Die Familienpolitik der Bundesregierung trägt aus Sicht einer von ihr selbst eingesetzten Expertengruppe nur bedingt dazu bei, die Situation von Eltern und Kindern zu verbessern. In einem Bericht der Wirtschaftsforschungsinstitute ZEW, DIW und Ifo kommt unter anderem das Ehegattensplitting schlecht weg. Aber auch eine Kindergelderhöhung, wie sie neben Union und FDP auch SPD und Linkspartei planen, wird kritisch gesehen.

Aus Sicht der Forscher sinnvolle Instrumente sind dagegen Kita-Ausbau und Elterngeld.

In ihrem Bericht, aus dem die Süddeutsche Zeitung zitierte, loben die Wissenschaftler ausdrücklich den Ausbau der Betreuung in Kindertagesstätten:

  • Der Besuch eines Kindes in einer staatlich geförderten Kita ist aus Sicht der Forscher der einzige Weg, um alle von der Regierung definierten Ziele der Familienpolitik zu erfüllen: Dazu zählen die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die frühe Förderung von Kindern, die Erfüllung des elterlichen Kinderwunsches und die bessere finanzielle Absicherung der Familie.
  • Positiv schneidet der Zeitung zufolge auch das Elterngeld ab. Allerdings fordern die Forscher mehr Anreize, dass sich Mütter und Väter die Betreuung ihrer Kinder tatsächlich teilen.

Mehrere der Instrumente bewerten sie dagegen negativ:

  • Das Ehegattensplitting steht aus Sicht des ZEW-Experten Holger Bonin zu Recht in der Kritik, "da es für den Zweitverdiener – meist die Frau – einen Anreiz setzt, nicht arbeiten zu gehen".
  • Auch einem höheren Kindergeld stehen die Forscher skeptisch gegenüber, da die Zahlung Eltern kaum Anreize biete, ihr Verhalten zu ändern, einen Job anzunehmen und besser fürs Alter vorzusorgen.

Die Regierung hatte eine Gruppe von Instituten beauftragt, die 156 staatlichen Familienleistungen im Umfang von 200 Milliarden Euro auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.

Noch vor Abgabe der letzten Einzelstudien hatte es im Juni Ärger gegeben: Einige der Forscher warfen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) vor, ihre Ergebnisse zu positiv zu bewerten.

Am 2. Oktober wollen DIW, Ifo und ZEW nun ihre eigene Sicht der Dinge darlegen.

Die Ergebnisse der Recherchen von ZEIT und ZEIT ONLINE zur Entwicklung der Betreuungsgebühren für Kindertagesstätten finden Sie hier.