diesen liegen.
Und wenn es 365 Tag sind, wer hat da vielleicht massiv beigetragen? Stichwort: Umgangsverweigerung.

Jammern auf hohem Niveau ist da wohl immer noch State of the Art?

Stimmt!

Vor allem bleibt für einen getrennt lebenden sorgeberechtigten Elternteil eine Vernachlässigung seiner theoretischen Pflichten völlig folgenlos.

Wenn dagegen ein Elternteil, das die tatsächliche Verantwortung trägt, weil das Kind bei ihm lebt, seinen Aufgaben nicht gerecht wird, das Kind nicht ernährt, kleidet, ihm keine Zuwendung gibt oder nach Lust und Laune einfach nicht anwesend ist, führt das zu einem Entzug des Sorgerechtes.

Antwort auf: 148. Bitte belegen Sie Ihre Behauptung mit einer Qu

Sorry, aber sie vermengen ständig Dinge, die Nichts miteinander zu tun haben.
Ein Vater kann die väterliche Rolle übernehmen, ihm diese aber aufzuzwingen ist aus nachvollziehbaren Gründen absolut nicht möglich, zumindest Emotional, monetär wird ihm diese Rolle vom Vater Staat so oder so aufgedrängt.
Oder wollen sie zB Abtreibungen verbieten und jede schwangere Frau in die Mutterrolle drängen, selbst wenn diese Frauen diese nicht annehmen wollen ? Das wäre vergleichbar...
Auch Männer haben einen Kinderwunsch, oder eben keinen..

Eine Frau hat vielerlei Möglichkeiten den Pflichten der Mutterschaft auszuweichen, zu entgehen, wie immer sie es benennen wollen...von anonymer Geburt, Babyklappe oder radikal die Abtreibung usw.
Ein Mann hat keinerlei dieser Möglichkeiten, sondern mit der „Besamung“ des „Weibchens“, um es mal profan auszudrücken, hat der Mann jegliche Möglichkeit der Einflussnahme verloren, selbst wenn Dieser für das Kind sorgen will usw. gilt nur, „Mein Bauch gehört mir“..., selbst wenn da ein neuer Mensch existiert...Bizarr..

Bereits hier zeigt sich ein eklatantes Ungleichgewicht...zumindest sollte der Mann die Möglichkeit haben, analog zur anonymen Geburt, jegliche Pflichten, aber auch Rechte, bereits vor der Geburt abzulehnen, abzugeben, wie auch immer...das wäre Gleichstellung..
Ist diese gewollt..? Offensichtlich nicht.

Nun zu jammern wenn der Vater die gleichen Rechte erhält wie die Mutter, ist mE wirklich dreist..

Antwort auf: 146. Von mütterlicher Rosinenpickerei zu reden ist

Sie schreiben ;"Das ist eine gewaltige Mißachtung der Leistung von alleinerziehenden Müttern bei gleichzeitiger Überhöhung des Beitrages von Vätern, die ihr Sorgerecht als Gelegenheitslaune wahrnehmen dürfen, wenn sie denn wollen."

Diese Aussage von ihnen ist mE eine Frechheit. Indem sie sagen das der Beitrag von Vätern "überhöht" wird wollen sie eben diesen "klein machen", nahezu ins lächerliche ziehen.
Das Alleinerziehende eben nicht alle Rollen ausfüllen können, und das dies nachteilig für das Kind! sein kann, diese Idee ist ihnen natürlich völlig fremd..

Ignoranz ihrerseits ist noch wohlwollend gemeint...

Antwort auf: 180. "Besamung des Weibchens", Ihre Wortwahl entlar

Meine Güte, es geht nicht um die Verhütung, ob ja oder nein, sondern einfach nur darum, wenn eine Frau, ein "Weibchen"(daher von mir als profan benannt) von einem "Männchen" schwanger geworden ist.
Sie interpretieren wirklich ziemlich einseitig...

Es geht, noch einmal, nicht darum ob Mann oder Frau verhütet hat, sondern um die "Befruchtung", dem "Ereignis",,,,
Natürlich können Beide verhüten, doch das ist hier wohl kaum die Problematik.
Soll ich jetzt sagen, sie haben gesagt, "Muss ER sich nur drum kümmern"...uii, da haben sie sich jetzt aber entlarvt...

Es geht darum, dass Frau nach dem Akt, dem Unfall, dem besoffenen ONS, dem Samenraub, wie auch immer, die alleinige Hoheit über Nachwuchs oder nicht hat.
Wenn man Gleichstellung anstrebt, sollte es eben auch für Männer die Möglicheit geben, trotz Schwangerschaft der Frau, alle Pflichten wie auch Rechte hinsichtlich des Kindes abzugeben bzw. zu verweigern. Das wäre fair, und würde vieles vereinfachen, ganz simpel.
Doch zumindest sollte Mann gefragt werden, wenn Frau schon alle Möglichkeiten auf ihrer Seite hat.
Was ist daran verkehrt, wenn auch Männer eine Wahlmöglichkeit bekommen, die nicht beim Samenerguss endet?

@ 138 kassandra k

Die Kinder sind aber nicht aus der Retorte. Somit ist die Zeugung ein kommunikativer und emotionaler Akt von dem kann bei Menschwerdung des "Resultats" den anderen nicht willkürlich ausschliessen darf.

Ausserdem werden mit Sicherheit auch Pflichten aufgenommen werden, in dieses Gesetz. Es ist ja öfter so, dass nur ein bestimmter Aspekt oder eines Urteil oder Gesetzes herausgehoben und zur Debatte gestellt werden.

Und ob das Recht des Umgangs einklagbar ist oder nicht, stellt sich in zweiter Linie. Zunächst gehört jedes Kind zu seinen Eltern. Würden zwei in der Wüste ein Kind bekommen und es käme einer, der es wegnehmen wollte mit welcher Begründung auch immer?

Er müsste vemutlich schon eine sehr gute haben, damit er nicht unmittelbar ums Leben gebacht würde.

Und diesen Aspekt übersehen Sie auch: Im Erbrecht- und Versorgungsrecht sind uneheliche Kinder gleichgestellt. Im Umgang, also dem alltäglichen sind sie aber was Besonderes.

Was ist eigentlich, wenn das Kind den Vorwurf erheben würde, dass es seinen Vater nicht treffen darf, nur weil es unehelich ist. Im Gegensatz zu seinen Freunden, die aus Ehen kommen.

Das Prinzip der Gleichberechtigung

"jede Bemühung, diese biologische "Ungerechtigkeit" zu beseitigen endet in Diskriminierung von Frauen und Müttern oder Verweigerung von Mutterschaft."

Sie haben das Prinzip der Gleichberechtigung nicht verstanden. Diese nämlich "interessiert" sich nicht dafür, wer was wie gemacht hat, sondern dafür, dass in der Situation, wenn das Kind DA ist, die ELTERN gleichBERECHTIGT sind. Es "setzt" sich sozusagen auf die biologische Ungerechtigkeit. Das ist der Sinn der Gleichberechtigung!

Sonst könnten Männer (weil sie nunmal biologisch stärker sind) der Frau das Kind aus dem Arm reißen und gehen. Weil das biologisch nunmal so ist, dass sie meist stärker und größer sind.

Gleichberechtigung ist dazu da um genau solche "biologischen Ungerechtigkeit" in alle Richtungen zu unterbinden und unabhängig von Biologie alle gleich zu berechtigen! Davon profitieren meist die Frauen, da müssen Sie nun aber einfach mal akzeptieren, dass das auch in die andere Richtung funktionieren muss, da es ansonsten eben keine Gleichberechtigung ist.

mütterlicher Rosinenpickerei zu reden ist KEIN Scherz

Sie weigern sich, die Perspektive der Mutter zu verlassen. Es geht um das wohl des Kindes und die Befindlichkeiten der Mutter spielen dabei nur die Rolle eines von vielen Einflussfaktoren. Der Gesetzgeber hat die Dinge anders geregelt weil er nicht aus dem Leid der Mutter ein Mehrrecht ableitet. Es geht ums Kind und ich versichere Ihnen, Rosinenpickerei tut dem Kind gut auch wenns der Mutter himmelschreiend ungerecht scheint. Hätte mein Vater sich doch mehr Rosinen gepickt - ich hätte jede einzelne genossen.
Mutterinteressen sind nicht deckungsgleich mit den Kinderinteressen: Unterhalt nehmen aber Umgang verweigern ist mit mütterlicher Rosinenpickerei gemeint.

warum wundert es mich nicht

Das sie es so auslegen, also wäre es eine Strafe für die Bösen Hobby-Väter, nach dem motto "Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, jetzt müssen auch die väter rann.

Sie scheinen ein wirklich Merkwürdies Männerbild zu haben.
Die Väter habe sicherlic nicht bis zum EuGH geklagt, weil sie Hobby-ätter sein wollen.
Die meisten Väter die ich kenne haben umgekehrtes Problem.

Die formulierung wäre vielleicht passender gewesen: "Das ist ein Anfang um dem Maternal Gatekeeping einen Riegel vorzuschieben, und Frauen die Alleinhherrschaft über das Kind streitig zum machen.

Nicht um dem Kind die alleinherschaft von anderer Seite aufzudrücken, sondern, um ihm zu seinem Recht auf unverkrampften Umgang mit beiden Eltern zu ermöglichen.

Alleinherrschaft

Die formulierung wäre vielleicht passender gewesen: "Das ist ein Anfang um dem Maternal Gatekeeping einen Riegel vorzuschieben, und Frauen die Alleinhherrschaft über das Kind streitig zum machen.

Nicht um dem Kind die alleinherschaft von anderer Seite aufzudrücken, sondern, um ihm zu seinem Recht auf unverkrampften Umgang mit beiden Eltern zu ermöglichen.

Vielleicht sollte man da noch einen Schritt weiter gehen und allen Elternteilen, die ihre elterliche Sorge mit Herrschaft verwechseln, das Sorgerecht entziehen. Ich befürchte aber, dass wir dann bald viele Sozialwaisen haben werden.

@ 26 superlutz

Gerne kann ich hier die 1.500 Zeichen ausnutzen. Aber die Zeit fehlt. Mein Männerbild ist durchaus realistisch. Es gibt solche und solche. Wenn die Interessierten so überwiegen, wieso konnte sich das alleinige Sorgerecht der Mutter überhaupt duchsetzen?.

Man sollte weder Mütter noch Väter besser machen, als sie sind. Wenn es jeder Mann als Ehrensache ansehen würde für das zu sorgen, was er in die Welt gesetzt hat, und jede Frau das wüsste, wäre es eine ganz andere Solidarität und Sorgfalt im Umgang mit dem Andern und der Wertschätzung von Lust, Liebe und Leidenschaft.

Und wir müssten uns nicht ständig von auch noch kinderlosen Bürokraten, Verbänden und besser Wissenden rein reden lassen, was wir in Bezug auf Partner und Kinder zu tun und zu lassen haben.