Pädophilie"Nicht nur die Verirrung eines kleinen Zirkels"

In den siebziger Jahren wollten Eltern ihre Kinder ganz unverklemmt erziehen. Pädophilie-Gruppen haben den Zeitgeist genutzt, sagt die Schriftstellerin Sophie Dannenberg. von 

ZEIT ONLINE: Die FDP-Politikerin Dagmar Döring hat auf ihre Bundestagskandidatur verzichtet, weil sie im Alter von 19 Jahren einen Aufsatz geschrieben hat, der Sex mit Kindern rechtfertigt. Neben den Grünen wollte offensichtlich auch die damalige FDP-Jugend pädosexuelle Handlungen legalisieren. Haben um 1980 breite Bevölkerungsgruppen daran geglaubt, dass das in Ordnung sei?

Sophie Dannenberg
Sophie Dannenberg

Sophie Dannenberg ist Schriftstellerin. 2004 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Das bleiche Herz der Revolution. Die Helden des Buches leiden unter Eltern der 68-Generation und ihrer Ideologie. Ihr zweiter Roman heißt "Teufelsberg".

Sophie Dannenberg: Diese Haltung war offensichtlich nicht nur die Verirrung eines kleinen Zirkels. Pädophilie wurde in den achtziger Jahren oft gleichgesetzt mit anderen Spielarten der Sexualität unter Erwachsenen und weder von Homosexualität noch von Heterosexualität unterschieden. Es gab bei uns zu Hause ein grundsätzlich gut gemachtes, medizinisches Aufklärungsbuch Die Sexualität des Menschen, herausgegeben von E.J. Häberle, bis heute ein Standardwerk. Auch darin stand in einem Kapitel, dass Pädophilie etwas Positives und ganz Normales sei und Kindern keineswegs schade. Der Skandal ist gar nicht so sehr, wer alles die Pädophilie unterstützt hat. Der Skandal ist, dass es so lange gedauert hat, bis sexuelle Handlungen mit Kindern als Skandal angesehen wurden.

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ZEIT ONLINE: Wie konnte es zu diesen Überzeugungen kommen?

Dannenberg: Die theoretischen Grundlagen muss man lange vor der sexuellen Revolution von 1968 suchen. Schon Freud hat den basalen Fehler begangen, von frühkindlicher Sexualität zu sprechen. Seine These war ja, das Kind begehre den gegengeschlechtlichen Elternteil und die Verdrängung dieses inzestuösen Wunsches führe zu Neurosen. Daraus lässt sich leicht folgern, dass man ein Kind aktiv vor dieser Verdrängung bewahren müsse, indem man seine "Sexualität" entsprechend bejahe und fördere. Wilhelm Reich schrieb später, autoritäre Triebunterdrückung führe zu Faschismus. Theorien wie diese haben zu Missverständnissen geführt, die schließlich in der Aussage münden konnten: Pädophilie ist befreite Sexualität und damit befreite Gesellschaft. Vielleicht sollten wir endlich überdenken, ob man die kindliche Neugier und Körperlust überhaupt mit dem Begriff Sexualität belegen sollte.

ZEIT ONLINE: Tatsächlich war Sexualität lange ein Tabuthema. Onanie war verboten zum Beispiel.

Dannenberg: Tabus und Verbote machen Sexualität natürlich auch spannend, aber diese Dialektik wurde 1968 nicht goutiert. Und viele Eltern wollten ihren Kindern ganz einfach eine körperfreundliche Entwicklung ermöglichen und sind dabei in den Sog dieser Theorien geraten. Man kann diese Leute nicht entschuldigen, aber man muss verstehen, dass sie von einem alles umfassenden Zeitgeist vergiftet worden sind. 

Leserkommentare
    • tokas
    • 12. August 2013 19:35 Uhr

    "Der Skandal ist, dass es so lange gedauert hat, bis sexuelle Handlungen mit Kindern als Skandal angesehen wurden."
    Ich verstehe immer noch nicht, warum das ein Skandal sein soll.
    13-14jährige sind sexuell weitgehend ausgereift, können Kinder
    zeugen und gebären. Jungs haben feuchte Träume und
    ejakulieren im Schlaf.
    Altersunterscheide von 5 Jahren und mehr sind durchaus normal,
    also auch sexuelle Beziehungen zwischen 13- und 18jährigen,
    also "Kindern und Erwachsenen" nach juristischer Definition.
    Warum sollte das verboten, sogar skandalös sein?

    10 Leserempfehlungen
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    Ich bin nicht der Meinung, dass man sich jahrzehnte später für eine falsche Meinung verantworten muss. Für das, was man tut, im Sinne eigener Handlung verjährt eine moralische Verantwortung nicht, vor allem, wenn man Menschen Schaden zugeführt hat. Aber das sei auch gesagt, wir müssen als Gesellschaft auch vergeben - das heißt dann nicht, dass wir jeden ins Parlament wählen müssen. Ich mache mir aber schon Sorgen, dass durch das digitale Gedächtnis des Internets zukünftig eine Kultur des verspäteten heimzahlen Einzug hält. Ich möchte nicht an jeden dummen Satz von vor 20 Jahren erinnert werden.

    Körperliche Reife ist nicht unbedingt auch geistige Reife. 13 Jahre alte Kinder können meist problemlos von älteren manipuliert werden. Und durch diese Manipulation werden die Kinder eventuell zum Werkzeug in Sachen Sex der Älteren. Sie können sich dann nicht mehr wehren.

    Kinder sind kein Freiwild.

    Inhalt ihres Kommentars. Auch wenn Menschen ab 12-14 Jahren geschlechtsreif sind, heißt dies noch lange nicht, dass dann bereits alles "völlig normal" sein kann.

    - Bei einem Verhältnis zwischen einem (generisches Maskulinum) Dreizehjährigen und einem der 18 oder älter ist, ist die Wahrscheinlichkeit eines Machtgefälles sehr hoch.

    - Die Interessen sind bei Jugendlichen unterschiedlichen Alters meistens verschieden: während jüngere Jugendliche (insbesondere Mädchen) eher intime Freundschaften suchen, stehen bei Älteren sexuelle Handlungen im engeren Sinne mehr im Vordergrund. Bei einer Beziehung mit großem Altersunterschied in dieser Phase besteht das Risiko, dass auf den Jüngeren Druck ausgeübt wird, was bei Nachgeben u.a. zu Traumata führen kann.

    - Speziell was die Fortpflanzung angeht: Mädchen im Alter von 12 oder 13 Jahren schwanger werden können. Dies ist jedoch nicht harmlos, da die Geschlechtsorgane noch nicht voll entwickelt sind. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern, wo solche Schwangerschaften am häufigsten sind, erleiden viele von ihnen bleibende Verletzungen.

    Ihr Kommentar wirkt, als ziele er auf Verharmlosung ab.

    richtig, die geschlechtsreife des menschen fängt ab ca 12 aufwärts an und sexuelle mündigkeit auch nicht erst ab 18, wie es der gesetzgeber gerne hätte. aber es geht ja hier auch um geschlechtsunreife, also wesentlich jüngere kinder. wie verhält es sich mit denen? ein unerforschtes, ideologisiertes und sehr tabuisiertes thema.

    es scheint ein topos zu sein, bei jedem artikel über die pädophilenbewegung der 68er begriffe wie "verirrung"(überschrift) zu verwenden.man sollte diesen begriff jedoch auch weglassen können, ohne mit dem vorwurf konfrontiert zu werden, man rechtfertige sexuellen missbrauch von kindern. woher weiß denn frau dannenberg, dass pädophilie eine "verirrung" ist? ihre eigenen erfahrungen müssen doch nicht automatisch auf andere zutreffen.

    Wiederhergestellt/ds

    Körperlich ausgereift heisst nicht im Kopf reif. Wenn 14jährige Kinder Kinder bekommen,dann ist das bestimmt kein Zeichen von geistiger Reife, sondern von grenzenloser Verantwortungslosigkeit und Unreife. Dann brauchen wir uns auch nicht aufregen, wenn 11jährige im Jemen oder in Afghanistan für ehefähig gehalten werden. Die haben ihre Monatsblutung, also alles paletti? Wer entscheidet denn, ob er als Kind Sex haben will? Eben, der Erwachsene entscheidet nach eigenen Gutdünken (oder Geilheit) für das Kind und findet dann auch eine fadenscheinige Entschuldigung oder Rechtfertigung. Und das ist ein Skandal,wenn alles so hingebogen wird, dass es den eigenen Gelüsten entspricht und nicht den Rechten von Kindern.

    • sneug
    • 13. August 2013 9:58 Uhr

    aber sie vergessen zudem (wobei ich den anderen reaktionen auf Ihren kommentar zustimme), dass es sich erstens auch um jüngere, noch nicht geschlechtsreife kinder handeln kann und zweitens, dass eine sexualität, die nicht komplett frei gewählt ist, niemals gut sein kann! soll heißen solange eine person sich selbst (ohne äußeren druck) nicht für die eine oder andere sexuelle handlung entscheidet, ist sie auch noch nicht bereit dazu!

    das beginnt schon dabei, dass hier die Rede von Paedophilie ist, von Sex mit Kindern. Kinder sind per Definition unter 13, und wer behauptet, dass Sex mit Kindern etwas anderes als ein Verbrechen sein kann, ist pervers. Paedophilie haben an Pubertierenden kein Interesse.

    Die von ihnen erwaehnten 13-14 jaehrigen koennen durchaus schon weit koerperlich entwickelt sein und auch durchaus ein Sexualleben haben. Trotzdem sind Beziehungen zu diesen Jugendlichen aus gutem Grund fuer Erwachsene nicht erlaubt. In diesem Alter darf man nur beschraenkt arbeiten, ist beschraenkt geschaeftsfaehig, beschraenkt strafmuendig und eben auch noch im sexuellen Schutzalter.

    Jugendliche von unter 16 sind komplett auf Erwachsene angewiesen, wie koennte da eine Beziehung ohne ungesundem Machtverhaeltnis zu Stande kommen? Wer als Erwachsener eine Beziehung mit zu seienen Gunsten verschobenem Machtverhaeltnis anstrebt ist meiner Meinung nach auch pervers.

    es geht hier nicht nur um frühreife Teenager, sondern auch im kleinere Kinder (im Artikel ist die Rede von 4jährigen), die von der Sexualität der Erwachsenen massiv belästigt und eventuell traumatisiert wurden. Ihr Kommentar ist bewußt irreführend, denn hier geht es nicht grundsätzlich um 18jährige, die mit 13jährigen Beziehungen führen, sondern um meist viel ältere, lebenserfahrenere Erwachsene, die die kindlichen Bedürfnisse ignorieren und Schamgrenzen bewußt verletzen. Solche Beziehungen sind aufgrund ihrer Altersasymetrie immer höchst manipulativ, egoistisch und mißbrauchend. Sie vernebeln die Debatte mit Gegenargumenten, die keine sind und verhöhnen damit das Leid der Opfer von Pädophilen.

    Ich finde auch, dass differenziert werden muss nach Alter und Reife der Beteiligten und nach Art der Beziehung. Liebesbeziehungen und Freundschaften sind anders zu bewerten als Ausnutzungsverhältnisse und reine Übergriffe. Kinder und Jugendliche sollten schon auch ein Wörtchen mitreden dürfen. Dieses Recht wird ihnen komplett abgesprochen. Das halte ich nicht für im Interesse der jungen Menschen.

    Man hat damals sicher einiges falsch verstanden und interpretiert. Bei manchem habe ich den Eindruck, dass es einfach pädophilem Wunschdenken entsprang. Über anderes sollte man reden dürfen, wie zum Beispiel eine Herabsetzung des Schutzalters. Auch den heutigen Umgang mit diesem Themenkomplex finde ich überhaupt nicht optimal, da er ins andere Extrem gegangen ist. Echte Liebesbeziehungen werden zerschlagen und Beteiligte hart bestraft, nur weil die Alterskombination nicht erlaubt ist. Das hat meines Erachtens mit Kinderschutz nichts mehr zu tun.

    .. wird in der öffentlichen Diskussion dieses Themas kaum differenziert. Z.B. wird ständig der Begriff "Kinder" gebraucht, aber unklar bleibt, ob das Jugendliche bis 17 J. nun einschliesst oder nicht.

    Und dann die Sache mit dem Partei-Programm der Grünen. Erst dachte ich, "oh je mineh, was da wohl drin steht?" - Doch dann stelle ich fest, da stand nur, dass man bestimmte Paragraphen streichen wolle.
    Sofern die Erläuterungen in Wikipedia stimmen, brachte der erste schwule Bundestagsabgeordnete Herbert Rusche mit seiner Fraktion, den Grünen, 1986 einen Gesetzentwurf zur ersatzlosen Streichung der § 175 und § 182 StGB im Deutschen Bundestag ein. §175 regelte den Straftatbestand von sexuellen Handlungen unter Männern. Dieser Paragraph stammte noch aus dem Jahr 1872; und er wurde sogar noch anfang der 50er Jahre angewand. Erst im Mai 1994 wurde § 175 StGB aus dem Strafgesetzbuch gestrichen, und das Schutzalter für sexuelle Handlungen mit Jugendlichen wurde einheitlich auf 14 Jahre festgelegt.
    Der § 176 "Unzucht mit Kindern" wurde hingegen nirgens erwähnt. Und war anscheinend auch kein Teil irgendeines Programms. Jedenfalls konnte ich dazu nichts finden.

    Also worum gehts es? Die Grünen wollen Ihre Vergangenheit aufarbeiten. Bitteschön. Ihre Gegner wollen sie mit Dreck bewerfen. Bitteschön. Ist die Diskussion irgendwie nützlich um Opfer von tatsächlichen Übergriffen zu schützen, zu heilen; oder um veraltetes Strafrecht zu reformieren? Ich denke, nein.

  1. Das Geschriebene geht meiner Ansicht nach recht stark an der Realität vorbei.

    Das Problem bei Pädophilile ist weniger, dass Kinder keine Sexualität hätten, oder diese grundsätzlich als psychisch belastend empfinden würden. Vielmehr geht es um das krasse Gefälle, was die Machtstellung zwischen einem Kind und einem Erwachsenen an geht. Allein deshalb erübrigt sich die Frage nach der Sexualität von Kindern (wenn ich mich noch halbwegs korrekt an meine Kindheit erinnern kann, dann hatte ich auch schon sexuelle Fantasien und Gefühle, bevor ich in der Pubertät war.)

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    • Frans
    • 12. August 2013 23:24 Uhr

    "Das Problem bei Pädophilile ist weniger, dass Kinder keine Sexualität hätten, oder diese grundsätzlich als psychisch belastend empfinden würden. Vielmehr geht es um das krasse Gefälle, was die Machtstellung zwischen einem Kind und einem Erwachsenen an geht."

    Da stimme ich Ihnen zu! Gesetzgeber und Gesellschaft lehnen es zurecht ab, die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit eines Kindes mit der eines Erwachsenen gleichzusetzen. Warum sollten sie ausgerechnet bei der kindlichen Sexualität eine Ausnahme machen?

    Das geistige und körperliche Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern schließt logischerweise sexuelle Handlungen mit Kindern genau so aus, wie es alle anderen Handlungen ausschließt, die weit über dem körperlich-geistigen Horizont eines Kindes angesiedelt sind.

    Alle anderen, in diesem Zusammenhang gegenläufige Argumente, verweisen m.E. auf die eigene unzureichende oder fehlende Triebbeherrschung, die weitgehend der androzentrischen Ausrichtung der Gesellschaft geschuldet ist.

  2. Ich bin nicht der Meinung, dass man sich jahrzehnte später für eine falsche Meinung verantworten muss. Für das, was man tut, im Sinne eigener Handlung verjährt eine moralische Verantwortung nicht, vor allem, wenn man Menschen Schaden zugeführt hat. Aber das sei auch gesagt, wir müssen als Gesellschaft auch vergeben - das heißt dann nicht, dass wir jeden ins Parlament wählen müssen. Ich mache mir aber schon Sorgen, dass durch das digitale Gedächtnis des Internets zukünftig eine Kultur des verspäteten heimzahlen Einzug hält. Ich möchte nicht an jeden dummen Satz von vor 20 Jahren erinnert werden.

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    haben Sie nicht Unrecht, aber in diesem speziellen Fall möchte ich Ihnen doch widersprechen:

    "Ich bin nicht der Meinung, dass man sich jahrzehnte später für eine falsche Meinung verantworten muss. Für das, was man tut, im Sinne eigener Handlung verjährt eine moralische Verantwortung nicht..."

    Hier ist mit Pädophilen (z.B. der Indianerkommune) DISKUTIERT worden, ob man Sex mit Kindern legalisieren solle. Das heißt, ganz offen aktive Pädophlie sind da auf den Versammlungen rumgelaufen und haben nicht nur theoretisiert, sondern zur gleichen Zeit Kinder missbraucht.
    Wer da diskutiert (Zeitgeist hin oder her) und nicht sofort Anzeige erstattet, hat zumindest mitgeholfen, dass diese Kinder noch länger unter ihrer Situation leiden mussten.

    Jeder, der in dieser Form den Missbrauch von Kindern begünstigt hat (weil er hipp sein wollte, statt seinen gesunden Meschenverstand einzuschalten) sollte sich eine gewisse Teilschuld zuschreiben lassen.
    Mindestens genauso wie auch heute noch Familienmitglieder, die von einem Missbrauch wissen und trotzdem schweigen.

  3. Körperliche Reife ist nicht unbedingt auch geistige Reife. 13 Jahre alte Kinder können meist problemlos von älteren manipuliert werden. Und durch diese Manipulation werden die Kinder eventuell zum Werkzeug in Sachen Sex der Älteren. Sie können sich dann nicht mehr wehren.

    Kinder sind kein Freiwild.

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    Das Verbot halte ich für richtig. Körperliche Reife ist nicht unbedingt auch geistige Reife.

    Richtig.
    Die Gesetzgebung in Deutschland sieht zwar vor, dass Vierzehnjährige Sex haben dürfen (ein arbiträres Alter, manche sind schon früher rein körperlich so weit, andere später, das aber den gesetzten Zweck wohl am besten erfüllt).
    Rein von der charakterlichen Entwicklung her mag diese Grenze vielleicht niedrig erscheinen, aber letztlich ist sie dafür da, dass geschlechtsreife Jugendliche miteinander sexuell aktiv werden können, ohne sich in einer rechtlichen Grauzone aufzuhalten - und nicht, damit sie "legal" für junge (oder auch weniger junge) Erwachsene sind.

  4. Wir sind Zeitzeugen des Versuchs, den Missbrauch von Kindern zur Triebbefriedigung erwachsener Menschen einerseits, und zur weiteren Verkürzung bis Abschaffung der Kindheit andererseits, zu legalisieren. Den Anfang macht hierbei eine 'kritische' Berichterstattung, die den alleinigen Zweck verfolgt, dieses Thema überhaupt erst in die Köpfe zu bekommen und es somit salonfähig zu machen - scheinbar hält man die deutsche Gesellschaft nun für soweit entsittlicht, damit diesem Vorhaben Erfolg in Aussicht gestellt werden kann. Der nächste Schritt wird sein, wie Kommentator 1, "tokas", schon eindrucksvoll zeigt, die gesellschaftlich tolerable Altersgrenze für sexuelles Agieren weiter abzusenken - dafür dienen sich Ausführungen an, die aus der biologischen körperlichen Entwicklung von Kindern eine selbstbestimmte sexuelle Handlungsfähigkeit ableiten wollen, dazu noch Suggestivfragen. Das sind erst die medialen Anfänge einer so machtvollen wie fremdartigen gesellschaftlichen Entwicklung. Und nicht nur vom heimischen, bequemen Sofa aus werde ich die Befürworter dieser Umwälzung als das bezeichnen, was sie sind: Entmenschlicht, Pervers und Verabscheuungswürdig.

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    • nun ja
    • 12. August 2013 21:39 Uhr

    dass Sie mit Ihrem Kommentar den Nagel präzise auf den Kopf getroffen haben.

    Verabscheuungswürdig sind jedoch nicht diese Menschen, vielmehr ihre Verhaltensweisen, die sie aus welchen traurigen Gründen auch immer angenommen haben.

    • Charly
    • 13. August 2013 0:26 Uhr

    wir sind gerade Zeugen einer Zeit, in der Vergewaltigungen von Kindern instrumentalisiert werden

    Ein Vater kann mit seinem Kind genau so lange in der Badewanne baden, wie die Mutter diesen Vater liebt. Kommt es zur Scheidung, wird es kein Vater mehr wagen.

    Kennen sie Madita? Im Film tanzen die beiden Mädchen nackt - so ein Film könnte heute nicht mehr gedreht und vermutlich auch nicht mehr gezeigt werden. Was ist das für eine Gesellschaft, in der man nicht mehr die unschuldigen Kinder sieht, sondern das Pädophilenmotiv?

    Kinderpornos wurden als vorgeschobenes Argument für Netzsperren missbraucht ("Zensursula")

    Vergewaltigungen von Frauen sind furchtbar - trotzdem liest man nicht täglich vom Kampf gegen die Frauen-Vergewaltigung.
    Morde an Männern sind entsetzlich - aber sie sind nicht tägliches Thema.
    Weshalb sind Kinderpornos und Vergewaltigungen von Kindern ein ständig präsentes Thema?

    Mit dem Kampf gegen Kinderpornos und dem Kampf gegen den Terror sollen Grundrechtseinschränkungen legitimiert werden.

    Es wird Zeit, dass diese Hysterie wieder verschwindet. Verbrechen müsse aufgeklärt, die Täter verurteilt werden. Aber diese Verbrecher dürfen nicht unser Leben beeinflussen.

    Es werden gerade Politiker dafür gedisst, daß sie früher der Legalisierung von Sex mit Kindern propagierten, es sind sich alle einig, daß die damaligen Bestrebungen, Pädophilie zu legalisieren, ein Irrweg waren, die Verbrechen in Internaten und Kinderheimen kommen ans Licht und werden zumindest soweit das noch möglich ist gesühnt: und das soll jetzt gerade ein "Versuch, den Missbrauch von Kindern zur Triebbefriedigung erwachsener Menschen einerseits, und zur weiteren Verkürzung bis Abschaffung der Kindheit andererseits, zu legalisieren" sein?
    Da kann ich Ihnen nicht so ganz folgen.

    Oberflächlich betrachtet, finden sich in den Medien überwiegend Artikel, die sich kritisch mit Kinderschänderei auseinandersetzen (ich weigere mich, den Euphemismus 'Pädophilie' zu benutzen). Aber immerhin: das Thema ist in den Medien. Auf dieser Ebene kann es dann argumentativ weitergehen, indem man verschiedene Aspekte beleuchtet, etwa
    1. die rechtlichen: Wir haben hierzu keine Rechtssicherheit! Wir befinden uns in einer rechtlichen Grauzone! Kinder haben auch Rechte!
    2. die moralischen: Seit wann ist Liebe und Intimität schädigend? Warum sollte ein Kind unter Liebe und Zuwendung leiden? Aber haue ist OK? Selbstbestimmte Sexualität auch bei Kindern!

    ... und dergleichen mehr. Mit der Zeit - man muss bei Umwälzungen dieser Größenordnung in Jahrzehten denken - werden diese Aspekte von der breiten Allgemeinheit immerhin aufgenommen (wenn auch noch nicht unbedingt befürwortet, das ist eine Generationenfrage). Selbiges Schauspiel hat man bei der Beschneidungsdebatte mitverfolgen können - dafür hat man lediglich einige Monate gebraucht, weil es die meisten Deutschen eigentlich nicht unmittelbar betraf.

    Warum ich eine großangelegten, langfristigen Plan dahinter vermute? Weil der Gegenstand Teil der offiziellen Bundes- und EU-Ideologie ist, fragen Sie das Internet, z.B. nach:
    Körper, Liebe, Doktorspiele (1. - 3. Lebensjahr)
    Körper, Liebe, Doktorspiele (4. - 6. Lebensjahr)
    - beides Gefördert von der BZgA.

    Oder auch: Unsa Haus (EU-gefördert)

    "Und nicht nur vom heimischen, bequemen Sofa aus werde ich die Befürworter dieser Umwälzung als das bezeichnen, was sie sind: Entmenschlicht, Pervers und Verabscheuungswürdig."

    Die Entmenschlichung einer anderen Gruppe von Menschen ist wohl eine der wichtigsten Charakterisierungen von faschistischen und sonstigen totalitären Ideologien.

    Wer genau zur Gruppe der Unmenschen oder Untermenschen gehört ist dabei zweitrangig. Wichtiger ist, wie mit denen umgegangen wird, die zu vermitteln versuchen. Ist man bereit, auf Argumente einzugehen, oder greift man auch die, die versuchen zu vermitteln, persönlich an?

    Wenn jemand, der irgendwelche Argumente für die verfemte Gruppe vorbringt, selbst persönlich angegriffen wird, beispielsweise als Verharmloser, oder Unterstützer, oder gleich verdächtigt wird, selbst zu dieser Gruppe zu gehören, dann ist man über den Beginn schon hinaus.

    Sie verlangen viel von mir, wenn ich in einer Zeit der sittlichen, geistigen und kulturellen Zerstörung der westlichen Welt auch noch darauf acht geben muss, möglichst freundliche Wörter zur Formulierung meiner Gedanken zu wählen. Im Gegensatz zu Manchem, der sich angesichts der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Entwicklungen die Hände reibt und sich entspannt zurücklehen kann, weil sich die Dinge nach seinem Geschmack entwickeln, fehlt mir nunmal die Größe, die aufkommende Vertierung des Menschen möglichst tolerant und abwägend zu kommentieren.

    Zum Thema Faschismus (netter Versuch übrigens...): Ich denke, wir leben vielleicht bereits wieder in einem, allerdings ist mir sein Wesen noch nicht ganz klar. Die faschistische nationale Begeisterung der Jugend des 20. Jhds scheint im 21. Jhd der Begeisterung für - unter Anderem - Job, Fun, Sex, Events und für die eigene Person in Form des Narzissmus, gewichen zu sein; jedenfalls meine ich, diese Elemente in ihrer hysterischen Anziehungskraft auf die Jugend durchaus als faschistisches Moment bezeichnen zu können. Aber wie gesagt, sicher bin ich mir nicht, aber vielleicht haben Sie ja bessere Gedanken für die Charakterisierung unserer doch sehr, sehr eigentümlich perversen Zeit.

  5. Diese Verklemmtheit lebten sie dann an anderen aus. Typisch bürgerlich eben.

    Mich empört, warum man nicht von Kinderschändern schreibt und spricht und anstelle dessen immer noch diesen gottverfluchten bildungsbürgerlichen, beschönigenden und verkleisternden Begriff Pädophilie nutzt.

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    Mich nervt viel mehr, dass man die Begriffe so oft durcheinanderbringt. Jeder hat seine Daseinsberechtigung und eine Vermengung ist nicht gerade hilfreich.

    Im deutschen StGB gilt die Unterscheidung
    - Kinder (0..13 Jahre)
    - Jugendliche (14..17 Jahre)
    - Erwachsene (18.. Jahre)

    In Österreich ist es fast gleich, aber komplizierter: "Das österreichische Recht unterscheidet nicht zwischen Kindern und Jugendlichen. Vielmehr unterscheiden sich die Definitionen der beiden Begriffe teils von Bundesland zu Bundesland – während in manchen Ländern Personen von 14 bis 18 Jahren als Jugendliche bezeichnet werden, werden sie in Wien, Niederösterreich, Burgenland als "junge Menschen" bezeichnet.

    Unabhängig davon gibt es bundesweit die rechtlich am relevantesten Begriffe der Unmündigkeit und der Mündigkeit. Eine Person, welche das 14. Lebensjahr bereits vollendet hat, gilt als mündiger Minderjähriger. Dies entspricht dem deutschen Rechtsbegriff eines Jugendlichen."
    https://de.wikipedia.org/...

  6. Mich nervt viel mehr, dass man die Begriffe so oft durcheinanderbringt. Jeder hat seine Daseinsberechtigung und eine Vermengung ist nicht gerade hilfreich.

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  • Schlagworte Grüne | Eltern | Faschismus | Geschlechtsverkehr | Homosexualität | Odenwaldschule
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