Homosexualität Das Adoptionsverbot für Homosexuelle ist absurd
Schwulen und Lesben ist es in Deutschland verboten, Kinder zu adoptieren. Noch. Es gibt keine Argumente für das Verbot, kommentiert Parvin Sadigh.
Wie viele junge Eltern haben beim Anblick ihres Babys nicht die Phrase von sich gegeben: "Was für ein Wunder!" Und nun hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihre Überzeugung, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen sollen, so formuliert: "Wenn mehr gleichgeschlechtliche Paare Kinder haben, ist das wunderbar." Sie hat in diesem Satz nicht juristisch-wasserdicht argumentiert, aber eine schlichte Wahrheit ausgesprochen.
Denn es ist wirklich absurd zu glauben, Kinder würden für Heterosexuelle und Homosexuelle etwas anderes bedeuten. Warum sollten Schwule und Lesben Kinder weniger lieben oder schlechter für sie sorgen als das Paar aus Mutter und Vater? In einer Befragung des Stern hat sich gezeigt, dass die meisten Deutschen es richtig fänden, wenn Homosexuelle Kinder adoptieren dürften.
Warum spüren manche trotzdem ein leichtes Unwohlsein bei dem Gedanken, dass ein schwules oder lesbisches Paar ein Kind adoptiert? Gesagt wird: Die Kinder werden in der Schule gehänselt. Mag in Einzelfällen stimmen. Kinder werden aber auch gemobbt, weil sie sich coole Klamotten nicht leisten können, weil ihre Eltern Türken sind oder weil sie rote Haare haben. Gegen Vorurteile kann man jedoch vorgehen. Denn Kinder wurden früher auch diskriminiert, weil ihre Eltern nicht verheiratet waren oder weil sie nicht getauft wurden. Das kann sich zumindest in den Großstädten heute kaum noch jemand vorstellen. Es ist also ein Scheinargument.
Aber was ist hiermit: Kinder brauchen beide Geschlechter, um ihre Identität zu finden. Folgt man diesem Argument konsequent, müsste der Staat alleinerziehende Mütter oder Väter verbieten oder lesbischen Frauen untersagen, auf biologischem Wege Kinder zu bekommen. Eine absurde Vorstellung. Für das Adoptionsverbot homosexueller Paare gibt es keine rationalen Argumente. Langzeitstudien haben inzwischen auch gezeigt, dass ihre Kinder in ihrem späteren Leben keine Nachteile haben.
Das leichte Unwohlsein kann man nur so interpretieren, dass sich Homosexuelle noch gar nicht so lange offen in unserer Gesellschaft bewegen können. Erst seit 1969 ist Sex zwischen erwachsenen Männern nicht mehr strafbar. 1990 gab es den ersten schwulen Kuss im deutschen Fernsehen – in der Lindenstraße übrigens. Und der entfachte sogar noch einen Skandal. Die eingetragene Lebenspartnerschaft gibt es seit 2001. Im selben Jahr begeisterten sich viele Menschen für Klaus Wowereit, denn er war der erste Spitzenpolitiker, der öffentlich sagte: "Ich bin schwul". Vor gerade mal elf Jahren fanden wir das alle noch ungemein mutig.
In kurzer Zeit hat sich also die Wirklichkeit für Homosexuelle extrem verändert, und das Gefühl vieler Heterosexueller hat diesen positiven Lauf der Dinge noch nicht ganz nachvollzogen. Aber das Unwohlsein wird vergehen. Schon allein, weil Kinder von homosexuellen Eltern genauso wunderbar sind wie die von heterosexuellen.
- Datum 16.08.2012 - 15:08 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 361
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Ich habe mir nicht alle 43 Seiten Kommentare durchgelesen, deswegen könnte es schon erwähnt worden sein.
Es gibt kein Verbot das Homosexuellen verbietet Kinder zu adoptieren.
Es gibt nur ein Verbot für eingetragene Lebenspartnerschaften.
In diesem Punkt ist der Artikel klar fehlerhaft und führt in die Irre.
Hat schonmal jemand rausgefunden wie sich Kinder entwickeln wenn sie "2 Väter" oder "2 Mütter" haben?
Es gibt ja auch einen Unterschied ob Kinder von beiden oder nur von einem Elternteil großgezogen wurden.
Werden Kinder von Homosexuellen auch Homosexuell?
Welche Werte werden einem solchen Kind vermittelt?
DASS es wohl einen unterschied zur klassischen Familie gibt kann man ja wohl nicht leugnen.
Da können Sie jede Menge lernen. Ansonsten schauen Sie hier:
http://www.bmj.de/SharedD...
Meinen Sie die Frage, ob Kinder, die von Homosexuellen erzogen, homosexuell werden eigentlich ernst? Wenn Sie mal etwas genauer darüber nachdenken, kommen Sie, glaube ich, ganz alleine darauf... Ein wenig Logik hilft dabei... Soviel kann ich Ihnen aber sagen: Man kann Wäsche weich spülen aber keine Menschen. Homosexuell wird man nicht, homosexuell ist man.
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Das Grundgesetzt schützt die heterosexuelle Ehe als einzige Lebensform besonders. Dies ist denn auch der einzige - keinesfalls allein rationale Grund - die Ehe allen anderen Konstellationen des Zusammenlebens gegenüber zu bevorzugen - auch aber eben nicht nur bei der Adoption. Aller Voraussicht nach haben die Autoren des GG sich bei dieser Regelung nicht von einer abstrakten philosophischen Diskussion leiten lassen, sondern haben lediglich ein Gewohnheitsrecht formuliert. Allen anderen Lebensformen gegenüber hat die Ehe jedoch ein Alleinstellungsmerkmal, was sie über die reine Gewohnheit hinaus von allen anderen Lebensformen unterscheidet:
Allein aus der Beziehung von genau einem Mann und genau einer Frau gehen Kinder hervor (n=2, heterosexuell)!
Da der Mensch ein sekundärer Nesthocker ist, ist der gesetzliche Schutz (nur) der (fertilen) Ehe quasi als Nestschutz auch biologisch plausibel.
Wenn wir nun anfangen, diesen eingegrenzten Schutz der Beliebigkeit preiszugeben, dann müssen gleichermaßen alle Lebensformen, vom Polygamisten über die Kommune bis hin zum Alleinstehenden oder dem Kindererziehungsklub die gleichen Rechte (und Pflichten) in Bezug auf die Adoption aber auch in allen anderen (zB steuerlichen) Belangen erhalten. Ich kann nicht erkennen, worin die Bevorzugung der Homo-Ehe gegenüber der Kommune oder dem/der Alleinstehenden begründet liegen soll.
Die Abkehr von der alleinigen Besserstellung der heterosexuellen Ehe durch den Staat ist arationaler Egalitarismus.
Da können Sie jede Menge lernen. Ansonsten schauen Sie hier:
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Meinen Sie die Frage, ob Kinder, die von Homosexuellen erzogen, homosexuell werden eigentlich ernst? Wenn Sie mal etwas genauer darüber nachdenken, kommen Sie, glaube ich, ganz alleine darauf... Ein wenig Logik hilft dabei... Soviel kann ich Ihnen aber sagen: Man kann Wäsche weich spülen aber keine Menschen. Homosexuell wird man nicht, homosexuell ist man.
"Dann würden Kinde von heterosexuellen Paaren ja niemals homosexuell werden."
Heterosexuelle Paare haben auch homosexuelle Kinder!
Homosexuelle Paare haben dagegen niemals homosexuelle Kinder!
"Man entscheidet sich nicht, homosexuell zu sein, genau so wenig, wie man sich entscheidet, heterosexeull zu sein. Man ist es."
Homosexuell muß man nicht in jedem Fall bereits sein.
Man kann es auch werden.
Des Kind wird wohl kaum nach homo.- oder heterosexuellen Eltern fragen.
Aber es wird wohl meist eine Vorstellung von Eltern haben.
Und es wird dabei an Mutter und Vater denken.
Wohl eher mehr als an 2 Mütter oder 2 Väter.
Sie mögen das für bedeutungslos halten. Ungewöhnlich ist es nicht.
Und weder dikrimminierend noch widerlich.
die Zeit ist nie reif.
"Was hätten Sie denn gemacht, wenn die Mutter bei der Geburt gestorben wäre, oder ein anderer Fall eingetreten wäre, der sie zum alleinerziehenden Vater gemacht hätte?"
Nicht erstrebenswert, Schicksalsschlag. Man muß das Beste daraus machen.
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