Das Kindergeld wurde in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus eingeführt, heute gibt der Staat dafür jährlich 40 Milliarden Euro aus. Die finanzielle Unterstützung von Familien wird unabhängig vom Einkommen gezahlt und ist in den vergangenen Jahrzehnten Schritt für Schritt angehoben worden.

Derzeit bekommen Eltern für das erste und zweite Kind 184 Euro monatlich, für das dritte 190 Euro. Ab dem vierten Kind zahlt die Familienkasse 215 Euro pro Monat. In der Regel gilt der Anspruch für Kinder bis zum 18. Lebensjahr. Die Unterstützung kann verlängert werden, wenn die Kinder danach studieren, weiter zur Schule gehen oder eine Ausbildung absolvieren.

Familien, die sich mit ihrem Einkommen im sogenannten Niedrigeinkommensbereich befinden, können zusätzlich zum Kindergeld einen Kinderzuschlag bekommen. Er beträgt für jedes Kind maximal 140 Euro im Monat und hat das Ziel, Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen.

Ungerecht und fehlgeleitet

Dass das Geld seinen Zweck nicht erfüllt, beweist schon die Tatsache, dass die Kinderarmut in Deutschland weiterhin hoch ist. So war im August letzten Jahres jedes sechste Kind armutsgefährdet.

Das Kindergeld gilt als sozial ungerecht, da es an reiche und arme Familien in gleichem Maß ausgezahlt wird. Der Konflikt wird verschärft, weil das Kindergeld in voller Höhe auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden darf. Die Studie bestätigt, dass das Kindergeld in seiner jetzigen Form armen Familien nicht hilft. In der Mittelschicht trage es hingegen dazu bei, dass Mütter häufiger zu Hause blieben. Die Folge: Dem Staat entgehen Steuereinnahmen und Einnahmen der Sozialversicherungen. "Damit liegen die tatsächlichen Kosten einer Kindergelderhöhung in etwa beim Doppelten der nominalen direkten Kosten", heißt es in der Studie.

Die Wissenschaftler bestätigen Leistungen wie dem Kindergeld nur einen positiven Effekt auf die Geburtenrate. Von einer "leicht gestiegenen Wahrscheinlichkeit einer Geburt" sei die Rede – bei Frauen mit geringer Bildung und Berufsqualifikation.