EuGH-Entscheidung : Verfolgte Homosexuelle können auf EU-Asyl hoffen

Wer wegen seiner sexuellen Orientierung strafrechtlich verfolgt wird, könnte bald Asyl in der EU bekommen. Eine entsprechende Empfehlung gab die Generalanwältin des EuGH.
Ein russischer Polizist nimmt Ende Juni einen Teilnehmer eine Schwulenparade in St. Petersburg fest. © Alexander Demianchuk/Reuters

Wer aufgrund seiner Homosexualität in seiner Heimat strafrechtlich verfolgt wird, kann bald auf Asyl in der EU hoffen. Für solch einen Schutz plädierte die Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg in ihren Schlussanträgen zu drei Fällen von Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern. Da die Richter zumeist den Anträgen der Generalanwälte folgen, wird mit einem ähnlichen Urteil gerechnet, das aber erst in einigen Monaten erwartet wird.

Eleanor Sharpston sagte, die bloße Strafbarkeit von homosexuellen Praktiken im Herkunftsland sei zwar noch kein Asylgrund. Die zuständigen Behörden hätten beim Asylantrag vielmehr zu prüfen, ob es wahrscheinlich sei, dass der jeweilige Asylbewerber wegen seiner sexuellen Orientierung tatsächlich verfolgt wurde oder durch die Summe "unterschiedlicher Maßnahmen" in seinen Menschenrechten verletzt wurde.

Die Generalanwältin hob im Zusammenhang dabei hervor, dass von Homosexuellen nicht verlangt werden könne, ihre sexuelle Ausrichtung in der Heimat geheim zu halten, um einer Verfolgung zu entgehen. Damit widersprach Sharpston der Entscheidung niederländischer Behörden.

In den vorliegenden Fällen von drei homosexuellen Asylbewerbern aus Sierra Leone, Uganda und Senegal hatte das niederländische Ministerium für Einwanderung und Asyl die Auffassung vertreten, Ausländern sei es zuzumuten, sich "beim öffentlichen Ausleben ihrer Homosexualität" in den Herkunftsländern zurückzuhalten.

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Kommentare

55 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Ok, Sie haben Recht

Mir waren die von Ihnen aufgeführten Fälle nicht bekannt. Natürlich hat jemand, der in seiner Heimat wegen Händchenhalten o.Ä. von einem Gericht verurteilt wurde, seine Verfolgung bewiesen.

Warum hier wohl oft eine gewisse Skepsis herrscht, liegt wohl daran, dass die meisten, die sich in Deutschland um Asyl bewerben, nicht asylberechtigt sind, die Anerkennungsquote liegt laut Wiki bei unter 2% ( http://de.wikipedia.org/w... ). Im Umkehrschluss heißt dies, dass einer relativ kleinen Zahl tatsächlich berechtigter etwa 50 mal mehr entgegenstehen, die hier einreisen, bleiben wollen, oft geduldet werden, ohne sich auf das Asylrecht berufen zu können. Vor diesem Hintergrund kann man vielleicht ein gewisses Misstrauen bei jedem neuen Asylgrund verstehen.

Gay People brauchen Schutz !

#10
..........Aber wie man beweist das Mann/Frau homosexuell ist, ist ein wichtiger Punkt......
Anwort:
Ich glaube das dürfte wirklich nicht schwer sein, Gay People könnten das sicherlich gut beantworten die haben dafür ein "Gespür".

Von der Jagd auf Gay People in Afrika/Iran/Asien wurde hier in Großbritannien's Medien des öfteren berichtet und man ist sehr besorgt über diese Entwicklung. Prominente setzen sich öffentlich für Gay-Verfolgte ein welche hier in GB auf jeden Fall Asyl benantragen können.

Man hat einige afrikanische "Schwulen-Hasser" in ihren Amtsstuben besucht und sie befragt warum man diese Menschen verteufelt. Was man zu hören bekam war haarsträubend und beängstigend.

Einige dieser afrikansichen "Pastoren" verweisen auf die Bibel und verbreiten ihre Hass-Predikt ungeniert in ihren Kirchen und Zeitschriften und machen Gay People verantwortlich für die afrikanische HIV-Epidemie.

Es steht außer Frage, daß Gays in einigen Ländern verfogt werden und um ihr Leben fürchten müssen und daß sie uneingeschrängt unseren Schutz brauchen -das ist meine meine Meinung als Nicht-Gay-Frau!