Große Verantwortung, schlechte Bezahlung und eine ältere Dame, die besonderes Einfühlungsvermögen braucht: Leser Markus Thulin erzählt vom Alltag als Altenpfleger.
Ich mag es, Menschen zu pflegen. Sie sollen es gut bei mir haben. Eigentlich bin ich Krankenpfleger, aber seit zwölf Monaten verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit der Pflege älterer Menschen.
Das Kölner Altenheim, in dem ich arbeite, heißt offiziell Seniorenzentrum. Doch der Begriff Altenheim trifft es besser. Es wurde innerhalb eines Jahres aus dem Boden gestampft, für 80 Bewohnerinnen und Bewohner.
Während meiner Arbeitszeit bin ich für einige dieser Menschen verantwortlich. Von meinem Gesundheitszustand, meinem Organisationstalent, meinem Wissen und meiner Motivation hängt es ab, ob es den 25 Damen und Herren während der acht Stunden, die wir zusammen verbringen, gut geht. Zehn von ihnen würden ohne mich ihr Zimmer nicht verlassen, sie könnten nicht essen und nicht auf die Toilette gehen. Einige wüssten nicht einmal, dass sie Hilfe bräuchten.
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Manchmal hilft nur Zärtlichkeit
Eine Dame ist mir ans Herz gewachsen. Bei ihr besteht immer die Gefahr, sie zu verunsichern oder zu ängstigen. Das geschieht immer dann, wenn man zu schnell mit ihr redet, oder wenn man sie nicht bei allen Dingen begleitet und regelmäßig nach ihr sieht. Sie braucht Zuneigung. Nicht alle brauchen das in diesem Maße. Andere Damen und Herren wollen nicht, dass man sich länger als fünf Minuten in ihrem Zimmer aufhält. Sie wollen Standard-Smalltalk während des Eincremens und des Anziehens, mehr nicht.
Aber die Dame, von der ich spreche, braucht besondere Zuneigung. Sonst verliert sie physisch und psychisch das Gleichgewicht. Nur Zärtlichkeit kann ihr helfen, nicht ängstlich auf ihrem Bett zu sitzen und zu versuchen, ihre Sachen einzupacken. Zuwendung kann ihr helfen, sich zu den anderen Damen an den Tisch zu setzen. Dann ist Hilfe beim Essen gut, auch wenn sie es eigentlich alleine könnte; aber es ist wichtig, sich mit ihr zu unterhalten und ihr die Hand zu halten.
Wir brauchen Hilfe
Leider ist die Pflege älterer, kranker und schwacher Mitglieder unserer Gesellschaft akut bedroht. Nur wenige Menschen wollen diesen Beruf ausüben. Das liegt nicht nur daran, dass man sich auch um die Ausscheidungen älterer Menschen kümmern muss. Der Job wird sehr schlecht bezahlt: 2.300 Euro brutto im Monat.
Es gibt also zu wenig Personal; und die wenigen Altenpfleger, Pflegeassistenten und Krankenpfleger, die sich Tag und Nacht um diese wertvollen Menschen kümmern, arbeiten am Rande der körperlichen Belastbarkeit.
Auch bei mir wird diese Grenze oft überschritten. Nach einem Frühdienst habe ich Rückenschmerzen, manchmal fehlt einfach die Kraft. Man kann zu zweit nicht 25 Bewohner gut versorgen. Wir brauchen dringend Hilfe.
- Datum 28.12.2012 - 14:22 Uhr
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http://community.zeit.de/... http://community.zeit.de/... http://community.zeit.de/...
Drei sehr lesenswerte Leserartikel aus Zeiten, zu denen die ohne Bewerbung bei der Redaktion eingestellt werden konnten, daraus: 'Wenn sich 90% aller Altenpfleger überlastet fühlen, 18,5% laut der Next-Studie den Ausstieg erwägen und 63% damit rechnen, dass sich die Attraktivität dieses Berufes noch verschlechtern wird, dann ist gewiss etwas verkehrt.
Viele der Pflegekräfte leiden nach einer Weile im Berufsleben am so genannten Burn-Out-Syndrom; denn neben der körperlichen nimmt auch die psychische Belastung in der Pflege immer mehr zu. Für ein Individuum gibt es einfach zu viel zu tun, die emotionale Belastung ist zu groß und die Bezahlung zu schlecht. Ist man in den Berufsalltag motiviert und überzeugt eingestiegen, so erfährt man mit der Zeit, dass der Job einen tristen, kalkulierten und menschenunwürdigen Plan verfolgt, den man Punkt für Punkt und Minute für Minute nachgehen soll. Für echte und ehrliche zwischenmenschliche Beziehung bei Pfleger und Patient bleibt keine Zeit.'
Danke für die Links!
DAGEGEN kommt einem dieser Artikel wie aus einer Werbebroschüre vor. Und man merkt, was im Lauf der ZEIT verloren gegangen ist ...
Danke für die Links!
DAGEGEN kommt einem dieser Artikel wie aus einer Werbebroschüre vor. Und man merkt, was im Lauf der ZEIT verloren gegangen ist ...
Die Pflege leidet unter noch viel mehr.
Die neuen Arbeitskräfte bekommen seltenst feste Arbeitsverträge, Zeitarbeit breitet sich immer mehr aus. Und es wird auch gern mal angestellt, um die Quote zu erfüllen und genauso schnell noch in der Probezeit wieder gekündigt.
Die Lebensläufe vieler Pflegekräfte sieht dementsprechend aus.
Die Führung ist oft inkompetent und nicht fähig zu führen, Ideen werden im Keim erstickt, notfalls mit Kündigung.
Die kirchlichen Arbeitgeber nutzen ihre Sonderstellung dabei schamlos aus.
Die Reallöhne waren im freien Fall und würden weiter fallen, wenn sie noch könnten.
Meine Erfahrung von jetzt fast 20 Berufsjahren meiner Frau.
Einige wandern schon ab (warum auch die Ostdeutschen Arbeitskräfte hierher bringen, wenn man die Alten zu denen bringen kann):
http://www.stuttgarter-na...
Sogar einen Vermittler (Seniorpalace) hat diese Alternative schon, wohl wegen der Sprachbarriere.
Die Pflege soll besser sein und, ganz wichtig, nicht nach der Uhr.
Die Leistungsfähigen auf der industriellen Achse und die Alten und Schwachen in der Peripherie.
Irgendjemand hatte das vor Jahren für Europa schon prophezeit.
Es wird.
Wenn der Pflegeberuf nicht aus Interesse an den Aufgaben gewählt wird, sondern als letzter Anker der Berufsausbildung und dann oft unter wenig guten Bedingungen in den Pflegeheimen aufgrund von mangelhafter Anleitung aus Zeitgründen überlasteten examinierten AnleiterInnen, muß sich niemand wundern, wenn z. B. von 24 Auszubildenden einer Schulklasse nur 13 Auszubildende ihre Prüfung bestehen!
Vorrangig börsennotierte Heime, die Arbeitsverträge ohne Anbindung an Vertragspartner nutzen, um rein privatrechtliche, befristete Arbeitsverträge unter Tariflohn und eigenwilligen/eigennützigen Bedingungen abschließen, sollten von rechtswegen ein dementsprechendes Gütesigel erhalten. Die Pflegesätze sollten einen menschenwürdigen Arbeitsbetrieb im Sinne der alten Menschen und der sie Betreuenden gewährleisten! Dementsprechend hoch sind die von den Sozialhilfeträgern anerkannten Pflegesätze.
Wer befristet examinierte Fachkräfte einstellt und sonst Aufstocker u.Teilzeitbeschäftigte ist ausweislich in erster Linie am Profit orientiert. In solchen Häusern sollten Arbeitsbedingungen u. -verträge von den Zulassungsbehörden geprüft werden. Soviel Staat muss sein.
Sozialeinrichtungen und Lebensmittel sind keine börsengeeigneten Güter!
Wenn der Pflegeberuf nicht aus Interesse an den Aufgaben gewählt wird, sondern als letzter Anker der Berufsausbildung und dann oft unter wenig guten Bedingungen in den Pflegeheimen aufgrund von mangelhafter Anleitung aus Zeitgründen überlasteten examinierten AnleiterInnen, muß sich niemand wundern, wenn z. B. von 24 Auszubildenden einer Schulklasse nur 13 Auszubildende ihre Prüfung bestehen!
Vorrangig börsennotierte Heime, die Arbeitsverträge ohne Anbindung an Vertragspartner nutzen, um rein privatrechtliche, befristete Arbeitsverträge unter Tariflohn und eigenwilligen/eigennützigen Bedingungen abschließen, sollten von rechtswegen ein dementsprechendes Gütesigel erhalten. Die Pflegesätze sollten einen menschenwürdigen Arbeitsbetrieb im Sinne der alten Menschen und der sie Betreuenden gewährleisten! Dementsprechend hoch sind die von den Sozialhilfeträgern anerkannten Pflegesätze.
Wer befristet examinierte Fachkräfte einstellt und sonst Aufstocker u.Teilzeitbeschäftigte ist ausweislich in erster Linie am Profit orientiert. In solchen Häusern sollten Arbeitsbedingungen u. -verträge von den Zulassungsbehörden geprüft werden. Soviel Staat muss sein.
Sozialeinrichtungen und Lebensmittel sind keine börsengeeigneten Güter!
Die traurige Antwort: Wenig.
Wenn eine Gesellschaft Pflege nicht wertschätzt, will sie dafür nicht angemessen bezahlen und die Arbeitsbedingungen nicht verbessern.
Allen Lippenbekenntnissen zum Trotz.
Das mag auch daran liegen, daß Pflegeberufe mit einem Frauenanteil von über 80 Prozent zu den hochgradig
geschlechtsspezifisch segregierten Berufen gezählt werden können. Im Bereich der ambulanten Dienste sind sogar fast 90 Prozent der Beschäftigten weiblich.
Womit sie wie viele typischerweise von Frauen ausgeübte Berufe zu den "Berufen im Schatten" gehören.
http://www.berufe-im-scha...
... ich finde ja, Sie verweichlichen die Bewohner Ihres Pflegeheims ein wenig bzw. Sie tun so, als wären es zerbrechliche, schwache Wesen, aus denen keinerlei jugendliche Kraft mehr spricht. Meiner Erfahrung nach muss man sie nur rauskitzeln, wenn sie sich nicht zeigt.
Ich für meinen Teil glaube nicht, dass Zärtlichkeit immer die Antwort auf Einsamkeit oder auf Minderwertigkeitskomplexe im Alter ist. Für mich ist es Humor, Freude und das redliche Bemühen, sich in die Lage des Bewohners zu versetzen.
Grüße von einem Kollegen
eben genau diese Zärtlichkeit braucht. Klar wissen wir PflegerInnen, dass man immer individuell vorgehen muss und bei jedem dementen Menschen die persönliche Sprache finden muss. Das ist ja genau das, worauf der Autor hinweisen will: es ist mit Essen anreichen oder reiner und alleiniger Pflege des Körpers nicht immer getan. Demente brauchen besondere Zuwendung. D.h. man muss ihre Bedürfnisse erkennen und versuchen - das gelingt ja nicht immer, leider -, auf diese Bedürfnisse einzugehen. Jeden Tag aufs Neue. Das ist anstrengend.
Der Altenpfleger muss die Geschichte der Alten kennen (Biographiearbeit), muss Wissen in Psychologie, Soziologie und Medizin haben, um so auf sie einzugehen, dass sie ihr Leben trotz aller Unbilden noch annehmen können. Diese Leistung, die AltenpflegerInnen tagtäglich erbringen müssen, wird von der Öffentlichkeit einfach nicht anerkannt.
Wenn nun die Bundesregierung darüber nachdenkt und beabsichtigt, Menschen aus völlig anderen Kulturräumen (China) als Pflegepersonal in D. einzusetzen, dann missachtet man, dass man unbedingt die Sprache (incl. Gestik und Gefühlsäußerungen) der dementen Menschen verstehen muss, die sehr häufig in die Kindheit zurückgeht, also auch irgendein Dialekt sein kann, um auf Ebene des Vertrauens mit ihnen umgehen zu können.
Es gibt noch wahnsinnig viel zu tun, wenn wir unsere alten und dementen, kranken Menschen respektvoll und innerhalb ihrer autonomen individuellen Welt pflegerisch adäquat begegnen/pflegen wollen.
seinen Pfleger aussuchen können ;-)
Die grundlegenden Charakterzüge bleiben auch im Alter erhalten, verfestigen sich evtl. nur etwas - so meine Erfahrung mit meinem inzwischen reichlich alten Vater, der Übergriffigkeiten nie mochte.
Wenn ich mal soweit bin, wäre mir ein Haudegen wie Sie sicher lieber, während mir ein zu fürsorglicher Mensch eher auf die Nerven ginge.
ABER Menschen sind unterschiedlich. Und das ist gut so!
Es soll Menschen geben, die im Alter und im Sterben - was ohnehin ein Prozess ist, der uns bereits im Leben begleitet - zerbrechliche und schwache Wesen sind. Ja. Habe ich mal gehört. Und gesehen. Diesen alten und sensiblen Menschen wünsche ich ehrlich gesagt Frieden, Zuneigung und Zärtlichkeit und niemanden, der da mit Gewalt etwas herauskitzelt.
Mit respektvollem Gruß,
LB
eben genau diese Zärtlichkeit braucht. Klar wissen wir PflegerInnen, dass man immer individuell vorgehen muss und bei jedem dementen Menschen die persönliche Sprache finden muss. Das ist ja genau das, worauf der Autor hinweisen will: es ist mit Essen anreichen oder reiner und alleiniger Pflege des Körpers nicht immer getan. Demente brauchen besondere Zuwendung. D.h. man muss ihre Bedürfnisse erkennen und versuchen - das gelingt ja nicht immer, leider -, auf diese Bedürfnisse einzugehen. Jeden Tag aufs Neue. Das ist anstrengend.
Der Altenpfleger muss die Geschichte der Alten kennen (Biographiearbeit), muss Wissen in Psychologie, Soziologie und Medizin haben, um so auf sie einzugehen, dass sie ihr Leben trotz aller Unbilden noch annehmen können. Diese Leistung, die AltenpflegerInnen tagtäglich erbringen müssen, wird von der Öffentlichkeit einfach nicht anerkannt.
Wenn nun die Bundesregierung darüber nachdenkt und beabsichtigt, Menschen aus völlig anderen Kulturräumen (China) als Pflegepersonal in D. einzusetzen, dann missachtet man, dass man unbedingt die Sprache (incl. Gestik und Gefühlsäußerungen) der dementen Menschen verstehen muss, die sehr häufig in die Kindheit zurückgeht, also auch irgendein Dialekt sein kann, um auf Ebene des Vertrauens mit ihnen umgehen zu können.
Es gibt noch wahnsinnig viel zu tun, wenn wir unsere alten und dementen, kranken Menschen respektvoll und innerhalb ihrer autonomen individuellen Welt pflegerisch adäquat begegnen/pflegen wollen.
seinen Pfleger aussuchen können ;-)
Die grundlegenden Charakterzüge bleiben auch im Alter erhalten, verfestigen sich evtl. nur etwas - so meine Erfahrung mit meinem inzwischen reichlich alten Vater, der Übergriffigkeiten nie mochte.
Wenn ich mal soweit bin, wäre mir ein Haudegen wie Sie sicher lieber, während mir ein zu fürsorglicher Mensch eher auf die Nerven ginge.
ABER Menschen sind unterschiedlich. Und das ist gut so!
Es soll Menschen geben, die im Alter und im Sterben - was ohnehin ein Prozess ist, der uns bereits im Leben begleitet - zerbrechliche und schwache Wesen sind. Ja. Habe ich mal gehört. Und gesehen. Diesen alten und sensiblen Menschen wünsche ich ehrlich gesagt Frieden, Zuneigung und Zärtlichkeit und niemanden, der da mit Gewalt etwas herauskitzelt.
Mit respektvollem Gruß,
LB
für alle Menschen, die in der Pflege arbeiten. Die Arbeit ist sehr anstrengend und wird gesellschaftlich nicht ausreichend gewürdigt. Dabei ist sie so wichtig.
und brauche dazu "nur" Liebe, Geduld, Wissen um die Krankheit, Einschätzung der persönlichen Kraft und Inanspruchnahme von Hilfe. Kann dies eine professionelle Pflege geben,frage ich mich?
und benötige dazu "nur" Liebe,Geduld,Einfühlungsvermögen, Wissen um die Krankheit, Einschätzung der persönlichen Kraft, Hilfe annehmen zu können, Verzicht ...... Kann dies auch die professionelle Pflege geben? Ich sage immer "Wir, Mutter und ich, haben Alzheimer" , so sehr beschäftigt den Pflegenden diese Krankheit......
Und genau deshalb gibt es dafür eigentlich professionelle Pflege, die auch funktionieren würde, würde sie nicht kaputtgespart.
ich hab schon einige erlebt, die entkräftet ihre Angehörigen in ein Heim gegeben haben und erstaunt waren, wie fit die bald darauf waren.
Nur leider sind Pflegeheime, die das noch hinbekommen, immer mehr Mangelware.
nicht mit den zu Pflegenden identifiziert sind und dadurch Vieles nüchterner und klarer sehen und "behandeln" können. Pflege kann mitunter sehr anstrengend und emotional extrem herausfordernd sein. Wenn ein Profi Bösartigkeiten oder auhc positive emotionen entgegengebrascht bekommt, so kann er damit eben anders umgehen. Oft erleben wir z.B. einen Bewohner extrem abweisend und müssen aber das nächste Mal die Begegnung völlig neu aufbauen. Wir erleben ständig extremste Gefühle und müssen aber immer selbstzentriert bleiben. Das können Verwandte so nicht leisten und geraten da häufig in eine Überforderung, weil sie von den Emotionen keinen abstand gewinnen und sich Stress im privaten alltag nicht abbauen lässt.
Profis sprechen mit KollegInnen und können auch mal schwierige BewohnerInnen anderen abgeeben. Da verteilen sich die Belastungen und die Nerven bleiben stabil.
Auch können Verwandte nicht immer die Ressourcen erkennen und betütteln die Mama oder den Papa zu sehr. Die Eigenständigkeit kann mitunter dabei verloren gehen. Mitleid kann Autonomie des anderen verhindern. Ein Profi geht damit eben anders um als ein Angehöriger eines dementen oder pflegebedürftigen Menschen.
Das ist ein sehr großes Thema und kann hier nicht ausführlich genug behandelt werden.
bei diesem Ausmaß an Identifikation und Symbiose das Loch nicht vorstellen, in das Sie fallen werden, wenn Ihre Mutter mal nicht mehr ist! Gerade hier wäre der Einsatz unbefangenerer Pfleger in größerem Umfang (wenn leistbar) heilsam - für Sie, aber evtl. auch für Ihre Mutter.
Und genau deshalb gibt es dafür eigentlich professionelle Pflege, die auch funktionieren würde, würde sie nicht kaputtgespart.
ich hab schon einige erlebt, die entkräftet ihre Angehörigen in ein Heim gegeben haben und erstaunt waren, wie fit die bald darauf waren.
Nur leider sind Pflegeheime, die das noch hinbekommen, immer mehr Mangelware.
nicht mit den zu Pflegenden identifiziert sind und dadurch Vieles nüchterner und klarer sehen und "behandeln" können. Pflege kann mitunter sehr anstrengend und emotional extrem herausfordernd sein. Wenn ein Profi Bösartigkeiten oder auhc positive emotionen entgegengebrascht bekommt, so kann er damit eben anders umgehen. Oft erleben wir z.B. einen Bewohner extrem abweisend und müssen aber das nächste Mal die Begegnung völlig neu aufbauen. Wir erleben ständig extremste Gefühle und müssen aber immer selbstzentriert bleiben. Das können Verwandte so nicht leisten und geraten da häufig in eine Überforderung, weil sie von den Emotionen keinen abstand gewinnen und sich Stress im privaten alltag nicht abbauen lässt.
Profis sprechen mit KollegInnen und können auch mal schwierige BewohnerInnen anderen abgeeben. Da verteilen sich die Belastungen und die Nerven bleiben stabil.
Auch können Verwandte nicht immer die Ressourcen erkennen und betütteln die Mama oder den Papa zu sehr. Die Eigenständigkeit kann mitunter dabei verloren gehen. Mitleid kann Autonomie des anderen verhindern. Ein Profi geht damit eben anders um als ein Angehöriger eines dementen oder pflegebedürftigen Menschen.
Das ist ein sehr großes Thema und kann hier nicht ausführlich genug behandelt werden.
bei diesem Ausmaß an Identifikation und Symbiose das Loch nicht vorstellen, in das Sie fallen werden, wenn Ihre Mutter mal nicht mehr ist! Gerade hier wäre der Einsatz unbefangenerer Pfleger in größerem Umfang (wenn leistbar) heilsam - für Sie, aber evtl. auch für Ihre Mutter.
Und genau deshalb gibt es dafür eigentlich professionelle Pflege, die auch funktionieren würde, würde sie nicht kaputtgespart.
ich hab schon einige erlebt, die entkräftet ihre Angehörigen in ein Heim gegeben haben und erstaunt waren, wie fit die bald darauf waren.
Nur leider sind Pflegeheime, die das noch hinbekommen, immer mehr Mangelware.
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