Der Bundestag hat die Einführung des sogenannten Elterngeld Plus zum 1. Juli 2015 beschlossen. "Wir stärken damit allen jungen Eltern den Rücken, die gemeinsam für ihre Kinder da sein wollen", sagte Familienministerin Manuela Schwesig vor der Abstimmung im Bundestag.   

Elterngeld Plus bedeutet zwar, dass Eltern nur halb so viel Geld wie beim regulären Elterngeld bekommen. Dafür ist aber der Zeitraum, in dem die Familie Unterstützung erhält, mit 24 Monaten doppelt so lang wie bisher.

Wenn Mutter und Vater sich für eine Teilzeitarbeit entscheiden, dann bekommen sie als Partnerschaftsbonus noch weitere vier Monate Elterngeld Plus bezahlt. Voraussetzung dafür ist, dass beide Elternteile mindestens vier Monate 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten.

Das herkömmliche Elterngeld wird auch weiterhin existieren. Eltern können sich künftig zwischen beiden Varianten entscheiden. Auch eine Kombination aus beiden Modellen ist möglich: Der Anspruch eines jeden Elterngeld-Monats kann aufgeteilt werden in zwei Elterngeld-Plus-Monate.

Kritik von Arbeitgebern

Die Arbeitgeber kritisieren, dass ihnen die Neuregelung noch mehr Flexibilität abverlangt. Denn Eltern können ihre Elternzeit künftig in drei statt zwei Zeiträume aufteilen. Außerdem wird es für die Bezieher von Elterngeld Plus möglich sein, einen Teil der bezahlten Auszeit später zu nehmen, und zwar bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes.

Grüne und Linke bemängelten zwar, das Gesetz nehme zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden und benachteilige die Bezieher von Sozialleistungen. Dennoch bezeichneten auch sie die Neuregelung als Schritt in die richtige Richtung.

Das bisherige Elterngeld kostet mehr als fünf Milliarden Euro pro Jahr. In der Bevölkerung ist es sehr beliebt: 72 Prozent der Deutschen halten laut einer Allensbach-Umfrage das Elterngeld für eine gute Regelung.

Das neue Elterngeld Plus wird von 58 Prozent positiv bewertet. Nur 12 Prozent finden die geplante Regelung nicht gut. 30 Prozent der Menschen, die Allensbach befragte, haben dazu keine Meinung. Viele Befragte erfuhren durch die Umfrage überhaupt erst von der neuen Variante.

Auf die Beratungsstellen für Elterngeld kommt durch die Neuregelung noch mehr Arbeit zu. In Großstädten wie Berlin warten Eltern schon jetzt oft wochenlang auf einen Beratungstermin.