In Deutschland leben immer mehr Menschen allein. Im vergangenen Jahr war es bereits jeder Fünfte, wie das Statistische Bundesamt mitteilte . Insgesamt stieg die Zahl der allein lebenden Menschen auf 15,9 Millionen.

Vor 20 Jahren gab es in Deutschland erst 11,4 Millionen allein Lebende, was einem Anteil von 14 Prozent entsprach. Im Jahr 2030 werden laut dem Präsidenten des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, nach aktuellen Berechnungen sogar etwa 23 Prozent der Einwohner einen Haushalt allein führen.

In den vergangenen Jahren erhöhte sich vor allem die Zahl der allein lebenden Männer. Während im Jahr 1991 erst elf Prozent von ihnen allein lebten, waren es im Jahr 2011 bereits 19 Prozent. Bei den Frauen gab es im selben Zeitraum einen Anstieg von 18 auf 21 Prozent.

Singles wohnen in Großstädten

Die meisten Haushalte mit nur einer Person finden sich nach Angaben der Statistiker in den Großstädten. In Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern lebte im vergangenen Jahr knapp 29 Prozent der Bevölkerung allein, in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern nur 14 Prozent. Unter den 15 größten Städten Deutschlands hatte Hannover mit 33 Prozent den höchsten Anteil allein Lebender.

Auch zwischen den Bundesländern gab es erhebliche Unterschiede. Der Anteil der Single-Haushalte war in den Stadtstaaten Berlin (31 Prozent), Hamburg und Bremen (je 28 Prozent) am höchsten. Unter den Flächenländern gab es die höchsten Quoten in Sachsen (23 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (21 Prozent), die niedrigsten in Rheinland-Pfalz (16 Prozent) und Baden-Württemberg (17 Prozent).

Wer allein lebt, ist eher von Armut bedroht

Das Single-Leben ist den Statistikern zufolge auch oft mit finanziellen Problemen verbunden. So beziehen allein Lebende überdurchschnittlich häufig Hartz-IV-Leistungen, wie Egeler sagte. Die Armutsgefährdungsquote der allein Lebenden war demnach im Jahr 2009 mit 30 Prozent fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung mit 15,6 Prozent.

Von den allein lebenden Männern zwischen 35 und 64 Jahren gingen laut Egeler im Jahr 2011 nur 74 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach. Bei den nicht allein lebenden Männern lag der Anteil mit 85 Prozent deutlich höher. Bei den Frauen lag die Quote jeweils bei 71 Prozent. Jedoch arbeiten allein lebende Frauen deutlich häufiger in Vollzeit. Fast drei Viertel (72 Prozent) der erwerbstätigen Frauen sind Vollzeit tätig, bei den nicht allein lebenden Frauen sind es nur 45 Prozent.

Alleinlebende Frauen haben auch häufiger Führungspositionen inne. Unter diesen Frauen besetzten 17 Prozent eine solche Position, bei den Frauen, die nicht allein in einem Haushalt lebten, waren es nur 13 Prozent.