TrauerDisko statt Friedhof
Seite 2/2:

 Wut zulassen

Gefühle zuzulassen, das ist ein Rat für Trauernde, der so logisch klingt. Aber es ist ein wichtiger Rat. Denn wie geht man als Elternteil mit seinem Kind um? Wie trauert man vor dem Kind, wie reagiert man auf die Bedürfnisse des Kindes? Die Psychologin Rust-Kensa sagt, Eltern sollten Tränen ebenso zulassen wie Wutausbrüche – bei sich und bei ihren Kindern. Denn auch Wut sei eine Form von Trauer, die häufig unterdrückt werde. Kleine Kinder solle man nicht vorschnell trösten, sondern so ehrlich wie möglich auf Fragen antworten. "Kleine Kinder spüren, dass etwas Schreckliches passiert ist, denken aber, dass es nur vorübergehend ist. Die sagen dann schon mal nach ein paar Wochen: "So, jetzt muss Papa aber mal wiederkommen, jetzt war er lange genug weg."

Die Disko kann beim Trauern helfen

Anders als bei Erwachsenen wechselt der Gemütszustand trauernder Kindern ständig: "Es kann sein, dass Kinder ganz heftig weinen, aber danach direkt spielen gehen, so dass Eltern denken: 'Mein Kind trauert gar nicht'", sagt Rus-Kensa. Trauernde Jugendliche brauchen in der schweren Zeit nach dem Tod eines Elternteils besonders ihre Freunde und gehen mitunter lieber in die Disko statt zum Friedhof. "Ihnen hilft das Laute und manchmal Aggressive beim Trauern", sagt die Psychologin.

Kleine Kinder wiederum entwickelten oft ganz eigene Vorstellungen vom Tod. Es sei wichtig, ihnen diese zu lassen und ihnen die Möglichkeit geben, sie zu malen oder zum Beispiel einen Brief zum Friedhof zu bringen. Rust-Kensa erzählt: "Einmal hat ein Kind zu mir gesagt: 'Ich weiß, wo tote Kinder hingehen. Im Himmel sitzt der liebe Gott und lässt eine Leiter runter, und dann klettern sie da hoch. Und wenn sie bei ihm oben sind, frisst er sie auf.'" Eine Vorstellung, die Erwachsenen absurd erscheinen mag, dem Kind aber half, den Verlust zu verstehen.

Noah, der Sohn von Andrea S., war mit sechs Jahren alt genug, um früh zu begreifen, dass sein Vater nie wieder kommen wird. Auch er geht gern zum verwitwet.de-Treffen in Köln, er hat hier Freunde gefunden. Sie seien anders als seine anderen Freunde, sagt er. Ob das daran liegt, dass auch sie Vater oder Mutter verloren haben? Darüber will Noah nicht reden. Er rennt nach draußen, weg vom Frühstück: Fußballspielen.

 
Leserkommentare
  1. Das wichtigste ist den Tod nicht zu ignorieren und ihn als Teil des Lebens zu aktzeptieren. Ich kenne Menschen die aus allen Wolken gefallen sind, als deren 99-jährige Familienmitglieder gestorben sind. Der Tod ist immer etwas tragisches, deswegen ignorieren ihn sehr viele Menschen. Umso schlimmer ist dann die Situation, wenn er eintritt. Weil mir bewusst war, das meine Großmutter nicht ewig leben wird, habe ich versucht mit ihr soviel Zeit wie möglich, in ihren letzten Jahren zu verbringen. Ihr Tod war für mich trotzdem nicht leicht. Zumindestens bleibt die Erinnerung an die gemeinsamen schönen Stunden. Die Situation ist natürliche eine andere, wenn Freunde und Familienmitglieder plötzlich und zu früh aus dem Leben scheiden. Im Enddeffekt sehe ich aber trotzdem den Unterschied, ob man den Tod als unausweichlich aktzeptiert oder beständig ignoriert und so tut als ob man ewig leben würde.

    Eine Leserempfehlung
  2. Wenn wir über den eigenen Tod nachdenken, sollten wir uns klar machen, dass wir nach dem sterben nicht tot sind. Den eigenen Tod können wir nicht "erleben". Also brauchen wir ihn nicht zu fürchten. Auch vor dem Sterben müssen wir uns nicht fürchten, denn wir werden uns nicht daran erinnern gestorben zu sein. Auch wenn wir vor dem erlösenden Tod Schmerzen erleiden, werden wir uns daran nicht erinnern können. Je intensiver und länger wir uns damit beschäftigen, um so weniger fürchten wir uns vor dem eigenen Tod.
    Anders ist es mit dem Tod eines Menschen, mit dem wir unser Leben und unsere Zukunft teilten. Unsere Zukunft ist auch nach dem Tod noch immer noch mit dem Menschen verbunden, der nicht mehr da ist. Deshalb haben wir nicht nur den Verlust des Menschen zu verkraften, sondern auch die Mühe, ein neues Zukunftsbild aufzubauen. Der seelische Zustand eines Menschen, der das zu verarbeiten hat, ähnelt dem eines "Verrückten". Deshalb sollten wir uns nicht scheuen diesen Zustand auch auszuleben. Vielleicht sollten wir lernen zu tanzen, wie Alexis Sorbas. Und wir sollten uns nicht schämen, wenn wir schreien, weinen und toben bis wir trauern können. Und unsere Mitmenschen sollten lernen, es zu akzeptieren. Jeden Verlust des Partners, auch wenn er mit einem anderen Menschen weiterlebt, erleben wir als "kleinen Tod". Wir sollten auch lernen anzuerkennen, welche Verlust- Zukunftsängste und Trauer diese Verlassenen zu verkraften haben.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Auch vor dem Sterben müssen wir uns nicht fürchten, denn wir werden uns nicht daran erinnern gestorben zu sein. Auch wenn wir vor dem erlösenden Tod Schmerzen erleiden, werden wir uns daran nicht erinnern können. "
    -----------------------------
    Das blöde ist, dass wir uns auch an die schönen Dinge nicht erinnern werden. Wie denn auch? Tot ist tot.

    "Auch vor dem Sterben müssen wir uns nicht fürchten, denn wir werden uns nicht daran erinnern gestorben zu sein. Auch wenn wir vor dem erlösenden Tod Schmerzen erleiden, werden wir uns daran nicht erinnern können. "
    -----------------------------
    Das blöde ist, dass wir uns auch an die schönen Dinge nicht erinnern werden. Wie denn auch? Tot ist tot.

  3. "Auch vor dem Sterben müssen wir uns nicht fürchten, denn wir werden uns nicht daran erinnern gestorben zu sein. Auch wenn wir vor dem erlösenden Tod Schmerzen erleiden, werden wir uns daran nicht erinnern können. "
    -----------------------------
    Das blöde ist, dass wir uns auch an die schönen Dinge nicht erinnern werden. Wie denn auch? Tot ist tot.

    Antwort auf "Wir sind niemals tot"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    gibt es ein Weiterleben. Wir gehen nur in eine andere Welt, vielleicht auf eine andere Ebene. Aber tot sind wir nicht.

    Aus diesem Denken erwächst uns eine große Gelassenheit dem Tod gegenüber, wir können ihn besser annehmen und ertragen!

    gibt es ein Weiterleben. Wir gehen nur in eine andere Welt, vielleicht auf eine andere Ebene. Aber tot sind wir nicht.

    Aus diesem Denken erwächst uns eine große Gelassenheit dem Tod gegenüber, wir können ihn besser annehmen und ertragen!

  4. gibt es ein Weiterleben. Wir gehen nur in eine andere Welt, vielleicht auf eine andere Ebene. Aber tot sind wir nicht.

    Aus diesem Denken erwächst uns eine große Gelassenheit dem Tod gegenüber, wir können ihn besser annehmen und ertragen!

    Antwort auf "Wie denn auch?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    genau so ist es! Wir kommen alle in eine Welt, die voll mit Biervulkanen und Stripperinnen-Fabriken ist.

    ... die Bibel sagt:
    (Prediger 9:5) Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt,...

    genau so ist es! Wir kommen alle in eine Welt, die voll mit Biervulkanen und Stripperinnen-Fabriken ist.

    ... die Bibel sagt:
    (Prediger 9:5) Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt,...

  5. 5. genau

    genau so ist es! Wir kommen alle in eine Welt, die voll mit Biervulkanen und Stripperinnen-Fabriken ist.

    Antwort auf "Nein, nach dem, Tod "
  6. ... die Bibel sagt:
    (Prediger 9:5) Denn die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt,...

    Antwort auf "Nein, nach dem, Tod "

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service