Schwul-lesbische ElternVater, Vater, Mutter, Mutter, Kind, Kind

Kinder sind für schwul-lesbische Paare nie zufällig. Ihr Nachwuchs ist immer unbedingt gewollt. Das kann von Vorteil sein. von 

Regenbogenfamilie

Familie Kreuzer* im März 2013 bei der Eröffnung des Regenbogenfamilienzentrums. Der ersten deutschen Beratungsstelle für lesbische, schwule, bisexuelle und transidente Menschen mit Kindern.  |  © Sean Gallup/Getty Images

Ein Anruf machte aus den Kreuzers* Eltern. Es ist ein Mittwochnachmittag, als die Frau am Telefon sie um ein Treffen am nächsten Tag bittet. Am Freitag sprechen die Kreuzers mit dem Arzt, am Wochenende organisieren sie das Nötigste: Fläschchen, Windeln, Strampler, Wiege, Wickeltisch, Kinderwagen. Schon am Dienstag holen die jungen Eltern die sechs Wochen alte Sarah aus der Klinik.

Ungewollt kinderlos

Wer Kinder will, hat kein Problem? Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland haben keinen Nachwuchs, obwohl sie ihn sich wünschen. Doch darüber reden will fast niemand. Ungewollte Kinderlosigkeit ist ein so intimes Thema, das nur schwer öffentlich zu diskutieren ist.  

ZEIT ONLINE schildert in einer Themenwoche, wie Menschen mit Unfruchtbarkeit und ihren Folgen umgehen. Wie ist es zu erklären, dass das Problem größer wird? Welche medizinischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und was müsste die Gesellschaft tun, um den Betroffenen zu helfen?

Die Themenwoche

Editorial: Schicksal ungewollt kinderlos

Infografik: Wenn das Wunschkind ausbleibt

FAQ: Was tun bei ungewollter Kinderlosigkeit?

Männer ohne Kinder: Schweißer, Autonarr, unfruchtbar

Kinderwunsch: Als wäre jemand gestorben

Künstliche Befruchtung: Zu arm zum Kinderkriegen

Ungewollt kinderlos: Für die Männer Vitamine, für die Frauen Yoga

Samenbank: Spender Nummer 4.077

Samenspende: "Ich bin froh, nicht mit diesem Mann verwandt zu sein"

Medizinethiker: "Kinder kann man nicht erzwingen"

Regenbogenfamilien: Vater, Vater, Mutter, Mutter, Kind, Kind

Ungewollt kinderlos: Ist halt so

Leserartikel

Haben Sie persönliche Erfahrungen mit dem Thema Kinderlosigkeit gemacht? Helfen Sie zum Beispiel als Arzt Paaren, ihren Kinderwunsch zu erfüllen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie davon in einem Leserartikel berichten, gerne auch anonym.

Bisher erschienene Leserartikel zur Themenwoche:

Ungewollt kinderlos: Aus Angst nicht mehr schwanger

Unfruchtbare Liebe: Traumfrau ohne Eierstöcke

Ungewollt kinderlos: Marathon bis zur Schwangerschaft

Ihren fertigen Text können Sie hier einreichen. Beispiele für aktuelle Leserartikel, an denen Sie sich orientieren können, finden Sie hier. In unseren FAQ können Sie nachlesen, was Sie beim Verfassen Ihres Beitrags beachten sollten. Falls Sie Fragen haben, erreichen Sie uns per Mail an leserartikel@zeit.de.

ALS E-BOOK

Die Serie Ungewollt kinderlos gibt es auch als E-Book. Wenn der Wunsch nach dem eigenen Kind unerfüllt bleibt - erfahren Sie mehr in dieser für eReader hochwertig aufbereiteten Fassung.

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"In der ersten Nacht habe ich jeden Atemzug von ihr gehört", sagt Matthias Kreuzer. Fünf Jahre ist das her. Während Papi erzählt, saust Sarah heran: "Ich hab alles runterwerft". Nebenan krakeelt ihr Bruder Pascal, zwanzig Monate, Pausbäckchen. "Kinder, der Quell ewiger Freude", sagt Kreuzer, schaut seinen Mann an und grinst. Papa Carsten verdreht die Augen und folgt seiner Tochter ins Kinderzimmer.

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Ein stinknormales Familienleben mitten in Berlin, denkt man. Doch es ist viel mehr als das. Dem Nachwuchs in Regenbogenfamilien wie den Kreuzers geht es nicht nur gut. Es geht ihm sogar besser als in vielen anderen Familien in Deutschland. Nicht, weil schwul-lesbische Paare fähigere Eltern wären als heterosexuelle. Sondern weil ihnen Kinder nicht einfach passieren.

Wer schwul, lesbisch, bisexuell oder transident ist und trotzdem seinen Kinderwunsch erfüllen will, der muss mehr tun als einmal einem angenehmen Gefühl nachzugeben. Nicht-heterosexuelle Eltern werden vom Gesetz benachteiligt, von Schubladen-Denkerinnen wie der CDU-Politikerin Katherina Reiche werden ihnen Adoptions- und Eheansprüche abgesprochen, und für weite Teile der Bevölkerung sind sie, vorsichtig ausgedrückt, gewöhnungsbedürftig. Dabei setzen sie sich so intensiv mit ihrem Kinderwunsch auseinander wie sonst kaum jemand, weil sie sich immer wieder gegen veraltete Gesellschaftsnormen behaupten müssen. Ihre Wege zum Kind sind nie zufällig, ihr Nachwuchs ist immer unbedingt gewollt.

Rechte gleichgeschlechtlicher Paare

© ZEIT ONLINE

Der Wunsch, Kinder zu haben, reifte in Matthias und Carsten Kreuzer jahrelang. "Wir wollten aber keine Besuchsväter sein", sagt Matthias Kreuzer. Deshalb war es für die beiden Männer ausgeschlossen, wie andere schwule Paare ihr Glück gemeinsam mit einem lesbischen Paar zu suchen. Meist wachsen die Kinder dann bei den Müttern auf. Die Kreuzers wollten immer selbst Eltern sein, gemeinsam, als Papa und Papi.

Vorbereitungen, Seminare, Termine beim Jugendamt

Eine Adoption fiel als Möglichkeit ebenfalls aus. In Deutschland dürfen schwul-lesbische Paare nicht zusammen adoptieren. Homosexuelle Alleinerziehende sind auch praktisch ohne Chance, ein Kind vermittelt zu bekommen. Zu viele heterosexuelle Paare warten schon. Ein Kind aus dem Ausland aufzunehmen, wäre am Geld gescheitert.

Ungewollt kinderlos
Sechs Millionen Deutsche sind ungewollt kinderlos. Wie gehen sie mit dieser Lebenskrise um? Alle Beiträge zum Thema finden Sie hier.

Sechs Millionen Deutsche sind ungewollt kinderlos. Wie gehen sie mit dieser Lebenskrise um? Alle Beiträge zum Thema finden Sie hier.  |  © Miriola Dzik/Photocase

Also entschieden die Kreuzers: Wir werden Pflegeeltern. Nach monatelangen Vorbereitungen, Seminaren und Terminen beim Jugendamt war es 2008 soweit: Sarah kam zu ihnen. Seit April 2012 gehört auch Pascal zur Familie.

Was die Kreuzers nie wollten, ist das ideale Lebenskonzept der Hitzfelds. Rasch zieht Jana Hitzfeld ihre Beine an den Körper, gerade stürmen ihre Söhne auf sie zu und drehen den roten Loungesessel, in dem sie sitzt. Die Frau juchzt, die Kinder Stefan und Philip auch. "Ist halt ein wenig stressiger mit vier Mal Familie", sagt Tine Hitzfeld. 

Leserkommentare
  1. in den Jahren, als es den § 175 noch gab, mit welcher Menschenverachtung Schwule behandelt wurden. Es war eine Schande für unsere sonst so möchtegern aufgeklärte Welt. Ich persönlich hatte mit meinen Eltern kein besonders großes Glück, obwohl die äußeren Umstände eigentlich hätten dafür sprechen müssen. Rückblickend würde ich sagen: mir wäre es als Kind egal gewesen, ob ein lesbisches oder schwules Paar mich großgezogen hätte, hauptsache sie hätten mich geliebt!!! Drum kann man nur befürworten, daß sich die Dinge in diesem Zusammenhang ändern. Es kann doch nicht sein, daß Menschen nur wegen ihrer sexuellen Ausrichtung am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden.

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    • _bla_
    • 13. April 2013 10:54 Uhr

    "Bei homosexuellen Paaren sind Kinder ja zu 100 Prozent Wunsch. Bei allen", sagt Jana Hitzfeld.(...) Es kann also von Vorteil sein, ein Kind gleichgeschlechtlicher Eltern zu sein.

    Es ist ein Vorteil ein Wunschkind zu sein. Der Zusammenhang zur Homosexualität der Eltern ist lediglich indirekt. Ebenso gut hätte man schreiben können: Ebenso gut hätte man schreiben können, es ist ein Vorteil per künstlicher Befruchtung geboren zu werden, denn auch diese Kinder sind immer Wunschkinder.

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    „[Homosexuelle] setzen sie sich so intensiv mit ihrem Kinderwunsch auseinander wie sonst kaum jemand, weil sie sich immer wieder gegen veraltete Gesellschaftsnormen behaupten müssen. Ihre Wege zum Kind sind nie zufällig, ihr Nachwuchs ist immer unbedingt gewollt.“

    Vorab: Ich habe emotional volles Verständnis für den Kinderwunsch homosexueller Menschen; entgegen dem, was viele konservative Heterosexuelle annehmen, macht eine sexuelle Orientierung, die eine normale „Fortpflanzung“ ermöglicht, einen Kinderwunsch per se nicht weniger stark als eine Zeugungsunfähigkeit aus irgendwelchen anderen Gründen. Entgegen dem Klischee sind Homosexuelle nicht per se promisker, „unspießiger“ und un-familiärer als Heterosexuelle. Das gegenteilige Stereotyp basiert wahrscheinlich einzig und allein darauf,
    a) dass weniger „spießige“ Menschen bisher weniger Hemmungen damit hatten, sich zu ihrer Homosexualität zu bekennen,
    b) dass Menschen, denen von der heteronormativen Mainstream-Gesellschaft weniger Respekt erwarten können, ihrerseits eher dazu neigen, deren Normen zu missachten, und
    b) dass offensiver (Dobrindt: „schriller“) damit umgehende Personen einfach eher auffallen (so, wie ja auch die Minderheit der nicht-fanatischen Muslime das öffentliche Bild der Mehrheit bestimmt).

    Gemäß dem Gleichbehandlungsgrundsatz gibt es keinen triftgien Grund, adoptionswillige homosexuelle Paare anders zu behandeln, als etwa zeugungsunfähige Heterosexuelle.

    Andererseits... (siehe Fortsetzung)

    Fortsetzung von #54

    Andererseits ist ein Argument wie „Homosexuelle entscheiden sich immer bewusst für Kinder, also sind sie (mindestens) ebenso gute Eltern wie Heterosexuelle“ wohl kaum zulässig.

    Dass jemand etwas unbedingt „haben will“, bietet nun mal keinerlei Gewähr dafür, dass er/sie auch besonders „geeignet“ wäre, es zu haben. Abgesehen von Extremfällen, die stets nur anekdotische Relevanz haben („Babys in Tiefkühltruhe“ etc.), gibt es keine empirische Grundlage für die Vermutung, dass Menschen um so „bessere“ Eltern wären, je „vorausgeplanter“ die Schwangerschaft war. Wie sollte man das auch messen? Ebenso könnte man argumentieren, dass die vorprogrammierte Enttäuschung der Eltern über ein „Wunschkind“, das vielleicht nicht in jeder Hinsicht dem herbeigesehnten Ideal entspricht (und welches Kind täte das schon?), das Kindeswohl gefährde.

    Also: Bleiben wir doch einfach dabei, dass man Homosexuellen nicht unterstellen kann, allein qua sexueller Orientierung weniger als Eltern geeignet zu sein. Anderes zu suggerieren wäre nicht zuletzt eine Herabsetzung „ungeplanter“ heterosexueller Eltern und würde dem emanzipatorischen Anliegen der Homosexuellen somit eher schaden.

  2. was er hat, wenn er dann hat was er wollte und sicher wäre, dass er damit dann auch umgehen könnte, dann wäre das gewollt Haben ein echter Vorteil.
    Solange das nicht so ist, ist es nur Gerede und der Zeitgeist verlangt halt solche Loblied auf die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

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    ... aber sollte es nicht mehr um das Gewolltseinworden als um das Gewollthaben gehen?

  3. In der Schule gehänselt durch die Gleichgeschlechtlichen (Eltern ) die Sie ja NIE wirklich waren.
    Hier wird wieder schöngeredet bzw.geschrieben ,auf jeden Fall wird eine Beitrag gegen die Überbevölkerung geleistet

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    Wow, weil Kinder eventuell in der Schule gehänselt werden könnten, sollte man am besten keine Kinder mehr bekommen? Da kann man sich doch nur an den Kopf fassen!
    Gute Eltern geben ihren Kindern die Stärke mit solchen Hänseleien umzugehen, egal um was es dabei geht. Ob es um die nicht vorhandenen Marken-Schuhe geht oder ob das Kind zwei Väter und/oder zwei Mütter hat, ist dann ziemlich unerheblich.

    Das Hänsel-Argument wird immer wieder gerne benutzt, aber wieviel sagt es denn wirklich aus? Gehänselt wird aus den verschiedensten Gründen und, so abstrus es für manche vielleicht klingen mag: Wie wäre es denn, den Kindern einfach vorzuleben, dass niemand gehänselt werden sollte, egal ob in Bezug auf Kleidung, Krankheiten, körperliche/geistige Einschränkungen, Geschlecht oder die eigene oder elterliche sexuelle Orientierung. Kinder hänseln doch nicht einfach von Natur aus, die Ablehnung entspringt doch vor allem dem, was die Eltern vorleben.
    Für mich ist das auch nur ein weiterer Fall von victim blaming im weiteren Sinne. Beim Hänseln und Mobbing an sich muss angesetzt werden, nicht die "Andersartigen" müssen sich gefälligst anpassen.

    Gute Eltern vermitteln ihren Kindern die Empathiefähigkeit und den Anstand, solche Gehässigkeiten wie Hänseln bleiben zu lassen.
    Dass grade bei diesem Thema immer die Eltern des Opfers die Schuld auf sich nehmen sollen, wird mir ewig unbegreiflich sein.

    Der Standpunkt, dass man von dritter Seite angefeindet oder "gehänselt" werden könnte, bedingt ein Leben, das sich allein den Anschauungen anderer unterwirft, ohne Bewertung der jeweiligen Vorurteile. Ähnliches geschah mit behindert oder Kindern anderer Hautfarbe längst, und jetzt sind vielleicht Kinder aus Regenbogenfamilien dem ausgesetzt. Dem nachzugeben bedeutet, Mobbing oder Ausländerfeindlichkeit bzw. Homophobie gutzuheißen. Soviel Kraft sollten Eltern schon haben, ihre Kinder nicht zu verbiegen auf Grund unreflektierter Äußerungen von Mitschülern.

    Es ist schon reichlich bizarr, wie manche Menschen Diskriminierung zu verteidigen suchen, indem sie auf die Folgen derselben verweisen.

    Wenn Kinder von Gleichaltrigen gehänselt werden, dann doch nur, weil letztgenannte in ihrem Elternhaus ganz explizit Vorurteile und Ablehnung gegenüber bestimmten Minderheiten vermittelt bekommen.
    Kindermund betet in der Regel nur das nach, was Elternmund zum Besten gibt.

    • sfgrw
    • 14. April 2013 14:09 Uhr

    sagen Sie etwas über Ihr Verhalten, erlebten Sie Kinder aus Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern.
    Selbstverständlich hat Ihr Hinweis auf das Hänseln gar nichts mit Ihnen zu tun.
    Es sind immer die Anderen, die so Igittigitt sind.
    Ich empfinde Ihre Sorge für Kinder aus diesen Familien als Geheuchel.
    Diese geheuchelte Sorge kenne ich noch aus der Zeit, als man ganz besorgt war ob des Kindeswohles des armen "Mischlingskindes" weil der Vater der weißen Mutter ein "Neger" war.
    Mit Rassendiskriminierung ist bei uns nicht mehr wirklich ein Blumentopf zu gewinnen.
    Die Homophobie ist in unserem Land auch auf dem Rückzug.
    Vermutlich hat dies auch mit gestiegener Bildung zu tun, die nützlich beim Verstehen seiner Mitmenschen ist.
    Was ich nicht wirklich begreifen kann, ist, mit welcher Kraft sich Menschen gegen Dinge einsetzen, die im Grunde genommen überhaupt keinen Einfluss auf deren Lebensqualität haben. Was in Ihrem Leben ist durch gleichgeschlechtliche Eheschließung und Adoptionsrecht für homosexuelle Paare bedroht?
    Würde das Ihren Lebensentwurf ins Wanken bringen, weil Ihnen möglicherweise Bestätigung abhanden kommt?
    Homosexualität, Adoption, alles gibt es in der Schöpfung. In fast allen Entwicklungsstufen.
    Es handelt sich bei der Festlegung auf die Exklusivität der heterosexuellen Eltern um reine kulturelle, mithin willkürliche Festlegungen. Also auch um Veränderbarkeit kultureller Werte.
    Das erfordert allerdings eine gewisse geistige Flexibilität.

  4. Für Schwule aller Art ist es auf natürlichem Weg ausgeschlossen Kinder zu bekommen, es bedarf immer eines Kunstkniffes.
    Das festhalten am heterosexuellen Ehe und Eltern Begriff ist also nicht überkommen und ist auch nicht Vorurteilen geschuldet sondern ein Abbild der Realität.
    Gruß

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    Ich muss Ihrem geistreichen Beitrag noch eine Ergänzung hinzufügen, die auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht: Nicht nur Schwule können keine Kinder bekommen, sondern auch heterosexuelle Männer nicht - ja, sogar Männer im Allgemeinen nicht. Das ist immer noch den Frauen vorbehalten.

    Aber natürlich können Schwule auch Kinder zeugen, die biologischen Anlagen sind in der Regel vorhanden. Das wollten Sie sicher auch nicht in Abrede stellen ...

    sind dann Eltern, die per künstlicher Befruchtung zum Kind gekommen sind, auch keine Eltern.

    Letztlich ist es doch auch egal, wie man hier Begrifflichkeiten definiert - die Frage ist lediglich, ob es Kinder bei homosexuellen Paaren besser haben, als etwa in einem katholischen Kinderheim. Und diese Frage ist wohl in der Mehrheit der Fälle eindeutig zu bejahen.

    denn Realität ist das, was möglich ist und nicht Ihre starre Vorstellung von den Dingen. Sie sind durch Ihre moralischen Wunschvorstellungen beeinträchtigt. Sehen Sie sich doch in der Natur um. Da gibt es Species, die "adoptieren" andere Species. Schwulsein ist in der Natur weit verbreitet. und keiner stört sich dran, weil der moralische Zwang fehlt. Und Kunstgriffe? Der Mensch kann von Natur aus auch nicht fliegen oder Auto fahren und tut es trotzdem, weil er es kann. Man dürfte sich dann auch kein Gebiss machen lassen, wenn einem im Alter die Zähne ausfallen. Realität ist, was der Mensch erschaffen kann, technisch oder gesellschaftspolitisch. Und wenn zwei Schwule Eltern sein können, dann muß das machbar sein, weil der Hinderungsgrund nur ein verkorkstes Moralverständnis sein kann.

    Niemand hier im Forum macht zu Hause noch Feuer mit Steinen. Technologie ist ein Teil der "human condition", ein fester, natürlicher Bestandteil unseres Wesen.

    • Atan
    • 13. April 2013 11:17 Uhr

    Rechtssicherheit zu schaffen, so fragwürdig finde ich jede Apologetik darüber hinaus.

    Bei jeder Adoption sollte ganz allein das Kindesinteresse im Vordergrund stehen, und dazu müssen die Behörden objektiv die bestgeeigneten Adoptiveltern herausfinden.

    Bei den obenaufgeführten geringen Zahlen gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften mit Kinderwunsch, von denen übrigens 98% lesbisch sind (die also meist biologische Eltern werden), wird rein numerisch das schwule Doppelväterpaar zur seltenen Ausnahme, auch ohne jede Benachteiligung.

    Dies sollte man im Hinterkopf behalten, wenn wir demnächst womöglich die Klage lesen, dass es so wenige "schwule Adoptiveltern" gäbe.

    Sowenig Schwule bei der Adoption benachteiligt werden dürfen, sowenig darf die Adoption zum Vehikel gesellschaftlicher Emanzipationsbemühung werden.

    Unterstellen wir also einfach, dass alle sich um Adoption bemühenden Paare einen gleich ernsthaften Kinderwunsch haben - und lassen wir die Fachleute unbelastet entscheiden, welche davon am geeignetesten sind.

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    Redaktion

    Liebe(r) Atan,

    Für schwullesbische Paare steht das Wohl der Kinder im Mittelpunkt. Sie gehen sehr genau auf die Wünsche ihres Nachwuchs ein. Und lassen ihn mitentscheiden. Beim Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare geht es ja zunächst allein darum, die bereits in Regenbogenfamilien lebenden Kindern rechtlich besser abzusichern. Es geht um sie, nicht um ihre Eltern. Dass das Adoptionsrecht als "Vehikel gesellschaftlicher Emanzipationsbemühung" dient, halte ich für eine abwegige These.

  5. Ich muss Ihrem geistreichen Beitrag noch eine Ergänzung hinzufügen, die auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht: Nicht nur Schwule können keine Kinder bekommen, sondern auch heterosexuelle Männer nicht - ja, sogar Männer im Allgemeinen nicht. Das ist immer noch den Frauen vorbehalten.

    Aber natürlich können Schwule auch Kinder zeugen, die biologischen Anlagen sind in der Regel vorhanden. Das wollten Sie sicher auch nicht in Abrede stellen ...

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    Weder schwule, noch lesbische Paare sind rein biologisch betrachtet in der Lage Kinder zu zeugen und dies wird auch so bleiben.
    Homosexuelle Paare kümmern sich mit Sicherheit sehr hingebungsvoll um ihre Kinder und sie wachsen behütet auf, jedoch werden sich die Kinder eines Tages fragen, wo sie herkommen und werden auch ihre Entstehung hinterfragen. Die "Spätfolgen" für unsere tollerante und aufgeklärte Gesellschaft resp. das Hineinwachsen der Heranwachsenden und selbige mit Erkenntnis und Verständnis sind noch nicht absehbar.
    Im es kurz zu fassen, ich finde jeder Artikel der eine entsprechende Schärfe enthält(hier gegen heterosexuelle), treibt eher einen größerwerdenen Keil in die Gesellschaft. Die Dinge werden immer mehr aufgeblasen, damit wird nichts erreicht.

  6. Redaktion

    Liebe(r) Atan,

    Für schwullesbische Paare steht das Wohl der Kinder im Mittelpunkt. Sie gehen sehr genau auf die Wünsche ihres Nachwuchs ein. Und lassen ihn mitentscheiden. Beim Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare geht es ja zunächst allein darum, die bereits in Regenbogenfamilien lebenden Kindern rechtlich besser abzusichern. Es geht um sie, nicht um ihre Eltern. Dass das Adoptionsrecht als "Vehikel gesellschaftlicher Emanzipationsbemühung" dient, halte ich für eine abwegige These.

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    • _bla_
    • 13. April 2013 11:33 Uhr

    Für schwullesbische Paare steht das Wohl der Kinder im Mittelpunkt.

    Das gilt hoffentlich für jedes Paar was sich um eine Adoption bemüht.

    Beim Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare geht es ja zunächst allein darum, die bereits in Regenbogenfamilien lebenden Kindern rechtlich besser abzusichern.

    Das gilt aber nur für die Adoption eines Kindes, welches eh schon zu einem der Partner dazugehört. Bei der Adoption eines Kindes, welches für die Adoption freigegeben wurde und welches auch in eine konventionelle Ehe vermittelt werden könnte, sieht das anders aus. Hier wird das Kind auf jeden Fall in eine Familie vermittelt, die sich ein Kind wünscht.

    "Dass das Adoptionsrecht als 'Vehikel gesellschaftlicher Emanzipationsbemühung' dient, halte ich für eine abwegige These."

    Das halte ich aber nicht für abwegig. Denn dann würde man in der aktuellen Diskussion nicht ständig die Themen "Homo-Ehe" und "Adoptionsrecht für homosexualle Paare" (eigentlich gibt es noch nicht einmal für Heterosexuelle ein solches Recht) in einen Topf werfen.

    Mir zum Beispiel ist die Gleichsetzung hinsichtlich der Ehe relativ egal. Ich bin zwar kein Fan einer totalen Gleichsetzung von heterosexueller Ehe und homosexueller Lebensgemeinschaft. Wenn es aber unbedingt so gemacht werden soll, dann bitte.

    Bei der Adoption dagegen steht mehr auf dem Spiel. Sogar die Zeit hat mal vom postfeministischen Ansatz berichtet, dass Kinder doch bestmöglich mit Mutter und Vater aufwachsen sollten. Und jetzt steht im Raum, dass ein Teil eines lesbischen Paares einfach so die Rolle des Vaters (oder bei einem schwulen Paar die Rolle der Mutter) übernehmen könne. Wer das dann anzweifelt, wird oft in die intolerante Ecke gestellt.

    keine Grund also es zu wiederholen.
    Schwule oder Lesben sind doch nicht a priori und in jedem Fall die besseren Menschen oder die besseren Eltern.
    Sie sind nicht besser und nicht schlechter als andere, und haben, auch je nach Umfeld, mehr / andere Probleme mit ihren Kindern zu lösen.
    Und ob es immer nur das Kindswohl ist und alles so schon läuft mit em Mitentscheiden, das lassen wir mal dahingestellt, es wird auch da nicht anders sein als bei anderen Menschen.

    ... und bei Heteroeltern steht das Wohl der Kinder nicht im Mittelpunkt? Oder wieso heben Sie das im Zusammenhang mit schwullesbischen Paaren so hervor?

    Zitat "Für schwullesbische Paare steht das Wohl der Kinder im Mittelpunkt. Sie gehen sehr genau auf die Wünsche ihres Nachwuchs ein. Und lassen ihn mitentscheiden." Zitatende

    Woher wissen Sie das? Ich war auch das "Wunschkind" meiner heterosexuellen Eltern und es wurde mitnichten gefragt, was ich will. Ich sollte mich wunschgemäß entwickeln und das habe ich nicht getan. Meine Eltern sind relativ einfach gestrickt und ich war immer schon zu kritisch, zu aufgeweckt und damit zu anstrengend. Wie kommen Sie eigentlich darauf, Homosexuellen per se hehre Motive zu unterstellen? Kennen Sie alle persönlich?

    "Für schwullesbische Paare steht das Wohl der Kinder im Mittelpunkt. Sie gehen sehr genau auf die Wünsche ihres Nachwuchs ein."

    Und generieren damit die Probleme, die verwöhnte Kinder in ihrem späteren Leben haben werden.

    • bkkopp
    • 13. April 2013 17:24 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die als homophob gelesen werden können. Die Redaktion/mak

    Sie beschreiben es als Vorteil gegenüber gegengeschlechtlichen Elternpaaren, dass Homo-"Eltern"-Paare wie folgt sich positiv von vorher Genannten abheben:

    "Sie gehen sehr genau auf die Wünsche ihres Nachwuchses ein"!

    Verstehe ich jetzt nicht ganz. Bekommen potentielle Adoptivkinder für Homoeltern erst dann das Recht, adoptiert zu werden, wenn sie bereits im sprachfähigen Alter sind und eine Wunschliste für den "Weihnachtsmann" schreiben oder mündlich erstellen können?

    Und auf der steht dann, wenn ich sie recht verstehe, u.a. drauf:

    ich wünsche mir keinen Papi und Mami,

    sondern vielmehr: ich wünsche mir zwei Papis oder, je nach Gusto - zwei Mamis ???

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