Ab August dieses Jahres können Eltern das Betreuungsgeld beantragen, wenn sie ihre Kinder nicht in eine staatliche Kindertagesstätte geben. Pro Monat erhalten sie dafür 100 Euro, ab April 2014 dann 150 Euro. Sie können zudem auf eine Barauszahlung verzichten und das Geld für die spätere Ausbildung ihrer Kinder anlegen. Für diese Variante gibt es einen Bonus von 15 Euro monatlich. Gleiches gilt für Eltern, die das Betreuungsgeld für die private Altersvorsorge der Kinder einsetzen.

Befürworter sehen in dieser neuen Leistung eine Anerkennung der Erziehungsleistung nicht berufstätiger Mütter. Kritiker bezeichnen das Betreuungsgeld als gesellschaftlich rückwärtsgewandt. "Herdprämie" und "Erziehungsgehalt" wurde es genannt. Das Betreuungsgeld fördere die finanzielle Abhängigkeit von Frauen, die durch diese Leistung noch länger aus Beruf oder Studium aussteigen würden.

Gerade für Frauen mit einem geringen Gehalt sei es reizvoll, ihre Arbeit aufzugeben, lautet die Kritik. Kinder, die frühkindliche Bildung bräuchten, würden von einem Kita-Besuch abgehalten.

Hartz-IV-Empfänger können das Betreuungsgeld ebenfalls beantragen. Für sie hat die Variante der Barauszahlung keinen finanziellen Mehrwert, da das Geld dabei auf den Hartz-IV-Satz angerechnet wird.