Pädophilie : "Nicht nur die Verirrung eines kleinen Zirkels"

In den siebziger Jahren wollten Eltern ihre Kinder ganz unverklemmt erziehen. Pädophilie-Gruppen haben den Zeitgeist genutzt, sagt die Schriftstellerin Sophie Dannenberg.

ZEIT ONLINE: Die FDP-Politikerin Dagmar Döring hat auf ihre Bundestagskandidatur verzichtet, weil sie im Alter von 19 Jahren einen Aufsatz geschrieben hat, der Sex mit Kindern rechtfertigt. Neben den Grünen wollte offensichtlich auch die damalige FDP-Jugend pädosexuelle Handlungen legalisieren. Haben um 1980 breite Bevölkerungsgruppen daran geglaubt, dass das in Ordnung sei?

Sophie Dannenberg

Sophie Dannenberg ist Schriftstellerin. 2004 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Das bleiche Herz der Revolution. Die Helden des Buches leiden unter Eltern der 68-Generation und ihrer Ideologie. Ihr zweiter Roman heißt "Teufelsberg".

Sophie Dannenberg: Diese Haltung war offensichtlich nicht nur die Verirrung eines kleinen Zirkels. Pädophilie wurde in den achtziger Jahren oft gleichgesetzt mit anderen Spielarten der Sexualität unter Erwachsenen und weder von Homosexualität noch von Heterosexualität unterschieden. Es gab bei uns zu Hause ein grundsätzlich gut gemachtes, medizinisches Aufklärungsbuch Die Sexualität des Menschen, herausgegeben von E.J. Häberle, bis heute ein Standardwerk. Auch darin stand in einem Kapitel, dass Pädophilie etwas Positives und ganz Normales sei und Kindern keineswegs schade. Der Skandal ist gar nicht so sehr, wer alles die Pädophilie unterstützt hat. Der Skandal ist, dass es so lange gedauert hat, bis sexuelle Handlungen mit Kindern als Skandal angesehen wurden.

ZEIT ONLINE: Wie konnte es zu diesen Überzeugungen kommen?

Dannenberg: Die theoretischen Grundlagen muss man lange vor der sexuellen Revolution von 1968 suchen. Schon Freud hat den basalen Fehler begangen, von frühkindlicher Sexualität zu sprechen. Seine These war ja, das Kind begehre den gegengeschlechtlichen Elternteil und die Verdrängung dieses inzestuösen Wunsches führe zu Neurosen. Daraus lässt sich leicht folgern, dass man ein Kind aktiv vor dieser Verdrängung bewahren müsse, indem man seine "Sexualität" entsprechend bejahe und fördere. Wilhelm Reich schrieb später, autoritäre Triebunterdrückung führe zu Faschismus. Theorien wie diese haben zu Missverständnissen geführt, die schließlich in der Aussage münden konnten: Pädophilie ist befreite Sexualität und damit befreite Gesellschaft. Vielleicht sollten wir endlich überdenken, ob man die kindliche Neugier und Körperlust überhaupt mit dem Begriff Sexualität belegen sollte.

ZEIT ONLINE: Tatsächlich war Sexualität lange ein Tabuthema. Onanie war verboten zum Beispiel.

Dannenberg: Tabus und Verbote machen Sexualität natürlich auch spannend, aber diese Dialektik wurde 1968 nicht goutiert. Und viele Eltern wollten ihren Kindern ganz einfach eine körperfreundliche Entwicklung ermöglichen und sind dabei in den Sog dieser Theorien geraten. Man kann diese Leute nicht entschuldigen, aber man muss verstehen, dass sie von einem alles umfassenden Zeitgeist vergiftet worden sind. 

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Kommentare

168 Kommentare Seite 1 von 14 Kommentieren

geschlechtsreife

richtig, die geschlechtsreife des menschen fängt ab ca 12 aufwärts an und sexuelle mündigkeit auch nicht erst ab 18, wie es der gesetzgeber gerne hätte. aber es geht ja hier auch um geschlechtsunreife, also wesentlich jüngere kinder. wie verhält es sich mit denen? ein unerforschtes, ideologisiertes und sehr tabuisiertes thema.

es scheint ein topos zu sein, bei jedem artikel über die pädophilenbewegung der 68er begriffe wie "verirrung"(überschrift) zu verwenden.man sollte diesen begriff jedoch auch weglassen können, ohne mit dem vorwurf konfrontiert zu werden, man rechtfertige sexuellen missbrauch von kindern. woher weiß denn frau dannenberg, dass pädophilie eine "verirrung" ist? ihre eigenen erfahrungen müssen doch nicht automatisch auf andere zutreffen.

Wiederhergestellt/ds

Verschiedene Dinge

Wir reden von verschiedenen Dingen: Sie sprechen von sexuellen Handlungen AN Kindern, bei deren Einverständnis es sich nur um ein Missverständnis seitens des Älteren handeln kann. Ich spreche nur von sexuellen Handlungen MIT Kindern, wo es für beide Beteiligte stimmt. Ich habe den Eindruck, dass eine solche Konstellation bei den meisten Zeitgenossen außerhalb der Vorstellungskraft liegt, weshalb sie dann irrtümlich annehmen, man würde Kindesmissbrauch legalisieren wollen. Nun mag man einwenden, dass so etwas bei 12- oder 13-Jährigen einfach nicht vorkommt. Ich glaube das nicht, aber wenn es so ist, bin auch ich der Meinung, dass eine Senkung des Schutzalters nichts bewirken dürfte.

Bei welchem Alter die Grenze liegen soll, lässt sich nicht eindeutig sagen. Es ginge sogar ganz ohne Schutzalter, wenn andere Kriterien als das Alter herangezogen würden. Eine Beurteilung nach dem Alter ist lediglich am einfachsten.

Selbstverständlich wollen Eltern nicht, dass ihr Kind eine Intimbeziehung mit einem deutlich Älteren eingeht. Eltern wollen in Bezug auf ihre Kinder vieles nicht, ohne dass es deswegen gleich verboten ist. Aber ihnen bleibt immer noch die Möglichkeit, den Kontakt zu verbieten. Das geht auch ohne Gesetz.

Es bleibt ihnen unbenommen, gewisse Fragen nicht zu diskutieren,

warum auch immer sie glauben, die endgültig absolute Wahrheit zu kennen.

Nur, die "erdrückende Eindeutigkeit" existiert zwar in unseren Medien, dass sie in der Realität auch existiert stellen die Pädophilen heftig in Frage. Wobei sie keineswegs bestreiten, dass ungewollter Sex - den auch sie als Missbrauch betrachten - negative Folgen hat, nicht nur für Kinder. Allerdings haben sie die Frechheit zu behaupten, dass es solche Folgen bei von den Kindern gewolltem Sex gar nicht gäbe.

Gäbe es eine offene demokratische Diskussion mit Pädophilen, wäre die Frage schnell erledigt, der Pädophile stellt die Behauptung auf, die Opponenten präsentieren die Studien, die nicht nur ungewollten oder eine unklare Mischung von gewollten und ungewollten Fällen untersuchen, sondern separat vom Kind gewollte Fälle, die Diskussion wäre irgendwo im Netz nachlesbar veröffentlicht, und wo immer Pädophile in ihren Foren sowas verbreiten, wären die Gegenargumente sofort verlinkbar.

Ist aber nicht. In den Medien gibt es nur die Schadensbehauptung, die Pädophilen sagen in ihren Foren "stimmt nicht" und posten dazu bei sich genügend Arbeiten in voller Länge, niemand widerlegt sie weil man mit Pädophilen nicht spricht. Wem glauben die Pädophilen? Klar, ihren eigenen Leuten. Weil die auf die Argumente der Medien natürlich eingehen, und sie widerlegen (oder zumindest zu widerlegen scheinen), umgekehrt aber nicht.

Was man gegenüber Pädophilen klarstellen sollte!

„dass die Pädophilen selbst meist gar kein Bedürfnis nach Penetration haben. Wäre nur Koitus und Analsex verboten, wären wohl ....“ erstaunt mich keineswegs. Die Penetration von Kindern ist rein praktisch schon sehr schwierig.

Was aber nicht meine erfahrungsgestützte These widerlegt: >>Auch die „größte Sau“ unter uns Kindern hatte nie darüber phantasiert, genital oder anal wen anders zu erregen, bzw. sich so erregen zu lassen. Noch nicht einmal in Bezug auf Gleichaltrige. Wie sollten da Ältere als „Partner“ in Betracht kommen?<<
Kinder wollen gestreichelt und geküsst werden. Ab einem bestimmten Alter – in der präpubertären - Phase auch das nicht mehr. Jenseits der Penetration, sie wollen nicht geknutscht, befummelt und gezielt in den erogenen Zonen stimuliert werden. Auch nicht oral oder manuell. Ein entwickelter Mensch – ob Frau oder Mann - legt es auf den vollen eigenen Orgasmus an. Für ein Kind völlig befremdlich, man muss es zu einer solchen Situation übertölpeln. Fast jeder Erwachsene auch hat die Erfahrung gemacht, wie höchst frustrierend es ist, vom anderen nur benutzt zu werden.

Ich bedauere die Pädos insofern, als ihnen aufgrund der allgemeinen Hysterie selbst die Ersatzbefriedigung sehr erschwert ist. Waren früher Heftchen wie „Kim“ oder „Jung und frei“ leicht erhältlich, unterfällt heute alles Mögliche schnell dem Verdikt „Kinderpornographie“. Selbst wenn es sich um bloße Zeichnungen und Phantasiegeschichten handelt. Japan etwa ist hier sehr viel liberaler.

Die Frage , was dann noch an Schweinereien übrigbleibt

>> Kindheitserinnerungen, da gehörte sich gegenseitig einen blasen zum Schulalltag <<
So, so.

Meine eigenen Kindheitserinnerungen sind durch einiges an Gesprächen gestützt. Deshalb als Diskussionsgrundlage nicht fragwürdig, sondern durchaus fundiert.

Zur Ausgangsfrage, was denn bliebe für die Kids untereinander. Nicht wenig: Witze, Geschichtchen, anderen das Höschen runterziehen, Spannen unter der Dusche, durchs Schlüsselloch, Doktorspiele..........
Dinge, die für sexuell Entwickelte nicht befriedigend sind, da sie nicht auf das „Eigentliche“ hinauslaufen.
Habe ich mich verständlich ausgedrückt?

Es ist nicht so, dass diese Menschen

keinerlei Zugang zu Informationen darüber haben, was ihre Vorliebe, wenn sie ausgelebt wird, für Schaden anrichtet. Es gibt sehr viele zugängliche Studien und Internetseiten, auf denen sich Missbrauchsopfer zu Wort melden.

Diese reichen m.E. vollkommen aus, um vermeintliche "Gegenargumente" (wie immer diese auch lauten mögen) verpuffen zu lassen. Sie sind so gut sichtbar, dass man davon ausgehen kann, dass bei der von Ihnen angesprochenen Szene, die sich "in ihre Foren zurückzieht und dort argumentativ nur auf Gleichgesinnte hört" hinsichtlich Überzeugbarkeit Hopfen und Malz verloren ist.

Eine öffentliche Diskussion mit ihnen darüber, ob jetzt Sex zwischen Erwachsenen und Kindern/jungen Jugendlichen letzteren schadet, würde folglich niemanden bekehren, sondern lediglich dafür sorgen, dass einige aus diesen Kreisen für ihre kruden Ansichten hinsichtlich einvernehmlicher Liebe eine Plattform fänden. Dies wäre letztendlich nichts weiter als ein Schlag ins Gesicht der Opfer!

Die Bringschuld der Gesellschaft erschöpft sich darin, Therapieangebote wie beispielsweise das in der Charitè anzubieten und so jene abzuholen, die ihre pädophile Neigung unterdrücken wollen. Was jetzt die erwähnten Internetforen angeht, die ja im Grunde zu nichts anderem dienen können als zum Aufruf zu Straftaten, so liegt die gesellschaftliche (bzw. polizeiliche) Aufgabe schlicht darin, sie auszuräuchern.

Motive der Täter

Sie haben recht wenn Sie darauf hinweisen, daß viele, nach den mir bekannten Studien sogar ein Mehrheit, der Täter nicht unbedingt pädophil ist. Aber die Schlußfolgerung, jene die Kinder mißbrauchen tun dies, weil sie sexuell frustriert wären, da sie keine Chance bei Erwachsenen hätten, ist ein bißchen zu einfach. Natürlich gibt es Täter die sich an Kindern vergreifen, weil diese leichter verfügbar wären. Aber vielen geht es bei sexuellen Übergriffen auf Kinder (wie auch es auch bei Vergewaltigungen von Erwachsenen der Fall ist) um die Ausübung von Macht. Viele "Kinderschänder" haben durchaus auch "normalen" Sex mit Erwachsenen, können sich die Sexualpartner aussuchen (siehe Klaus Kinski oder Roman Polanski, um prominente Beispiele zu nennen).

Was Kinder untereinander machen ist sehr verschieden.

"Meine eigenen Kindheitserinnerungen sind durch einiges an Gesprächen gestützt. Deshalb als Diskussionsgrundlage nicht fragwürdig, sondern durchaus fundiert."

Das kann ich auch sagen. Persönlich hab ich zwar nicht allzu viel erlebt, der Klassenkamerad, mit dem ich was gemacht hatte, hatte dasselbe allerdings schon mit der halben Klasse gemacht.

Das war gegenseitige Masturbation bis zum Orgasmus. Nicht lange vor, aber noch vor der Pubertät. Heim- und Internatskinder können in der Regel noch deutlich mehr erzählen. Eine Menge Anderer fast gar nichts. Ist einfach sehr verschieden. Hätte der Junge es nicht auch bei mir versucht, hätte ich beispielsweise nie mitgekriegt was die halbe Klasse noch so macht.

Gefühle von Pädophilen

Was die Art der Gefühle, die Pädophile zu Kindern haben können, betrifft, so sehe ich keinen Grund darin, anzunehmen, dass Pädophile anders empfinden als Nichtpädophile. Sie werden Kinder sexuell begehren und sich in sie verlieben. Sie werden nicht mehr triebhaftes Verlangen haben als der Rest der Menschheit. Eine Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind wird aber in jedem Fall eine ziemlich asymmetrische sein. Diese Eigenschaft macht eine pädophile Beziehung in meinen Augen aber noch nicht verurteilungswürdig.

Sie stellen meine Erlebnisse aber in Frage,

denn sie behaupten, dass Kinder das generell nicht wollen, was in meinem Fall die halbe Klasse wollte.

Und Heimkinder sind nur insofern in einer besonderen Situation, dass sie schwerer kontrollierbar sind und sehr viel mehr Gelegenheiten haben, das zu tun, was sie selbst wollen. Ich war eher in einer entgegengesetzten speziellen Situation - eine Art Eliteschule mit Einzugsgebiet über die ganze Stadt verteilt, wodurch die Schüler weniger Freizeitkontakt mit eigenen Klassenkameraden hatten als üblich.

Dass Kinder bei solchen Kontakten irgendeine Aversion gegen Erwachsene hätten kann ich auch nicht bestätigen, mein Klassenkamerad berichtete mir jedenfalls, mit einer Stimme voller Neid, dass ein paar Jungs aus der Parallelklasse sogar schon Sex mit Erwachsenen gehabt hätten.

Der Ausstieg!

Sie sprechen einen wichtigen, vielleicht den wichtigsten Punkt an. „Das eigentliche Problem ist nicht der `Einstieg`, sondern der `Ausstieg` “, sagte ein Intellektueller in der FAZ. Er hatte in einer WG gelebt, in denen sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen (nicht Kindern) gepflegt wurden. Schon hier ein großes Problem, wenn der Ältere dem Adoleszenten beim ersten Bartschimmer Adieu sagt.

Entscheidend gilt dies für ein Kind. Denn wie wird es sich vorkommen nach der Trennung: „Ich habe mich diesem Schwabbel hingegeben. Kaum hatte ich das erste Härchen unten, setzt er mich vor die Tür. - Zu alt.“

Ein Fortschritt der Beziehung, in der das rein Körperliche sich relativiert, Vertrautheit, gemeinsame Interessen und Vorlieben sich entwickeln, findet nicht statt.

Aber auch schon vorher ist eine solche Beziehung gefährlich für das Kind. Es lernt nicht, dass eine sex. Beziehung eine Sache von (aktivem) Geben und Nehmen ist. Es muss nichts geben, es wird umschwärmt, es muss nur hinnehmen.

Hier mag so mancher dagegen die im alten Griechenland bekanntermaßen anerkannte, der Pädophilie aber keinesfalls gleichzusetzende Ephebophilie anführen. Oder die wenig bekannten Berichte, wonach in Papua-Neuguinea es Stämme gibt, bei denen praepubertäre Knaben oral Junggesellen befriedigen.

All dies jedoch ist auf eine moderne Gesellschaft nicht übertragbar, in der Geschlechterrollen, Liebesleben und Sexualverhalten nicht wie damals oder dort stark ritualisiert sind.

Wer sich warum zu Wort meldet.

"mit Sicherheit hätten sich so einige Personen, die unbeschadet als Kinder satten Sex mit Erwachsenen genossen hatten, zu Worte gemeldet. Bei Wissenschaftlern, die über Pädophilie forschen. Und auch hier im Forum!"

Genauso wenig, wie es Pädophilen möglich ist, sich in Mainstream-Medien öffentlich zu äußern (vielleicht versuchen sie es mal in Kommentaren, werden aber meist schnell gebannt), genauso wenig ist es ihren Freunden möglich, wenn sie positives über sie berichten wollen. Wissenschaftlern sind hingegen positive Berichte sehr wohl bekannt. Wird zumindest auf Pädophilenseiten mit Verweis auf entsprechende Arbeiten behauptet.

Abgesehen davon gibt es gute Gründe nichts davon zu erzählen. Schließlich gefährden sie dadurch ihre Freunde. Und sie selbst können Verleumdungen und Ferndiagnosen als geisteskrank (Stockholm-Syndrom) erwarten.

Dass man als "Opfer" mit auch nur leicht unorthodoxer Position schon beim Publizieren seiner Erinnerungen Schwierigkeiten hat, siehe die einführenden Worte von http://www.welt.de/welt_p... . "Dieser Text ist eine Grenzüberschreitung" liest man, obwohl die Grenze, die ich hier auffordere in Frage zu stellen, gar nicht überschritten wird. Eine Antwort, voll von persönlichen Beleidigungen, siehe http://www.welt.de/debatt...

Würden Sie sich sowas antun wollen?

Die abnormen Argumente von Herr-M

Dieser Kommentar enthüllt das ganze Elend des Kommentators. Er scheint zeitlebens unfähig, sich gegen seine Auftraggeber aufzulehnen. Stattdessen verheddert er sich in emotional wie politisch unergiebigen Sowohl-als-auch-Erwägungen.

Nein, liebe Redaktion, das ist jetzt keine Beleidigung des Kommentators, ich schreibe nur in Soziologendeutsch was der Kommentator selbst schreibt, denn das waren jetzt nur die leicht modifizierten Eingangsphrasen eines Textes http://www.welt.de/debatt... den er selbst als überhaupt nicht beleidigend beschrieben hat.

Abgesehen davon macht der Kommentator dabei auch noch mit, wie seine Phrase von der "behaupteten Unschädlichkeit" noch einmal zeigt. Das Schema ist klar - solange die Opfer von schweren Schädigungen sprechen, ist alles gut, und dem Kind muss man glauben. Hier auch nur von "behaupteten" schweren Schädigungen zu sprechen ist eine schwere Sünde. Wenn es hingegen behauptet, nicht geschädigt worden zu sein, ist das nur eine Behauptung.

Zivilisation funktioniert andersrum - da sind Behauptungen über Schäden Behauptungen und ansonsten gilt die Unschuldsvermutung bis Beweise vorliegen.

Amendt - Haslinger

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich Amendts Antwort auf Haslinger mehr als eine pure Übersetzung in "Soziolgendeutsch".

Amendt hält H. für "anscheinend zeitlebens unfähig, sich gegen seine Missbraucher aufzulehnen." Denn "es fällt ihm schwer, trotz der heutigen Stärke als Erwachsener seine Erfahrungen angemessen zu bedenken."
Wenn H. sich um Differenzierung bemüht, "verheddert er sich in emotional wie politisch unergiebigen Sowohl-als-auch-Erwägungen."

Kurzum, wer behauptet, er sei nicht durch pubertäre sexuelle Kontakte mit Erwachsenen traumatisiert, beweist damit geradezu, das er einen dauerhaften Schaden hat. - Ein Trick billiger Psychologie, gängig, nichtsdestoweniger dämlich. Völlig unseriös, vor allem da Amend den H. gar nicht persönlich kennt, noch eingehend mit ihm gesprochen hat.

Dabei betont H., dass die Kontakte ihn damals verstört haben. Dass man keineswegs den Pädos einen "Freibrief" ausstellen könne. - Dass er aber als Sexualobjekt nicht "ohnmächtig" war, im Unterschied zu dem weit schlimmeren, ihm verhassten "ständigen Erniedrigtwerden bis hin zur allgegenwärtigen körperlichen Züchtigung".

Ich gebe Ihnen ausdrücklich Recht, wenn Sie schreiben, dass vereinzelte Schilderungen von Unschädlichkeit nicht zur Generalisierung taugen.

Allerdings kann ich Haslingers Warnung vor einer "Hexenjagd", als gehörten Pädophile zu den bösesten aller Menschen, nicht abweisen.

Nicht nur das unsägliche Ausgraben der ollen Kamellen gegen die Grünen weist in diese Richtung.

Den Dreh müssen Sie jetzt noch mal erklären

Es werden gerade Politiker dafür gedisst, daß sie früher der Legalisierung von Sex mit Kindern propagierten, es sind sich alle einig, daß die damaligen Bestrebungen, Pädophilie zu legalisieren, ein Irrweg waren, die Verbrechen in Internaten und Kinderheimen kommen ans Licht und werden zumindest soweit das noch möglich ist gesühnt: und das soll jetzt gerade ein "Versuch, den Missbrauch von Kindern zur Triebbefriedigung erwachsener Menschen einerseits, und zur weiteren Verkürzung bis Abschaffung der Kindheit andererseits, zu legalisieren" sein?
Da kann ich Ihnen nicht so ganz folgen.

Ich will nicht in einer Welt traumatisierter leben

Ich möchte sicher nicht in einer Welt traumatisierte leben, kein Kind darf missbraucht werden.
Sex mit Kindern ist verboten, das ist richtig so.
Hier herrscht Konsens in der Gesellschaft.

Wie bei jedem Verbrechen gibt es Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte, die den Täter seiner verdienten Strafe zuführen.

Es wird doch kein Kind dadurch geschützt, dass das Thema immer und immer wieder hochgekocht wird.

Ihren ersten Absatz

über die politisch korrekte Bezeichnung von Kinderschändern möchte ich beispielhaft für einen dritten Aspekt, neben dem rechtlichen und moralischen, einführen: Zerredung des Gegenstands.

Ebenso wie das unsägliche Gender-Mainstreaming, ist auch die Sexualisierung von Kindern einer DER Hauptpunkte auf der ideologischen Agenda der EU. Daran lassen die real zu beobachtenden Entwicklungen keinen Zweifel. Was sagen Sie denn zu den Broschüren der BZgA, auf die ich hingewiesen habe? Oder: Sexunterricht, in dem 10-Jährige mit Kondomen hantieren müssen? Geschlechtsteile ausmalen müssen? Die im öffentlichen Raum immer deutlicher werdende Verschlampung und Verhurung der Jugendlichen? Die Grüne Jugend fordert, dass auch Inzest zwischen Geschwistern "endlich" straffrei gestellt werden müsse. Andere wollen es mit Tieren treiben und möchten dafür gerne nicht mehr "diskriminiert" werden. Wieder andere möchten sich nicht als Männlein oder Weiblein bezeichnen. An manchen Unis sollen schon Herr Proffessorinnen die Lehrtätigkeit aufgenommen haben treiben. Und sie sehen nicht, was hier passiert?

Jope23, Sie haben ja auch irgendwo recht: Einerseits ist Kinderpornographie ein Thema und wird verfolgt. Anderseits befindet sich das Sexuelle in der vollständigen Verwässerung: Jeder ist irgendwie Mann und Frau oder etwas dazwischen, und das seit seiner frühen Kindheit. Und dann das genaue Gegenteil dessen im öffentlichen Raum und in den Medien: die Zentrierung auf das Sexuelle. Alles lächerlich?

Wiederhergestellt/ds