FamiliensplittingUnion will Kindergeld und Steuerfreibeträge erhöhen

CDU und CSU wollen Kinder und Erwachsene bei den Freibeträgen gleichstellen. Davon profitieren besserverdienende Familien. Für die anderen soll es mehr Kindergeld geben.

Die Union will nach der Bundestagswahl das System von Ehegattensplitting, Kindergeld und Steuerfreibeträgen zu einer Art Familiensplitting umbauen. Kinder und Erwachsene sollen darin künftig den gleichen Grundfreibetrag bei der Steuer erhalten, sagten Familienministerin Kristina Schröder und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) bei der Vorstellung eines Berichtes über familienpolitische Leistungen.

Zugleich solle das Kindergeld angehoben werden, damit auch jene Familien bessergestellt würden, die nicht von einer Freibetragsanhebung profitierten, sagte Schröder.

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Durch die Erhöhung des Kinderfreibetrags auf das Niveau von Erwachsenen werde eine Durchschnittsfamilie jährlich um zusätzliche 250 Euro entlastet, sagte Schäuble. Das in der kommenden Woche erscheinende Wahlprogramm von CDU und CSU werde aber "keine unrealistischen Versprechungen" enthalten. Der Finanzspielraum sei nicht größer geworden.  In welcher Höhe das Kindergeld angehoben wird, sagte er nicht.   

Ehen mit Kindern profitieren am meisten

Vom Ehegattensplitting profitieren vor allem Paare, in denen die Partner sehr unterschiedliche Einkommen haben. Es soll bald auch für eingetragene Partnerschaften gelten: In der vergangenen Woche hatte das Kabinett eine Vorgabe des Verfassungsgerichts umgesetzt und die steuerliche Gleichbehandlung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe auf den Weg gebracht. "Familiensplitting heißt für uns: Ehepaare und Lebenspartnerschaften haben das Ehegattensplitting, weil sie dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen", sagte Familienministerin Schröder. 

Eltern mit Kindern profitierten stärker als bisher von der neuen steuerlichen Gleichbehandlung bei den Freibeträgen. "Und bei Familien, in denen beides, also Ehe und Kinder, zusammenfällt, wirkt die Kombination von beiden Vorteilen am stärksten." Ziel ihrer Familienpolitik sei es, "nicht Reichtum zu belohnen, sondern Kinderreichtum".  

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Leserkommentare
  1. stockt man es noch auf!
    Schafft doch endlich dieses unselige Ehegattensplitting ab! Es ist gesellschaftlich völlig überholt.
    Das Kindersplitting an sich ist ja eine gute Idee - aber wer profitiert davon bei nicht verheirateten Eltern? Können die sich das aussuchen oder wird der Freibetrag wie bisher einfach aufgeteilt? Wenn ja, dann ist das eine Ungleichbehandlung gegenüber Ehepaaren, die ihr Einkommen erst addieren, dann die Freibeträge abziehen und aus dem Rest den Steuersatz ermitteln.
    Am Besten wäre, diese Freibeträge und das Mindergeld ganz abzuschaffen, dafür endlich alle Kita-Jahre beitragsfrei zu machen (schließlich ist ein Studium auch beitragsfrei). Zusätzlich das Geld in Schulen, Kindergärten, Lehrer- und Erzieherausbildung stecken. Tatsächliche Lehrmittelfreiheit wiederherstellen. Damit profitieren alle Eltern von Kindern, ohne sinnlose Steuerrechenspiele.

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    klar..wenn man durch die ideologische Brille schaut, dann ist es schlecht das Splitting..

    genauso wie die Anfeindungen gegen die "HErdprämie" : natürlich hat der Staat alles zu regeln - auch wie Menschen leben wollen..

    "Zusätzlich das Geld in Schulen, Kindergärten, Lehrer- und Erzieherausbildung stecken"

    da reckt sich wohl die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes:
    Schon mal darüber nachgedacht, dass man einfach durch Streichung der Verbeamtung die massigen Ausgaben einfach kürzen könnte..
    darüber hinaus würde man Lehrer dann ihrer Ausbildung angemessen bezahlen und sie nicht überalimentieren

    • mat123
    • 20. Juni 2013 15:45 Uhr

    Ach je, jetzt geht wieder das Splitting-Gebashe los. Nein, wer gegen das Splitting ist, hat es nicht verstanden, das ist meine feste Überzeugung.

    Man sollte gar nicht erst von "Profit" sprechen im Zusammenhang von Splitting. Das Splitting ist keine Fördermaßnahme und streng genommen profitiert davon niemand.

    Korrekt ist: Das Splitting schützt Ehepaare mit ungleich verteiltem Einkommen davor, dass fälschlicherweise ein progressiver Steuertarif angewendet wird, der impliziert, dass der Ehepartner mit dem höheren Einkommen auch einen höheren Lebensstandard hat und man ihm folglich einen höheren PROZENTUALEN Steuersatz abverlangen kann.

    Genau das ist aber in einer normalen Ehe (oder Lebenspartnerschaft) nicht der Fall. Die Ehe ist eine Wirtschaftseinheit, in der man sich Einkommen und Risiken teilt. Also wäre es verfassungswidrig, dies bei der Besteuerung vorsätzlich zu ignorieren.

    alle die nach Abschaffung des Ehegattensplittings schreien sollten sich mal mit dem Deutschen Gesetz auseinander setzen. Es geht hier bei weitem nicht um ein Steuersparmodell.
    Der Staat sagt das die Ehe eine Bedarfsgemeinschaft ist, wenn also nur einer Arbeiten kann muss der andere Ihn versorgen. Deshalb werden alle Einkommen aufaddiert. Deshalb kann man z.B. auch kaum Harz4 beantragen wenn jemand in der Familie einen Job hat. Wird ein Partner zum Pflegefall muss der andere für ihn aufkommen etc. pp.

    Schafft man das Ehegattensplitting ab, dann hat der andere Ehepartner keine Verpflichtung mehr, höhstens eine moralische. Also ich würde am nächsten Tag sofort meine Frau aufs Amt schicken um Harz4 für sich und die Kinder zu beantragen, denn dann sind Sie ja vor dem Gesetz mittellos... da klingelt die Kasse ;-) Also nur zu,das wird teuer für den Staat.

    "Am Besten wäre, diese Freibeträge und das Mindergeld ganz abzuschaffen, dafür endlich alle Kita-Jahre beitragsfrei zu machen..."

    Da bin ich aber neugierig: Für wen wäre das denn am Besten? (solche pauschalen Statements, die auf eine Einheitslösung mit Einheits-Erziehung abzielen, sind mir zutiefst suspekt).
    - Für die Frauen, die endlich wieder (alle!) in den Vollzeit-Job wechseln dürfen?
    - Für die Hauptverdiener, die ohne Ehegattensplitting auch nicht mehr ihr Einkommen mit ihrer Familie teilen müssen?
    - Für den Staat, weil dann alle Partnerschaften plötzlich furchtbar gebärfreudig werden?
    - Für die Wirtschaft, die ein großes Betätigungsfeld (Kita-Ausrüstung) und eine noch größere Zahl an Stellenbewerbern hat
    - Für unsere Gesellschaft?
    - Für Partei XXX?

    ach ja, fast vergessen:

    - Für die Kinder?

    ICH gehe davon aus, dass Individuen individuelle Lebensentwürfe brauchen, den richtigen aus vielen verschiedenen möglichen. Das Ehegatten- oder Familiensplitting hält einige davon offen, die mit einem Einheitssystem nur noch schwer machbar wären.

    Heute morgen berichtete Bayern5, daß die Ausgaben für Kindergeld keinen Erfolg gezeitigt haben. Null.

    Das einzige, was dadurch erreicht wird: Familien, die vom Kindergeld leben.

    Ich wiederhole es immer wieder gerne: Das Ehegattensplitting bevorzugt Eheleute nicht, sondern beseitigt Ungleichbehandlung. Der Hauptgedanke ist, dass Eheleute in der Regel einen gemeinsamen Haushalt führen. Ohne Ehegattensplitting würde sich eine absurde Situation einstellen: Eheleute mit ähnlichem Einkommen zahlen weniger Steuern als Eheleute mit unterschiedlicherem Einkommen, obwohl beide Paare in der Summe das gleiche verdienen. Konkret: verdienen die Eheleute 30000 und 30000 EUR, dann bleibt mehr Netto übrig als würden sie 35000 und 25000 EUR verdienen. Das ist nicht zu rechtfertigen vor dem o.g. Hintergrund. Der Bundesfinanzhof sähe sich unzähligen Klagen gegenüber stehen.

    Und darüberhinaus gibt es einfach keine gute Gründe, das Ehegattensplitting abzuschaffen.

    Wer Kinder hat oder haben moechte, sollte planen, zusammenzubleiben, mindestens bis die Kinder aus dem Haus sind. Also kann man auch heiraten, macht alles einfacher. Ich verabscheue Eltern, fuer die ihre Kinder nicht das Wichtigste sind, wichtiger als sie selbst und ihre eigene Selbstverwirklichung.

  2. man Kinderreichtum belohnen, wenn wir jetzt schon zuviele Menschen auf diesen Planeten sind? Wir gehen auf 8 Milliarden Menschen zu und es gibt jetzt schon Weltweiten Hunger....

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    • Shjom
    • 20. Juni 2013 15:37 Uhr

    ...sollte es belohnt werden, Kinder zu adoptieren!

    Sie haben hoffentlich mitbekommen, dass wir nicht in Afrika sondern in Deutschland leben. Hier gibt es zu wenig Nachwuchs um das Sozialsystem (z.B. Rente) aufrecht zu erhalten.
    Auch eine kontrollierte Zuwanderung wird dieses Problem nicht völlig lösen.

    Keineswegs ist es so.
    Mathematiker haben ausgerechnet, dass-würden alle Menschen der Welt in einem Teil der USA leben, so dicht zusammen wie in Holland, (dort hat man eigentlich nicht das Gefühl, dass einem die Luft weg bleibt vor lauter Enge),
    würde ein Viertel des Territoriums ausreichen. Da dieses Beispiel schon einige Jahre alt ist, kann man 3 % Fläche dazugeben.
    Außerdem hat auch China inzwischen ein beginnendes Demografieproblem.

    Hunger hat in den meisten Ecken der Welt mit Kriegen,mangelnder Bildung und korrupter Regierung zu tun. Insgesamt gibt es genug zu Essen auf der Erde.

    • Shjom
    • 20. Juni 2013 15:37 Uhr

    ...sollte es belohnt werden, Kinder zu adoptieren!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Wie kann "
  3. Zitat Artikel:
    CDU und CSU wollen Kinder und Erwachsene bei den Freibeträgen gleichstellen. Davon profitieren besserverdienende Familien.

    Typisch Konservative: zuerst so "kinderfreundlich" tun, dann aber wieder
    das Geld ihrer reichen Klientel zuschustern.
    Hartz-4-Empfänger und die Masse der Menschen haben nichts davon.

    3 Leserempfehlungen
  4. klar..wenn man durch die ideologische Brille schaut, dann ist es schlecht das Splitting..

    genauso wie die Anfeindungen gegen die "HErdprämie" : natürlich hat der Staat alles zu regeln - auch wie Menschen leben wollen..

    "Zusätzlich das Geld in Schulen, Kindergärten, Lehrer- und Erzieherausbildung stecken"

    da reckt sich wohl die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes:
    Schon mal darüber nachgedacht, dass man einfach durch Streichung der Verbeamtung die massigen Ausgaben einfach kürzen könnte..
    darüber hinaus würde man Lehrer dann ihrer Ausbildung angemessen bezahlen und sie nicht überalimentieren

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  5. ...sollte dann die Erhöhung des Kindergeldes monatlich betragen, so macht es Sinn.

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    abzuziehen? Und wieder bleiben Alleinerziehende auf der Strecke. - Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre die einfachste Sache, aber offensichtlich zu gerecht.

    • mat123
    • 20. Juni 2013 15:45 Uhr

    Ach je, jetzt geht wieder das Splitting-Gebashe los. Nein, wer gegen das Splitting ist, hat es nicht verstanden, das ist meine feste Überzeugung.

    Man sollte gar nicht erst von "Profit" sprechen im Zusammenhang von Splitting. Das Splitting ist keine Fördermaßnahme und streng genommen profitiert davon niemand.

    Korrekt ist: Das Splitting schützt Ehepaare mit ungleich verteiltem Einkommen davor, dass fälschlicherweise ein progressiver Steuertarif angewendet wird, der impliziert, dass der Ehepartner mit dem höheren Einkommen auch einen höheren Lebensstandard hat und man ihm folglich einen höheren PROZENTUALEN Steuersatz abverlangen kann.

    Genau das ist aber in einer normalen Ehe (oder Lebenspartnerschaft) nicht der Fall. Die Ehe ist eine Wirtschaftseinheit, in der man sich Einkommen und Risiken teilt. Also wäre es verfassungswidrig, dies bei der Besteuerung vorsätzlich zu ignorieren.

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  6. alle die nach Abschaffung des Ehegattensplittings schreien sollten sich mal mit dem Deutschen Gesetz auseinander setzen. Es geht hier bei weitem nicht um ein Steuersparmodell.
    Der Staat sagt das die Ehe eine Bedarfsgemeinschaft ist, wenn also nur einer Arbeiten kann muss der andere Ihn versorgen. Deshalb werden alle Einkommen aufaddiert. Deshalb kann man z.B. auch kaum Harz4 beantragen wenn jemand in der Familie einen Job hat. Wird ein Partner zum Pflegefall muss der andere für ihn aufkommen etc. pp.

    Schafft man das Ehegattensplitting ab, dann hat der andere Ehepartner keine Verpflichtung mehr, höhstens eine moralische. Also ich würde am nächsten Tag sofort meine Frau aufs Amt schicken um Harz4 für sich und die Kinder zu beantragen, denn dann sind Sie ja vor dem Gesetz mittellos... da klingelt die Kasse ;-) Also nur zu,das wird teuer für den Staat.

    11 Leserempfehlungen
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    • ok
    • 21. Juni 2013 14:58 Uhr

    würden Ihre Frau und Kinder kein Hartz4 bekommen, denn Sie leben trotzdem in einer sog. Wirtschaftsgemeinschaft.
    http://www.arbeitslosense...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ff
  • Schlagworte Wolfgang Schäuble | CDU | Kristina Schröder | Ehe | Ehegattensplitting | Eltern
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