Familienglück: Ich will Eis!
Mark Spörrle kommt mit seiner Tochter nicht am Eisladen vorbei und hofft auf den Herbst. Aber ist der Eis-Reflex auch ein schlechtes Zeichen für die Zukunft des Kindes?
Bald ist der Sommer vorbei. Ich freue mich drauf. Weil wir dann mit unserer Tochter endlich wieder ungehindert aus dem Haus können. Bis jetzt scheitert das regelmäßig am Eis-Reflex.
"Ich möchte Eis!", sagt Luise, "ich will Eis!" ruft sie, "EIS!!!"
Dagegen ist erst mal nichts zu sagen, Kinder lieben Eis. Vor allem, wenn wie bei uns im Viertel ein Eiskiosk so perfide an einer Kreuzung platziert ist, dass man auf dem Weg zum Spielplatz oder Kindergarten genau daran vorbei muss. Und auf dem Rückweg ein zweites Mal.
Und jedes Mal, wenn das Eishäuschen in Sicht kommt, strebt Luise wie ferngesteuert der Eistheke zu. Egal, wo wir hin wollen. Egal, ob wir deshalb zu spät kommen. Ganz egal, was wir dazu sagen. Und wehe, man versucht, sie davon abzuhalten. Etwa mit dem Einwand, es schütte gerade furchtbar und wir müssten weiterrennen. "Papi, du bist blöd!", schrie mich meine tränenüberströmte Tochter an. "Nie darf ich Eis! NIE!".
Ich hätte mich vor allen am Eisstand Wartenden damit rechtfertigen können, dass Luise ihr letztes Eis erst vor knapp vier Stunden bekommen hatte, aber das hätte ausgesehen wie die Notlüge eines überforderten Vaters.
- Familienglück - die Kolumne
- Mama und Papa gehen arbeiten, die Kleine in den Kindergarten. Das perfekte Familienglück ist nur eine Frage der Organisation, oder? Mark Spörrle schreibt in seiner Kolumne "Familienglück" über die Tücken des Alltags.
© Mark Spörrle
Dabei habe ich gar nichts gegen Eis. Aber die Kugeln an diesem Kiosk werden von Jahr zu Jahr teurer und kleiner. Und schmecken umso wässriger, je länger die Schlange der von ihren Kindern zum Anstehen Genötigten wird. Hundert Meter weiter gibt es eine zweite Eisdiele, ohne Warteschlange, mit größeren Kugeln, die sehr gut schmecken.





Also ganz ehrlich. Ich finde diese Aneinanderreihung von Klischees nicht witzig. Und wenn man ernsthaft nicht in der Lage ist seinem Kind beizubringen das es nicht bei jeder Eisdiele ein Eis gibt, dann sollte man das auch nicht unbedingt so breit treten. Es könnten sonst andere auf die Idee kommen das es normal ist.
Entfernt. Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Danke, die Redaktion/lv
Den Reflex kenne ich Heute noch: Wenn ich bei schönem Wetter an einer Eisdiele vorbeigehe, dann zuckt es in mir:" Och, so ein Kügelchen..."
Ich denke das ist normal und harmlos. Andere haben diesen Reflex bei McDonalds, ich halt bei Eisdielen (und elektrischen Eisenbahnen). Da die kleine Luisa in einer Akademikerfamilie groß wird, mache ich mir um ihre Zukunft ob mit oder ohne Eiskonsum nicht wirklich viele Sorgen, man weiß ja dass der soziale Status recht zuverlässig vererbt wird.
Aber, Herr Spörrle, was mich an der Serie wirklich mal interessiert: Gibt es die kleine Luisa wirklich? Oder ist "Luisa" nur ein Symbol für ähnliche Erlebnisse des Autors, evtl. auch im Freundeskreis?
Ich meine - wenn es Luisa wirklich gibt und die mal älter wird - wie begeistert wird sie sein Seitenweise ihre Kindheitseskapaden online nachschlagen zu können...?
Wenn ich mir vorstelle meine Lehrer (das sind doch so ZEIT-Leser...) hätten mein Verhalten als 3 Jähriger alle monatlich nachlesen können - ich weiß nicht wie begeistert ich davon wäre...
Im Sommer an einer Eisdiele mit gutem Eis vorbeizugehen ist doch wirklich Sünde! Wie kann man da Zögern oder gar Verweigern.
Wir haben bei unserer Tochter schon früh den Ehrgeiz geweckt auf gutes Eis zu achten. Da uns diese Leidenschaft auf allen Reisen begleitet kann sie heute eine beachtliche Rangliste mit guten Eisdielen in Europa aufzählen. Es muß daher nicht jede beliebige Eisquelle sein. Für unseren regionalen Platz 1 ist immer eine halbstündige Fahrradfahrt fällig. Danach schmeckt das Eis noch besser. Aber Eisessen verbieten? Geht gar nicht.
Sehr geehrter Herr Spörrle,
Ich möchte Ihnen dringend anraten Ihrem Kind vielleicht auch mal einen Wunsch abzuschlagen. Kinder brauchen und wollen Grenzen. Wenn Sie jedesmal nachgeben, was denken Sie, wie wird Ihr Kind sich später einmal verhalten?
http://www.teleboerse.de/...
Frage beantwortet?
Es geht doch nur um Eis. Eltern sind doch auch nicht fehlerfrei. Gucken jeden Abend die Tagesschau, tagein, tagaus.
Sitzen dauernd am Computer und schreiben Leserkommentare oder Kolumnen, die für Kinder alle gleich aussehen.
Meine jedenfalls können Eis essen, so viel sie wollen.
Eins bezahle ich, alle weiteren am gleichen Tag müssen sie selber bezahlen. Dafür gibt es ja Taschengeld. Da wird dann ganz schnell auf ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis geguckt. Beim eigenen Geld werden Kinder zu Controllern.
Luise ist doch eigentlich schon alt genug für Taschengeld, oder, Herr Spörrle?
k.
http://www.teleboerse.de/...
Frage beantwortet?
Es geht doch nur um Eis. Eltern sind doch auch nicht fehlerfrei. Gucken jeden Abend die Tagesschau, tagein, tagaus.
Sitzen dauernd am Computer und schreiben Leserkommentare oder Kolumnen, die für Kinder alle gleich aussehen.
Meine jedenfalls können Eis essen, so viel sie wollen.
Eins bezahle ich, alle weiteren am gleichen Tag müssen sie selber bezahlen. Dafür gibt es ja Taschengeld. Da wird dann ganz schnell auf ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis geguckt. Beim eigenen Geld werden Kinder zu Controllern.
Luise ist doch eigentlich schon alt genug für Taschengeld, oder, Herr Spörrle?
k.
http://www.teleboerse.de/...
Frage beantwortet?
Sehr geehrter Herr Spörrle,
Nein-Sagen und die Reaktion aushalten gehört dazu, Eltern zu sein. Und es ist - in Teilen - auch gut und wichtig für Kinder: Wer keine Grenzen aufgezeigt bekommt, wird sehr überrascht sein, wenn er sie später im Erwachsenenleben erfährt und akzeptieren soll. Das wird dann schwierig. Von daher wäre mein Vorschlag: Alle zwei bis drei Tage ein Eis. Zu den anderen Gelegenheiten zur Not stoisch erklären, warum jederzeitiges Erfüllen von Wünschen nicht gut für Kinder ist und dann beim "Nein" bleiben.
Als Vater bin ich extrem überrascht, dass Sie in der Praxis der Kindererziehung noch nicht selbst darauf gekommen sind, dass das wichtig und auf lange Sicht der einzig gangbare Weg ist.
Da ich selbst ein Kind war, dass in der Erziehung immer ein Nein gehört hat, kein Eis, keine Süßigkeiten, keine Extras, habe ich später viel nachgeholt, und viel viel Eis und Süßigkeiten gekauft...
Gerade deswegen dürfen meine Kinder selber entscheiden, was sie essen und wie viel. Das Ergebnis: Wenn ich meine Kinder frage, ob sie ein Eis wollen bekomme ich auch mal ein NEIN zu hören.
Das einzige, wo ich finde, dass Herr Spörrle seiner Tochter schadet ist mir nach dem Bauernhof-Bericht aufgefallen: Sie braucht noch ein Geschwisterchen... ;-)
MfG
Das mit den grenzen wird doch weit überbewertet. Meine leben widme ich, grenzen abzureißen und bei meinem Sohn richte ich sie wieder auf. Dass passt doch nicht. macht es nicht eher Sinn, auf Verständnis zu setzten? Wenn das in einer vertraulichen Atmosphäre passiert, kann der Erfolg sein. Spreche aus Erfahrung.
Würde gerne intensiver drauf eingehen, aber der Kellner bringt mir gerade mein Eisbecher.
Da ich selbst ein Kind war, dass in der Erziehung immer ein Nein gehört hat, kein Eis, keine Süßigkeiten, keine Extras, habe ich später viel nachgeholt, und viel viel Eis und Süßigkeiten gekauft...
Gerade deswegen dürfen meine Kinder selber entscheiden, was sie essen und wie viel. Das Ergebnis: Wenn ich meine Kinder frage, ob sie ein Eis wollen bekomme ich auch mal ein NEIN zu hören.
Das einzige, wo ich finde, dass Herr Spörrle seiner Tochter schadet ist mir nach dem Bauernhof-Bericht aufgefallen: Sie braucht noch ein Geschwisterchen... ;-)
MfG
Das mit den grenzen wird doch weit überbewertet. Meine leben widme ich, grenzen abzureißen und bei meinem Sohn richte ich sie wieder auf. Dass passt doch nicht. macht es nicht eher Sinn, auf Verständnis zu setzten? Wenn das in einer vertraulichen Atmosphäre passiert, kann der Erfolg sein. Spreche aus Erfahrung.
Würde gerne intensiver drauf eingehen, aber der Kellner bringt mir gerade mein Eisbecher.
Machen Sie's doch einfach so:
Bei jedem Rausgehen als erstes die Frage: Willst Du ein Eis?
Wetten, das hört schnell auf ;-)
Gut, am Anfang wirds etwas teurer, aber die Alternative ist wirklich nur untern Arm klemmen und plärren lassen.
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