KinderbetreuungAlte Bundesländer holen bei Kita-Plätzen leicht auf

In Westdeutschland wird knapp ein Viertel der Ein- und Zweijährigen in Kitas oder von Tageseltern betreut. Doch der Rückstand gegenüber Ostdeutschland bleibt sehr groß. von dpa

Die westdeutschen Bundesländer haben leichte Fortschritte bei der Betreuung von Kleinkindern gemacht. Aus einem Vergleich von Daten aus dem März 2012 mit Daten aus demselben Monat im Vorjahr geht hervor: In den sogenannten alten Bundesländern verbesserte sich die Quote von 19,8 auf 22,3 Prozent aller Ein- und Zweijährigen, die in einer Kindertagesstätte oder von Tageseltern betreut werden.

Die Zahlen aus der Studie Kindertagesbetreuung regional 2012 , einer gemeinsamen Veröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, belegen jedoch auch einen weiterhin großen Rückstand gegenüber den ostdeutschen Ländern, wo unverändert 49 Prozent der Kinder unter drei Jahren ein Angebot zur Tagesbetreuung nutzen.

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Im März 2012 wurden bundesweit 27,6 Prozent aller Kleinkinder in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege betreut; ein Jahr zuvor waren es 25,2 Prozent. In mehr als drei Viertel der westdeutschen Landkreise und kreisfreien Städte gab es eine Betreuungsquote zwischen 15 und 30 Prozent.

Spitzenreiter unter den Ländern ist Sachsen-Anhalt mit 57,5 Prozent. Dort sind auch die Kreise mit den höchsten Betreuungsquoten zu finden: Der Landkreis Jerichower Land erzielte 63,3 Prozent, gefolgt vom Landkreis Börde mit 62,0 Prozent und dem Salzlandkreis mit 61,2 Prozent.

In Westdeutschland schnitten Heidelberg (40,4 Prozent) und Coburg (40,0 Prozent) am besten ab. Die bundesweit niedrigste Betreuungsquote gab es in der fränkischen Stadt Amberg (4,7 Prozent).

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Leserkommentare
  1. Ich sehe schon die Statistik wurde vom Bund rausgegeben, entweder ist sie so derart frisiert, das man nur gut darstehen kann, wie im Armutsbericht, oder die Verbesserung sind so winzig, das man sich dennoch auf die Schulter klopfen kann wie im Arbeitslosenbericht (2.000 Arbeitslose weniger, und sowas verbucht man heute schon als Fortschritt).

    Der Staat braucht Kitas, sie sind unschätzbar wichtig für die Entwicklung eines Kindes. Wieso steckt man nicht die Dreistigkeit Betreuungsgeld in den Ausbau von Kita-Plätzen?
    Von der Leyen hats verpatzt, und Schröder fährt die Sache auch komplett gegen die Wand, schlagen aber die Hände über den Kopf zusammen wenn sie über die demographische Entwicklung nachdenken, tja, allerdings kommen diese Werte zustanden wenn man keinen Cent in dieses Ressort investiert.

    Eine Leserempfehlung
    • zeitkom
    • 03. Dezember 2012 13:01 Uhr

    Unglaublich:

    "In den sogenannten alten Bundesländern verbesserte sich die Quote von 19,8 auf 22,3 Prozent aller Ein- und Zweijährigen, die in einer Kindertagesstätte oder von Tageseltern betreut werden".

    Wo steht denn geschrieben, dass es bei Ein- und Zweijährigen tatsächlich gut für die Entwicklung des Kindes ist, wenn diese außer Haus betreut werden? Offensichtlich werden hier Stereotype Behauptungen in den Medien immer wieder verbreitet, für die es gar keine Belege gibt. Vermutlich ist eher das Gegenteil der Fall, jedenfalls für Kinder unter zwei Jahren. Denn diese interessieren sich praktisch gar nicht für andere Kinder, sondern sind auf die Beziehung zu Ihren Bezugspersonen fixiert, und beschäftigen sich vorrangig mit der Entdeckung der Dinge in ihrer Umwelt. Das Kinder wirklich miteinander spielen fängt mit etwa zwei Jahren erst an.

    Insofern wage ich es, zu bezweifeln, dass eine höhere Quote wie oben genannte eine Verbesserung darstellt.

    Wenn es um Wahlfreiheit der Eltern geht, in Bezug auf die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen, so ist diese Quote auch nicht relevant. Relevant wäre hier nur:

    Anzahl der Kinder, die einen Platz bekommen
    ------------------------------------------- = relevante Versorgungsquote
    Anzahl der Kinder, für die ein Platz gesucht wurde

    Wenn 95% der Eltern Ihre Kleinkinder zu Hause betreuen wollten, wäre somit eine Quote von 5% optimal.

    5 Leserempfehlungen
    • zeitkom
    • 03. Dezember 2012 13:07 Uhr

    Wenn es nicht um die "Aufbewahrung" der Kinder geht, sondern um ihre Förderung, sollte man auch über Teilzeitangebote nachdenken.

    Für kleinere Kinder ist es sicher ausreichend, z.B. drei Tage in der Woche in eine Einrichtung zu gehen. Geht man mal davon aus, dass es auch noch intakte Familien in Deutschland gibt, zum Teil sogar mit Großeltern in der Nähe, so muss ja auch noch Zeit dafür sein. Wenn die Eltern ein ruhiges Wochenende mit den Kindern wollen, die Großeltern auch mal einen Tag dran sind - auf beiden Seiten - bleiben ja gar nicht mehr als drei bis vier Tage übrig, an denen das Kind in eine Einrichtung gehen kann. Ansonsten entsteht ja schon wieder völlig unnötiger Stress auf allen Seiten.

    Solche Teilzeitangebote gibt es aber gar nicht, obwohl das Ressourcen sparen könnte. Im Gegenteil - in Berlin gab es mal den absurden Vorschlag einer Stechuhr für Kindergärten, mit Sanktionen für Eltern, die die vom Staat bezahlten Plätze nicht ausnutzen.

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Meine Tochter war 2011 3 Vormittage in der Woche bei der (von der Stadt teilfinanzierten) Tagesmutter. Damit hat sie erfolgreich Heidelbergs Spitzenplatz in den westdeutschen Statistiken unterstützt. Typischerweise sind eben KiTas die beste Organisationsform für tägliche Betreuung, während bei der Betreuung an wenigen Tagen eher die Tagesmutter in Frage kommt.

    Einzelne KiTas in Heidelberg bieten auch an, einen ganzen Platz auf zwei Kinder aufzuteilen, aber dann muss das 'Di Do Fr' Kind erst mal ein 'Mo Mi' Kind als Partner finden (und meistens dürfen höchstens zwei Plätze eine Gruppe aufgeteilt werden, um eine stabile Betruungssituation zu haben).

    • zeitkom
    • 03. Dezember 2012 13:23 Uhr
    4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

  2. Soso, KiTas sind also unschätzbar in ihrem Wert für die weitere Entwicklung. Daraus entnehme ich, dass die armen Kinder, die nicht in Krippe und KiGa gegangen (worden) sind, später arg benachteiligt sein müssen.

    Komisch, dass gewisse Kreise ihre Kinder erst gar nicht in derartige Einrichtungen geben wollen. Auch viele Normalverdiener suchen sich Altenativen.

    Vielleicht müssten Sie ihre recht pauschal aus Medien nachgeplapperten, nicht belegbaren Äußerungen wenigstens mal differenzieren. So kann es bspw. schon gut möglich sein, dass Kinder aus den berüchtigten "bildungsfernen" Schichten, oder aus sonstwie hochproblematischen (Betonung auf >>hoch<

    Zu dem Thema mal nur ein Link:

    http://www.erziehungstren...

    Eine Leserempfehlung
  3. Entschuldigung, da war ich beim Löschen eines Absatzes etwas zu großzügig.

    Jetzt korrekt:

    Vielleicht müssten Sie ihre recht pauschal aus Medien nachgeplapperten, nicht belegbaren Äußerungen wenigstens mal differenzieren. So kann es bspw. schon gut möglich sein, dass Kinder aus den berüchtigten "bildungsfernen" Schichten, oder aus sonstwie hochproblematischen (Betonung auf >>hoch<

    Zu dem Thema mal nur ein Link:

    http://www.erziehungstren...

  4. Vielleicht müssten Sie ihre recht pauschal aus Medien nachgeplapperten, nicht belegbaren Äußerungen wenigstens mal differenzieren. So kann es bspw. schon gut möglich sein, dass Kinder aus den berüchtigten "bildungsfernen" Schichten, oder aus sonstwie hochproblematischen (Betonung auf -hoch- problematisch) Verhältnissen von derlei Einrichtungen profitieren, da sie sonst evtl. an Seele und Leib gefährdet sein könnten. Für Kinder aus halbwegs gefestigten Verhältnissen wage ich das zu bezweifeln.

    Leider sind wohl die meisten Elternpaare aus finanziellen Gründen heutzutage gezwungen, ihre Kinder "abzuliefern".

    Zu den vielzitierten skandinavischen oder finnischen Vorbildern sei noch erwähnt, dass die dortigen Verhaltensauffälligkeitenund psychischen Probleme bei Kindern und Jugendlichen zu den höchsten in ganz Europa zählen. Aber das hat garantiert nichts mit den KiTas zu tun, nehme ich mal stark an ;->

    • Statist
    • 03. Dezember 2012 15:13 Uhr

    bisitzen solche STatistiken leider nur geringen Wert. Zum einen ist es am Ende wieder ein Einzelfall, zum anderen sagt es zu wenig aus über den tatsächlichen Bedarf.

    Wenn ich mir überlege, dass jeder, der sein Kind betreuen lassen möchte, normalerweise so ca 10 Anträge abgibt (1x kommunale Träger, 5-15 mal freie Träger), wenn ich mir dann überlege, dass gar keine Zentralisierung stattfindet, kann man sich vorstellen, wie schwierig die Erfassung derartiger DAten sein muss. einfach so die Kinder eines Jahrgangs nehmen funktioniert auch nicht, da es offensichtlich noch immer genug Menschen gibt, die ihr Kidn am liebsten die ersten 7 Jahre zu Hause betreuen wollen. Entsprechende Quoten dürften reginal stark schwanken. Insofern: dolle Studie

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sc
  • Schlagworte Alte | Kinderbetreuung | Ostdeutschland | Stadt | Studie | Bundesländer
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