Homosexualität Das Adoptionsverbot für Homosexuelle ist absurd

Schwulen und Lesben ist es in Deutschland verboten, Kinder zu adoptieren. Noch. Es gibt keine Argumente für das Verbot, kommentiert Parvin Sadigh.

Wie viele junge Eltern haben beim Anblick ihres Babys nicht die Phrase von sich gegeben: "Was für ein Wunder!" Und nun hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihre Überzeugung, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen sollen, so formuliert: "Wenn mehr gleichgeschlechtliche Paare Kinder haben, ist das wunderbar." Sie hat in diesem Satz nicht juristisch-wasserdicht argumentiert, aber eine schlichte Wahrheit ausgesprochen.

Denn es ist wirklich absurd zu glauben, Kinder würden für Heterosexuelle und Homosexuelle etwas anderes bedeuten. Warum sollten Schwule und Lesben Kinder weniger lieben oder schlechter für sie sorgen als das Paar aus Mutter und Vater?  In einer Befragung des Stern hat sich gezeigt, dass die meisten Deutschen es richtig fänden, wenn Homosexuelle Kinder adoptieren dürften.

Warum spüren manche trotzdem ein leichtes Unwohlsein bei dem Gedanken, dass ein schwules oder lesbisches Paar ein Kind adoptiert? Gesagt wird: Die Kinder werden in der Schule gehänselt. Mag in Einzelfällen stimmen. Kinder werden aber auch gemobbt, weil sie sich coole Klamotten nicht leisten können, weil ihre Eltern Türken sind oder weil sie rote Haare haben. Gegen Vorurteile kann man jedoch vorgehen. Denn Kinder wurden früher auch diskriminiert, weil ihre Eltern nicht verheiratet waren oder weil sie nicht getauft wurden. Das kann sich zumindest in den Großstädten heute kaum noch jemand vorstellen. Es ist also ein Scheinargument.  

Aber was ist hiermit: Kinder brauchen beide Geschlechter, um ihre Identität zu finden. Folgt man diesem Argument konsequent, müsste der Staat alleinerziehende Mütter oder Väter verbieten oder lesbischen Frauen untersagen, auf biologischem Wege Kinder zu bekommen.  Eine absurde Vorstellung. Für das Adoptionsverbot homosexueller Paare gibt es keine rationalen Argumente. Langzeitstudien haben inzwischen auch gezeigt, dass ihre Kinder in ihrem späteren Leben keine Nachteile haben.

Das leichte Unwohlsein kann man nur so interpretieren, dass sich Homosexuelle noch gar nicht so lange offen in unserer Gesellschaft bewegen können. Erst seit 1969 ist Sex zwischen erwachsenen Männern nicht mehr strafbar. 1990 gab es den ersten schwulen Kuss im deutschen Fernsehen – in der Lindenstraße übrigens. Und der entfachte sogar noch einen Skandal. Die eingetragene Lebenspartnerschaft gibt es seit 2001. Im selben Jahr begeisterten sich viele Menschen für Klaus Wowereit, denn er war der erste Spitzenpolitiker, der öffentlich sagte: "Ich bin schwul". Vor gerade mal elf Jahren fanden wir das alle noch ungemein mutig.

In kurzer Zeit hat sich also die Wirklichkeit für Homosexuelle extrem verändert, und das Gefühl vieler Heterosexueller hat diesen positiven Lauf der Dinge noch nicht ganz nachvollzogen. Aber das Unwohlsein wird vergehen. Schon allein, weil Kinder von homosexuellen Eltern genauso wunderbar sind wie die von heterosexuellen.

 
Leser-Kommentare
  1. "Es gibt keine Argumente für das Verbot."

    ich stimme Ihnen zu, Frau Sadigh.

    Umso erschreckender sind die "Argumente", die zu vorhergehenden ähnlichen Artikel im Kommentarbereich zu lesen waren und auch hier vielleicht noch zu lesen sein werden.

    Es wird das Wort "natürlich" benutzt (werden).....

    25 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es gibt auch keine Argumente gegen ein Adoptionsverbot für Paare über 50 oder für Singles.

    Die Frage des Kindesrechts bedeutet also: Hat ein Kind ein Recht auf eine Mutter? Und hat ein Kind ein Recht auf einen Vater? Muss der Wunsch eines Kindes nach einer Mutter oder einem Vater als Diskriminierung Homosexueller gewertet werden? Oder können Kinder den Wunsch nach einer Mutter oder einem Vater gar nicht haben? Oder müssen Kinder mit dem Wunsch nach einer Mutter oder nach einem Vater als gestört eingestuft werden? Oder können Kinder mit dem Wunsch nach einer Mutter oder einem Vater auch o.k. sein? Darf in die Rechte der Kinder ohne Not des Kindes eingegriffen werden, wenn es denn Rechte auf Mutter oder Vater hat?

    Diese Fragen sind zu beantworten, wenn man die Sache auch zu Ende denken will. Es ist damit völlig absurd zu behaupten, dass es keine Argumente gäbe, Kindern eine Mutter und einen Vater zu gewähren. Die Argumente sind so offensichtlich, dass man sich fragen muss, ob hier wirklich von den Rechten der Kinder ausgegangen wird, wenn das Vorhandensein von Argumenten geleugnet wird. Leider habe ich die Diskussion dieser Kinderrechte nicht gesehen, zugegeben von beiden Seiten nicht. Vielleicht ist es ein erster Schritt, sich überhaupt mal mit den Kindesrechten zu beschäftigen und die Sache von dieser Seite zu sehen.

    Es ist ein Bisschen ein Nebenthema, zugegeben. Trotzdem kann es vielleicht erlaubt sein, einmal nachzufragen, wo eigentlich der öffentliche Protest gegen die Tötung Homosexueller bleibt, mindestens mal gegen die Tötung. Irgendwo muss es ja auch mal eine Grenze geben.

    Der Iran soll 4000 Homosexuelle hingerichtet haben. Die Zahl könnte doch genügen für Proteste. Im Link kommt die Zahl am Ende, also durchhalten beim Lesen.

    http://www.spiegel.de/pan...

    Auch für Deutschland finden sich Befürworter der Todesstrafe für Homosexuelle. Eine klein wenig Protest könnte auch da vielleicht nicht schaden. Das Video langt ab 2:20.

    http://www.youtube.com/wa...!

    Kinder sollten von den Menschen adoptiert werden, die sie lieben und auch gut versorgen können. Da ist es egal ob sie schwul, lesbisch oder hetero sind. Viel Unsinn wurde wieder geschrieben - überall bei diesem Thema.
    In jeder Famlilie gibt es Männliche und Weibliche Bezugspersonen wie eben auch Großeltern, Onkel und Tanten, etc. Die Kinder entwickeln sich da, wo sie gut versorgt sind.
    Deutschland ist arg Rückständig in vielen Dingen und viele Deutsche sind Spiesser. Leider !

    Es gibt auch keine Argumente gegen ein Adoptionsverbot für Paare über 50 oder für Singles.

    Die Frage des Kindesrechts bedeutet also: Hat ein Kind ein Recht auf eine Mutter? Und hat ein Kind ein Recht auf einen Vater? Muss der Wunsch eines Kindes nach einer Mutter oder einem Vater als Diskriminierung Homosexueller gewertet werden? Oder können Kinder den Wunsch nach einer Mutter oder einem Vater gar nicht haben? Oder müssen Kinder mit dem Wunsch nach einer Mutter oder nach einem Vater als gestört eingestuft werden? Oder können Kinder mit dem Wunsch nach einer Mutter oder einem Vater auch o.k. sein? Darf in die Rechte der Kinder ohne Not des Kindes eingegriffen werden, wenn es denn Rechte auf Mutter oder Vater hat?

    Diese Fragen sind zu beantworten, wenn man die Sache auch zu Ende denken will. Es ist damit völlig absurd zu behaupten, dass es keine Argumente gäbe, Kindern eine Mutter und einen Vater zu gewähren. Die Argumente sind so offensichtlich, dass man sich fragen muss, ob hier wirklich von den Rechten der Kinder ausgegangen wird, wenn das Vorhandensein von Argumenten geleugnet wird. Leider habe ich die Diskussion dieser Kinderrechte nicht gesehen, zugegeben von beiden Seiten nicht. Vielleicht ist es ein erster Schritt, sich überhaupt mal mit den Kindesrechten zu beschäftigen und die Sache von dieser Seite zu sehen.

    Es ist ein Bisschen ein Nebenthema, zugegeben. Trotzdem kann es vielleicht erlaubt sein, einmal nachzufragen, wo eigentlich der öffentliche Protest gegen die Tötung Homosexueller bleibt, mindestens mal gegen die Tötung. Irgendwo muss es ja auch mal eine Grenze geben.

    Der Iran soll 4000 Homosexuelle hingerichtet haben. Die Zahl könnte doch genügen für Proteste. Im Link kommt die Zahl am Ende, also durchhalten beim Lesen.

    http://www.spiegel.de/pan...

    Auch für Deutschland finden sich Befürworter der Todesstrafe für Homosexuelle. Eine klein wenig Protest könnte auch da vielleicht nicht schaden. Das Video langt ab 2:20.

    http://www.youtube.com/wa...!

    Kinder sollten von den Menschen adoptiert werden, die sie lieben und auch gut versorgen können. Da ist es egal ob sie schwul, lesbisch oder hetero sind. Viel Unsinn wurde wieder geschrieben - überall bei diesem Thema.
    In jeder Famlilie gibt es Männliche und Weibliche Bezugspersonen wie eben auch Großeltern, Onkel und Tanten, etc. Die Kinder entwickeln sich da, wo sie gut versorgt sind.
    Deutschland ist arg Rückständig in vielen Dingen und viele Deutsche sind Spiesser. Leider !

    • footek
    • 16.08.2012 um 15:40 Uhr

    eigentlich alles tolerieren? Muss man aus ethischen Gründen das Adoptionsrecht auch gleichgeschlechtlichen Paaren zugestehen? Sollten homosexuelle Männerpaare das Recht bekommen Kinder zu adoptieren? Man wird doch anzweifeln dürfen ob bei Beantwortung dieser Frage alleinig um die Beurteilung des Kindeswohl geht - was das einzige Kriterium für eine solche Gesetzesvorlage sein muss.

    22 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Natürlich muss man sich das alles in Hinblick auf das Wohlergehen der Kinder ansehen. Aber wenn es keine Hinweise darauf gibt, dass für Kinder grundsätzlich von Nachteil ist, schwule oder lesbische Paare als Eltern zu haben, spricht eben nichts für das derzeit noch gültige Adoptionsverbot. Dann gehört es abgeschafft, weil es erstens Homosexuelle diskriminiert und zweitens die Anzahl möglicher Adoptiveltern verringert und damit den zur Adoption freigegebenen Kindern schadet.

    Und wie jemand weiter oben schon schreibt: Wenn die Adoptiveltern sich gut um das Kind kümmern können, ist fast jede Familienkonstellation besser als das Waisenhaus.

    "Tolerieren" klingt in diesem Zusammenhang so nach notwendigem Übel, das man zähneknirschend akzeptiert, weil es nun gar nicht anders geht. Dabei sind Schwule ganz normale Menschen. Manche sollen sogar ganz nett sein...

    Kindeswohl. Warum argumentiert man mit dem Kindeswohl? Warum? Sie sagen doch damit, dass es überhaupt diskutabel ist, ob das Kindeswohl geachtet wird, wenn Homosexuelle es großziehen, also das Kind. Was erlauben Sie sich eigentlich das in Frage zu stellen? Warum sollten zwei Menschen mit den gleichen Geschlechtsteilen schlechtere oder bessere Eltern sein als zwei Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsteilen? Es ist so absurd, dass man wichtige, in der Familie gelebte Werte, auf biologische Merkmale reduziert.

    Es geht hier nicht um das Kindeswohl, denn es gibt nicht einen Hinweis darauf, dass es durch die Gleichberechtigung Homosexueller gefährdet wäre.

    Natürlich muss man sich das alles in Hinblick auf das Wohlergehen der Kinder ansehen. Aber wenn es keine Hinweise darauf gibt, dass für Kinder grundsätzlich von Nachteil ist, schwule oder lesbische Paare als Eltern zu haben, spricht eben nichts für das derzeit noch gültige Adoptionsverbot. Dann gehört es abgeschafft, weil es erstens Homosexuelle diskriminiert und zweitens die Anzahl möglicher Adoptiveltern verringert und damit den zur Adoption freigegebenen Kindern schadet.

    Und wie jemand weiter oben schon schreibt: Wenn die Adoptiveltern sich gut um das Kind kümmern können, ist fast jede Familienkonstellation besser als das Waisenhaus.

    "Tolerieren" klingt in diesem Zusammenhang so nach notwendigem Übel, das man zähneknirschend akzeptiert, weil es nun gar nicht anders geht. Dabei sind Schwule ganz normale Menschen. Manche sollen sogar ganz nett sein...

    Kindeswohl. Warum argumentiert man mit dem Kindeswohl? Warum? Sie sagen doch damit, dass es überhaupt diskutabel ist, ob das Kindeswohl geachtet wird, wenn Homosexuelle es großziehen, also das Kind. Was erlauben Sie sich eigentlich das in Frage zu stellen? Warum sollten zwei Menschen mit den gleichen Geschlechtsteilen schlechtere oder bessere Eltern sein als zwei Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsteilen? Es ist so absurd, dass man wichtige, in der Familie gelebte Werte, auf biologische Merkmale reduziert.

    Es geht hier nicht um das Kindeswohl, denn es gibt nicht einen Hinweis darauf, dass es durch die Gleichberechtigung Homosexueller gefährdet wäre.

  2. Wenn klar wird, dass viele Homosexuelle das gleiche Leben führen wollen wie Max Mustermann - so in Jeans und T-Shirt, mit Eigenheim, Kindern, Hund - und nicht als nackte Dragqueens mit rosa Perücken im Saunaswingerclub rumvögeln, dann gibt's weniger wodrauf der gemeine Homophobling dann rumhacken kann, um sich deutlich von "denen" zu distanzieren und das eigene verknorkste Selbstbewusstsein künstlich zu pushen..

    Was das Kindeswohl betrifft, gehe ich davon aus, dass das Jugendamt dieses bei jeder Adoption recht scharf im Auge hat. Und anstatt sich über einen geringen Anteil an homosexuellen Elternpaaren aufzuregen, sollten die Pseudo-Kindesretter sich lieber mal um all die verwahrlosten, ungeliebten Kinder kümmern, die es tatsächlich gibt - NATÜRLICH gezeugt von zwei heterosexuellen Menschen.

    20 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • gkh
    • 16.08.2012 um 16:32 Uhr

    Kritiker homosexueller Lebensentwürfe als 'homophob' zu verunglimpfen ist ein beliebter Versuch, die Debatte zu manipulieren.

    Wenn ich Bedenken vortrage, die ich ehrlich habe, dann will ich, dass man sie ernstnimmt und sich damit auseinandersetzt, anstatt mir niedere Motive zu unterstellen.

    Ich interessiere mich mehr für Ihre Argumente als für Ihre Beleidigungen.

    • gkh
    • 16.08.2012 um 16:32 Uhr

    Kritiker homosexueller Lebensentwürfe als 'homophob' zu verunglimpfen ist ein beliebter Versuch, die Debatte zu manipulieren.

    Wenn ich Bedenken vortrage, die ich ehrlich habe, dann will ich, dass man sie ernstnimmt und sich damit auseinandersetzt, anstatt mir niedere Motive zu unterstellen.

    Ich interessiere mich mehr für Ihre Argumente als für Ihre Beleidigungen.

  3. Bei einer Adoption soll es eigentlich um das Kindeswohl gehen. Man möchte dem Kind Verhältnisse bieten, die möglichst ideal sind. Wobei man das natürlich unterschiedlich interpretieren kann.

    Dagegen geht es nicht um die Selbstverwirklichung der Adoptiveltern, die gerne eine "Familie" möchten.

    So gesehen, ist wahrscheinlich schwer zu begründen, warum in solchen Fällen ein Kind nicht Vater und Mutter braucht, während das ansonsten unentbehrlich scheint.

    Man müsste das dann reduzieren auf "Kind braucht zwei Menschen", wobei man das auch nicht begründen kann. Einer müsste eigentlich auch reichen.

    Das ist ziemlich schwieriges Terrain.

    17 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Dagegen geht es nicht um die Selbstverwirklichung der Adoptiveltern, die gerne eine "Familie" möchten."

    Es wird ein bisschen einfacher, wenn man Ihr Argument der Selbstverwirklichung zu Ende denkt. Aus welchen Motiven heraus gründen denn heterosexuelle Paare eine Familie..? Etwa nicht zur Selbstverwirklichung? Gar aus Liebe? Weil sie der Meinung sind, einem Kind ein beschützendes und förderndes Umfeld bieten zu können? Oder vielleicht doch "nur" evolutionäre Motive? Ich bin schwer gespannt, wo Sie die Unterschiede zwischen dem heterosexuellen und dem homosexuellen Kinderwunsch sehen. Um einen Unterschied vorwegzunehmen: Zumindest die Variante "Unfall" oder "ungewollte Schwangerschaft" ist bei homosexuellen Paaren schwer vorstellbar. Ein Nachteil?

    Das in unserer Gesellschaft eine gleichberechtigte Paarbeziehung von Mann und Frau als ideale Voraussetzung für eine Familiengründung angesehen wird, möchte ich nicht bestreiten. Dennoch: die Auffassung von "der" idealen Familie und "der" idealen Erziehung unterscheidet sich von Kultur zu Kultur stark und verändert sich über die Zeit hinweg - gerade die Rolle des Vaters in der Kindererziehung. Es gibt und gab schon immer unterschiedliche Familienentwürfe und Formen des Zusammenlebens. So lange Kinder feste Bezugspersonen und ein sicheres, liebevolles Umfeld haben, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass trotz aller Vielfältigkeit alles gut geht.

    Es ist ein wirklich schwieriges Thema.
    Ihr Beitrag animierte mich zu folgenden Gedanken:

    Ein Kind braucht, um seine persönliche Identität zu finden, sei es als Mädchen oder Junge, eigentlich eine weibliche und eine männliche Bezugsperson.
    Im Idealfall. Im biologisch natürlichen Idealfall.

    Denn sie sind auch Verhaltensvorbilder (das wird oft unterschätzt), wie ich beobachten kann.

    Beziehungsfähigkeit lernen Kinder durch Nähe, Zuneigung und die unterschiedlichen Gegenüber seiner Eltern, seien sie biologisch oder Adoptiveltern.

    Wir wissen aus Erfahrung, dass auch leibliche Eltern manchmal nicht in der Lage sind, dem Kind Geborgenheit zu geben.
    Wenig Zeit, Karrieredenken und -praxis mögen wenige der Gründe dafür sein.
    Oder eigene Brüche in der Säuglings- und Kindheit, Schiksalsschläge wie Krankheit, Tod eines Elternteils o.ä.

    Was mir Sorgen macht ist, wie findet sich ein Kind (unbewusst) emotional in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung zurecht?
    Wer übernimmt Papa- oder Mamarolle, wenn's drauf ankommt?

    Kinder, wenn sie Kummer oder Angst haben, laufen zur Mama, wenn sie da ist, da hilft manchmal das weibliche Element eher als das männliche, welches eher draußen die Verteidigungs- oder Schutzposition übernimmt.

    Sehr verallgemeinert ausgedrückt.
    Ins Detail kann ich hier nicht gehen.

    Aber vielleicht verstehen die Leser_Innen, was ich meine.

    Ein behütetes Zuhause ist allemal besser als abgeschoben zu sein und aufbewahrt zu werden.

    "Dagegen geht es nicht um die Selbstverwirklichung der Adoptiveltern, die gerne eine "Familie" möchten."

    Es wird ein bisschen einfacher, wenn man Ihr Argument der Selbstverwirklichung zu Ende denkt. Aus welchen Motiven heraus gründen denn heterosexuelle Paare eine Familie..? Etwa nicht zur Selbstverwirklichung? Gar aus Liebe? Weil sie der Meinung sind, einem Kind ein beschützendes und förderndes Umfeld bieten zu können? Oder vielleicht doch "nur" evolutionäre Motive? Ich bin schwer gespannt, wo Sie die Unterschiede zwischen dem heterosexuellen und dem homosexuellen Kinderwunsch sehen. Um einen Unterschied vorwegzunehmen: Zumindest die Variante "Unfall" oder "ungewollte Schwangerschaft" ist bei homosexuellen Paaren schwer vorstellbar. Ein Nachteil?

    Das in unserer Gesellschaft eine gleichberechtigte Paarbeziehung von Mann und Frau als ideale Voraussetzung für eine Familiengründung angesehen wird, möchte ich nicht bestreiten. Dennoch: die Auffassung von "der" idealen Familie und "der" idealen Erziehung unterscheidet sich von Kultur zu Kultur stark und verändert sich über die Zeit hinweg - gerade die Rolle des Vaters in der Kindererziehung. Es gibt und gab schon immer unterschiedliche Familienentwürfe und Formen des Zusammenlebens. So lange Kinder feste Bezugspersonen und ein sicheres, liebevolles Umfeld haben, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass trotz aller Vielfältigkeit alles gut geht.

    Es ist ein wirklich schwieriges Thema.
    Ihr Beitrag animierte mich zu folgenden Gedanken:

    Ein Kind braucht, um seine persönliche Identität zu finden, sei es als Mädchen oder Junge, eigentlich eine weibliche und eine männliche Bezugsperson.
    Im Idealfall. Im biologisch natürlichen Idealfall.

    Denn sie sind auch Verhaltensvorbilder (das wird oft unterschätzt), wie ich beobachten kann.

    Beziehungsfähigkeit lernen Kinder durch Nähe, Zuneigung und die unterschiedlichen Gegenüber seiner Eltern, seien sie biologisch oder Adoptiveltern.

    Wir wissen aus Erfahrung, dass auch leibliche Eltern manchmal nicht in der Lage sind, dem Kind Geborgenheit zu geben.
    Wenig Zeit, Karrieredenken und -praxis mögen wenige der Gründe dafür sein.
    Oder eigene Brüche in der Säuglings- und Kindheit, Schiksalsschläge wie Krankheit, Tod eines Elternteils o.ä.

    Was mir Sorgen macht ist, wie findet sich ein Kind (unbewusst) emotional in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung zurecht?
    Wer übernimmt Papa- oder Mamarolle, wenn's drauf ankommt?

    Kinder, wenn sie Kummer oder Angst haben, laufen zur Mama, wenn sie da ist, da hilft manchmal das weibliche Element eher als das männliche, welches eher draußen die Verteidigungs- oder Schutzposition übernimmt.

    Sehr verallgemeinert ausgedrückt.
    Ins Detail kann ich hier nicht gehen.

    Aber vielleicht verstehen die Leser_Innen, was ich meine.

    Ein behütetes Zuhause ist allemal besser als abgeschoben zu sein und aufbewahrt zu werden.

  4. Homosexuellen vorzuwerfen, dass sie "aus Egoismus Kinder adoptieren wollen", obwohl es "unnatürlich" wäre, weil man dafür ja bekanntlich Eizelle und Samen benötigt kam mir anfangs mysteriös vor. Mittlerweile kommt es mir nur noch lächerlich und unlogisch vor.

    Seine Sexualität sucht man sich nicht aus. Ebenso wenig wie sich der Mensch biologische Eigenschaften aussucht, ebenso wenig wie Naturinstinkte bewusst agieren.

    Ein homosexueller Mensch kann trotz seiner Homosexualität das natürliche (!) Bedürfnis haben, seine Nachfahren heranwachsen zu sehen bzw. sie großzuziehen. Man spricht einem homosexuellem ja auch nicht andere natürliche Instinkte ab, oder? Homosexuelle unterscheiden sich von Heterosexuellen eben nur in der (unbeeinflussbaren) Wahl ihrer Partner. Ansonsten sind sie praktisch identisch mit Heterosexuellen.

    § 175 StGB ist zu Recht ausgestorben. Das Grundgesetz erklärt, niemand dürfe anders behandelt werden wegen Hautfarbe, Religion etc pp.

    Also darf auch einem homosexuellen Menschen der Wunsch nach Nachwuchs nicht abgesprochen werden!

    Und wenn ich mir heutzutage "Scheidungskinder" aus heterosexuellen Ehen ansehe, mit was für psychischen Schäden diese teilweise noch Jahre später zu kämpfen haben: Lieber als Kind in einer glücklichen Familie, die nunmal aus homosexuellen Eltern besteht.

    Und das Argument, dass ein Kind BEIDE Geschlechter braucht: Eine alleinerziehende Mutter soll besser sein als zwei Mütter zugleich, oder wie? Eben.

    16 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • gkh
    • 16.08.2012 um 16:25 Uhr

    "Und das Argument, dass ein Kind BEIDE Geschlechter braucht: Eine alleinerziehende Mutter soll besser sein als zwei Mütter zugleich, oder wie? Eben."

    Kinder können sich auch gut entwickeln, wenn ein Elternteil fehlt. Es ist aber trotzdem eine Banchteiligung.
    Wenn ein Kind bei homosexuellen Adoptiveltern aufwächst, dann ist da immer noch irgendwo eine Mama oder ein Papa, der eben nicht zur Familie gehört. Falls das Kind keine Waise ist, ist das Patchwork also Programm, mit den möglichen Folgen, die sie genannt haben.

    Das ist nicht im Interesse der Kinder. Zumal es auch bei Scheidungen für das Kind das belastendste ist, dass sich die Eltern nicht mehr lieben.

    • gkh
    • 16.08.2012 um 16:25 Uhr

    "Und das Argument, dass ein Kind BEIDE Geschlechter braucht: Eine alleinerziehende Mutter soll besser sein als zwei Mütter zugleich, oder wie? Eben."

    Kinder können sich auch gut entwickeln, wenn ein Elternteil fehlt. Es ist aber trotzdem eine Banchteiligung.
    Wenn ein Kind bei homosexuellen Adoptiveltern aufwächst, dann ist da immer noch irgendwo eine Mama oder ein Papa, der eben nicht zur Familie gehört. Falls das Kind keine Waise ist, ist das Patchwork also Programm, mit den möglichen Folgen, die sie genannt haben.

    Das ist nicht im Interesse der Kinder. Zumal es auch bei Scheidungen für das Kind das belastendste ist, dass sich die Eltern nicht mehr lieben.

  5. ...75,5 % der Gesamtbevölkerung Anhänger der katholischen Kirche.

    In Deutschland sind es 30,2 %.

    Dennoch wird es ab dem kommenden Jahr homosexuellen Paaren in Frankreich erlaubt werden, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, wie der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault in einer Rede vor der Nationalversammlung vor 10 Tagen mitgeteilt hat.

    Da hat Deutschland offensichtlich noch Nachholbedarf bei der Gleichstellung.

    15 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "In Frankreich sind beispielsweise sind 75,5 % der Gesamtbevölkerung Anhänger der katholischen Kirche.
    In Deutschland sind es 30,2 %.
    Dennoch wird es ab dem kommenden Jahr homosexuellen Paaren in Frankreich erlaubt werden, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, wie der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault in einer Rede vor der Nationalversammlung vor 10 Tagen mitgeteilt hat.
    Da hat Deutschland offensichtlich noch Nachholbedarf bei der Gleichstellung."

    Sie haben aus Versehen ein "dennoch" statt eines "deshalb" verwendet. Die Schlussfolgerung leitet sich doch zwingend aus ihren Zahlen ab. Wir brauchen mehr Katholiken in Deutschland.

    "In Frankreich sind beispielsweise sind 75,5 % der Gesamtbevölkerung Anhänger der katholischen Kirche.
    In Deutschland sind es 30,2 %.
    Dennoch wird es ab dem kommenden Jahr homosexuellen Paaren in Frankreich erlaubt werden, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, wie der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault in einer Rede vor der Nationalversammlung vor 10 Tagen mitgeteilt hat.
    Da hat Deutschland offensichtlich noch Nachholbedarf bei der Gleichstellung."

    Sie haben aus Versehen ein "dennoch" statt eines "deshalb" verwendet. Die Schlussfolgerung leitet sich doch zwingend aus ihren Zahlen ab. Wir brauchen mehr Katholiken in Deutschland.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service