Die klassische Familie ist in Deutschland auf dem Rückzug: Immer mehr Kinder wachsen bei Alleinerziehenden oder bei unverheirateten Paaren auf. Allerdings sind verheiratete Paare nach wie vor in der Mehrheit – insbesondere im Westen. Die Unterschiede der Familienformen in Ost und West sind auch mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung groß und in den vergangenen 15 Jahren sogar noch gewachsen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

In 71 Prozent der Familien in Deutschland waren die Eltern 2011 verheiratet. 15 Jahre zuvor waren es allerdings noch 81 Prozent. In jeder fünften Familie erzieht ein Elternteil den Nachwuchs allein, das ist ein Zuwachs von sechs Prozentpunkten. Und in fast jeder zehnten Familie leben die Eltern unverheiratet zusammen. Vor 16 Jahren war das nur in jeder 20. Familie der Fall .

In Ostdeutschland heiraten Eltern besonders selten

Im Osten sind die Eltern deutlich seltener verheiratet als im Westen – und der Rückgang ist stärker. Nur noch in gut jeder zweiten Familie (54 Prozent) in den neuen Bundesländern sind die Eltern verheiratet. Viel weniger als in den alten Bundesländern, wo die Eltern in drei Vierteln der Familien Eheleute sind. Der Rückgang im Zeitraum von 1996 bis 2011 war dabei im Osten mit 18 Prozentpunkten zugleich doppelt so stark wie im Westen mit 9 Prozentpunkten.

In mehr als jeder vierten Familie in Ostdeutschland sind Vater oder Mutter alleinerziehend, das ist ein Plus von acht Prozentpunkten. Im Westen ist es nur knapp jede fünfte Familie. Eltern ohne Trauschein ziehen im Osten in jeder fünften Familie Kinder auf – das sind doppelt so viele wie vor 15 Jahren. Im Westen macht diese Familienform nur sieben Prozent aus.

Die Zahlen stammen aus dem Mikrozensus. Das ist die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa .